Neuzugänge 2017/I: Starke Frauen, der ferne Osten und ein bisschen Magie

Einige schöne und spannende neue Bücher sind in diesem Jahr in mein Regal eingezogen. Natürlich will ich euch von ihnen erzählen, auch wenn ich fast noch nichts gelesen habe!

 

Rejected Princesses

rejected princessesDieses Buch startete als Kickstarter-Projekt und versammelt Frauen aus der Weltgeschichte, die als Disney-Prinzessinnen keine Chance hätten, weil viel zu bad ass! Begleitet werden die kurzen Texte von Disney-artigen Illsturationen. Die meisten der Frauen kenne ich tatsächlich nicht, aber unter anderem habe ich Ada Lovelace wiedererkannt. Ein spannendes Projekt, zu dem es auch ein Blog gibt mit vielen weiteren faszinierenden Frauenfiguren!

 

Christopher Priest: The Prestige

christopher priest the prestigeSeit Jahren will ich dieses Buch lesen! Den Film kenne ich inzwischen, aber das Wissen um die Pointe soll mich nicht davon abhalten, diese Lektüre nachzuholen. Es geht um Zauberer, den Beginn des elektrischen Zeitalters und natürlich auch Liebe. Sahnehäubchen: Ich habe erst anhand meiner eigenen Ausgabe herausgefunden, dass es sich um einen Briefroman handelt!

 

Pankaj Mishra: Begegnungen mit China und seinen Nachbarn

pankaj mishra china und seine nachbarnMal was ganz anderes: Dieses Sachbuch hat mich in der Buchhandlung so angestrahlt, dass ich es mitnehmen musste. Es gibt nur wenige Länder, die mich so wütend machen wie das „Große Reich der Mitte“. Daher bin ich der Beschäftigung mit der Lebenswirklichkeit in China immer aus dem Weg gegangen. Diese Bildungslücke suche ich hiermit zu schließen.

 

Irmgard Keun: Kind aller Länder

irmgard keun kind aller länderSchön, dass Irmgard Keun wieder neu entdeckt wird. Das kunstseidene Mädchen gehörte in der Oberstufe zu den erfreulicheren Lektüren im Deutschkurs. Ich bin gespannt, was uns Frau Keun hier zu erzählen hat. Die schöne Hardcover-Ausgabe stammt übrigens von der Büchergilde (und ja, ist noch eingeschweißt).

 

Vegan Grillen

vegan grillenSo ein schön gestaltetes Kochbuch konnte ich nicht außen vor lassen. Noch sind wir nicht dazu gekommen, die Grillsaison zu eröffnen, aber die Rezepte für diesen Sommer stehen fest! Kleines Extra: Einige Desserts und Drinks haben es auch ins Buch geschafft.

 

Noelle Stevenson: Nimona

noelle stephenson nimonaNimona fängt als Sidekick ihres liebsten Bösewichts an und sie hat Talent: Ihre Pläne sind brutaler und schurkiger als die Blackhearts. Sie erregt die Aufmerksamkeit der Behörden, denn als Gestaltwandlerin ist sie eine gefährliche Waffe. Doch wer ist sie wirklich? Nimona, ihr einarmiger Chef und ihr Feind Sir Goldenloin werden in allerlei Abenteuer verwickelt. Ein unwiderstehlich bunter Comic mit einer Fantasy-Welt, in der auch mal der Alarm gegen Einbrecher losgeht oder Breaking News im TV laufen. (schon mit Begeisterung gelesen)

 

Kate Atkinson: Life after Life

kate atkinson life after lifeEin wenig blind bin ich in diesen Roman gestolpert. Ich hatte was im Hinterkopf Richtung „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (einer meiner Lieblingsfilme); es geht um eine Frau, die ihr Leben immer wieder leben kann. Beim Durchblättern wird klar, dass es hier jede Menge Berührungen mit dem Zweiten Weltkrieg zu geben scheint.

