Herbstlesen: Dewey’s Readathon

Dewey 24 hour readathon April 2017Heute beginnt Dewey’s Readathon, der wohl größte 24-stündige Lesemarathon überhaupt. Nachdem ich im April mitgelesen habe und dabei viel Spaß hatte, will ich auch diesmal dabei sein. Das lässt sich ja prima mit dem Herbstlesen kombinieren. Um 14 Uhr geht es los. Nur zur Klarstellung: Ich werde nicht wie viele andere die ganzen 24 Stunden wachbleiben. Dafür liegt der Marathon in unserer Zeitzone zu ungünstig und ich schlafe auch viel zu gerne 🙂


I am legend Richard MathesonLouisa May Alcott Little Women

Mein Ziel für den Readathon: Ich will wieder ein Buch komplett lesen. Letztes Mal habe ich Die Schule der Rätselmeister gelesen und es war toll, die Geschichte am Stück zu genießen. Jetzt will ich mir I am legend vornehmen. Das Buch sehr kurz und hoffntlich spannend. Ansonsten habe ich mich nicht festgelegt, was ich lesen will. Zum Beispiel könnte ich Little Women von Louisa May Alcott oder Never let me go weiterlesen. Darin bin ich inzwischen auf Seite 100 und wüsste eigentlich gerne, wie es weitergeht. Oder ich schnappe mir was ganz Neues. Da unter den genannten Titeln nichts Deutschsprachiges ist, möchte ich mir die Option freihalten, etwas anderes anzulesen, wenn es mir mit dem Englischen zu viel wird.Ich werde jetzt erst mal frühstücken und einkaufen gehen. Ich wünsche euch ein schönes Lesewochenende!


Es geht los 🙂 Ich bin heute übrigens auch auf Twitter unterwegs, wo gerade unter dem Hashtag #readathon der Bär steppt.

Update 16:00 Uhr

I am legend ist wohl das perfekte Marathonbuch 🙂 Ich habe jetzt 66 Seiten gelesen und es gefällt mir sehr. Noch ist nicht ganz klar, was mit dem Protagonisten passiert ist, dass er als letzter Lebender unter Untoten übrig geblieben ist, aber man bekommt immer wieder kleine Informationsschnipsel und der Roman ist sehr klug konstruiert.

Update 18:40 Uhr

Gerade habe ich I am legend beendet und bin noch ganz baff vom Ende. Das war dann doch komplett anders als in dem Film, den viele (vor allem aus diesem Grund) so schlecht fanden. Ich mag es, wenn ein Roman mich mit einer neuen Perspektive so überraschen kann!

Mir ist gerade nach Never Let Me Go, also werde ich darin weiterlesen. Vielleicht kann ich das Buch auch noch beenden …

Update 21:50 Uhr

Ich war in der Badewanne, habe zu Abend gegessen und eine letzte Blogrunde für heute gedreht. Und natürlich in Never Let Me Go weitergelesen. Jetzt bin ich auf der Hälfte des Buchs angekommen, habe also nur knapp 50 Seiten gelesen. Es ist eben ein langsameres Buch als I am Legend. Das macht aber nichts. Ich bin sicher, dass ich es auch noch bis zum Ende des Readathon beenden kann. Darum will ich auch jetzt mit besagtem Buch in die Kissen und da noch weiterlesen. Wahrscheinlich melde ich mich erst morgen wieder, denn ich bin heute früher wach geworden als sonst und darum schon ewas müde. Ich sag mal bis morgen!


Sonntag

Seit 7 Uhr bin ich wach und lese weiter Never Let Me Go. Auf einen der Charaktere werde ich zunehmend wütend. Sie ist manipulativ und bezaubert alle. Da ich selbst schon mit solchen Menschen zu tun hatte, finde ich sie allerdings nicht unrealistisch. Ich bin jetzt im letzten Teil der Geschichte angekommen und bin sicher, dass mir traurige Seiten bevorstehen.

Update 11:30 Uhr

Bin gerade mit Never Let Me Go fertig geworden. Es kam, wie es kommen musste, und wurde sehr traurig. Ich bin richtig niedergeschlagen gerade. Ob mir Little Women da raushelfen kann? Das Wetter heute ist jedenfalls nicht gerade dazu angetan, die Stimmung zu heben.

