Straight White Whale: Moby-Dick Leselog Rückblick

Nach dem Urlaub hat es doch länger als gedacht gedauert, wieder voll da zu sein (hallo, da bin ich wieder :-)). Nachdem ich aber wieder im Alltag angekommen bin, hier endlich mein Fazit zu Moby-Dick:Quelle: Freshwater and Marine Image Bank

Was für ein Kampf! Das kann man ruhig in jedem Sinn des Satzes verstehen. Denn der epische Kampf im Roman (Ahab gegen Wal ebenso wie Moral gegen Natur oder Glaube gegen Schicksal) ähnelte nicht selten meinem eigenen Kampf mit dem Buch selbst. Ohne den Leselog hätte ich sicher nicht bis zum Ende durchgehalten. Denn inzwischen ist meine Toleranzschwelle hier sehr niedrig.

Trotzdem: Ich bin froh, das Buch als Ganzes kennengelernt zu haben. Viele Szenen waren wirklich großartig und gesprenkelt mit schönen und auch witzigen Beschreibungen. Ishmael st, sofern er vorhanden ist, ein angenehmer Erzähler. Die vielen Anekdoten haben zwar abgelenkt, aber das Buch auch bereichert. Als Ganzes ist der Funke dennoch nicht auf mich übergegangen – warum Moby-Dick als einer der wichtigsten amerikanischen Romane gilt, ist mir wenigstens nicht glasklar geworden. Mir kam das Mammutwerk dazu sehr ungeschliffen und fast schon chaotisch vor. Aus anderen dicken Wälzern der Weltliteratur wie dem Ulysses oder der Suche nach der verlorenen Zeit konnte ich da mehr gewinnen. Nun ist Melville aber auch schon älter, eine andere Generation. Und das merkt man halt.

Wie gesagt hat mir das Leselog beim Entlanghangeln des Wals sehr geholfen. Mein Fehler war hier sicher, den gesamten Schmöker in wenigen Wochen durchzuackern. Das liegt natürlich teils daran, dass ich euch nicht ewig mit Leselogs zuschütten wollte. Für so ein langes Buch wären aber kleinere Abschnitte angebracht gewesen. Am Leselog als „Format“ halte ich dennoch fest. Das hat Spaß gemacht. Vielleicht nehme ich mir als nächstes einen alten Liebling vor oder halt ein schmales Büchlein. Das könnte ich mir auch gut vorstellen.

The drama’s done. Moby-Dick Leselog 10

Moby-Dick Leselog{123-135; Ende} Diesmal etwas verfrüht wegen Urlaub 🙂

Ich habe es geschafft! Der Wal ist bezwungen (der Arme) und alle sind tot. Alle? Nein! Ein unbeugsamer Seemann namens Ishmael – hört nun auch auf, dem Leser seine Kassette ins Ohr zu drücken.

Auf dem Höhepunkt der Handlung erreicht auch Ahabs Wahn den Höhepunkt. Übrigens hat er einen neuen Kompass gebaut. Auch die Crew wird vom Jagdfieber angesteckt, was richtig unheimlich ist: Plötzlich sind alle ganz scharf darauf, den unbekannten Wal zu töten (aber gut, ihnen wurde ja auch Gold versprochen). Aber ich greife voraus.

Ahab freundet sich mit dem geistig verwirrten Pip an und lässt ihn in seiner Kabine schlafen. Auch das passt ja perfekt, eigentlich ist es eher seltsam, dass die zwei sich erst jetzt anfreunden. Später entfernt sich Ahab aber auch wieder von Pip, der anhänglich wird. Seine naive Loyalität lässt Ahab an seinem Racheplan zweifeln, darum kann er nicht zu viel Zeit mit Pip verbringen.