 

Tad Williams: Otherland 1. Stadt der goldenen Schatten

tad williams otherlandUnd ein Nachzügler, der es nicht mehr auf’s Gruppenfoto geschafft hat 🙂 Otherland will ich tatsächlich schon lesen, seit es auf Deutsch erschien! Die Cover haben mich sehr fasziniert und mich des öfteren von meiner Tolkien-Lektüre abgelenkt, denn die Reihe erscheint, genau wie Der Herr der Ringe, in der Hobbit-Presse. In meiner ersten Ausgabe war Werbung für die dicken Bände von Tad Williams, den ich inzwischen bereits auf anderem Wege kennen gelernt habe.

Habt ihr eines meiner neuen Bücher vielleicht schon gelesen und könnt es empfehlen? Ich freue mich jedenfalls bereits über jedes einzelne und werde darüber berichten!

Irischer März Zwischenstand

Irland lesen Banner
Der Monat ist schon wieder halb vorbei – Zeit für einen Zwischenstand zum Irischen März! In Vorbereitung für meinen kommenden Sommerurlaub und weil die Iren im März ihren Nationalheiligen Patrick feiern, beschäftige ich mich zurzeit mit den irischen Autoren auf meinem Regal. Weil ich ein bisschen kränkele und nicht so viel zum Lesen komme, habe ich das Projekt auf Filme ausgeweitet. Wieso habe ich nicht gleich daran gedacht! (Wer mitmachen will, ist weiterhin dazu eingeladen :))

Bisher habe ich in diesem Monat gesehen/gelesen:

Brooklyn (2015)

Eilis sucht ihr Glück in Amerika, doch ihr Herz ist noch in der Heimat. Schöner ruhiger Film von dem Schmerz, ins Exil zu gehen und nirgendwo mehr richtig daheim zu sein. Zeitweise dachte ich, der Film geht in eine ganz böse Richtung, dem war aber zum Glück nicht so. Das Buch von Colm Toíbín hab ich übrigens nicht gelesen; ich hatte schon mehrfach gehört, der Film sei besser, und die erstaunliche Saoirse Ronan lasse ich mir nicht entgehen. Der Film erwies sich auch unerwartet als tauglich für meinen Lieblingsadmin, der sich zu Beginn des Films zu mir setzte und am Ende selbst ein wenig erstaunt war, bis zum Schluss geblieben zu sein.

James Joyce: Dubliner

Dubliner ist eine Kurzgeschichtensammlung, in der es um Bewohner der irischen Hauptstadt geht. Weit bin ich mit diesem Buch nicht gekommen. Schon nach der ersten Geschichte war klar: Ich will lieber den Ulysses noch mal lesen. Denn die Pointe (sofern es eine gab) habe ich nicht begriffen. Von daher verbringe ich lieber noch mal Zeit mit meiner alten Hassliebe als mit neuen Geschichten von Joyce. Den Ulysses nehme ich mir für die zweite Monatshälfte vor, diesmal aber nicht in Buchform, sondern als Hörspiel. Mehr dazu nächstes Mal.

Irischer März: Brooklyn, Skippy dies, Song of the Sea

 

Die Melodie des Meeres (2014)

Von diesem Kinderzeichentrikfilm habe ich hier bereits geschwärmt. Inzwischen bin ich stolze Besitzerin der Blu-Ray-Ausgabe und habe den Film erneut gesehen. Es gibt wohl keine bessere Möglichkeit als die Filme Tomm Moores, um sich auf Irland einzustimmen. Irische Folklore trifft hier auf Zeichnungen, in die man einfach versinken will. Die Melodie des Meeres richtet sich dabei an ein junges Publikum; das Erstlingswerk Moores, Das Geheimnis von Kells, bleibt sicherlich mein Lieblingsfilm aus dem bisher nur diese beide Feature-Filme umfassenden Werk. Hoffentlich kommen noch viele Filme hinzu!

