Ein (hoffentlich) gemütlicher Lesetag

Lesetag
In Ermangelung eines Buchfotos schnell was gebastelt 🙂

Heute veranstalten Lyne und Neyasha einen entspannten Lesetag, dem ich mich gerne anschließe! Zwar stehen heute ein Arzttermin, ein Bibliotheksbesuch und einige Telefonate an, aber das soll mich nicht von einigen entspannenden Lese- und Blogstunden abhalten. Immerhin ist für heute Regen gemeldet, sodass die Hitze und damit einhergehende Konzentrations-probleme erst mal eingedämmt sind.

Mein Plan für den heutigen Tag: Den dritten Falvia de Luce Band lesen, Halunken, Tod und Teufel. Ich habe noch nicht begonnen und habe hohe Hoffnungen, in Bus und Wartezimmer nur so durch den Band zu fliegen.
Ich wünsche allen Mitlesern viel Lesevergnügen und werde natürlich später mal eine Blogrunde drehen.


Dank miserablen Schlafs bin ich erst 50 Seiten weit gekommen. Flavias Schwestern und sogar der sonst meist abwesende Vater haben in diesem Band bisher viel Raum eingenommen. Auch mal nett. Und Flavias Geblubber lese ich einfach gerne, egal, was gerade passiert. Jetzt muss ich mich aber mal um erwähnte Telefonate kümmern. Bis denne!


Endlich wieder daheim! Nach Stunden des Herumtelefonierens, nach einem echt kurzen Arztbesuch und einer verzweifelten Bibliothelkssuche bin ich viele Stunden und wenige Dutzend Seiten wieder online. Der Regen hat zum Glück wieder aufgehört und der Himmel sieht einfach wunderschön aus, so ganz weit und blau mit Wölkchen aller Art. Schade, dass alles nass ist, jetzt wäre ideales Picknickdeckewetter. Da bin ich etwas neidisch auf Neyashas Balkon 😉 Mit etwas Glück habe ich ja bald auch einen, also abwarten und Tee trinken. Mh, gute Idee, ich braue mir mal einen. Vom Lesen im Bus ist mir nämlich tatsächlich leicht übel geworden. Mangelnde Praxis, kann ich nur annehmen!


Uff, jetzt habe ich mich total in Zelda verloren. Gezockt habe ich, statt zu lesen 🙁 War aber auch mal schön! Immerhin habe ich um die 130 Seiten geschafft und lese gleich auch noch weiter. Nur posten werde ich heute nicht mehr. Danke an Lyne und Neyasha für die Orga und allen Teilnehmern einen schönen Abend!

Top 10 des Jahres bis jetzt

2015 ist schon beinahe halb vorbei. Ein Blick in meine Leseliste hat unter den 21 Hörbüchern und 32 Büchern zehn besonders schöne und lehrreiche Leseerlebnisse zum Vorschein gebracht, die ich mit euch teilen möchte. In keiner besonderen Reihenfolge, das wäre doch zu schwer und auch gar nicht nötig.

Der Drachenbeinthron (Das Geheimnis der Großen Schwerter, #1)Der Drachenbeinthron von Tad Williams, gelesen von Andreas Fröhlich
Ein vielversprechender Auftakt zu einem großen Fantasyspektakel. Simon, der als Küchenjunge auf einer königlichen Burg lebt und ein Tagträumer sondergleichen ist, gerät in die politischen Verwicklungen des Königshauses und muss bald sein altes Leben hinter sich lassen, während das Reich über einem Brüderstreit zerrissen wird. Ganz nebenbei auch eine Coming-of-Age-Story, die ich bisher gelungen finde (ich höre gerade den letzten Teil). ie Charakter sind vielfältig und die Lesung von Andreas Fröhlich (die deutsche Stimme von Edward Norton und John Cusack) einfach große Klasse. (Kurzeindruck)

Beerholms VorstellungBeerholms Vorstellung von Daniel Kehlmann
Ein Zauberer, der immer mehr zu der Überzeugung kommt, dass er tatsächlich die Realität manipulieren kann, und an dieser Macht zerschellt. Kehlmanns Gedankenexperimente sind immer großartig, aber sein Erstling hat mir, neben Die Vermessung der Welt natürlich, am besten gefallen und ist auch noch viel lesbarer als seine späteren Romane, in denen die Konstruktion manchmal Überhand nimmt und es so dem Leser ein wenig schwer macht.

Das Jahr der Flut von Margaret Atwood
Die Fortsetzung von Oryx und Crake hat mir genauso gut gefallen wie der erste Band. Hier wird die Geschichte von Oryx und Crake aus Sicht der Ökoterroristen/-aktivisten erzählt und gibt so neue Einblicke und Zusammenhänge auf die Geschichte frei und wirft neue Rätsel auf. Meisterhaft erdacht. (Rezension im alten Blog)

Euclid’s Window von Leonard Mlodinow
Die Geschichte der Geometrie wurde vielleicht noch nie so unterhaltsam rekapituliert. Und dabei habe ich wirklich viel gelernt. Infotainment vom Feinsten. Allerdings war die zweite Hälfte über aktuellere Theorien schwieriger zu begreifen und noch ein wenig ‚unaufgeräumt‘. Trotzdem lohnenswert. (Rezension im alten Blog)

RebeccaRebecca von Daphne du Maurier
Ein psychologischer Thriller, in dem man nie genau weiß, was die Figuren denken. So vielschichtig, dass die Atmosphäre greifbar ist. Und mit Charakteren, die man mal im Arm halten, mal backpfeifen will. Mitreißend. (Rezension im alten Blog)

 

Der SternwandererDer Sternwanderer von Neil Gaiman
Als ein Stern vom Himmel fällt, sieht Tristran seine Chance, der Geliebten einen Liebesbeweis zu bringen, und macht sich auf die Suche nach dem gefallenen Stern. Der ist aber im Feenland gelandet. Ein Märchen für Erwachsene mit Bildern, die verzaubern. In kleinen Häppchen habe ich dieses Buch genossen, um etwas mehr Zeit damit verbringen zu können.

