Gelesen im Mai Teil 1

Es ist mal wieder Zeit für eine Veränderung, wenn auch eine kleine: Ich komme ja viel zu selten dazu, Rezensionen zu schreiben. Und dann denke ich noch monatelang: „Aber wenigstens kurz erwähnen hättest du das Buch doch können.“ Wie ärgerlich.

Also werde ich kurzerhand meine Leselisten durch Gelesenlisten ersetzen. In den  Leseliste-Posts nehme ich mir eh meist zuviel vor, da ist es doch besser, einfach zu zeigen, was ich tatsächlich gelesen habe. Da ich für einen Post zuviel lese, teile ich die Gelesen-Beiträge auf zwei Posts auf, alle 2 Wochen einen.

Hier also meine Leserei im Mai, Teil 1:Gelesen im Mai, Teil 1

Corporate Language: Wie Sprache über Erfolg oder Misserfolg von Marken und Unternehmen entscheidet (Armin Reins)

Corporate Language ist wirklich faszienierend für Sprachbegeisterte wie mich: Dabei geht es um das Prägen einer markeneigenen Sprache. Im besten Fall erkennt man die Marke dann an ihrer Wortwahl, dem Tonfall. Da das Thema aber noch relativ frisch ist, gibt es in dem dicken Buch noch nicht soviel Bahnbrechendes zu berichten. Interessant ist es allemal und viel viel Bildmaterial verdeutlicht die angesprochenen Punkte.

Ein Mann in einer fremden Welt (Robert A. Heinlein)

Wie versprochen habe ich diesen Klassiker ausprobiert – und bin wie erwartet ein wenig enttäuscht. In dem Roman (den ich nicht so sehr als SF, sondern mehr als zeitgenössischen Roman bezeichnen würde) geht es um die Verwicklungen die entstehen, nachdem ein Mensch auf dem Mars geboren wurde und dort unter Marsianern aufwuchs. Zurück auf der Erde, wird er von einer Kuriosität zu einem Propheten. Die Prämisse bleibt dabei im Grunde austauschbar; der Protagonist hätte genausogut aus dem Urwald oder einer Höhle kommen können, denn die Marsianer selbst spielen im Buch keine Rolle.

Drifter Volume 1: Crash (Ivan Brandon & Nic Klein)

Vollkommen spontan und unter Zeitdruck habe ich den Comicband Drifter aus der Bib ausgeliehen. Die farbenfrphen Panels und die SciFi-Story haben mich dazu verleitet, s einfach zu probieren. Leider habe ich auch nach Beenden des ersten Bandes in der Reihe keinen Schimmer, worum es überhaupt geht. Ein Kerl namens Abram Pollux stürzt mit seinem Schiff auf einem Planeten ab. Es gibt eine seltsame Zeitverschiebung, die niemand erklären kann und nur Pollux wahrnimmt. Es gibt seltsame Charaktere und Monster, aber nichts davon ergibt einen Sinn. Dazu kommt noch der poeske Erzählton, vollkommen kryptisch und finster. Unnötig zu erwähnen, dass für mich nach Band 1 Schluss ist mit Drifter.

Sorceress of Darshiva (David Eddings)

Der vorletzte Band der Malloreonsaga hielt wieder mehr Action bereit. Allerdings haben mich auch ein paar neue Enthüllungen etwas genervt, da sie eigentlich das gesamte Romankonzept durcheinander werfen. An diesen Stellen spürt man deutlich die „Faulheit“ des Autors. Dennoch freue ich mich auf den finalen Band der Reihe – ich kann mic hnämlich an nichts mehr davon erinnern.

Warren the 13th & the All-Seeing Eye (Tania del Rio, Will Staehle)

Wundervoll illustriertes Kinderbuch um die Geheimnisse eines alten Anwesens. Die kleine Mystery-Geschichte mit ihren komischen bis bizarren Figuren lässt dem Leser keine Verschnaufpausen, ständig passiert noch mehr. Das Buch hat mir Spaß gemacht; als Kind hätte ich die stellenweise etwas gruselige Story geliebt!