Paul Murray: Skippy dies

Mit diesem Buch bin ich leider noch nicht sehr weit gekommen. Viel passiert ist also noch nicht, aber es ist düsterer als ich erwartet hatte. Die Jungs in dem Buch nehmen Drogen und einer der Lehrer scheint in einer destruktiven Beziehung gefangen zu sein. Etwas deprimierend also, aber bisher erstaunlich fluffig zu lesen mit ironiegeladenen Dialogen.

 

Könnt ihr irische Autoren oder Filme empfehlen? Oder vielleicht etwas anderes, das mich auf Irland einstimmen könnte?

Irischer März (ein Lebenszeichen)

Hallo zusammen! Da bin ich nun wieder. Diese lange Pause hatte ich nicht beabsichtigt – mir war einfach, als hätte ich nichts zu erzählen.
Das kommt zum Teil daher, dass ich in diesem Jahr viel langsamer lese, gefühlt so wie vor Goodreads und Blog – meine „natürliche“ Geschwindigkeit sozusagen. Was wirklich schön ist, weil ich wieder mehr in die Geschichten eintauchen kann. Prompt habe ich mich in ein Buch verliebt, von dem ich euch gerne demnächst berichten will. Wer mir auf Goodreads folgt, weiß vielleicht schon, dass es sich um „Tell the Wolves I’m Home“ von der begabten Carol Rifka Brunt handelt.

Der irische März: Irische Autoren lesen

Neben meiner wiederentdeckten Lesegemütlichkeit hält mich auch die Urlaubsplanung vom Bloggen ab: Es geht nach London und dann noch nach Irland und ich freue mich ganz verrückt darauf. Aus diesem Anlass habe ich beschlossen, den März ins Zeichen Irlands zu stellen und einige irische Autoren auf meinem SuB zu lesen. Was zeitlich passt, ist doch am 17. März der St. Patrick’s Day.Irland lesen BannerIch lade euch herzlich ein, mit mir zu lesen! Ihr könnt ein Buch oder mehrere lesen, auch das Format ist ganz egal. Es sollte nur in Irland spielen und/oder von einem irischen Autor stammen. Ich selbst habe auf meinem SuB drei passende Bücher ausgemacht:

James Joyce: Dubliner
Die quintessenzielle Dublin-Lektüre für alle, die den Ulysses schon gelesen haben 😉 Am liebsten würde ich allerdings den noch mal lesen, werde ich doch am Bloomsday vor Ort sein!

Paul Murray: Skippy dies
Da es mir ein Rätsel ist, dass sich dieses Buch noch ungelesen in meinem Regal befindet, freue ich mich hierauf besonders. Worum es genau geht, weiß ich gar nicht; irgendwas mit Jungen auf einem Internat. Ach ja, und einer von ihnen heißt Skippy, und er stirbt.

John O’Farrell: An Utterly Impartial History of Britain
Thematisch weniger passend, doch der Autor ist Ire. Im Vorwort gibt er zu, es handele sich größtenteils um eine Geschichte Englands – vielleicht kann ich ja noch etas für den London-Aufenthalt aufschnappen.

Ich würde mich sehr über eure Beteiligung an meinem kleinen literarischen Ausflug nach Irland freuen und melde mich in der nächsten Woche mit einer Leseempfehlung für „Tell the Wolves I’m Home“. Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche und hoffe, ihr konntet das schöne Wetter am Wochenende gnießen!

101 Fantasy Projekt: Die Hälfte ist geschafft!

101 fantasy leseprojekt Banner

Ist das zu fassen? 50 von 101 Büchern habe ich für mein Fantasy-Projekt gelesen und dabei einige erstaunliche Entdeckungen gemacht. Vor gerade mal zwei Jahren habe ich das Projekt begonnen und dachte damals, ich würde die zehn Jahre vielleicht nicht ganz brauchen, aber doch ein gut Teil davon.
Eins ist klar: Für die nächsten 50 Bücher werde ich länger brauchen, weil einige recht umfangreich sind. Himmel, zwei davon gibt es noch immer nicht (*hust* Patrick Rothfuss und George R. R. Martin)! Mein nächstes Projekt (na klar wird es ein nächstes geben!) soll dann offener für SciFi sein, gerade weil oft nicht (mehr) eindeutig zu entscheiden ist, in welche Kategorie ein Roman nun fällt.

