The drama’s done. Moby-Dick Leselog 10

Moby-Dick Leselog{123-135; Ende} Diesmal etwas verfrüht wegen Urlaub 🙂

Ich habe es geschafft! Der Wal ist bezwungen (der Arme) und alle sind tot. Alle? Nein! Ein unbeugsamer Seemann namens Ishmael – hört nun auch auf, dem Leser seine Kassette ins Ohr zu drücken.

Auf dem Höhepunkt der Handlung erreicht auch Ahabs Wahn den Höhepunkt. Übrigens hat er einen neuen Kompass gebaut. Auch die Crew wird vom Jagdfieber angesteckt, was richtig unheimlich ist: Plötzlich sind alle ganz scharf darauf, den unbekannten Wal zu töten (aber gut, ihnen wurde ja auch Gold versprochen). Aber ich greife voraus.

Ahab freundet sich mit dem geistig verwirrten Pip an und lässt ihn in seiner Kabine schlafen. Auch das passt ja perfekt, eigentlich ist es eher seltsam, dass die zwei sich erst jetzt anfreunden. Später entfernt sich Ahab aber auch wieder von Pip, der anhänglich wird. Seine naive Loyalität lässt Ahab an seinem Racheplan zweifeln, darum kann er nicht zu viel Zeit mit Pip verbringen.

Derweil häufen sich die bösen Omen: Bei der ersten Wache in Moby-Dicks Gebiet geht ein Mann über Bord und kann auch mit dem Rettungsring nicht gerettet werden. Und was macht man da? Der Mann ist verloren, aber der Ring kann ersetzt werden: Aus Queequegs Sarg soll ein neuer Rettungsring entstehen. (Queequeg war ja zuvor todeskrank gewesen, bis er plötzlich gesundete.) Ein Habicht stiehlt Ahabs Hut und versenkt ihn im Meer. Der Habicht gilt als Symbol für drohende Gefahr.
Außerdem trifft die Pequod auf die Rachel, die Moby-Dick gesehen und gejagt hat und dabei ein Boot verlor, auf dem auch der junge Sohn des Kapitäns war. Doch Ahab verweigert jegliche Hilfe (auch wenn es ihm sichtlich schwer fällt), da er keine Zeit verlieren will. Ahab wird immer deutlicher als innerlich zerrissener Mann dargestellt. Schade, dass das erst jetzt verdeutlicht wird. Er vergießt sogar scheinbar eine Träne am letzten Morgen vor der Jagd: Es ist ein ruhiger, wunderschöner Tag. Er unterhält sich mit Starbuck über die Familie, die daheim auf ihn wartet. Jap, Ahab ist verheiratet. Doch auch jetzt kann ihn Starbuck nicht von seinem Plan abhalten. Doch er wirkt verzweifelt. Er versteht nicht, warum er Moby-Dick töten muss, aber er kann nicht abbrechen.

Ahab scheint nicht mehr zu schlafen, sondern hält nun Tag und Nacht Ausschau. Bald kann er Moby-Dick riechen und korrigiert den Kurs seiner Nase folgend. Ein weiteres Zeichen seines Wahns? Oder seines Genies?

Und dann: der Wal ist in Sicht! Ishmael beschreibt Wasser und Wal als schön und friedlich. Doch sobald die Pequod Interesse bekundet, greift Moby-Dick an und ist sehr geschickt darin, nicht nur den Harpunen auszuweichen, sondern die Waffen der Menschen auch gegen sie einzusetzen. Er verwirrt die Fangleinen so, dass die Boote sich rammen und kippen. Er taucht und stößt Ahabs Boot in die Höhe, was Ahabs Bein entzwei bricht. So liefern sie sich ein Gefecht, dass drei Tage dauert. Zwischendurch entkommt der Wal immer wieder.