Update: 101 Fantasy Projekt (40/101)

Und wieder habe ich zehn Titel des Fantasy Leseprojekts abgearbeitet. Trotzdem werdet ihr nach einzelnen Rezensionen vergeblich suchen. Ich hatte zwar Besserung gelobt, aber unter diesen zehn waren nicht nur wieder einige Fortsetzungen, sondern auch faule Eier. Doch lest selbst in den Kurzeindrücken:101 fantasy leseprojekt Banner

LYNCH, Scott: Die Lügen des Locke Lamora ★ 3/5

Über dieses Buch muss ich wohl nicht viel sagen. Da ich einige Probleme mit dem Gewaltlevel hatte, war ich insgesamt leider nicht so begeistert von dem Renaissance-Venedig-Science-Fantasy-Mix. Ich werde Teil 2 lesen, denn die guten Eindrücke haben deutlich überwogen und für nächstes Mal bin ich jetzt auch besser auf den Stil vorbereitet.

David Eddings Malloreon Buch 2 und 3EDDINGS, David: King of the Murgos & Demon Lord of Karanda, (Malloreon 2-3) ★ 3/5

Leider merke ich, wie mich die Lust auf den Rest der Reihe etwas verlässt. Die Schwächen treten immer deutlicher zutage und stören mein Leseerlebnis zusehends. Ich bin allerdings zu der Überzeugung gelangt, dass das Lesen dieser Bücher in meinen Teeniejahren meine sarkastische Ader gefördert hat.

WEIS, Margaret & HICKMAN, Tracy:
Drachenzwielicht & Drachenjäger ★ 1/5

Oje. Ojeojeoje. Die Eröffnungsszene hatte mir richtig gut gefallen (ein Pub, eine Schlägerei, vermummte Typen, Magie). Doch von da an ging es so steil bergab, dass ich mich schon arg gequält habe. Diese Serie sollte das Pen and Paper Spiel Dragonlance bewerben und das spürt man. Sehr oberflächliche Charaktere irren hier episodenhaft durch eine sehr einfach gehaltene Fantasywelt.

L’ENGLE, Madeleine: Die Zeitfalte ★ 2/5

Die ZeitfalteFest entschlossen war ich, für diesen hierzulande nicht so bekannten Kinderbuchklassiker eine Rezension zu schreiben. Bis ich ihn las. Die Hauptfiguren bleiben einem seltsam fern und die ganze Reise zur Errettung des verschollenen Forscherdaddies kommt irgendwie willkürlich zustande. Das Gelingen beruht weiterhin darauf, dass die Kinder angestachelt von drei Feen, die ich eher creepy fand, Hass gegen ein ihnen fremdes Wesen entwickeln, ohne selbst zu reflektieren oder eine Meinung zu bilden. Kurz: Ich war kein Fan.

THOMPSON WALKER, Karen: Ein Jahr voller Wunder ♥ 3/5

Viel mehr hatte ich von diesem Roman erwartet. Die Prämisse klingt genau nach meiner Art Buch: Die Erdrotation verlangsamt sich immer weiter. Durch die Augen eines Teenagers wird geschildert, welche Auswirkungen das auf das Leben und die Gesellschaft hat. So weit, so großartig. Am Ende driftete die Geschichte aber doch etwas zu sehr in YA-Romance-Gefilde ab, weshalb es mir nicht ganz so gut in Erinnerung bleiben wird.

ATWOOD, Margaret: Der Report der Magd ★ 3/5

Margaret Atwood Der Report der MagdDass Margaret Atwood sich mit Oryx und Crake sofort in mein Herz geschrieben hat, hatte ich hier bereits mehrfach erwähnt. Auch dieses Buch ist ungemein clever, schockierend und politisch aufgeladen. Die Textsorte (die zu erörtern allein schon ein Spoiler wäre) machte aber einen Erzählton notwendig, der es mir unmöglich machte, eine Verbindung zur Protagonistin aufzubauen. So hat mich Der Report der Magd auf seltsame Weise kalt gelassen.