Update 14:00 Uhr

Mit Little Women habe ich den Lesemarathon ausklingen lassen. Natürlich war ich bald in der liebenswerten Geschichte verschwunden und hatte Ishiguro bald hinter mir gelassen. Blöd nur, das es in Little Women auch dramatisch wurde 🙂

Ich bin sehr zufrieden mit diesem Readathon: Ich konnte ein komplettes Buch lesen, ein weiteres beenden und in einem dicken Buch ein gutes Stück weiterkommen. Insgesamt habe ich ca. 15 Stunden gelesen und gebloggt und 480 Seiten geschafft. Bei den Snacks war ich dieses Mal viel genügsamer.

Jetzt brauche ich erst mal eine kleine Lesepause. Nach einer Blogrunde nehme ich mir wohl den Powell & Pressburger Film vor („Irrtum im Jenseits“), der gerade in der Arte-Mediathek verfügbar ist. „The Life and Death of Colonel Blimp“ ist einer meiner Lieblingsfilme, darum möchte ich mehr von dem Duo sehen.

Herbstlesen: Es wird Regen geben

Es sieht hier noch trostloser aus als gestern; richtiges Lesewetter halt! Heute möchte ich weiter in A Song for Arbonne lesen und hoffentlich den Teil Midsummer beenden. Außerdem muss hier ein wenig Ordnung geschaffen werden, wobei mir Verstand und Gefühl wieder Gesellschaft leisten wird. Ich werde aber bestimmt dazwischen abdriften und mich zu einem Film hinreißen lassen 🙂


Nach ein wenig Jane Austen habe ich die letzten Stunden vor allem damit verbracht, meinem Freund aus Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten vorzulesen. Wir lesen das Buch schon seit Monaten, kommen aber leider selten dazu und haben im Arbeitsalltag auch nicht mehr so die Muße wie zu Studienzeiten. Umso schöner war es, sich mal wieder richtig Zeit dafür zu nehmen. Jetzt geht es aber mit voller Kraft ans Aufräumen.


Oh, ich bin heute so lesefaul 😉 Nach dem Aufräumen (immerhin, das hat funktioniert) haben wir uns was Leckeres gekocht (Couscous mit Pilzen und Paprika) und ich wollte eigentlich ein Foto machen, aber ähnlich wie bei Susanne gestern war der Hunger dann größer 😀

Darauf sind wir ein wenig vor der Glotze versumpft: Erst kam eine wirklich schön gemachte Australiendoku (zwei Herren im Unimog unterwegs, um Flora und Fauna mit der Kamera einzufangen), dann haben wir die letzte Folge von Gotham auf Netflix geschaut. Ich bin froh, damit fertig zu sein: Die erste Staffel hat mir noch gut gefallen, aber bei der zweiten war mir ziemlich schnell klar, dass das nichts mehr für mich ist. Zu viel unnötige Dramatik und panzergroße Löcher in der Logik. Meinem Freund zuliebe habe ich aber weiter mitgeschaut. Im Gegenzug muss er mit mir iZombie anschauen, und zwar im Original. Gute Kompromisse sind alles in einer Langzeitbeziehung 😀

Ein wenig habe ich auch in A Song for Arbonne gelesen, bin aber zwei Kapitel hinter meinem Wunschziel. Das werde ich wohl nicht mehr aufholen können. Die Handlung nimmt ordentlich an Spannung zu, da kommen Sachen zutage … das kann noch heiter werden.

Ich werde meinen Liebsten wohl jetzt an seine Pflicht bezüglich iZombie erinnern und dann noch mit einem Buch, das weniger wuchtig ist als A Song for Arbonne, im Bett verschwinden. Euch noch einen schönen Abend und einen guten Start in die Woche!

Herbstlesen: Plötzlich Freizeit

Eigentlich sollte ich dieses Wochenende bei meiner Familie verbringen, damit wir Sonntag einen Gutschein für eine Flugstunde einlösen können. Doch die Wettervorhersage lässt keine Hoffnung, dass daraus etwas wird. Stattdessen widme ich mich (neben meiner Bügelwäsche …) meinem SuB und lese dieses Wochenende wieder bei Winterkatzes Herbstlesen mit.


Aktuell stecke ich in Jules Vernes Meistererzählungen. Den Band habe ich mal bei einem Bibliotheksbasar gekauft und mir fehlt noch die letzte Geschichte, Der ewige Adam. Diese sollte ich heute problemlos auslesen können.

Mein aktuelles Hörbuch ist Verstand und Gefühl von Jane Austen. Damit bin ich schon weiter fortgeschritten, möchte aber nicht hindurchrauschen.

