#Horrorctober 12-13/13: Angestaubter Horror

#Horrorctober Returns! 2018Die letzten beiden Slots für den Horrorctober habe ich mit ein paar richtig alten Klassikern des Horrors gefüllt: Ein Creature Feature aus dem goldenen 3D-Zeitalter und eine Geschichte von Mr. Horror himself, Edgar Allan Poe. In beiden Fällen ist das Gruseln über die Jahrzehnte hinweggealtert, keine Gänsehaut weit und breit. Dementsprechend fällt der heutige Post etwas sarkastischer aus 🙂


Creature from the Black Lagoon (1954)

„Der Schrecken vom Amazonas“ ist genauso old school, wie der Titel vermuten lässt. In einer sagenhaft schönen Lagune finden Forscher ein mysteriöses Fossil. Um es zu datieren, sind weitere Vorort-Untersuchungen nötig. Der durchaus lebendige Nachfahr dieses Fossils (?) verfolgt bald die gesamte Forschertruppe. Und hat es anscheinend auf das weibliche Mitglied abgesehen.

Ein Typ in einem Gummianzug war scheinbar in den Fünfzigern das unheimlichste, was man sich vorstellen konnte. Mir hat Creature from the Black Lagoon jedenfalls eher wiederholtes Schmunzeln als Schrecken entlockt. Die Damsel in Distress schien zwar auf den ersten Blick recht tough, hat aber für ihren Liebsten immer schön Gewehr bei Fuß gestanden und hatte nichts zu melden (außer Schreie, aber davon viele). Natürlich sind vor allem Latinos der Kreatur zum Opfer gefallen. Ich frage mich, wie dieser Schwarzweißfilm wohl in 3D gewirkt hat. Mich hat er jedenfalls nicht beeindruckt.

Wassergrube und Pendel (1842)

Und nochma ein paar Dutzend Jahre zurück geht es in dieser Geschichte von Edgar A. Poe. Ein Ich-Erzähler wird von der spanischen Inquisition zum Tode verurteilt, fällt in Ohnmacht und erwacht in einem düsteren, noch näher zu erfassenden Verlies. Der Schrecken des Gefangenen ob nagender Ratten, ausgehenden Wassers und einem ominösen immer näher kommenden, klingenbewehrten Pendel werden minutiös und in blumigen Bildern beschrieben.

Ich lag in Ohnmacht, doch kann ich nicht sagen, daß mein Bewußtsein geschwunden war. Wieviel davon noch blieb, will ich nicht versuchen zu enträtseln oder zu beschreiben; doch war nicht alles geschwunden. Im tiefsten Schlummer – nein! Im Delirium – nein! In Ohnmacht und Betäubung – nein! Im Tode – nein! Selbst im Grabe ist nicht alles Bewußtsein geschwunden. Sonst gäbe es keine Unsterblichkeit. Aus dem tiefsten Schlummer erwachend, zerreißen wir das Spinngewebe eines Traumes; aber eine Sekunde später – so zart ist das Gewebe oft – wissen wir schon nicht mehr, daß wir geträumt. Bei dem Erwachen aus einer Ohnmacht gibt es zwei Stadien: zuerst das Gefühl geistigen oder seelischen – dann das Bewußtsein körperlichen Daseins.

Der ganze Absatz soll sagen: Nach der Ohnmacht erwacht unser Ich-Erzähler. Er war ausgeknckt und ist es nun nicht mehr. Punkt. Kannst du dich nicht etwas kürzer fassen? Und sag jetzt nicht „Nimmermehr“.
Unter all dem Schwulst an Beschreibung jedenfalls fiel es mir schwer, dem Ganzen zu folgen. Und die Ich-Perspektive in dieser Situation erzeugt vielleicht Unmittelbarkeit, spoilert aber auch ganz ordentlich: Der Text hätte schon im Präsens geschrieben sein müssen, damit der Leser nicht auf die Idee kommt, dass der Gefangene wahrscheinlich mit dem Leben davon kommt. Aber ich erwarte vielleicht zu viel von einem der ersten modernen Schriftsteller. Und wo wir schon dabei sind: Rettung durch Deus ex machina. Wozu? Um den Ich-Erzähler als Perspektive zu rechtfertigen. Schade, dass ich den Text nie in der Schule analysieren musste, ich hätte ja so viel Spaß am Zerfleddern gehabt.