Hier aber erst mal die von mir als letztes für das 101 Fantasy Projekt gelesenen Bücher:

LIGHTMAN, Alan: Und immer wieder die Zeit ♥ 4/5

Alan Lightman Einsteins DreamsRahmenhandlung: Einstein schläft über seiner Arbeit ein. Dazwischen: Kurzgeschichten über Welten, in denen anderen physikalische Gesetze gelten. Zum Beispiel gibt es eine Welt, in der die Menschen möglichst weit oben leben wollen, weil dort die Zeit deutlich langsamer verstreicht.
Ehrlich gesagt kann ich mich ein halbes Jahr nach dem Lesen nicht mehr an Details erinnern. Scheint mir ja damals gefallen zu haben 😉

EDDINGS, David: Sorceress of Darshiva & The Seeress of Kell ★ je 3/5

David Eddings Malloreon

Die finalen Bände meines Eddings-Rereads. Leider ging die Logik spätestens mit den zeitreisenden Prophezeihungen flöten. Wie gut, dass ich mich daran gar nicht mehr erinnert hatte, genauso wie an große Teile des Finales.

RIGGS, Ransom: Die Insel der besonderen Kinder ♥ 2/5

Haarsträubend unlogische Zeitreisen und ein nicht sehr mysteriöser Erzählton haben mir dieses ideenreiche Buch etwas verleidet. Der Film hatte übrigens ein ähnliches Problem mit dem Ton, dafür aber ein lustiges, neues Finale!

HARKNESS, Deborah: A Discovery of Witches ♥ 2/5

Eine junge Wissenschaftlerin stößt in Oxford auf ein verhextes Manuskript und plötzlich haben es sämtliche Zauberwesen auf sie abgesehen. Klingt gut? Ist aber leider nur der Rahmen für eine vollkommen ungesunde, langweilige, sich ewig ziehende Romanze. Schade, wo der Anfang so vielversprechend war, mit Oxford als Setting und so treffenden Worten über das Rudern. Am Ende fühlte sich das ganze dicke Buch wie ein überlanger Prolog an, weil natürlich das Ende der Auftakt für den Rest der All Souls-Trilogie ist.

COLLINS, Suzanne: Gefährliche Liebe ★ 5/5 und Flammender Zorn ★ 3/5

Wie Band eins waren auch die restlichen Teile der Tribute von Panem echte Pageturner, die ich trotz zunehmend düsterer Thematik mit Freude gelesen habe. Was ich nicht verstehen kann, ist dass Katniss im dritten Band ihre Kickass-Qualitäten einbüßt und zur bösen Femme fatale wird.

PRATCHETT, Terry: Eine Insel ★ 4/5

Pratchett abseits der Scheibenwelt ist immer noch unerkennbar Pratchett. Eine wunderbare Erkenntnis. Eine eigene Rezension zu Eine Insel ist vorhanden.

BEAGLE, Peter S.: He! Rebeck! ★ 4/5

Peter S. Beagle: He! Rebeck! im Schuber

Beagles Anfänge zu erkunden, war auch spannend. Die Geschichte um einen die Realität fliehenden alten Mann auf einem New Yorker Friedhof plätschert gemütlich vor sich hin und ist dabei trotz magischer Elemente an mancher Stelle hart und realistisch. Auch hierzu habe ich eine eigene Rezension geschrieben.