Derweil häufen sich die bösen Omen: Bei der ersten Wache in Moby-Dicks Gebiet geht ein Mann über Bord und kann auch mit dem Rettungsring nicht gerettet werden. Und was macht man da? Der Mann ist verloren, aber der Ring kann ersetzt werden: Aus Queequegs Sarg soll ein neuer Rettungsring entstehen. (Queequeg war ja zuvor todeskrank gewesen, bis er plötzlich gesundete.) Ein Habicht stiehlt Ahabs Hut und versenkt ihn im Meer. Der Habicht gilt als Symbol für drohende Gefahr.
Außerdem trifft die Pequod auf die Rachel, die Moby-Dick gesehen und gejagt hat und dabei ein Boot verlor, auf dem auch der junge Sohn des Kapitäns war. Doch Ahab verweigert jegliche Hilfe (auch wenn es ihm sichtlich schwer fällt), da er keine Zeit verlieren will. Ahab wird immer deutlicher als innerlich zerrissener Mann dargestellt. Schade, dass das erst jetzt verdeutlicht wird. Er vergießt sogar scheinbar eine Träne am letzten Morgen vor der Jagd: Es ist ein ruhiger, wunderschöner Tag. Er unterhält sich mit Starbuck über die Familie, die daheim auf ihn wartet. Jap, Ahab ist verheiratet. Doch auch jetzt kann ihn Starbuck nicht von seinem Plan abhalten. Doch er wirkt verzweifelt. Er versteht nicht, warum er Moby-Dick töten muss, aber er kann nicht abbrechen.

Ahab scheint nicht mehr zu schlafen, sondern hält nun Tag und Nacht Ausschau. Bald kann er Moby-Dick riechen und korrigiert den Kurs seiner Nase folgend. Ein weiteres Zeichen seines Wahns? Oder seines Genies?

Und dann: der Wal ist in Sicht! Ishmael beschreibt Wasser und Wal als schön und friedlich. Doch sobald die Pequod Interesse bekundet, greift Moby-Dick an und ist sehr geschickt darin, nicht nur den Harpunen auszuweichen, sondern die Waffen der Menschen auch gegen sie einzusetzen. Er verwirrt die Fangleinen so, dass die Boote sich rammen und kippen. Er taucht und stößt Ahabs Boot in die Höhe, was Ahabs Bein entzwei bricht. So liefern sie sich ein Gefecht, dass drei Tage dauert. Zwischendurch entkommt der Wal immer wieder.

Am zweiten Tag geht Fedallah verloren. Ahab erinnert sich an Fedallahs Vorhersage, dass er nochmal auftauchen wird, bevor Ahab stirbt.
Am dritten Tag hat die Pequod den Wal in der Nacht überholt, sodass er nun sie jagt. Ahab ahnt das Ende: Er verabschiedet sich von Starbuck und besteigt sein Boot. Da erblickt er Fedallahs Leiche: Sie ist in einer der Fangleinen an Moby-Dicks Leib verfangen. Da nur noch Ahab ein Boot hat, jagt er den Wal allein mit wenigen Männern. Moby-Dick rammt das Boot. Drei Mann gehen über Bord, zwei können sich retten. Die Männer an Deck sind zu Salzsäulen erstarrt. Ein weiterer Habicht taucht auf und reißt die Schiffsflagge der Pequod ab. Ahabs letzter Befehl ist das Anschlagen einer neuen Flagge. Ahab betrauert, nicht mit seinem Schiff untergehen zu können, und wirft voll Hass die Harpune auf Moby-Dick. Er trifft, doch die Leine schlingt sich um Ahabs Hals. Er geht mit dem Wal unter. Zack und weg. Tashtego nagelt einen (oder denselben) Habicht dabei mit an den Hauptmast. Die gesamte Crew verbleibt zu Salzsäulen erstarrt auf dem sinkenden Schiff und verschwindet so schweigend.

Und wo war Ishmael die ganze Zeit? Stellt sich heraus: Er ist der dritte Mann, der aus Ahabs Boote geworfen wurde und nicht mehr hinein kam. An Queequegs Sarg geklammert, überlebt er. Die Rachel, immer noch auf der Suche nach dem Sohn des Kapitäns, findet ihn. Dieser Epilog soll in der Erstausgabe von Moby-Dick gefehlt haben. Ob Melville den Logikfehler erst danach bemerkte oder ob er Ishmaels Rettungsstory im Unklaren lassen wollte, bleibt wohl ein Rätsel.

Viel ist in diesem letzten Teil passiert, darum will ich mein Fazit in einen eigenen Post packen. Den schreibe ich nach meinem Urlaub in zwei Wochen. Bis dann!