Und so geht der Horrorctober schon wieder vorbei. Ich muss sagen, die Zeit kam mir sehr kurz vor, aber 13 x Horror zu lesen/anzuschauen und vorzustellen füllt einen Monat auch ganz gut.

Ich konnte so nicht nur viele Filme anschauen, die ich eh mal (wieder) anschauen wollte, sondern hatte auch einen leichter Wiedereinstieg ins Bloggen nach einem echt zähen Sommer. Toi toi toi und so.

Bei so viel Horror auf einmal ist es doch schwer, alles zusammen in eine Schublade zu stecken: Es gibt viele Arten Horror. Einige Male habe ich Horror erwischt, der nicht meins war oder nicht für mich funktioniert hat, aber oft habe ich mich auch wunderbar gegruselt. Und inzwischen habe ich auch genug Material für einen weiteren Horrorctober gesammelt.

In diesem Sinne: Frohes Hallowe’en!

#Horrorctober 10-11/13: Eine Frage der Genetik

#Horrorctober Returns! 2018

Die Fliege (1986)

David Cronenbergs Klassiker des Body Horror war schon lange auf meiner Watchlist, obwohl ich wusste, dass es mir den Magen umdrehen würde. Aber nun siegte die Neugier.

Jeff Goldblum spielt einen genialen, aber schüchternen Wissenschaftler, der an einer bahnbrechenden Erfindung arbeitet: Ein Teleporter. Zunächst kann er nur unbelebte Objekte teleportieren, doch sein Ziel ist es, das Transportwesen, wie wir es kennen, zu revolutionieren. Am Ziel seiner Träume teleportiert er sich selbst – blöd nur, dass mit ihm im Telepod eine Hausfliege eingesperrt ist. Auf dem Teleporter wird ein Gen-Splicer und das Ergebnis ist gar. nicht. gut.

Now you tell me: Am I different somehow?

Ich habe ein Herz für handgemachte Spezialeffekte. Ich habe auch ein Herz für Jeff Goldblum. Darum musste ich Die Fliege sehen. Er gehört aber zu den Filmen, die ich nie wieder sehen muss. Er ist absolut eklig, aber das ist im Grunde das einzige, was sich dagegen sagen lässt. Gut, die Form und Funktionsweise von Computern in dem Film ist herzallerliebst, aber dafür dafür gibt es neben dem Ekel/Grusel auch philosophische Ansätze und eine junge Geena Davis. Und Jeff Goldblum tut, was Jeff Goldblum halt so tut. – Keine Empfehlung, aber doch unweigerlich klassischer Horror.

Auslöschung (2018)

Nach einem Kometeneinschlag an der Küste wird ein immer größeres Areal vom „Schimmer“ befallen – ein schön anzusehendes Lichtphänomen, dass aber ungeahnte Konsequenzen in der befallenenen Natur hat. Natalie Portman spielt eine Medizinprofessorin und Ex-Soldatin, die dem Schimmer auf den Grund gehen will, nachdem ihr Mann, ebenfalls Soldat, in dem Gebiet erst verschollen geht und dann nach 12 Monaten vollkommen verändert und mit inneren Blutungen wiederkehrt.

Mit einer Gruppe anderer Wissenschaftlerinnen dringt sie in das von der Natur zurückeroberte Territorium vor, das vom Schimmer befallen ist, doch schon nach kurzem befällt alle ein unheimliches Gefühl. Sie haben Erinnerungslücken, treffen auf seltsame Tiere, deformierte Pflanzen. Und Hinweise auf schreckliche Ereignisse, die das Verschwinden aller vorangegangener Missionen erklären und doch unglaublich sind.

Anfang des Jahres las ich Auslöschung von Jeff Vandermeer und war vollkommen in der magischen, seltsamen Athmosphäre des Southern Reach gefangen. Ich ahnte bereits, dass die Verfilmung das Buch eher als Ausgangspunkt für eine eigene Geschichte nehmen würde: Vieles im Original eignet sich nicht für filmisches Erzählen, wie das Entziffern von Inschriften. So hatte der Film viel Neues zu bieten, selbst wenn man das Buch kennt. Für mich war es das zweite Anschauen, da ich den Film bereits bei seinem Erscheinen (in Europa ja leider nur auf Netflix) angesehen hatte.