Wie ein Roman von Daniel Pennac
Eine aufbauende, bestätigende Lektüre für alle, die gerne lesen. Aber auch neue Einsichten und Gedanken habe ich in dem schmalen Band gefunden. (Rezension im alten Blog)

 

The Sweetness at the Bottom of the Pie (Flavia de Luce, #1)The Sweetness at the Bottom of the Pie von Alan Bradley
Ein Krimi mit der großartigsten Amateurermittlerin aller Zeiten. Sie ist elf Jahre alt und liebt die Chemie. Ihr Name ist Flavia, und Verbrecher sollten sich nicht mit ihr anlegen. Bradleys Geschichte war genauso ideenreich und originell wie seine Charaktere. Ein großes Lesevergnügen. (Rezension)

 

Jules und JimJules und Jim von Henri-Pierre Roché
Eine große Überraschung für mich war die Poesie von Jules und Jim. Die Geschichte um zwei Freunde auf der Suche nach Liebe war weit von meinen Lebenserfahrungen entfernt, doch Rochés psychologisches Feingefühl und seine Ausdrucksstärke haben mir seine Figuren nahe gebracht. (Rezension)

Das Schloss in den WolkenDas Schloss in den Wolken von Lucy Maud Montgomery
Montgomerys Charme hat mich auch diesmal wieder gefangen. Die 28-jährige Valancy wird von ihrer sehr auf das Ansehen bedachten Familie jeden Tag daran erinnert, dass sie eine alte Jungfer zu werden droht. Erst, als eine schlimme Nachricht in ihr  den Mut der Verzweflung weckt, krempelt sie ihr Leben um und erlebt in kurzer Zeit mehr, als in ihrem ganzen tristen Leben zuvor. Ein bisschen Drama, ein bisschen Kitsch, aber Valancy war mir ans Herz gewachsen, sobald sie ihr braves und trostloses Dasein hinter sich gelassen hatte.

Alan Bradley: The Sweetness at the Bottom of the Pie

Meine Urlaubslektüre für den Bodensee…

The Sweetness at the Bottom of the Pie (Flavia de Luce, #1)It is the summer of 1950–and at the once-grand mansion of Buckshaw, young Flavia de Luce, an aspiring chemist with a passion for poison, is intrigued by a series of inexplicable events: A dead bird is found on the doorstep, a postage stamp bizarrely pinned to its beak. Then, hours later, Flavia finds a man lying in the cucumber patch and watches him as he takes his dying breath.

For Flavia, who is both appalled and delighted, life begins in earnest when murder comes to Buckshaw. “I wish I could say I was afraid, but I wasn’t. Quite the contrary. This was by far the most interesting thing that had ever happened to me in my entire life.” (Klappentext)


Nach langer Zeit bin nun auch ich bekennende Anhängerin der Amateurermittlerin Flavia de Luce. Selten habe ich so viel Spaß beim Lesen eines Buches, denn hier stimmt alles: Die nicht auf den Mund gefallene Flavia erzählt in einem wunderbaren Ton von den seltsamen Ereignissen auf Buckshaw und die Charaktere, denen man begegnet, sind genauso wunderlich wie die mit einem Augenzwinkern Bradleys konstruierte Auflösung des Falls.

Wer mich etwas kennt weiß, dass ich keine Krimileserin bin, aber für Rätsel habe ich eniges übrig. Und die Krimi-/Mysteryhandlung in diesem Buch sollte wirklich niemanden vom Lesen abhalten: Es hat einfach Spaß gemacht, mitzuraten und die Versatzstücke zusammenzufügen. Nie wird die Story zu komplex, aber auch nie langweilig, und natürlich gibt es einen anständigen Showdown.

Mit ihren Chemiekenntnissen, ihrer Cleverness und ihren verborgenen Schwächen hat mich Flavia von der ersten Seite an begeistert und ist nun eine meine liebsten Protagonistinnen überhaupt. Wann liest man schon mal von einem Mädchen, dem Selbstzweifel fremd sind, das sich keine Gedanken darüber macht, wie andere sie wahrnehmen?

Das Setting – die englische Provinz der Nachkriegsjahre und ein langsam vor sich hin gammelnder großer Familiensitz – ist eine eher seltene Kombination in meiner Lesehistorie, aber da mich alles Englische interessiert, hat mich das Buch wie eine Zeitmaschine sofort in diese Zeit versetzt, auch wenn die Informationen nicht überbordend wie in einem historischen Roman waren, was mich eh gestört hätte. Wie gesagt: Es war ein perfektes Leseerlebnis.

Die elfjährige Flavia und ihre verkorkste Familie will ich unbedingt noch besser kennenlernen und werde mir sobald als möglich Band zwei aus der Bibliothek meines Vertrauens besorgen. Erst mal möchte ich aber noch ratzfatz ein dickes Stefan Zweig Buch einschieben 😉


Alan Bradley: The Sweetness at the Bottom of the Pie. Delacorte Press 2009. ISBN 9780385342308
deutsch: Mord im Gurkenbeet. Penhaligon 2009. ISBN 9783764530273