Am zweiten Tag geht Fedallah verloren. Ahab erinnert sich an Fedallahs Vorhersage, dass er nochmal auftauchen wird, bevor Ahab stirbt.
Am dritten Tag hat die Pequod den Wal in der Nacht überholt, sodass er nun sie jagt. Ahab ahnt das Ende: Er verabschiedet sich von Starbuck und besteigt sein Boot. Da erblickt er Fedallahs Leiche: Sie ist in einer der Fangleinen an Moby-Dicks Leib verfangen. Da nur noch Ahab ein Boot hat, jagt er den Wal allein mit wenigen Männern. Moby-Dick rammt das Boot. Drei Mann gehen über Bord, zwei können sich retten. Die Männer an Deck sind zu Salzsäulen erstarrt. Ein weiterer Habicht taucht auf und reißt die Schiffsflagge der Pequod ab. Ahabs letzter Befehl ist das Anschlagen einer neuen Flagge. Ahab betrauert, nicht mit seinem Schiff untergehen zu können, und wirft voll Hass die Harpune auf Moby-Dick. Er trifft, doch die Leine schlingt sich um Ahabs Hals. Er geht mit dem Wal unter. Zack und weg. Tashtego nagelt einen (oder denselben) Habicht dabei mit an den Hauptmast. Die gesamte Crew verbleibt zu Salzsäulen erstarrt auf dem sinkenden Schiff und verschwindet so schweigend.

Und wo war Ishmael die ganze Zeit? Stellt sich heraus: Er ist der dritte Mann, der aus Ahabs Boote geworfen wurde und nicht mehr hinein kam. An Queequegs Sarg geklammert, überlebt er. Die Rachel, immer noch auf der Suche nach dem Sohn des Kapitäns, findet ihn. Dieser Epilog soll in der Erstausgabe von Moby-Dick gefehlt haben. Ob Melville den Logikfehler erst danach bemerkte oder ob er Ishmaels Rettungsstory im Unklaren lassen wollte, bleibt wohl ein Rätsel.

Viel ist in diesem letzten Teil passiert, darum will ich mein Fazit in einen eigenen Post packen. Den schreibe ich nach meinem Urlaub in zwei Wochen. Bis dann!

I tell you, the sperm whale will stand no nonsense. Moby-Dick Leselog 05

Moby-Dick Leselog{Kapitel 42-53}

In diesem Abschnitt philosophiert Ishmael über die Farbe Moby-Dicks (Quintessenz: weiß ist böse. Jedenfalls immer dann, wenn es gerade passt). Da kommen dann doch sehr unschöne Ansichten zu Menschen mit Albinismus durch. Und wieder ein schöner Patzer: weiß wird als Absenz der Farben beschrieben – einer von vielen Näherungsversuchen, warum weiß so abstoßend sei. Aber auch da hat Ishmael einen Knick in der Optik (Wortspiel mit bestem Wissen und Gewissen beabsichtigt).

Aber genug davon. Im Grunde wechseln sich hier zwei Handlungsstränge ab, wenn man so will. Der eine ist eine Introspektive zu Walen, Walfang und Ahabs Gemüt. Alles sehr weitschweifig und etwas finster. Sowohl die Wale als auch Ahab kommen aber im Grunde zu kurz; es wird nur spekuliert und angedeutet, zum Beispiel scheinen Ahab Alpträume zu plagen, da man nachts seine Schreie hört. Aber wirklich zu Greifen bekommt man diesen seltsamen Käpt’n nicht.

Was ich noch nicht erwähnte: Ich hatte ja schon mal gesagt, dass mir Behinderungen als Mittel, um Sünden an Figuren sichtbar zu machen, immer unangenehm auffallen. Auch bei Ahab mit seiner Narbe und dem Elfenbeinbein (stimmt so) ist das so. Aber immer wieder redet die Crew über dieses Bein und dass es irgendwie nicht weniger, sondern mehr aus Ahab macht. Es ist sozusagen keine Behinderung, sondern so was wie ein Ritterschlag. Eine interessante Art, Ahabs Figur zu vertiefen – wenn auch wieder nur durch die Sicht anderer.

Aber zur Action: Während dem Wachdienst hört ein Crewmitglied Geräusche unter Deck. Keiner glaubt ihm, dass er dort Menschen gehört hat. Als die erste Waljagd losgeht, löst sich das Rätsel: Ahab hat fünf bisher versteckte Besatzungsmitglieder aus eigener Tasche angeheuert, um bei der Jagd live dabei sein zu können. Die Schiffsanteileigner waren nämlich, wegen des Beins, dagegen, dass Ahab sich selbst beteiligt. Doch mit seinen eigenen Leuten lässt er ein Boot zu Wasser und macht auf eigene Verantwortung mit. Skandal an Bord der Pequod!
Nach diesem Erlebnis – dem Chaos, den „wilden Bestien“, der Lebensbedrohung – macht Ishmael sein Testament. An so kleinen Dingen merkt man Ishmaels Naivität: Er ist nicht so erfahren, wie er vorgibt. Durch später erworbene Expertise peppt er die Geschichte auf, kann sein Unwissen aber nicht ganz verdecken.