BUTCHER, Jim: Sturmnacht #1 ★ 4/5

Harry Dresden SturmnachtWirklich großen Spaß hatte ich mit dem Serienauftakt der Dunklen Fälle des Harry Dresden. Antiheld Harry bringt mit seiner knarzigen Art und den vielen ungelösten Erzählsträngen frischen Wind in ein Subgenre, dass ich schon aufgegeben hatte. Da Magie hier sehr naturwissenschaftlich angegangen wird, hat sie sich besser in das urbane Setting eingefügt als in anderen Urban Fantasies, die ich kenne. Mit den Folgebänden rechne ich damit, mich ernsthaft in Harry und die anderen Figuren zu vernarren.

ZIMMER BRADLEY, Marion: Die Nebel von Avalon ★ 2/5

Die Nebel von AvalonMehr Verbotene Liebe als feministisches Manifest war mir diese langwierige Artusversion. Was an und für sich nicht schlecht ist, nur über 1100 Seiten etwas lästig. Vor allem, wenn sich immer wieder vorsintflutliche Gendertypen in den Text schleichen. Eins kann ich aber nun sicher sagen: Ich liebe die Artuslegende. Ich sollte mehr Adaptionen ausprobieren.


Eine sehr durchmischte Runde also mit Harry Dresden als Highlight. Darum habe ich auch direkt Band 2 gekauft.
Weitere Neuzugänge für das Projekt sind Barry Hugharts Die Brücke der Vögel, Silbermantel von Guy Gavriel Kay und Der Fluss der Seelen von Diana Wynne Jones. Alle habe ich in öffentlichen Bücherregalen gefunden und dafür auch ein wenig an der Leseliste getüftelt (zum Beispiel ist nun doch für’s Erste Chaucer rausgeflogen). So befinden sich im Moment 22 der noch zu lesenden Titel in meinem Besitz. Bis zum nächsten Update bin ich also immer noch gut versorgt 😉

Update 101 Fantasy Projekt: 30/101

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Vor gerade mal einem Jahr beschloss ich, wieder mehr Fantasy zu lesen. Von meiner Liste 101 Titel umfassenden Leseliste habe ich seitdem 30 Titel beendet und einige schöne Entdeckungen gemacht. Leider muss ich gestehen, das ich auch von den letzten zehn Bücher nur zwei hier vorgestellt habe. Auch dieses Mal waren mehrere Fortsetzungen dabei, die ich weiterhin ungerne einzeln bespreche, doch habe ich auch den Eindruck, ein wenig zu faul mit dem Gelesenen umgegangen zu sein. Wie dem auch sei, kommen hier kurze Rekapitulationen zu den neuesten zehn Titeln des 101 Fantasy Projekts.

WILLIAMS, Tad: Der Engelsturm ☆ 4/5
Der vierte und letzte Teil des Geheimnis‘ der Großen Schwerter war fulminant und hat großen Spaß gemacht. Die Figuren haben sich noch mal ein gutes Stück weiterentwickelt. Gerade Simon legt hier endgültig sein jammerndes Selbstmitleid, seine Teenage Angst, ab und findet den Mut, erwachsen zu werden. Es gibt viel Action, viel Gefühl und sprachlich hatte mich Tad Williams ja seit Band 1. Nach gebührender Pause will ich nun auch seine anderen Bücher lesen.

Beowulf ★ 3/5
Zu dem altenglischen Versepos habe ich tatsächlich eine Rezension geschrieben. Mich überrascht immer wieder, wie unterhaltsam diese uralten Texte bei aller Fremdheit sind.

EDDINGS, David: Enchanter’s End Game, Belgariad #5 ★ 4/5
Mein englisch-sprachiger Re-read setzt sich gemächlich fort. Mit Enchanter’s End Game kommt die Belgariad zu ihrem Ende. Viel geschieht, doch anders als bei Tad Williams fügen sich die Einzelteile nicht organisch, sondern sehr mechanisch ineinander. Eddings Prosa ist sehr einfach, wenn auch die Dialoge gewitzt daherkommen. Als Erwachsene erwarte ich allerdings auch Charaktertiefe und -entwicklung und eine etwas komplexere Welt, als sie Eddings zu bieten hat. Trotzdem macht es auch einfach Spaß, wieder in die alten Geschichten einzutauchen.

