Über mich

Nachdem ich viel zu lange überlegt habe, wie ich eine sinnvolle „Über mich“-Seite zusammenstellen könnte, habe ich diesen Fragenkatalog bei der Bücherphilosophin entdeckt, mit dem ihr mich ein bisschen kennenlernen könnt.

1. Was war dein Lieblingsbuch als Kind?
Als Kind habe ich noch nicht so viel gelesen. Ein illustriertes Märchenbuch der Grimms war mein Liebling. Später kamen dann Krabat und Der geheime Garten in mein Leben, Der Herr der Ringe und natürlich Harry Potter.

2. Was war das letzte richtig gute Buch, das du gelesen hast?
Tell the Wolves I’m Home von Carol Rifka Brunt hat mich mitten ins Herz getroffen. Die Figuren wirken so echt und voller Fehler, dass es mich in Erstaunen versetzt hat.

3. Was liest du lieber, Romane oder Sachbücher? Warum?
Ich lese beides sehr gerne, lande aber meistens bei Romanen oder Kurzgeschichten. Das liegt meistens daran, dass Sachbuchautoren nicht so häufig weiterempfohlen werden, da kommen sie leider immer etwas zu kurz. Meine Lieblingsthemen: Memoiren und Physik.

4. Liest du jedes Buch, das du anfängst, auch zu Ende? Wenn nicht, wie entscheidest du, wann es an der Zeit ist ein Buch wegzulegen?
Manchmal funkt es einfach nicht zwischen mir und einem Buch. Meistens merke ich das sehr früh und lege das Buch dann für später zur Seite. Das finde ich dem Autor gegenüber nur fair. Wenn mir ein Buch einfach nicht gefällt oder mich etwas Grundsätzliches stört,  lese ich nicht weiter. Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher 🙂

5. Zähle deine 10 Lieblingsbücher auf.
Ich verweise mal auf meinen Blogbeitrag über Bücher, die mich als Leserin geprägt haben. Abgesehen von diesem innersten Zentrum meiner Lesepersönlichkeit wechseln meine Lieblingsbücher mit der Zeit. Eine bestimmte Anzahl herauszufiltern ist mir einfach nicht möglich.

6. Liest du Bücher mehr als einmal? Welche?
Ja! Den Herr der Ringe lese ich immer mal wieder. Anne auf Green Gables auch. Im Grunde sind es die bereits erwähnten Bücher, die mich geprägt haben, die ich immer wieder zur Hand nehme. Sonst lese ich hin und wieder ein Buch ein zweites Mal.

7. Liest du Gedichte? Warum oder warum nicht?
Ja, aber unregelmäßig und vereinzelt. Zuletzt las ich (mit Begeisterung) The World’s Wife von Carol Ann Duffy.

8. Kannst du dich an das erste “Erwachsenenbuch” erinnern, das du je gelesen hast?
Das erste Buch, das mich teils überfordert hat, war wohl Der Herr der Ringe. Es hat mich endgültig zur Leserin gemacht. Und zur Linguistin. Beim ersten Lesen habe ich wohl viele Zwischentöne überlesen und fand gerade die militärischen Details zu kompliziert. Aber ich war am Haken und bin es immer noch.
Vielleicht noch etwas früher habe ich Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt gelesen und mich Hals über Kopf in das Stück verliebt.

9. Gibt es Autoren von denen du bisher alle Bücher gelesen hast?
Eher nicht, da ich nicht unbedingt ein zweites Buch desselben Autors lese, nur weil mir ein anderes gefallen hat. Viele von Tolkiens Büchern habe ich gelesen. Ich habe eine Jane Austen Box und kann mir vorstellen, mal alles von ihr gelesen zu haben. Ebenso Donna Tartt (die ja bisher nur drei Romane veröffentlicht hat). Ich bin aber nicht komplettistisch veranlagt. Einige andere, von denen ich viel gelesen habe: Daniel Kehlmann, David Eddings, Erich Kästner.

