#readwomen

#readwomen wurde von Joanna Walsh gestartet und hat seitdem für viel Diskussion gesorgt. Walsh wollte ursprünglich Leser unterstützen, die sich für einen festen Zeitraum vorgenommen hatten, nur Bücher von Autorinnen zu lesen. Über die Gründe – wirtschaftliche und gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen – kann man in ihrem ursprünglichen Beitrag in Berfois und in einem späteren erklärenden Artikel im Guardian lesen.

#readwomenAuch ich lese zu wenig Literatur von Frauen. Mein Lesestapel bestand Anfang 2014 aus über 80% Büchern von Männern. Als Kanoninteressierte und Germanistin bin ich prädestiniert für so eine Zahl. Doch viele meiner Lieblingsbücher wurden von Frauen geschrieben. Diese Diskrepanz ergibt keinen Sinn, das Projekt ist also aus absolut egoistischen Gründen geboren.

Doch als Leser bestimmen wir den Buchmarkt maßgeblich mit, daher kann das Lesen von Schriftstellerinnen tatsächlich auch ein politischer Akt sein. In den oben verlinkten Artikeln von Joanna Walsh kann man nachlesen, warum das nötig ist. Auch darum will ich #readwomen unterstützen, aber keinesfalls nur noch Frauen lesen. Denn auch die Herren, die ich gerne lese, will ich nicht ausblenden. Stattdessen will ich mich dem Ziel, dem 50/50-Stapel und damit in Zukunft einer 50/50-Lesegewohnheit, langsam annähern. Der aktuelle Stand: Exakt ein Drittel Frauen im Stapel, Tendenz steigend.

Es erwarten euch im Rahmen des Projekts auch beinahe vergessene Autorinnen, die ich gerne vorstellen will, sobald ich sie gelesen habe. Fest vorgenommen habe ich mir zum Beispiel einen Roman von Auguste Groner, die den ersten deutschsprachigen Seriendetektiv erfand und damit Leser auf der ganzen Welt begeisterte. Ich bin sehr gespannt, welche Entdeckungen ich sonst noch machen werde.

Beiträge zum Thema

Wozu #readwomen? Warum wir mehr Frauen lesen solltenCharlotte Perkins Gilman: Die gelbe Tapete