Ich gebe zu, dass ich beim ersten Ansehen die ganze Zeit über Angst hatte, dass etwas Unerwartetes passiert. Die Frauen begeben sich in vollkommen unkartiertes Gelände und verstehen ihre Umwelt und zunehmend sich selbst nicht mehr. Das sorgt für viel Spannung. Dieses Mal konnte ich mich mehr auf die wunderschön gestalteten Bilder konzentrieren und habe einige Details bemerkt, die mir beim ersten Mal entgangen waren. Meine einzige Kritik an dem Film, der wunderbar enigmatisch bleibt, ist die große Brutalität, die in einigen wenigen Szenen auftritt. Ich kann mir vorstellen, dass dies eine bewusste Entscheidung der Macher war, als Gegensatz zu der schönen wenn auch sich dekonstruierenden Natur, aber ich bin nun mal kein Fan von überflüssiger Zurschaustellung von Gewalt. Trotzdem finde ich Auslöschung sehr sehenswert.

#Horrorctober 8-9/13: Es geht um die Familie

Zwei Filme, über die man im Vorfeld am besten gar nichts weiß und die ich mir trotzdem für den #Horrorctober angesehen habe: A Quiet Place (2018) und The Others (2001).#Horrorctober Returns! 2018

A Quiet Place

A Quiet Place DVD

Wir sehen eine Familie in einem Supermarkt. Alles sieht verlassen aus, niemand sonst ist zu sehen. Es wird kein Wort gesprochen, tatsächlich versuchen die Familienmitglieder, kein Geräusch zu machen. Den Prolog bis zu den Titles verbringt man mit der Frage: „Warum müssen sie so leise sein?“ Und darum ist es auch am besten, den Film ohne Vorwissen anzuschauen.

A Quiet Place wartet mit einigen wirklich innovativen Ideen auf. Diese Familie hat Wege gefunden, in einer zerstörten Welt zu überleben, Zeichen davon sieht der aufmerksame Zuschauer überall. Insofern ist es ein detailreicher Film, die Macher haben sich sehr viele Gedanken zu der Plausibilität gemacht. Das macht Eindruck.

Besonders gelungen ist die Familiendynamik in dem Film, und das liegt nicht nur daran, dass die Hauptdarsteller Emily Blunt und John Krasinski auch hinter der Kamera verheiratet sind. Die Kinder werden toll verkörpert und haben richtige Beziehungen zueinander und zu den Eltern.

Einzig störend fand ich die lauten Soundeffekte, die die Spannung verstärken und Schockmomente erzeugen sollen. Leider widerspricht das dem eigentlichen Filmkonzept, Spannung durch Stille zu erzeugen. Dieser Film ist meistens so still, dass selbst gewöhnlichste Geräusche wie das Rauschen eines Bachs erschrecken. Es ist schade, dass man sich hier nicht auf die eigenen Stärken verlassen hat.

Trotzdem war ich beeindruckt und werde den Film bestimmt noch einmal ansehen. Zusätzlich habe ich einen Blick auf das Filmskript geworfen, das sich scheinbar deutlich vom finalen Film unterscheidet, sondern auch wirklich spannend geschrieben ist. Auch das würde ich gerne mal in Gänze lesen. Da im Film so wenig gesprochen wird (angeblich sind es drei Minuten an hörbarem Dialog), ist es auch nur 67 Seiten lang.

The Others

The Others von Alejandro Amenábar kommt wie eine klassische Haunted House Story daher, ist aber viel mehr als das. Und ebenfalls sehr ungewöhnlich. Ich habe den Film bereits zweimal vor dem Horrorctober gesehen.