10. Wie oft liest du Bücher, die vor mehr als 100 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht wurden?
Ich habe Germanistik studiert und dadurch viele „alte“ Bücher gelesen. Daher habe ich keine Angst vor alten Büchern. Aktuell lese ich zum Beispiel Moby-Dick (es macht Spaß, echt!). Das ist aber eher zur Seltenheit geworden; ich genieße einfach die Freiheit, meine Lektüre komplett selbst bestimmen zu können.

11. Gibt es eine Art von Buch, die du nie liest?
In meinem bisherigen Leben habe ich wohl nur zwei reine Romanzen gelesen (Das Lächeln der Sterne von Nicholas Sparks und Eines Abends in Paris von Nicolas Barreau). Danach halte ich keine Ausschau, beide Bücher waren Geschenke. Horror, Thriller und Krimis sind auch nicht meine Lieblinge, aber es gibt Ausnahmen und Bücher fallen ja selten in nur ein Genre. Patricia Highsmiths Tom Ripley empfinde ich zum Beispiel als sehr faszinierendes und spannendes Charakterportrait, und doch gilt Der talentierte Mr. Ripley als Krimi.

12. Wie wählst du deine Lektüre aus?
Was auf meiner Wunschliste landet, sind Klassiker die mir interessant erscheinen und Bücher, die auf Blogs oder Booktube empfohlen wurden. Selten sehe ich mir kommende Neueerscheinungen an; meistens verfolge ich Bücher von ihrem Ersterscheinen auf dem englischsprachigen Markt und warte dann, bis eine deutsche Übersetzung vorliegt. Oder besorge das Buch vorher auf Englisch. Meistens kommen meine Bücher aber aus der Bibliothek oder einem öffentlichen Bücherschrank. Der ist direkt vor meiner Haustür und sehr verlockend. Ich gehe da nach Laune.

13. Was ist dir wichtiger: Wie ein Buch geschrieben ist oder wovon es handelt?
Ganz klar: Wie es geschrieben ist. Für mich ist ohnehin der psychologische Anteil einer Story interessanter, daher funktioniert ein Buch für mich immer über die Wortwahl und auch das, was zwischen den Zeilen steht, wie zum Beispiel bei Rebecca von Daphne du Maurier.

14. Mit welchem Autor, lebendig oder verstorben, würdest du gerne zu Abend essen?
Oscar Wilde wäre sicher faszinierend (und anstrengend). Oder Jane Austen. Patrick Rothfuss, Autor der Königsmörderchronik und Meister des Spendenmarathons, um einen lebenden Autor zu nennen.

15. Wenn du einen Tag mit einer Romanfigur verbringen könntest, welche wäre es?
Vielleicht Delphine Angua von Überwald, die Werwölfin der Stadtwache von Ankh-Morpork (aus Terry Pratchetts Scheibenweltreihe). Sie ist eine Powerfrau und führt ein sehr interessantes Leben in einer der am besten entwickelten Fantasywelten. Action garantiert.

16. Wenn du eine Romanfigur sein könntest, welche wärst du?
Wenn ich an das gute Essen der Anne-Reihe von Lucy Maud Montgomery denke, dann Anne Shirley, bitte. Mein großer Held aus Kindertagen ist allerdings Robin Hood, den ich an ungezählten Nachmittagen in Omas Garten auch personifizierte. Übung hätte ich also.

17. Hast du schon einmal einen Fanbrief an einen Autor geschrieben?
Nein, die Idee kam mir nie. Für mich haben die Geschichten immer ein Eigenleben unabhängig des Autors geführt; vielleicht habe ich darum auch praktisch nie den Drang verspürt, alles von einem Autor zu lesen.