Ich möchte auch noch Never let me go von Kazuo Ishiguro beginnen. Das Buch hatte ich sowieso für diesen oder nächsten Monat angepeilt. Dass Ishiguro jetzt (endlich) den Literaturnobelpreis bekommen hat, nehme ich mal als Zeichen 🙂


Und ich habe auch schon den Verne ausgelesen. Er endete etwas düster. Insgesamt war ich leider nicht so ein Fan der Kurzgeschichten. Sie sind sehr vollgestopft mit Ideen, die dann keinen Platz für sich haben. Es ist aber interessant, wie sehr Verne doch in seiner Zeit verwurzelt ist: Zum Beispiel taucht immer wieder Kolonialismus als Thema auf.

Ich werde jetzt erst mal ausgiebig frühstücken und mich dann in Never Let Me Go vertiefen. Vielleicht fange ich auch noch ein weiteres Buch an, damit ich was zum abwechseln habe. Vielleicht Untenrum frei von Margarete Stokowski. Wie konnte ich nur A Song for Arbonne vergessen?! Das passiert, wenn man vorm Frühstück postet 🙂 Natürlich werde ich darin weiterschmökern, das sollte genug Abwechslung zu Ishiguro bieten.


Ein wenig habe ich jetzt doch in A Song for Arbonne gelesen, brauche aber immer noch länger als gewöhnlich. Aber egal, damit habe ich mich abgefunden. Ich mag den neu eingeführten Charakter Lisseut (eine Sängerin), einfach weil sie ganz neue Aspekte in Kays Welt hervorbringt. Später werde ich bestimmt noch weiterlesen, jetzt ist mir aber nach Abwechslung. Ich habe schon einige Zeit am Computer vertrödelt und telefoniert, aber es nützt nichts: Die Wäsche ruft. Wenigstens werde ich mit Jane Austen in bester Gesellschaft bügeln!


So! Der Wäscheberg ist bewältigt. In Verstand und Gefühl habe ich einen größeren Wendepunkt in der Geschichte erreicht und hatte es mit einigen unausstehlichen Charakteren zu tun. Als nächstes bin ich auf Never Let Me Go neugierig, bin aber gerade etwas platt und würde am liebsten einen Film ansehen. Demnächst sollte auch das Essen eintreffen (wir sind heute extrafaul und haben was bestellt).


Jetzt habe ich den restlichen Abend doch andere Sachen gemacht als zu lesen. Manchmal ist das halt so. Morgen dann auf ein Neues. Gute Nacht 🙂

Herbstlesen 2017: Wochenend und Sonnenschein

Winterkatzes Herbstlesen Oktober 2017Oktoberzeit heißt Herbstlesen! Bei Winterkatzes schöner Tradition bin ich natürlich wieder gerne dabei. Mich erwarten diesen Monat Familienbesuche, ein Ausflug nach Frankfurt und der Dewey Lesemarathon. Trotzdem will ich wenigstens an einigen Tagen dabeisein. So wie heute.


Mein Freund und ich haben heute einen kleinen Ausflug zu einer Talsperre geplant; zum Glück spielt das Wetter heute mit, nachdem es gestern nur geschttet hat. Daher werde ich erst heute abend eure Beiträge lesen und kommentieren können. Dann möchte ich selber auch noch ein bisschen schmökern:

A Song for Arbonne von Guy Gavriel Kay hatte mir Neyasha ans Herz gelegt und auch auf ihrem Blog vorgestellt. Da meine Ausgabe recht wuchtig ist, komme ich nur sehr langsam vorwärts, denn meine Primetime beim Lesen ist eigentlich die Bahnfahrt zur Arbeit, wohin ich den Wälzer aber nicht schleppen will. Bisher gefallen mir das Setup und Kays Scheibstil sehr gut.

Dann habe ich noch, perfektfür den Oktober, mit Ray Bradbury’s Something Wicked this Way Comes angefangen. Auch hier bin ich noch nicht weit, aber die opulente anspielungsreiche Sprache hat mich von der ersten Seite gefesselt.

Nach dem Ausflug melde ich mich wieder und wünsche schon mal allen Teilnehmern einen entspannten (Lese-)Tag!


Leseabend

Nach einem schönen Tag draußen bin nun bereit für einen Abend auf der Couch! Leider konnte man an der Talsperre nicht bis ans Wasser (nicht mal sehen konnte man es, dafür aber riechen! So wunderbar frisch!). Aber der Wald war richtig verwunschen und ich habe ein paar Pilze gefunden. Ich sammle zwar keine Pilze, fotografiere sie aber gerne:

Pilzparade vom Waldspaziergang
Sind die nicht schön?!