Science! Curse thee, thou vain toy. Moby-Dick Leselog 09

Moby-Dick Leselog{102-123}

Wir segeln geradewegs auf den Höhepunkt zu! Ich gebe es zu: Es wird auch Zeit. In diesem Abschnitt war aber echt mal was los. Der Konflikt baut sich auf, Spannungen zwischen Ahab und Starbuck und der Crew und Ahab nehmen zu und die Pequod wird von einem Typhoon erfasst! So viel war im ganzen Buch noch nicht los.

Mein Highlight war ein Kapitel, in dem Starbuck in Ahabs Kabine tritt, wo der Kapitän schläft. Er erblickt Ahabs Musketen und erwägt kurz Mord, um alle vor Ahabs Wahn zu retten. Ein echter interner Konflikt! Starbuck wäre ein wirklich interessanter Protagonist gewesen.

Ansonsten dreht Ahab langsam echt durch. So verliert er die Geduld mit seinem Quadranten, da dieser ihm ja doch nicht Moby-Dicks Standort nennen kann. Also zerstört er das Instrument. Immer eine gute Idee auf dem offenen Meer. Vor allem weil das Meer sich direkt im Folgekapitel zu rächen scheint:
Ein Typhoon überrascht das Schiff, der Sturm reißt die Segel los, der Kompass spielt verrückt (notabene: damit kann Ahab erst mal nicht mehr Moby-Dick jagen) und die Blitze um das Schiff lösen eine sagen wir mal leichte Panik der Crew aus. Doch nichts ist so bedrohlich wie Ahab, der alle an ihren Eid erinnert, den Weißen Wal zu töten. Zur Bekräftigung pustet er eine kleine Flamme am Ende seiner Harpune aus. Ja, alles ist bedeutungsschwer in diesem Abschnitt. Die Harpune müsste die sein, die er wenige Kapitel zuvor mit dem Schmied angefertigt hatte – und nicht im Namen des Vaters, sondern im Namen des Teufels segnete!

Das Schöne dabei: Es gibt trotzdem zwischendurch kleine lustige Einschnitte. Zum Beispiel gibt es ein Minikapitel mitten im Typhoon, in dem Tashtego in gebrochenem Englisch das Ende des Donnerns und stattdessen eine Flasche Rum fordert. Und dann trifft die Pequod wieder mal ein anderes Schiff: Auf der Bachelor ist man gut gelaunt und gesellig, nachdem man erfolgreich Wale gejagt hat. Ahabs Reaktion war einfach zu schön! So nach dem Motto „Macht bloß, dass ihr wegkommt“ 🙂 So viel Frohsinn ist nicht seins.

Was sonst so geschah: Ahab bekommt ein neues Bein. Queequeg wird krank und denkt er stirbt. Dann erinnert er sich einer ausstehenden Erledigung und ist prompt wieder fit. Es gibt auch ein schön atmosphärisches Kapitel, in dem Ahab und Fedallah nachts einen verendeten Wal bewachen und über den Tod sprechen. Dabei macht Fedallah viele Andeutungen zu Ahabs Ende. Der Boss der von Ahab angeheuerten Meute wird aus irgendeinem Grund nur noch „der Parse“ genannt. Ist wohl mysteriöser.

Ich wünschte, in dem Stil wäre das ganze Buch gehalten! Also mehr Abenteuer und meinetwegen auch düstere Vorausdeutungen. Und weniger Quatsch über Walfang. Wofür diese Kapitel gut sein sollen ist mir immer noch nicht klar. Es wäre ein viel besseres Leseerlebnis für mich geworden. Und ich denke, ich hatte auch eher mehr Abenteuer erwartet. Aber wir sind ja noch am Ende angekommen. Das kommt in der nächsten Woche. Darauf bin ich erst mal zwei Wochen in Irland, abder danach will ich noch mal ein „Fazit“ des Leselogs schreiben.

Random Quotes

  • „To produce a mighty book, you must choose a mighty theme.“ – Ishmael, natürlich.
  • „There is one God that is Lord over the earth, and one Captain that is lord over the Pequod.“ – Ahab, logischerweise.
  • „Top-heavy was the ship as a dinnerless student with all Aristotle in his head.“ Keine Ahnung, wrr das gesagt hat, aber es ist allemal ein lustiger Vergleich.

