Gelesenes: Ein paar Kurzeindrücke

Manchmal ist so viel im Leben los, dass man keinen Kopf zum Lesen hat. So geht es mir gerade. Und das ist auch mal ganz schön.
Für ein kleines Lebenszeichen habe ich mir also einige von den Büchern vorgeknöpft, die ich in diesem Jahr gelesen, aber nicht en detail vorgestellt habe.

Aktuell lese ich übrigens „Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow (die Neuübersetzung von Alexander Nitzberg) und es ist soo gut, dass es mir doch wieder leid tut, dass ich gerade so wenig Muße dafür habe. Sehr empfehlenswert. Aber nun erst mal zu den anderen Büchern …

Der Riva Kodex (David Eddings)

David Eddings Das Auge Aldurs alle Bände

Mit dem allerallerletzten Band rund um Belgarath, Polgara und Garion geht eine Ära zu Ende: Vor inzwischen 6 Jahren habe ich begonnen, diese Reihen erneut zu lesen, um die drei letzten Bücher der Reihe Das Auge Aldurs zum ersten Mal lesen zu können. Schwer zu glauben, dass ich es endlich geschafft habe! Viel Neues gab es in dem Buch nicht, wenn man die gesamte Belgariad und Malloreon-Saga gelesen hat. Interessant waren da aber die nachträglich eingefügten Anmerkungen sowie Vor- und Nachwort des Autors, in denen er seine Arbeitsweise (und die seiner Frau Leigh, der meist ungenannten Ko-Autorin) erklärt.

Grief is the Thing with Feathers (Max Porter)

Dieser Gedichtband versammelt reimende Verse mit Prosagedichten zu einer zusammenhängenden Geschichte. Abwechselnd kommen ein kürzlich verwitweter Vater und seine beiden jungen Söhne zu Wort, es geht um die Zeit nach dem Tod der Mutter, den Umgang mit dem Leben ohne sie, mit dem Schmerz, der Wut, der Hilflosigkeit.

Ich bin keine große Lyrikkennerin und ich kann nicht behaupten, Grief is the Thing with Feathers vollständig begriffen zu haben. Aber die Emotionen und Entwicklungsstadien der Zurückgebliebenen konnte ich nachempfinden. Crow als Sinnbild für das Wechseln von Stille und Gefühlsausbrüchen hat mir sehr gut gefallen. Er taucht einfach eines Tages auf und nistet sich im Haus der trauernden Familie ein. Er ist mal grausam, mal mitfühlend, und immer unberechenbar.

Und wie das so ist mit Lyrik: Ab und zu war auch ein Vers dabei, der einfach alles so auf den Punkt brachte. Der Schluss allein macht das Büchlein lesenswert. Ich konnte es nicht aus der Hand legen.

The Wolves of Willoughby Chase (Joan Aiken)

Joan Aiken The Wolves of Willoughby Chase

In Joan Aikens Buch müssen sich zwei junge Damen gegen die Machenschaften von Betrügern wehren. Für die viktorianischen Vibes à la Little Princess war dann doch zu viel Action in dem Buch (was keine Kritik ist!). Es ist ein süßes kleines Buch über zwei abenteuerliche Mädchen, eine mit mehr Freude daran als die andere, aber beide zupackend und herzlich auf ihre Art. Die gute Fee/Deus ex machina in Form des Gänsejungen war etwas seltsam, hatte aber auch seinen Charme. Da Aikens Welt als alternative Geschichte verkauft wird (in den Klappentexten werden vor allem die Wölfe in England und die Zugfahrten erwähnt), hatte ich etwas irgendwie Steampunkigeres erwartet. Spaß hatte ich dann vor allem mit den Bösenwichten, die wirklich teuflische Pläne hegten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.