VONNEGUT, Kurt: Schlachthof Fünf ★ 4/5

„Hört! Billy Pilgrim hat sich von der Zeit gelöst!“ Billy ist der Antiheld, der den Zweiten Weltkrieg scheinbar unberührt übersteht, um in seinem späteren Leben von Aliens entführt zu werden – auch das ohne Folgen. Oder ist alles erfunden? Vonneguts gescheitertes „Buch über Dresden“ war seltsam und hatte einige wundervolle Sätze zu bieten. So ganz hat sich mir das Buch aber nicht erschlossen, weshalb ich nun doch keine eigene Rezension verfasst habe.


Was kommt als nächstes?

Ich habe in diesem Jahr einige Bücher auf meiner Leseliste ausgetauscht und auch versucht, mehr Frauen reinzubekommen. Gar nicht so leicht für Fantasy, wenn man nicht immer dieselben Autorinnen lesen will. Einige neue Bücher sind auch schon lesebereit im Regal oder über die Bibliothek zu bekommen, sodass ich jetzt beinahe alle verbleibenden Titel in Reichweite habe.
Ich lese aktuell The Gospel of Loki; nicht Teil des Projekts, da es weder einen Meilenstein des Genres bildet noch zum „Kanon“ gehört (eine höchst subjektive Einschätzung meinerseits, ich weiß, aber das Buch ist einfach noch zu unbekannt und neu).

Was ich als nächstes angehe, weiß ich noch nicht. Ich habe aber eine Idee für die etwas schwierigeren und älteren Werke auf der Liste, was eine kleine Überraschung werden soll und was noch Ausarbeitung  braucht. Mehr werdet ihr im nächsten Jahr erfahren, wenn ich für die entsprechenden Bücher auch Zeit habe.

Neues im Bücherregal. Die England-Ausgabe

Einen besonderen Buchbummel, auf den ich mich schon lange gefreut hatte, war mein Englandurlaub mit Abstecher nach Hay-on-Wye, der Bücherstadt. Da ich den Rummel vor Ort schon kannte, war ich vorbereitet: Eine wohlorganisierte Wunschliste im Schlepp zog ich los, sie alle zu fangen 🙂

Meine Liste enthielt ausschließlich Bücher, die nie oder noch nicht übersetzt wurden oder solche, die ich einfach lieber auf Englisch lesen möchte. Einige Bücher waren auch dabei, die ich erst einmal in der Hand halten wollte, bevor ich sie bestelle und es vielleicht bereue.Bücherstapel Science Fiction Fantasy

Spider Robinson: Callahan’s Crosstime Saloon
Kurt Vonnegut: Cat’s Cradle
Richard Matheson: I Am Legend
Joe Haldeman: The Forever War
Ray Bradbury: Something Wicked This Way Comes
Guy Kavriel Kay: A Song For Arbonne
Steven Erikson: Gardens of the Moon
Joanne M. Harris: The Gospel of Loki

Von Callahan’s Crosstime Saloon habe ich ja bereits berichtet. Andere Bücher, die ich auf Empfehlungen hin gekauft habe, waren A Song for Arbonne (Neyashas Tipp als Alternative zu Tigana vom selben Autor) und I Am Legend (was von Ariana kam).

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Ann Patchett: Bel Canto
Caitlin Moran: How To Build A Girl
Ann Carol Duffy: The World’s Wife

Bel Canto habe ich gar nicht gekauft, sondern in einer wunderschönen Kirche am Meer in einem Tauschregal entdeckt! Ich musste einfach ein Buch mitnehmen und von Ann Patchett schwärmen ja viele. The World’s Wife wiederum war auf meiner Wunschliste: Ein Gedichtband über die Frauen hinter den „großen Männern“. Die Gedichte scheinen auf den ersten Blick witzig und clever.

