Der Horror. Gelesenes im August, Teil 1

Charlotte Perkins Gilman: Die gelbe Tapete

Brillante Kurzgeschichte mit einer Spur Gothic. Hier die Rezension für alle, die es gerne etwas genauer hätten.

Kenneth Grahame: The Wind in the Willows

Mit diesem Klassiker bin ich nicht richtig warm geworden. Toad, reich, egozentrisch, adrenalinversessen, war einfach nicht auszuhalten. Die kurzen Episoden über Badger, Ratty und Mole waren dagegen einfach zu kurz. Insgesamt wird hier ein etwas zu behäbiges Leben angepriesen, das doch ganz schön angestaubt ist.

Suzanne Collins: Flammender Zorn (Die Tribute von Panem 3)

Wie die anderen beiden Bände der Tribute von Panem war ich auch hiermit innerhalb zweier Tage durch. Ich hatte mich gewundert, warum so viele Leser dieses Buch am schwächsten bewerten. Während mir das Ende eigentlich nicht so verkehrt vorkam, hat mich etwas anderes zunehmend gestört: Katniss war über die anderen Bände eine erstaunlich starke Protagonistin. Leider verfällt Collins auf den letzten Meilen in typische Muster und stellt Katniss als kaltblütige Opportunistin und als Vamp dar. Und mehr kann ich nicht sagen wegen Spoilern für die Reihe. Insgesamt also ein zwiegespaltenes Leseerlebnis.

Bilderbuch: Interstellar Cinderella

Interstellar Cinderella Cover Im Buchladen gesehen und sofort mitgenommen: Das kommt bei mir höchst selten vor. Mit dem bunten Bilderbuch Interstellar Cinderella ging es mir aber so.

Interstellar Cinderella erzählt das Märchen von Aschenputtel als feministisches Sci-Fi-Abenteuer in bunten Bildern und humorigen Versen.

Once upon a planetoid,
amid her tools and sprockets,
a girl named Cinderella dreamed
of fixing fancy rockets.

Cinderellas größter Wunsch ist es, Raumschiffe zu reparieren, was sie nachts lernt, nach getaner Arbeit. Ihr einziger Freund ist ein Roboter in Mausform. Als die Familie eine Einladung zur königlichen Weltraumparade erhält, muss Cinderella daheim bleiben …

Die pointierten Reime sind an diesem Bilderbuch (das ganz und gar nicht nur für Kinder ist!) mein Lieblingspart. Einmal gelesen kann ich bereits Teile davon auswendig, weil die Sprache so eingängig ist.

Die Illustrationen sind bunt und warm, es wird viel mit rundlichen Formen gearbeitet, ohne auf den Kawaii-Faktor zu setzen.

Interstellar Cinderella DetailInterstellar Cinderella Detail

Interstellar Cinderella war Meg Hunts erste Buchillustration. Vorher hatte ich ihre Arbeit schon in der New York Times gesehen. Das farbenfrohe Spektakel macht Lust, das Buch einfach durchzublättern.

Ich hatte (und habe!) riesigen Spaß mit dem toughen Aschenputtel aus dem All. Auch nach einigen Wochen kann ich nicht daran vorbeigehen, ohne einen Blick reinzuwerfen.