18. Gibt es ein Buch, dessen Leser du nicht magst? Gibt es ein Buch, dessen Leser dich beeindrucken?
Nein. Es gibt immer solche und solche. Nicht alle, die Twilight gelesen haben, kann ich bis in alle Ewigkeit dafür verdammen, nicht alle die Unendlichen Spaß gelesen haben, haben davon auch nur eine Zeile begriffen. Und man munkelt sogar, es gäbe Leute,die BEIDES gelesen haben …

19. Gibt es ein Buch, das du magst, auch wenn es dir ein bisschen peinlich ist?
Mir ist es nicht peinlich, aber vielleicht wären die Dolly-Bücher von Enid Blyton hier eine gute Antwort? Ich finde es einfach schön, wie altmodisch die Figuren reden („Kinder, wasfür ein Abenteuer!“) und dass jedes noch so schwere Problem innerhalb eines schmalen Bandes gelöst werden kann.

20. Gibt es Bücher, auf deren Lektüre du stolz bist?
Nicht richtig. Ich lese gerne schwierige, dicke Bücher, aber das macht keinen besseren Menschen aus mir. Ich habe einige mittelalterliche Epen gelesen, Chaucer im Original, habe es durch Proust geschafft; aber ich kann mich dafür begeistern und quäle mich nicht da durch (jedenfalls nicht immer :)). Warum sollte ich also Stolz empfinden? Höchstens etwas Erleichterung, wenn ich ein wirklich dickes, schwiereges Buch beendet habe und mich erst mal wieder Leichterem zuwenden kann.

21. Hast du jemals so getan, als hättest du ein Buch gelesen?
In der Schule hatte ich irgendwann keine Lust mehr auf die Deutschlektüren. Ich habe mal eine Schulstunde über Furcht und Elend im Dritten Reich von Bert Brecht geleitet und hatte das Buch nicht gelesen. Geht alles, wenn man nur will 😎

22. Führst du Buch über die Bücher, die du liest?
Ja. Ich finde es schade, dass ich mich an viele Bücher nicht erinnern kann, die ich als Kind gelesen habe. Ich habe ein Büchertagebuch, einen gut geführten Goodreads-Account und natürlich mein Blog als Gedächtnisstütze.

23. Wie bildest du dir eine Meinung über die Bücher, die du liest?
Öh, beim Lesen? – Wenn ich mal ratlos bin, lasse ich das Buch erst mal sacken und lese dann manchmal noch ein paar Rezensionen (Blogs und Feuilleton). Normalerweise kristallisieren sich dabei Gedanken heraus, die ich bereits in diffuser Form hatte. Es hilft manchmal, seine Gedanken von anderen geordnet zu bekommen.

24. Welche Autoren hältst du für überschätzt? Unterschätzt?
Ich finde Hemingway uninteressant. Die Lesbarkeit von Proust halte ich für unterschätzt. Weibliche Autoren werden häufig nicht ernst genommen. Allgemein machen wir uns vielleicht zu viele Gedanken zu den Menschen hinter den Texten.

25. Liest du auch manchmal Selbsthilfebücher?
Mir scheinen viele dieser Bücher zu dogmatisch, darum greife ich lieber zu Sachbüchern und ziehe selber Schlüsse, was ich tun kann. Zum Beispiel las ich ein Sachbuch über Kommunikation bei Paaren. Als Linguistin fasziniert mich das auf mehr als nur der Selbsthilfe-Ebene. Hilfreich und lehrreich war es dennoch.

26. Welches Buch hat dich zuletzt so richtig schockiert?
Im letzten Jahr habe ich Binewskis gelesen. In dem Buch geht es um eine selbst gezüchtete Zirkusfamilie: Die Eltern experimentieren während der Schwangerschaft mit Drogen aller Art, um Freaks zu zeugen. Was ich so schockierend fand ist, dass dieser Fakt nur eine Nebensache in dem Buch ist. Ich konnte nicht darüber hinwegkommen.

27. Wenn du jeden, den du kennst, dazu zwingen könntest, ein bestimmtes Buch zu lesen, welches wäre es?
Tiere essen von Jonathan Safran Foer. Wer Tiere essen will, sollte sich auch zu dem Thema bilden und bewusst entscheiden, ob Massentierhaltung okay ist.