Ich fühlte mich sehr erfolgreich nach dem Bummel in Hay-on-Wye: Ich hatte wenig ausgegeben, fast nur die geplanten Bücher gekauft und auch einige Wünsche von der Liste gestrichen, weil mir die Bücher doch nicht gefallen haben. Und dann kam Oxford.nf-quantum-subliminal-victorians-british-history

Brian Cox / Jeff Forshaw: The Quantum Universe
Leonard Mlodinow: Subliminal
Caroline Rochford: Great Victorian Discoveries
John O’Farrell: An Utterly Impartial History Of Britain

Ich habe einen neuen Grund gefunden, dankbar für die Buchpreisbindung in Deutschland zu sein. Ein halbe Stunde in Blackwell (einem renommierten und sehr großen Buchladen) und nur ein klarer Moment rettete mich vor dem Bankrott. In der wissenschaftlichen Abteilung bemerkte ich die Aufkleber auf den Taschenbüchern „3 for 2“. Darum die 3 Sachbücher im Einkauf. Befriedigt stieg ich in den dritten Stock, um die Second Hand Abteilung zu erkunden. Viele Studenten verringern durch den Wiederverkauf ihrer Bücher ihre Studienkosten. Dort fand ich etwas, das ich schon lange suchte: Eine humorvolle, leichte Geschichte Großbritanniens. Ich bin keine Historikerin und brauche es nicht allzu genau, daher habe ich gerne ein paar Pfund in ein sehr gut erhaltenes Hardback investiert. Als ich wieder runterkam sah ich, dass die fatalen „3 for 2“-Aufkleber auch auf Belletristik-Bänden, ja, eigentlich auf allen möglichen Büchern klebten! Nach einem kurzen Aussetzer (so viele Möglichkeiten!) verließ ich schnurstracks das Geschäft. Aus Sicherheitsgründen.

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Zwei Bücher, die ich inspiriert durch Leonard Mlodinows Das Fenster zum Universum (eine Geschichte der Geometrie) haben wollte. Dieses Buch hatte ich auf Englisch gelesen und dadurch jegliche Angst vor der englischen Sprache verloren und wollte nun mehr über Stringtheorie und die Beschaffenheit der Welt erfahren. Darum war The Quantum Universe auf meiner Liste gelandet. Subliminal habe ich dann wegen dem Autor, Mlodiow selbst, eingesackt. Das Unbewusste und der Zusammenhang mit unserem mehr oder weniger freien Willen interessiert mich natürlich auch.

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Great Victorian Discoveries war das dritte Buch meines „3 for 2“-Bundles. Nachdem mich die Dokumentarserie What the Victorians did for us von der BBC vor Jahren auf diese Periode gestoßen hat, nahm ich ohne groß zu überlegen dieses Sammelsurium an Fakten und Anekdoten mit. John O’Farrells Buch hat mich zwischen Bänden über verschiedene Kriege und wichtige Männer der Geschichte besonders angesprochen. Es sieht mächtig aus, enthält aber vergleichsweise leichte Kost. Die ersten Seiten waren schon sehr lustig und lassen auf mehr hoffen.

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Zwei dicke Bücher! Warum hat mich niemand gewarnt, wie viele Malazan-Bücher es gibt?!

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Fast unsere Welt: Eine Bar, ein Zirkus. Aber etwas ist entschieden anders.

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Ein paar Klassiker verschiedener Subgenres.

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Trotz gemischter Bewertungen mitgenommen. Das Cover ist aber auch schön.

Mit dieser kleinen Orgie habe ich meine SuB-Abbaupläne natürlich zurückgeworfen. Ich hoffe, den Rest des Jahres deutlich kürzer zu treten und mich ganz besonders auf mein eigenes Regal zu konzentrieren. Die Shoppingtour hatte ich mir aber redlich verdient und ich bereue nichts 🙂

⛱ Urlaubszeit ⛺

Newcastle Meine Lieben, es ist so weit: Der Urlaub steht an! Daher ist hier erst mal zweieinhalb Wochen Ruhe im Karton. Rechnet mit einem buchigen Beitrag und vielen Neuzugängen, denn ich plane eine Second Hand Book Shopping Orgie 😉