EDDINGS, David: Guardians of the West, Malloreon #1★ 3/5
Direkt im Anschluss habe ich die Malloreon-Saga begonnen, was vielleicht einfach zu viel des Guten war. Der Auftakt der Fortsetzungsreihe zur Belgariad beginnt mit vielen langwierigen Gesprächen zu Hofe, los geht es eigentlich erst sehr spät und viel erklärt wird auch nicht. Ich brauchte erst mal eine Pause und lese den nächsten Band in naher Zukunft, aber nicht sofort.

WECKER, Helene: Golem und Dschinn ♥ 3/5
Auch Golem und Dschinn habe ich bereits vorgestellt. Das wuchtige Werk hat mich mehr durch seine Athmosphäre und die schönen Nebengeschichten überzeugt als durch die Haupthandlung.

MARTIN, George RR: A Feast for Crows #4 ★ 3/5
Die beiden Bände Die dunkle Königin und Zeit der Krähen waren wieder sehr durchwachsen für mich. Für diese Reihe muss ich echt in der Stimmung sein und kann sie nicht einfach ohne Pause lesen. Einige Entwicklungen finde ich eher fade, andere ganz interessant – gerade die kamen aber in diesem Teil eher zu kurz. Müsste ich mich selbst durch die Unmengen an Seiten ackern und hätte nicht die Hörbücher zur Verfügung, ich hätte das Lesen bereits lange aufgegeben (und endlich einfach die Serie geschaut wie alle anderen auch).

VALENTE, Catherynne: Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte ♥ 4/5
Bei diesem Buch konnte ich mich nicht zu einer Besprechung durchringen, weil ich mir selbst nicht ganz klar bin, was ich denke. Eine Frage, die ich mir immer wieder stellte beim Lesen war: Für welche Altersgruppe hat Valente hier geschrieben? Einige Sachen sind unbeschreiblich kindsich und waren für mich nervig. Zum Beispiel Septembers störrisches Verhalten, das gepaart mit dem Erzählton auf mich den Eindruck eines Kinderbuchs gemacht hat. Im krassen Gegensatz dazu stehen einige sehr verstörende Szenen, die selbst ich wirklich gruselig fand. Dank des Ideenreichtums und der Originalität der Autorin habe ich das Buch dennoch vor allem in guter Erinnerung, wenn ich ich auch nicht so verliebt bin, wie ich gehofft hatte.

GAIMAN, Neil: American Gods ★ 4/5
American Gods unterscheidet sich von allen anderen Büchern des Autors, die ich bisher kenne. Vielleicht vor allem durch den Schauplatz USA, der hier selbst den Status einer Figur innehat. Ein Buch voller typisch amerikanischer Szenen: Diners, absurde Weltrekorde, Taxifahrten, ewig lange Straßen fernab der Zivilisation. Und wer ein bisschen Mythologiewissen mitbringt, hat hier richtig Spaß. Auf jeden Fall will ich dieses Buch noch mal lesen, denn beim ersten Mal war es an einigen Stellen einfach zu verwirrend. Aber bevor ich hierhin zurückkehre, will ich unbedingt die Edda (auch in der 101 Fantasy Liste) lesen.

MORGENSTERN, Erin: Der Nachtzirkus ♥ 3/5
Viel hat man über dieses Buch gehört, sehr viel. Ich wusste, dass hier eine Romanze im Vordergrund stehen würde und war darauf gefasst. Worauf ich nicht gefasst war, waren die komplexen Zeitsprünge in der Erzählung, die es teils ermöglichten, clevere geheime Verknüpfungen unterzubringen, die sich nur dem aufmerksamen Leser erschließen, die aber andererseits sehr verwirrend waren. In den kühlen Erzählton musste ich mich erst mal einfühlen. Die vermeintlich romantischen Szenen fand ich grauenhaft abgedroschen, voller Phrasen und Seufzern. Allerdings hat mir das Konzept des Nachtzirkus und auch trotz allem die Zeitsprünge gefallen (einem guten Easter Egg kann ich einfach nicht widerstehen). Und die Charaktere, wenn auch nicht die beiden Magier im Zentrum der Geschichte, fand ich interessant und liebenswert, vor allem der junge Bailey ist mir direkt ans Herz gewachsen.