Nicole Kidman spielt hier eine angespannte Mutter, die mit ihren zwei Kindern auf einem Anwesen auf der britischen Insel Jersey lebt. Ihr Mann ist in den Zweiten Weltkrieg gezogen und nicht wiedergekehrt, doch sie hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Ihre Kinder leiden an einer seltenen Lichtallergie und leben im Dunkeln. Nachdem die Hausangestellten über Nacht verschwunden sind, häufen sich immer mehr seltsame Ereignisse: Von sich selbst entriegelnden Türschlössern bis hin zu Geistererscheinungen muss die Familie und ihre neuen Angestellten einiges mitmachen. Und dann ist da noch der Tag, über das niemand sprechen darf: Als Mami verrückt wurde …

The only thing that moves here is the light.

The Others erzählt von Trauma, Krieg und Beklommenheit undspielt mit vielen altbekannten Motiven der Geistergeschichte. Das alte, einsame Haus, die schweigsamen Hausangestellten, Geheimnisse, Nebel, … die Liste ist lang.

Wie gesagt kannte ich den Film bereits und da ich wusste, worauf die Geschichte hinausläuft, konnte ich mich auf andere Details und die verstreuten Hinweise konzentrieren. Es sind so viele, dass es erstaunlich ist, wie sehr man die diese verdrängt. Nur, weil man glaubt, die Geschichte bereits zu kennen. Amenábar legt auch einige falsche Fährten, erst in den letzten zehn Minuten wird die Geschichte aufgelöst.

Besonders toll ist Nicole Kidman als Hausherrin, die Öllampe in der einen Hand, das Gewehr in der anderen, auf der Suche nach vermeintlichen Einbrechern, langsam an ihrem Verstand zweifelnd, zwischen Argwohn gegen und Sorge um ihre Kinder. Ein Familiendrama mit einer ganz großen Extraportion Grusel.

#Horrorctober 6+7/13: 28 Days Later + 28 Weeks Later

#Horrorctober Returns! 2018

28 Days Later: Britischer Horror

„28 Days Later“ war einer der wenigen Filme von Danny Boyle, die ich noch nicht gesehen hatte. Das liegt wohl daran, dass er der Regisseur eines meiner Lieblingsfilme ist („Trainspotting“). Für den Horrorctober habe ich diese Lücke geschlossen.

28 Days Later DVDAls Jim Tage nach einem Verkehrsunfall im Krankenhaus aufwacht, ist die Welt nicht mehr dieselbe: Im ganzen Gebäude ist niemand mehr, und auch die Straßen Londons sind wie leer gefegt. Ein Virus hat den größten Teil der Bevölkerung in kürzester Zeit zu Zombies werden lassen. Auf der Suche nach einem Unterschlupf muss Jim über sich hinauswachsen.

London mal komplett leer zu sehen, ist schon für sich irgendwie unheimlich. Wenn man hinter jedem schummrigen Eingang mörderische Zombies vermutet natürlich erst recht. Danny Boyles Zombiefilm ist aber erstaunlich ruhig und fast schon dokumentarisch gedreht. Zum Glück bleibt einem die Shaky Cam à la „Blair Witch Project“ erspart. Aber der Film wurde auf DV, einem frühen Digitalformat, aufgenommen, wodurch er einer der ersten digitalen Filme war und besonders nach heutigen Standards sehr grobkörnig daherkommt.

Überrascht hat mich vor allem der Verlauf der Story, auf den ich natürlich nicht weiter eingehen kann, ohne zu spoilern. Aber wer „Der Tag der Triffids“ gelesen hat, wird sich schnell zurechtfinden. Einige Wendungen waren mir etwas zu offensichtlich, aber insgesamt und gemessen an allen Horrorfilmen, die ich gesehen habe, gehört dieser definitiv zu den schlüssigsten. Am Ende war es ein für sein Budget echt gelungener, mal etwas anderer Horrorstreifen. Bonuspunkte für die britische Landschaft!

… und sein blöder Zwilling 28 Weeks Later

Und da wir uns die Doppel-DVD mit „28 Weeks Later“ drauf geliehen hatten, haben wir direkt weiter geschaut. Zwar wusste ich, dass diese Fortführung des Geschichte um den Rage Virus nicht viel mit dem Original zu tun hat, aber die Gelegenheit war günstig und der Abend noch jung.