Zuletzt wird noch ein Treffen mit einem anderen Walfänger beschrieben und wie die Kommunikation komplett scheitert beim Versuch, sich über Neuigkeiten auszutauschen. Ishmael berichtet über die Gepflogenheiten in so einem Fall und Ahabs Weigerung, ihnen Folge zu leisten. Wer im Wahn einen Wal jagt, der hat keine Zeit für Höflichkeiten.

Random Quotes

It was the whiteness of the whale that above all things appalled me.

Das hier mag ich: Though in many of its aspects this visible world seems formed in love, the invisible spheres were formed in fright.

Ahab, der Besessene: Therefore, the tormented spirit that glared out of bodily eyes, when what seemed Ahab rushed from his room, was for the time but a vacated thing, a formless somnambulistic being, a ray of living light, to be sure, but without an object to colour, and therefore a blankness in itself.

Ein weiser Rat Ishmaels an alle Kerzenliebhaber: For God’s sake, be economical with your lamps and candles! not a gallon you burn, but at least one drop of man’s blood was spilled for it.

Nach der ersten Jagd: Now then, thought I, unconsciously rolling up the sleeves of my frock, here goes for a cool, collected dive at death and destruction, and the devil fetch the hindmost.

Diskussion um Ahabs Bein: “If his leg were off at the hip, now, it would be a different thing. That would disable him; but he has one knee, and good part of the other left, you know.” – “I don’t know that, my little man; I never yet saw him kneel.”

Lesemarathon für Fortgeschrittene: Dewey’s

Banner des Dewey 24 hour readathonSeit Jahren umschleiche ich den wohl härtesten Lesemarathon: Dewey’s 24-Stunden-Lesemarathon. Er findet zweimal jährlich statt und dauert, ihr habt es erfasst, 24 Stunden. Jetzt ist der Zeitpunkt günstig, den Schritt zu wagen, denn die nächste Runde findet von 29.-30. April statt. Mit anderen Worten: Man kann sich am ersten Mai von den Strapazen des Dauerlesens erholen.

Natürlich habe ich nicht vor, 24 Stunden ohne Pause zu lesen. Ich möchte die Zeit einfach bewusst mit Büchern verbringen, zwischendurch ein paar Blogs abklappern, twittern und dabei möglichst viel lesen. Essen und Schlafen sind absolut erwünscht, denn ohne werde ich ganz schnell zu einer äußerst unbequemen Person 😀

Der Plan

Der Start hängt von der Zeitzone ab, und für mich heißt das einen Startschuss um 14 Uhr. Perfekt, um vorher noch ein paar Snacks zu besorgen und alles vorzubereiten. Außerdem endet der Readathon so nicht während ich schlafe, sondern ich erlebe den Schluss live mit. Es gibt auch sogenannte Mini-Challenges; mal sehen, ob und inwiefern ich da mitmache.

Als Lektüre habe ich mehrere Bücher ins Auge gefasst:

  • Maus: Diese Graphic Novel wollte ich schon sehr lange lesen und habe sie jetzt endlich zur Hand. Keine leichte Lektüre, aber trotzdem guter Puffer zwischen dickeren Büchern.
  • Apropos dick: Moby-Dick. Natürlich will ich die Gelegenheit nutzen, mit Ishmaels Story weiter zu kommen.
  • Der Pfad im Schnee: Den zweiten Band der Otori-Reihe habe ich mir als Hörbuch ausgeliehen. Der perfekte Lückenfüller für einen Spaziergang oder als Begleitung beim Kochen.
  • Erdzauber: Drei kurze Fantasy-Bücher, die man schnell wegliest. So hoffe ich. Zumindest ein Band sollte drin sein.

Andere Möglichkeiten vom heimischen Bücherstapel (je nach Laune)

  • Versform: Die Edda
  • Kurzgeschichten: Roboter-Geschichten (Isaac Asimov)
  • Spannend: I am Legend, Piraten!
  • Hauptsache kurz: Schlafes Bruder, Im Land der letzten Dinge, Lieber Frühling komm doch bald
  • Kleine Häppchen: Rejected Princesses

… mh, ich brauche eher einen 72 Stunden-Lesemarathon 🙂

Kein Aprilscherz: Ich lese und blogge Moby-Dick

Moby-Dick Leselog
Da kommt was Großes!