An allegorical meaning may lurk here. Moby-Dick Leselog 08

Moby-Dick Leselog 08

{Kapitel 88-101}

Endlich erkenne ich mal den Sinn eines Exkurses! Es wird erklärt, wie Walfänger das Vorrecht auf einen Wal regeln. Hat eine Crew den Wal schon festgemacht, gehört er ihr (Fast-Fish). Schwimmt er noch, ist er Freiwild (Loose-Fish). Easy.

Und dieses Wissen braucht man, um eins der folgenden Kapitel voll zu vestehen. Das sich als besondes unterhaltsam herausstellte. In dem trifft die Pequod auf einen französischen Walfänger, den man zehn Meilen gegen den Wind riechen kann, denn ein verendeter Wal befindet sich im Schlepptau. Ironischerweise heißt das Schiff „Rosebud“. Stubb (der erste Maat) spricht mit dem einzig englisch sprechenden Matrosen an Bord, der den Kapitän holt. Stubb wirft ihm wüste Beschimpfungen an den Kopf und der Matrose tut so, als übersetze er; man solle den Wal bloß losmachen, sonst würde die Crew bald tödlich krank. Der Kapitän tut wie ihm geraten. Kaum ist das Schiff weg, macht sich Stubb über den nun Loose-Fish her, denn im Inneren von kranken Walen findet sich ein wertvoller Stoff: ambergris.

Weitere Anekdoten dieses Abschnitts beinhalten die Story, wie Pip seinen Verstand verlor (diese Geschichte wurde bereits in den ersten Kapiteln vorausgedeutet); wie Ahab und dann der Rest der Crew nacheinander die magischen Symbole auf der Dublone zu entziffern versucht, die auf den Weißen Wal ausgesetzt sind; und eine weitere Begegnung mit einem Schiff. Dabei trifft Ahab auf einen weiteren Moby-Dick-Veteran; dieser ist leicht an einem Walbein-Arm zu erkennen. Doch Ahab und der andere ergeben kein dynamisches Duo, der andere fragt sogar den düsteren Fedallah, ob Ahab verrückt sei. Der legt zur Antwort nur einen Finger vor seinen Mund. Sehr subtil.

Also jede Menge Andeutungen und scheinbar metaphorische Geschichten – tatsächlich mochte ich diesen Abschnitt insgesamt wieder mehr. Doch einen Part habe ich noch verschwiegen. Zwei Kapitel sind nämlich doch recht deftig, wenn man es darauf anlegt. Bei der Verarbeitung des Wals muss die Crew mit den Händen den Wal-Blubber kneten, damit er nicht zu fest wird. Das Ganze gerät zu einer transzendentalen Massenorgie, wenn man Ishmaels Worten glauben kann:

Squeeze! squeeze! squeeze! all the morning long; I squeezed that sperm till I myself almost melted into it; I squeezed that sperm till a strange sort of insanity came over me; and I found myself unwittingly squeezing my co-laborers’ hands in it, mistaking their hands for the gentle globules. Such an abounding, affectionate, friendly, loving feeling did this avocation beget; that at last I was continually squeezing their hands, and looking up into their eyes sentimentally; as much as to say,—Oh! my dear fellow beings, why should we longer cherish any social acerbities, or know the slightest ill-humor or envy! Come; let us squeeze hands all round; nay, let us all squeeze ourselves into each other; let us squeeze ourselves universally into the very milk and sperm of kindness.

Ich lasse das mal unkommentiert, denn das direkt folgende, sehr kurze Kapitel musste ich in der Tat zweimal lesen, um einen Fehler meinerseits auszuschließen: Darin wird der tote Wal um seinen Penis erleichtert, der gehäutet wird und dessen Haut danach zu einem (Achtung) Umhang verarbeitet wird! Ein Penisfrack. Welche Drogen hatten die eigentlich zu Melvilles Lebzeiten?! Oder ist das am Ende noch historisch? Ich glaube, ich will es gar nicht wissen. (Mit den Walschlachtungskapiteln steht es mir jedenfalls bis hier.)

