#Horrorctober 8-9/13: Es geht um die Familie

Zwei Filme, über die man im Vorfeld am besten gar nichts weiß und die ich mir trotzdem für den #Horrorctober angesehen habe: A Quiet Place (2018) und The Others (2001).#Horrorctober Returns! 2018

A Quiet Place

A Quiet Place DVD

Wir sehen eine Familie in einem Supermarkt. Alles sieht verlassen aus, niemand sonst ist zu sehen. Es wird kein Wort gesprochen, tatsächlich versuchen die Familienmitglieder, kein Geräusch zu machen. Den Prolog bis zu den Titles verbringt man mit der Frage: „Warum müssen sie so leise sein?“ Und darum ist es auch am besten, den Film ohne Vorwissen anzuschauen.

A Quiet Place wartet mit einigen wirklich innovativen Ideen auf. Diese Familie hat Wege gefunden, in einer zerstörten Welt zu überleben, Zeichen davon sieht der aufmerksame Zuschauer überall. Insofern ist es ein detailreicher Film, die Macher haben sich sehr viele Gedanken zu der Plausibilität gemacht. Das macht Eindruck.

Besonders gelungen ist die Familiendynamik in dem Film, und das liegt nicht nur daran, dass die Hauptdarsteller Emily Blunt und John Krasinski auch hinter der Kamera verheiratet sind. Die Kinder werden toll verkörpert und haben richtige Beziehungen zueinander und zu den Eltern.

Einzig störend fand ich die lauten Soundeffekte, die die Spannung verstärken und Schockmomente erzeugen sollen. Leider widerspricht das dem eigentlichen Filmkonzept, Spannung durch Stille zu erzeugen. Dieser Film ist meistens so still, dass selbst gewöhnlichste Geräusche wie das Rauschen eines Bachs erschrecken. Es ist schade, dass man sich hier nicht auf die eigenen Stärken verlassen hat.

Trotzdem war ich beeindruckt und werde den Film bestimmt noch einmal ansehen. Zusätzlich habe ich einen Blick auf das Filmskript geworfen, das sich scheinbar deutlich vom finalen Film unterscheidet, sondern auch wirklich spannend geschrieben ist. Auch das würde ich gerne mal in Gänze lesen. Da im Film so wenig gesprochen wird (angeblich sind es drei Minuten an hörbarem Dialog), ist es auch nur 67 Seiten lang.

The Others

The Others von Alejandro Amenábar kommt wie eine klassische Haunted House Story daher, ist aber viel mehr als das. Und ebenfalls sehr ungewöhnlich. Ich habe den Film bereits zweimal vor dem Horrorctober gesehen.

Nicole Kidman spielt hier eine angespannte Mutter, die mit ihren zwei Kindern auf einem Anwesen auf der britischen Insel Jersey lebt. Ihr Mann ist in den Zweiten Weltkrieg gezogen und nicht wiedergekehrt, doch sie hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Ihre Kinder leiden an einer seltenen Lichtallergie und leben im Dunkeln. Nachdem die Hausangestellten über Nacht verschwunden sind, häufen sich immer mehr seltsame Ereignisse: Von sich selbst entriegelnden Türschlössern bis hin zu Geistererscheinungen muss die Familie und ihre neuen Angestellten einiges mitmachen. Und dann ist da noch der Tag, über das niemand sprechen darf: Als Mami verrückt wurde …

The only thing that moves here is the light.

The Others erzählt von Trauma, Krieg und Beklommenheit undspielt mit vielen altbekannten Motiven der Geistergeschichte. Das alte, einsame Haus, die schweigsamen Hausangestellten, Geheimnisse, Nebel, … die Liste ist lang.

Wie gesagt kannte ich den Film bereits und da ich wusste, worauf die Geschichte hinausläuft, konnte ich mich auf andere Details und die verstreuten Hinweise konzentrieren. Es sind so viele, dass es erstaunlich ist, wie sehr man die diese verdrängt. Nur, weil man glaubt, die Geschichte bereits zu kennen. Amenábar legt auch einige falsche Fährten, erst in den letzten zehn Minuten wird die Geschichte aufgelöst.

Besonders toll ist Nicole Kidman als Hausherrin, die Öllampe in der einen Hand, das Gewehr in der anderen, auf der Suche nach vermeintlichen Einbrechern, langsam an ihrem Verstand zweifelnd, zwischen Argwohn gegen und Sorge um ihre Kinder. Ein Familiendrama mit einer ganz großen Extraportion Grusel.

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