ATWOOD, Margaret: Die Geschichte von Zeb ♥ 4/5
Der Abschluss der MaddAddams-Trilogie ist weit schwächer ausgefallen als seine beiden Vorgänger und doch kommen die losen Fäden perfekt zusammen und das Buch endet genauso wie es enden musste. Das Problem in diesem Band lag für mich in den wechselnden Perspektiven, die mir immer wieder in die gerade in Fahrt kommende Erzählung funkten. Eine stärkere Aufteilung andererseits hätte den Eindruck der sich einenden Parteien gestört und die Bewertung derselben Situation durch unterschiedliche Augen im Vergleich unmöglich gemacht. Atwood konnte ihre Leser hier nur enttäuschen, eine Falle, die sie sich selbst gestellt hat mit dieser komplexen Dystopie. Nichtsdestotrotz steht die Trilogie, sollte es mal eine schöne Gesamtausgabe geben, auf meinem Wunschzettel. Insgesamt ein außergewöhnliches Leseerlebnis.


In dieser Zehnerrunde kamen immerhin vier neue Autoren zum Zug, wenn auch einer davon anonym ist. Mein Ziel vom letzten Update, die MaddAddams-Trilogie zu beenden, konnte ich mit Mühe und Not schaffen. Erst war das Buch ständig entliehen, dann verschwand es während des Umzugs. Neuzugänge aus der Liste kann ich dieses Mal nicht vermelden, ich hoffe auch, dass ich in der neuen, großen Stadtbibliothek Köln die meisten von mir geplanten Bücher bekommen kann. Immer noch macht das Projekt viel Spaß, inzwischen bin ich mir aber auch der engen Grenzen bewusst, die ich mir selbst auferlegt habe. Eine ganz freie Wahl an Autoren und Büchern wäre mir jetzt lieber, wo ich ein wenig Überblick über das Feld gewonnen habe. Mal sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Solange ich nicht mehr allzu viele Bücher austauschen muss, bleibe ich bei dem aktuellen Stand der Dinge und lese munter weiter.

Update 101 Fantasy Projekt: 20/101

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Seit November 2014 verfolge ich mit dem 101 Fantasy Projekt das Ziel, wieder mehr Fantasy zu lesen. Ich habe nach diesem Vorbild eine (nicht endgültige) Leseliste von 101 Titeln zusammengestellt und mir 10 Jahre Zeit gegeben, um sie zu lesen.

Das letzte Update ist wenige Monate her: 4 Monate und 11 Tage, um genau zu sein. Jetzt sind zehn weitere Titel von der Liste, und wie ich feststellen muss, habe ich fast keines der Bücher hier besprochen. Das liegt in den meisten Fällen daran, dass ich mich Fortsetzungen gewidmet habe oder Reihen angefangen, aber noch nicht beendet habe. Meistens gefällt es mir besser, nicht für jeden Teil einer Reihe einen Beitrag zu schreiben.

Hier also ein paar Worte zu den letzten zehn gelesenen Büchern:

ATWOOD, Margaret: Das Jahr der Flut ♥ 5/5
Die Fortsetzung von Oryx und Crake hat mir wie der erste Teil sehr gut gefallen und es gibt tatsächlich eine Rezi auf dem alten Blog.

BURROUGHS, Edgar Rice: Die Prinzessin vom Mars ♥ 1/5
Dieses rassistische, amerikanistische, martialische und nicht zu vergessen misogyne Werk hat mir ganz und gar nicht gefallen. Unlogisch und mittelmäßig geschrieben war es obendrein.