Moby-Dick gehört sicher zu den bekanntesten gemiedenen Werken der westlichen Literatur: Praktisch jeder hat schon mal von Ishmael und Captain Ahab gehört, doch den dicken Wälzer über den großen weißen Wal zu lesen ist noch einmal eine eigene Disziplin.

Vielleicht habt ihr auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, das Buch zu lesen, und seid vor dem schieren Gewicht der knapp 1.000 Seiten zurückgeschreckt? Es wäre keine Schande. Aber für alle Lesemüden doch Interessierten werfe ich mich jetzt in die Bresche: Ich werde in den nächsten Wochen und Monaten sozusagen live von dem Walfängerschiff Pequod berichten. Ein Leselog dieser Art wollte ich schon lange mal ausprobieren, und Moby-Dick scheint mir genau das richtige Buch, um es endlich zu tun. Was kann man bei 135 Kapiteln geballten Walfangwissens schon falsch machen? Plus Epilog versteht sich, denn was wäre ein dickes Buch ohne Epilog?

Jeden Dienstag (schon ab nächster Woche!) bis Ende Juni liefere ich den aktuellen Lesestand, Grad des Wahnsinns und Walfakten-Dichte in Melvilles klassischem Walfanghandbuch. Weil ich schon die wildesten Sachen über den Roman das Teil gehört habe, nehme ich es nicht allzu ernst mit dem literarischen Genie; dass es sich um einen Klassiker handelt, muss ich ja auch wirklich niemandem mehr erzählen.

Wer Lust hat, kann natürlich gerne mit an Board kommen; ihr seid aber auch dazu eingeladen, das Spektakel (Sam gegen Wälzer) vom sicheren Land aus zu verfolgen, das Geschehen zu kommentieren und eurem Favoriten zuzujubeln 🙂

Neuzugänge 2017/I: Starke Frauen, der ferne Osten und ein bisschen Magie

Einige schöne und spannende neue Bücher sind in diesem Jahr in mein Regal eingezogen. Natürlich will ich euch von ihnen erzählen, auch wenn ich fast noch nichts gelesen habe!

 

Rejected Princesses

rejected princessesDieses Buch startete als Kickstarter-Projekt und versammelt Frauen aus der Weltgeschichte, die als Disney-Prinzessinnen keine Chance hätten, weil viel zu bad ass! Begleitet werden die kurzen Texte von Disney-artigen Illsturationen. Die meisten der Frauen kenne ich tatsächlich nicht, aber unter anderem habe ich Ada Lovelace wiedererkannt. Ein spannendes Projekt, zu dem es auch ein Blog gibt mit vielen weiteren faszinierenden Frauenfiguren!

 

Christopher Priest: The Prestige

christopher priest the prestigeSeit Jahren will ich dieses Buch lesen! Den Film kenne ich inzwischen, aber das Wissen um die Pointe soll mich nicht davon abhalten, diese Lektüre nachzuholen. Es geht um Zauberer, den Beginn des elektrischen Zeitalters und natürlich auch Liebe. Sahnehäubchen: Ich habe erst anhand meiner eigenen Ausgabe herausgefunden, dass es sich um einen Briefroman handelt!

 

Pankaj Mishra: Begegnungen mit China und seinen Nachbarn

pankaj mishra china und seine nachbarnMal was ganz anderes: Dieses Sachbuch hat mich in der Buchhandlung so angestrahlt, dass ich es mitnehmen musste. Es gibt nur wenige Länder, die mich so wütend machen wie das „Große Reich der Mitte“. Daher bin ich der Beschäftigung mit der Lebenswirklichkeit in China immer aus dem Weg gegangen. Diese Bildungslücke suche ich hiermit zu schließen.

 

Irmgard Keun: Kind aller Länder

irmgard keun kind aller länderSchön, dass Irmgard Keun wieder neu entdeckt wird. Das kunstseidene Mädchen gehörte in der Oberstufe zu den erfreulicheren Lektüren im Deutschkurs. Ich bin gespannt, was uns Frau Keun hier zu erzählen hat. Die schöne Hardcover-Ausgabe stammt übrigens von der Büchergilde (und ja, ist noch eingeschweißt).