Erst durch eine Gedenktafel am Wegesrand haben wir erfahren, dass für die Talsperre wohl eine große Umsiedlungsaktion stattfand. Ich stelle es mir unfassbar traurig vor, seine Heimat so unwiederbringlich zu verlieren.

Wiehltalsperre Gedenktafel
Zum Lesen vergrößern

Nach dem Tag draußen kuschle ich mich jetzt schön mit Tee und A Song for Arbonne auf die Couch und mache noch eine Blogrunde.

The full awfullness of the sea. Moby-Dick Leselog 06

Moby-Dick Leselog

{Kapitel 54-70}

Ich dachte, ich teile an dieser Stelle mal meine Notizen zum Buch. Damit ich den Überblick behalte, mache ich mir nach jedem beendeten Kapitel eine kurze Notiz zum Inhalt desselben. Am Anfang des Buchs war das noch schwierig, weil Dinge passiert sind. Inzwischen … sehe ich das locker.

  • 54 ellenlange Story in der Moby-Dick einen Seemann verspeist
  • 55  alle falschen Darstellungen von Walen
  • 56 Darstellungen von Walen in Büchern
  • 57 noch mehr Waldarstellungen!
  • 58 die gefährliche See (Athmo!)
  • 59 nächtliches Treffen auf den Squid
  • 60 Exkurs Walfangleine
  • 61 Stubb fängt einen Wal
  • 62 Harpuniere sollten nicht rudern müssen
  • 63 Teil an dem die Harpune festgemacht sind
  • 64 Stubb will Walsteak; der unfähige Koch wird gescholten
  • 65 über das Essen von Walen und warum es nicht schlechter ist als andere Steaks
  • 66 nachts Walleiche vor Haien schützen
  • 67 Beginn der Verarbeitung des Wals
  • 68 Walhaut (groß! Und ekelig)
  • 69 Was vom Wale übrig blieb
  • 70 Ahab versucht, dem toten Wal sein Geheimnis zu entlocken (k.A. was)

Moby-Dick wird weiterhin als menschenfressender Wal dargestellt, sodass ein Sinn von Suspense entsteht, ohne dass es einen Kriminalfall dazu gäbe. Echt interessant, das. Dafür schieben sich immer wieder eher zähe Exkurse zu Einzelheiten an einem Walfängerschiff dazwischen oder Vorgehensweisen bei der Jagd. Die ganzen Details zur Verarbeitung des Wals waren für mich als Vegetarier wirklich abstoßend und ich habe nicht so genau aufgepasst wie sonst. Im Grunde wollte ich nur, dass das Thema endlich zu einem Ende kommt.

Sowohl Queequeg als auch Ahab tauchen nur am Rande auf und selbst der Erzähler Ishmael tritt meist in den Hintergrund, wenn er von dem Leben auf See berichtet. Das sorgt für zusätzliche Längen, denn meistens sind die Kapitel ohne Dialog. Eine schöne Ausnahme war die Unterhaltung zwischen Stubb und dem Koch. Stubb hat gerade einen Wal gefangen und verlangt nun (mitten in der Nacht) ein Stück davon als Steak. Dem Koch gelingt es nicht und Stubb gibt ihm auf seine humorvolle Art zu verstehen, dass er wohl kaum ein Koch sei, wenn das vor ihm ein Steak sein solle. Sein Rezept:

Hold the steak in one hand, and show a live coal to it with the other; that done, dish it; d’ye hear?

Am seltsamsten aber war das 54. Kapitel, „The Town-Ho’s Story“. Es ist eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte: Ursprünglich haben Walfänger der Town-Ho die Geschichte im Vertrauen an einen Harpunier der Pequod weitergegeben. Der hat aber im Schlaf geredet und musste dann später wach die Lücken füllen. Das Kapitel ist aber als Protokoll einer Unterhaltung zwischen Ishmael und Seemännern in Lima geschrieben, denen er die Story zwei Jahre nach seiner fatalen Reise erzählt.

Durch ein mysteriöses Leck muss die Town-Ho den nächsten Hafen aufsuchen. Durch viele, viele Wirren hinweg gibt es ein direktes Treffen auf Moby-Dick, der einen der Anteilseigner verschlingt. Ich weiß einfach nicht, was mir dieses Kapitel sagen will, denn jede Figur, die hier auftaucht, hat Dreck am Stecken. Der Wal als eine Art göttliche Rachefigur fällt also raus, weil jeder ein Täter ist, aber nur einer getötet wird. Puuh, da fällt mir einfach nix zu ein.

Random Quote

(über den abgetrennten Walkopf von Stubbs Fang): The head looks a sort of reproachfully at him, with an „Et tu Brute!“ expression.