I try all things; I achieve what I can. Moby-Dick Leselog 07

Moby-Dick Leselog{Kapitel 71-87}

Gleich sieben Kapitel zu äußerlichen Eigenschaften von Pottwalen konnte ich diesmal lesen. Besonders beschäftigt Ishmael die platte Front des Wales, die jegliches Sinnesorgane entbehrt. Außerdem spekuliert er ewig, was der Wal eigentlich versprüht: Ist es Wasser, Nebel oder vielleicht sogar sein eigener Atem?! Auch der Schwanz des Wals bekommt ein eigenes Kapitel (Spoiler: Er ist enorm).

Weitere Fakten und Thesen rund um den Walfang / Ishmaels Cetologie werden erörtert: So gibt es ein Kapitel zum „Heidelberger Fass“ – den Teil des Walkopfs, in dem der vermeintliche „Sperm“ lagert – und zwei „Bonuskapitel“ zu St. Georg und Jonah und den Wal. Den musste die Geschichte ja auch schon mindestens die letzten 20 Kapitel entbehren. St. Georg, der Drachentöter, dagegen ist neu. Es könne auch sein, dass er stattdessen einen Wal erlegt habe und ein Seepferd ritt. Sehr schönes Seemannsgarn, Herr Ishmael. Da hat wohl einer zu viel Grog genossen.

Die restlichen Kapitel erzählen anekdotenhaft von Geschehnissen an Deck der Pequod. Einmal zum Beispiel fällt ein Harpunier in das Heidelberger Fass, was lebensgefährlich ist. Ein zweiter stürzt beim Versuch der Rettung hinterher. Doch wie immer ist Queequeg zur Stelle und rettet beide. Auch in einer Art Anekdote erfährt man von dem Gerücht, Ahab habe einen Pakt mit dem Teufel gemacht. Der Anführer seiner privat angeheuerten Mannschaft, Fedallah, soll dieser Teufel sein. An einer Stelle scheint er keinen Schatten zu haben, ein schön gruseliges Bild.

Zwei Treffen mit anderen Walfängern werden geschildert: Zuerst begegnet die Pequod der Jeroboam, auf der eine Epidemie ausgebrochen ist. Die abergläubische Mannschaft wird inzwischen nicht mehr vom Captain, sondern einem scheinbar wahnsinnigen Seemann geführt. Der hält sich für den Erzengel Gabriel. Dabei schien er noch beim Anheuern ganz normal. Nun glaubt die Crew, er schütze sie vor der Krankheit. Der Prophet bescheinigt Ahab wortreich das baldige Verderben und ist allgemein nicht sehr feinfühlig.

Das andere Treffen ist auch nicht erfreulicher: Der deutsche Walfänger „Jungfrau“ erweist sich als jungfräulich im Walfang – kein Tropfen Öl ist an Bord. Als eine Walschule kreuzt, stürzen sich sowohl die Deutschen als auch die Nantucketer darauf. Es gibt ein Riesengemenge im Wasser und ein alter Pottwal kommt grausam zu Tode. Zu Ishmaels Verteidigung sei gesagt, dass er bei der Jagd auch (aber nicht ausschließlich) Mitleid mit dem großen Wesen empfand.

In dem letzten Kapitel wird die Pequod von Piraten gejagt und jagt danach selbst Wale – die jeweils Verfolgten entkommen. Ob das wohl eine Art Rechtfertigung sein soll? So nach dem Motto: Die Walfänger haben auch kein leichtes Spiel?

Insgesamt frage ich mich langsam, ob es überhaupt noch mehr Hintergrund zu irgendjemandem geben wird, vor allem natürlich zu Ahab. Da hatte ich mir definitiv mehr zu vorgestellt. Andererseits ist der Erzählton meistens heiter-unbeschwert, wodurch sich viel unterschwellige Ironie ergibt. Soviel zum Ausgleich.

Random Quote

Midwifery should be taught in the same course with fencing and boxing, riding and rowing.

Ishmaels Kommentar zu Queequegs so erfolgreicher Rettungsaktion der beiden Harpuniere aus dem glitschigen Walschädel. Was für ein charmanter Vergleich.