 

Vegan Grillen

vegan grillenSo ein schön gestaltetes Kochbuch konnte ich nicht außen vor lassen. Noch sind wir nicht dazu gekommen, die Grillsaison zu eröffnen, aber die Rezepte für diesen Sommer stehen fest! Kleines Extra: Einige Desserts und Drinks haben es auch ins Buch geschafft.

 

Noelle Stevenson: Nimona

noelle stephenson nimonaNimona fängt als Sidekick ihres liebsten Bösewichts an und sie hat Talent: Ihre Pläne sind brutaler und schurkiger als die Blackhearts. Sie erregt die Aufmerksamkeit der Behörden, denn als Gestaltwandlerin ist sie eine gefährliche Waffe. Doch wer ist sie wirklich? Nimona, ihr einarmiger Chef und ihr Feind Sir Goldenloin werden in allerlei Abenteuer verwickelt. Ein unwiderstehlich bunter Comic mit einer Fantasy-Welt, in der auch mal der Alarm gegen Einbrecher losgeht oder Breaking News im TV laufen. (schon mit Begeisterung gelesen)

 

Kate Atkinson: Life after Life

kate atkinson life after lifeEin wenig blind bin ich in diesen Roman gestolpert. Ich hatte was im Hinterkopf Richtung „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (einer meiner Lieblingsfilme); es geht um eine Frau, die ihr Leben immer wieder leben kann. Beim Durchblättern wird klar, dass es hier jede Menge Berührungen mit dem Zweiten Weltkrieg zu geben scheint.

 

Tad Williams: Otherland 1. Stadt der goldenen Schatten

tad williams otherlandUnd ein Nachzügler, der es nicht mehr auf’s Gruppenfoto geschafft hat 🙂 Otherland will ich tatsächlich schon lesen, seit es auf Deutsch erschien! Die Cover haben mich sehr fasziniert und mich des öfteren von meiner Tolkien-Lektüre abgelenkt, denn die Reihe erscheint, genau wie Der Herr der Ringe, in der Hobbit-Presse. In meiner ersten Ausgabe war Werbung für die dicken Bände von Tad Williams, den ich inzwischen bereits auf anderem Wege kennen gelernt habe.

Habt ihr eines meiner neuen Bücher vielleicht schon gelesen und könnt es empfehlen? Ich freue mich jedenfalls bereits über jedes einzelne und werde darüber berichten!

Irischer März Zwischenstand

Irland lesen Banner
Der Monat ist schon wieder halb vorbei – Zeit für einen Zwischenstand zum Irischen März! In Vorbereitung für meinen kommenden Sommerurlaub und weil die Iren im März ihren Nationalheiligen Patrick feiern, beschäftige ich mich zurzeit mit den irischen Autoren auf meinem Regal. Weil ich ein bisschen kränkele und nicht so viel zum Lesen komme, habe ich das Projekt auf Filme ausgeweitet. Wieso habe ich nicht gleich daran gedacht! (Wer mitmachen will, ist weiterhin dazu eingeladen :))

Bisher habe ich in diesem Monat gesehen/gelesen:

Brooklyn (2015)

Eilis sucht ihr Glück in Amerika, doch ihr Herz ist noch in der Heimat. Schöner ruhiger Film von dem Schmerz, ins Exil zu gehen und nirgendwo mehr richtig daheim zu sein. Zeitweise dachte ich, der Film geht in eine ganz böse Richtung, dem war aber zum Glück nicht so. Das Buch von Colm Toíbín hab ich übrigens nicht gelesen; ich hatte schon mehrfach gehört, der Film sei besser, und die erstaunliche Saoirse Ronan lasse ich mir nicht entgehen. Der Film erwies sich auch unerwartet als tauglich für meinen Lieblingsadmin, der sich zu Beginn des Films zu mir setzte und am Ende selbst ein wenig erstaunt war, bis zum Schluss geblieben zu sein.

James Joyce: Dubliner

Dubliner ist eine Kurzgeschichtensammlung, in der es um Bewohner der irischen Hauptstadt geht. Weit bin ich mit diesem Buch nicht gekommen. Schon nach der ersten Geschichte war klar: Ich will lieber den Ulysses noch mal lesen. Denn die Pointe (sofern es eine gab) habe ich nicht begriffen. Von daher verbringe ich lieber noch mal Zeit mit meiner alten Hassliebe als mit neuen Geschichten von Joyce. Den Ulysses nehme ich mir für die zweite Monatshälfte vor, diesmal aber nicht in Buchform, sondern als Hörspiel. Mehr dazu nächstes Mal.