28. Welche Bücher/Autoren willst du schon seit Jahren lesen? Warum hast du sie bisher noch nicht gelesen?
So viele! 1001 Nacht, weil es so umfangreich ist und man erst mal eine gute Übersetzung braucht. Alexandre Dumas habe ich auch noch nicht gelesen, aus demselben Grund, und weil er pro Seite bezahlt wurde, es also potenziell langweilig wird. Einige Bücher, die ich schon lange lesen will (vor allem alte, von Frauen geschriebene) gibt es nicht in Übersetzung und nicht gedruckt, und ich mag Ebooks nicht besonders. Beispiele: Belinda, Evelina.

29. Welche Art von Büchern empfindest du als “guilty pleasure”?
Existiert nicht in meinem Wortschatz. Ich lese nur ohne Schuldgefühle. Nach einem dicken Klassiker ist mir oft besonders nach leichter Lektüre, meist in Form von Fantasybüchern oder einfach schmale Bänden, eben alles, was schnell durch ist und damit einen guten Kontrast zum vorangegangenen Schinken bietet. Und Bilderbücher liebe ich; Bilder in Büchern sind toll, und wenn einer eine Geschichte hauptsächlich oder ausschließlich über Bilder erzählen kann, finde ich das immer besonders toll.

30. Hat ein Buch jemals deine Meinung zu einem bestimmten Thema geändert?
Noch mal Tiere essen. Ich war zwar schon Vegetarierin, aber danach erst recht. Und Der faule Freund hat mir gezeigt, dass ein Bilderbuch ohne Worte auch Lachanfälle im Buchladen auslösen kann. Seitdem lese ich häufiger Bilderbücher.

31. Welches Buch oder welche Bücher würdest du lesen, wenn du nur noch ein paar Monate zu leben hättest?
Schreckliche Vorstellung! Lieber alte Bekannte? Oder doch die letzten Bände einer begonnenen Reihe? Ich glaube, wenn ich wüsste, dass ich gehen muss, läse ich meine Lieblinge, meine Trostspender, noch ein letztes Mal.

32. Kannst du ein Gedicht oder eine Romanpassage auswending? Kannst du sie hier wiedergeben?
Zitate kann ich mir nie merken; ich notiere sie in meinem Bücherlogbuch. Aber ich kann Jabberwocky von Lewis Carroll auswendig. Ich werde es so tippen, wie ich denke, und dabei wahrscheinlich einige der Neologismen und die Satzzeichen falsch schreiben:

‚Twas brillig, and the slithy toathes
Did gyre and gimble in the wabe;
All mimsy were the borogroves
And the mome-wraths outgrabe.

„Beware the jabberwock, my son!
The jaws that bite, the claws that catch!
Beware the chubb-chubb bird
And shun the frumious bandersnatch!“

He took his worple sword in hand,
Long time the manxome foe he sought.
So rested he by the tumtum tree
And stood a while in thought.

And as in uffish thought he stood
The jabberwock with eyes of flame
Came whiffling through the tulgy wood
And burbled as it came.

One! Two! One! Two! And through and through
The worple sword went snicker-snack!
He left it dead and with its‘ head
He went gallumphing back.

„And hast thou slain the jabberwock?
Come to my arms, my beamish boy!
Oh fraptious day! Callou! Callay!“
He chortled in his joy.

‚Twas brillig, and the slithy toathes
Did gyre and gimble in the wabe;
All mimsy were the borogroves
And the mome-wraths outgrabe.

33. Wenn du etwas an der Art ändern könntest, auf die du liest, was wäre es?
Wieder mehr lesen wie als Kind, mit mehr Aufmerksamkeit und Ausdauer. Für Stunden in einem Buch zu versinken ist mir schon lange nicht mehr möglich, aber ich weiß noch genau, wie wundervoll es war.