WILLIAMS, Tad: Der Drachenbeinthron #1★ 5/5
Einen Riesenspaß wiederum hatte ich mit diesem Klassiker, allerdings in Hörbuchform, sonst hätten mich die Längen wohl doch gelangweilt wie so manch anderen Leser. Aber Andreas Fröhlich ist mit diesem Hörbuch zu einer neuen Lieblingsvorlesestimme geworden.

GAIMAN, Neil: Sternwanderer ★ 4/5
Die wunderschön gestaltete Neuausgabe, die ich zum Geburtstag bekommen habe, hat hier den Ausschlag gegeben: Wie konnte man nur in so vielen Ausgaben auf die detailgetreuen, verwunschenen Illustrationen verzichten? Ein viktorianisches Märchen mit dem gewissen Etwas.

MEYER, Kai: Lanze und Licht ♥ 3/5
Die Fortsetzung von Seide und Schwert hat mit leider nicht mehr so zugesagt, die ungesunde Lovestory als Hauptantrieb der Story war nichts für mich.

MEYER, Kai: Drache und  Diamant ♥ 1/5
Und Teil drei, das Finale der Wolkenvolk-Trilogie. Ja, und so was von gar nicht für mich. Nur Krieg, ewige Untergangsszenarien und zwischendrin auch noch verworrene Gefühle. Mir war irgendwann total egal, was den Figuren passiert.

EDDINGS, David: Castle of Wizardry, Belgariad #4★ 3/5
Ein weiterer Band der Belgariad-Reihe, die ich zum ersten Mal auf Englisch lese, aber bereits aus meiner Jugend kenne. Unterhaltsam, aber nicht viel mehr. Nachdem der dritte Teil mich in 5-Sterne-Nostalgie versetzte, war hier wieder viel vom Pläneschmieden und wenig von Action zu lesen.

WILLIAMS, Tad: Der Abschiedstein #2 ★ 3/5
Mittelteile sind ja oft eher verwirrend und langwierig, und Der Abschiedstein ist das keine Ausnahme. Weiterhin war ich gut unterhalten, die (vielen) Charaktere waren interessant und die Handlung so unüberschaubar, dass ich mich einfach habe treiben lassen. Damit habe ich kein Problem, ich sehe ja dann, wie alles zusammenpasst. Hoffentlich.

WILLIAMS, Tad: Die Nornenkönigin #3.1 ☆ 4/5
Der finale Band der Reihe ist im Deutschen gesplittet. Super nervig, wenn die Geschichte mittendrin aufhört. Hier ist wieder deutlich mehr passiert und allgemein in Bewegung, durch die unterschiedlichen Gangarten je Geschichte gibt es gute Abwechslung.

TOLKIEN, J. R. R.: Nachrichten aus Mittelerde ♥ 2/5
Ein altes SuB-Buch. Die zwei Sterne hängen mit dem Aufbau des Buches zusammen und haben nichts mit Tolkien zu tun, der die hier versammelten Texte nie für die Veröffentlichung in dieser Form geplant hatte oder freigegeben hätte. Sehr unterschiedliches kommt hier zusammen und oft fehlte mir ein wenig der Kontext, da mein Wissen über das erste und zweite Zeitalter von Mittelerde inzwischen etwas eingerostet ist. Die ausgereiften Geschichten über die Kinder Hurins oder von Aldarion und Erendis haben mir sehr gut gefallen.


Das zweite Zehnerpack bot mehr alte Bekannte auf und war daher nicht ganz so spannend wie die erste Runde. Vor allem wird es Zeit für den letzten Band über Oryx und Crake, ganz klar, dass ich diesen Zyklus irgendwann mal in einer schmucken Box oder ähnliches selbst kaufen werde.  Besonders froh bin ich auch, mit drei von vier Teilen Das Geheimnis der großen Schwerter einen echten Klassiker schon beinahe vollendet zu haben. Den letzten Teil höre ich zur Zeit, ansonsten lese ich Die sonderbare Geschichte von September … und Golem und Dschinn, ein sehr schönes, aber langsam zu lesendes Buch. Bei mir eingezogen sind auch einige Listentitel, unter anderem alle drei Bände der Riddlemaster-Trilogie von Patricia McKillip, ein Zufallsfund in einem Tauschregal.