Irischer März: Brooklyn, Skippy dies, Song of the Sea

 

Die Melodie des Meeres (2014)

Von diesem Kinderzeichentrikfilm habe ich hier bereits geschwärmt. Inzwischen bin ich stolze Besitzerin der Blu-Ray-Ausgabe und habe den Film erneut gesehen. Es gibt wohl keine bessere Möglichkeit als die Filme Tomm Moores, um sich auf Irland einzustimmen. Irische Folklore trifft hier auf Zeichnungen, in die man einfach versinken will. Die Melodie des Meeres richtet sich dabei an ein junges Publikum; das Erstlingswerk Moores, Das Geheimnis von Kells, bleibt sicherlich mein Lieblingsfilm aus dem bisher nur diese beide Feature-Filme umfassenden Werk. Hoffentlich kommen noch viele Filme hinzu!

Paul Murray: Skippy dies

Mit diesem Buch bin ich leider noch nicht sehr weit gekommen. Viel passiert ist also noch nicht, aber es ist düsterer als ich erwartet hatte. Die Jungs in dem Buch nehmen Drogen und einer der Lehrer scheint in einer destruktiven Beziehung gefangen zu sein. Etwas deprimierend also, aber bisher erstaunlich fluffig zu lesen mit ironiegeladenen Dialogen.

 

Könnt ihr irische Autoren oder Filme empfehlen? Oder vielleicht etwas anderes, das mich auf Irland einstimmen könnte?

Irischer März (ein Lebenszeichen)

Hallo zusammen! Da bin ich nun wieder. Diese lange Pause hatte ich nicht beabsichtigt – mir war einfach, als hätte ich nichts zu erzählen.
Das kommt zum Teil daher, dass ich in diesem Jahr viel langsamer lese, gefühlt so wie vor Goodreads und Blog – meine „natürliche“ Geschwindigkeit sozusagen. Was wirklich schön ist, weil ich wieder mehr in die Geschichten eintauchen kann. Prompt habe ich mich in ein Buch verliebt, von dem ich euch gerne demnächst berichten will. Wer mir auf Goodreads folgt, weiß vielleicht schon, dass es sich um „Tell the Wolves I’m Home“ von der begabten Carol Rifka Brunt handelt.

Der irische März: Irische Autoren lesen

Neben meiner wiederentdeckten Lesegemütlichkeit hält mich auch die Urlaubsplanung vom Bloggen ab: Es geht nach London und dann noch nach Irland und ich freue mich ganz verrückt darauf. Aus diesem Anlass habe ich beschlossen, den März ins Zeichen Irlands zu stellen und einige irische Autoren auf meinem SuB zu lesen. Was zeitlich passt, ist doch am 17. März der St. Patrick’s Day.Irland lesen BannerIch lade euch herzlich ein, mit mir zu lesen! Ihr könnt ein Buch oder mehrere lesen, auch das Format ist ganz egal. Es sollte nur in Irland spielen und/oder von einem irischen Autor stammen. Ich selbst habe auf meinem SuB drei passende Bücher ausgemacht:

James Joyce: Dubliner
Die quintessenzielle Dublin-Lektüre für alle, die den Ulysses schon gelesen haben 😉 Am liebsten würde ich allerdings den noch mal lesen, werde ich doch am Bloomsday vor Ort sein!

Paul Murray: Skippy dies
Da es mir ein Rätsel ist, dass sich dieses Buch noch ungelesen in meinem Regal befindet, freue ich mich hierauf besonders. Worum es genau geht, weiß ich gar nicht; irgendwas mit Jungen auf einem Internat. Ach ja, und einer von ihnen heißt Skippy, und er stirbt.

John O’Farrell: An Utterly Impartial History of Britain
Thematisch weniger passend, doch der Autor ist Ire. Im Vorwort gibt er zu, es handele sich größtenteils um eine Geschichte Englands – vielleicht kann ich ja noch etas für den London-Aufenthalt aufschnappen.

Ich würde mich sehr über eure Beteiligung an meinem kleinen literarischen Ausflug nach Irland freuen und melde mich in der nächsten Woche mit einer Leseempfehlung für „Tell the Wolves I’m Home“. Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche und hoffe, ihr konntet das schöne Wetter am Wochenende gnießen!