„28 Weeks Later“ ist die lautere, brutalere, unsinnigere Fortführung von „28 Days Later“. Plötzlich gibt es Leute, die gegen das Virus immun sind und vor allem jede Menge Charaktere, die sich richtig dumm verhalten. Es gibt jede Menge Schießereien, Dinge fliegen in die Luft und es fließt Blut. Sehr öde, sehr viel Quatsch. Selbst die Dialoge sind so typisch Hollywood, irgendwie künstlich und voll daneben. Kommt in die Kategorie gesehen, abgehakt, vergessen.

#Horrorctober 5/13: 90er Horrorkomödien Part 2

#Horrorctober Returns! 2018Wer erinnert sich noch an dieses Genre? Bevor alles per VFX in Grau- und Brauntöne getaucht wurde, um uns zu zeigen, wie ernst alles ist? Ich jedenfalls dachte, es wäre mal ganz gut, das Gedächtnis aufzufrischen, und ich habe zu diesem Zweck The Frighteners (1996) und Die Mumie (1999) erneut angeschaut. Nach The Frighteners hier nun meine erneuerte Meinung zu Die Mumie.

Die 1920er, Ägypten: Die Bibliothekarin Evelyn Carnahan und ihr Bruder Jonathan, Kinder eines „sehr berühmten Entdeckers“, stoßen gemeinsam mit dem Ex-Legionär Rick O’Connell auf eine Karte zu dem legendären Wüstenort Hamunaptra. Dort sollen sich Artefakte und Schätze aus der Zeit der Pharaonen verbergen, und so machen sich die drei auf den Weg. Leider sind sie nicht die einzigen, die sich für den Ort interessieren. Und blöderweise gibt es da auch noch eine verfluchte Mumie, die zu neuem Leben erwacht und verdammt mächtig zu werden droht. Und doch eigentlich nur seine große Liebe wieder zum Leben erwecken will, um gemeinsam die Welt ins Chaos zu stürzen. Oder so.

Ich erinnere mich, den Film das erste Mal im TV gesehen zu haben, das muss wohl so 2001 gewesen sein. Und ich fand ihn damals zum Teil sehr gruselig. Vor allem die Entdeckung Imhoteps und sein Erwachen habe ich kaum ausgehalten. Beim Wiedersehen nach 17 Jahren ist der Film immer noch erstaunlich finster. Aber es ist vor allem minimal gehaltener Body Horror, der hier betrieben wird: Entstellte Gesichter, Folter, Menschenfleisch fressende Skarabäen und Imhotep, der einem den Lebenssaft buchstäblich aussaugt … Die Mumie bietet viele Gelegenheiten, sein Leben auf grauenvolle Art einzubüßen. Dazu noch ein ordentlicher Schuss Mystizismus, et voilà.

Als Erwachsene finde ich die Dialoge in Die Mumie nicht mehr wirklich witzig – sie sind nicht kindisch oder so, ich habe den Film nur etwas lustiger in Erinnerung, wie das vorkommt. Andererseits habe ich die nicht immer ganz schlüssige Handlung fehlerfreier in Erinnerung.
Wofür ich als junger Teenie kein Auge hatte, ist Rachel Weisz‘ Figur Evelyn. Sie ist brilliant und, wie die Protagonistin in The Frighteners, weiß sie sich zu helfen. Evelyn ist abenteuerlustig und muss sich mit ihrem Wissensdurst in einer durch Männer dominierten akademischen Umgebung behaupten, die sie nicht als Gelehrte anerkennt. Und Rachel Weisz ist wunderbar nerdig in dieser Rolle.

– I’m proud of what I am!
– And what is that?
– I’m a librarian!

Das allein ist das Wiedersehen wert. Ähnliches lässt sich nicht über ihre männlichen Kollegen sagen: Brendan Fraser, den ich wirklich gerne mag, wird durch seine Muskeln und die ins Gesicht hängenden Haarsträhnen stilisiert, viel zu tun hat er an der Charakterfront nicht. Logischerweise stiehlt so Weisz jede Szene, in der sie auftaucht.

Leider leider habe ich von dem Originalfilm von 1932 nur einen sehr kurzen Teil gesehen und kann keinen Vergleich anstellen. Für sich gesehen ist der Film ein netter Zeitvertreib mit unbestreitbarem Charme, trotz seiner Fehler.