Naturkunde. Glühwürmchen, mach’s Licht aus

Phosphaenus hemipterusDer letzte Naturkundepost ist schon ewig her, obwohl ich einige Materialien dafür gesammelt habe. Wie diesen kleinen Kerl hier, den ich im Juni an der Mosel getroffen habe. Oder eher: Der sich kackfrech auf meinem Schreibheft niedergelassen hat.

Wer hätte gedacht, dass es sich bei dem schuppigen Tierchen um einen Leuchtkäfer handelte? Phosphaenus hemipterus, um genau zu sein. Der Name bedeutet scheinbar so was wie „leuchtende Halbflügel“ (ich hatte nie Griechisch); der deutsche Artenname ist aber Kurzflügel-Leuchtkäfer. Man kann auf dem Foto die kurzen Stummelflügel erkennen, deshalb muss es ein Kerl gewesen sein, denn die Weibchen haben so etwas nicht. Leuchtkäfer können gar nicht fliegen.

Und jetzt ratet mal, was die hübschen Minilaternen futtern? Regenwürmer! Find ich irgendwie nicht so doll. Aber wir wissen ja, so ein Wurm ist schleimig, jedoch vitaminreich.

Leuchten tun übrigens vor allem die Larven. Die Männchen leuchten nur, wenn sie sich gestört fühlen, am Schwanzende an zwei Punkten und nur schwach. Die Weibchen (die nicht leuchten können) locken die Herren scheinbar mit Pheromonen an (was durch die größeren Antennen dieser bestätigt wird, die damit besser riechen können).

Ihre direkten Verwandten sind der Kleine und der Große Leuchtkäfer. Die größten Unterschiede scheinen Leucht- und Flugbefähigung sowie ein paar weitere anatomische Details zu sein. Der Kleine Leuchtkäfer ist übrigens eher stiftförmig und nicht gliederartig. Man nennt ihn auch Johanniskäfer, weil er um den Johannistag (24. Juni) häufig anzutreffen ist.

Ein weiterer Unterschied: Der Kurzflügel-Leuchtkäfer gilt in Deutschland als gefährdete Art. Daher bin ich umso froher, mal einem in persona begegnet zu sein.

Leider konnte ich keine verwendbaren Fotos von leuchtenden Exemplaren finden, aber Onkel Google hilft euch da gerne weiter.

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