Ich wünsche allen einen fantastischen Sommer (den soll es ja nun laut Wetterbericht geben): Geht für mich ins Freibad, denn ich werde in England vielleicht einfach nur nass 🙂

Gelesen im Mai Teil 2

Schon wieder ein Monat um 😯

Gelesen im Mai Teil 2

Marcel Proust: Der Weg nach Guermantes

Der dritte Teil Auf der Suche nach der verlorenen Zeit hatte viel Salon-Konversation und Bebachtungen über diese Abendgesellschaften zu bieten. Das war einerseits amüsant, weil viele soziale Ungereimtheiten bloßgestellt wurden, andererseits war es auch verwirrend, mit all den Charakteren Schritt zu halten. Vor allem, weil Proust immer mehr anzudeuten beginnt. Zum Beispiel berichtet er von einer Begebenheit und kündigt dann an, man würde diese erst im Folgeband verstehen, wenn die Gründe für das Ereignis enthüllt werden.

Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt

Jubel! Endlich kann ich diesen Wälzer von meiner Liste streichen. Nicht, dass mich die Gablé gelangweilt hätte. Ihren Schreibstil und die Gablé-typischen Kniffe und Plots finde ich einfach „gemütlich“, weil sie mir inzwischen so vertraut sind. Zwar finde ich dieses Buch weniger gelungen als die ersten beiden Warringham-Bände, aber meinen Spaß hatte ich trotzdem. Hauptfigur Jonah war mir leider nicht wirklich sympathisch, was meine gemütliche Leserei etwas störte (sonst habe ich ja nichts gegen schwierige Charaktere). Ein teils knallharter Geschäftsmann und oft rücksichtslos als Mann, eine Figur, die ich bei der Autorin nicht erwartet hatte. Das älteste Buch auf meinem SuB, endlich steht es bei den anderen Gablés!

Sarah Kuttner: Mängelexemplar

Dass Mngelexemplar gerade (?) im Kino läuft, ist totaler Zufall, denn dieses Buch hat mir eine Freundin in die Hand gedrückt. Trotz einiger Schwächen hat mir das Buch ganz gut gefallen, sodass eine Vollwert-Rezension folgt.

Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder

Nachdem so langsam die ersten Trailer für den Film auftauchen, habe ich das Buch schnell noch gelesen, bevor meine Vorstellung von Eva Green und Konsorten blockiert wird. Der 16-jährige Erzähler der Geschichte sorgte allerdings für einen Erzählton, der nicht wirklich zu der nebligen walisischen Insel passen wollte. Auch einige Aspekte der Geschichte haben absolut keinen Sinn ergeben, sodass ich am Ende nicht überzeugt war.

Der Seidenspinner

Der zweite Teil der Cormoran Strike Krimis hat meine Erwartungen voll erfüllt. Die Hauptcharaktere, die mir ans Herz gewachsen waren, haben auch diesmal nicht enttäuscht. Die Handlung war deutlich direkter als im ersten Band (sowohl die Tat ist blutrünstiger als auch die satirische Darstellung der Schriftstellerszene bissiger) und genauso spannend. Auch in Teil zwei wartet Galbraith/Rowling wieder mit ihr typischen Klischees und Genderrollen auf, nimmt diese aber auch zum Teil aufs Korn. Wie gesagt, ich bekam was ich wollte, und freue mich, irgendwann auch Band drei zu lesen.

Und jetzt?

Ich höre als nächstes Grau von Jasper Fforde, von dem unter anderem Pat Rothfuss seit Jahren schwärmt. Außerdem lese ich (Trommelwirbel) den finalen Band der Malloreon-Saga von David Eddings, die ich 2011 in Großbritannien gekauft habe. Gerade rechtzeitig, den dieses Jahr geht es wieder auf die Insel und ich werde Bücher kaufen, so viel steht fest. Aber das ist ein anderes Thema …