#Horrorctober 5/13: 90er Horrorkomödien Part 2

#Horrorctober Returns! 2018Wer erinnert sich noch an dieses Genre? Bevor alles per VFX in Grau- und Brauntöne getaucht wurde, um uns zu zeigen, wie ernst alles ist? Ich jedenfalls dachte, es wäre mal ganz gut, das Gedächtnis aufzufrischen, und ich habe zu diesem Zweck The Frighteners (1996) und Die Mumie (1999) erneut angeschaut. Nach The Frighteners hier nun meine erneuerte Meinung zu Die Mumie.

Die 1920er, Ägypten: Die Bibliothekarin Evelyn Carnahan und ihr Bruder Jonathan, Kinder eines „sehr berühmten Entdeckers“, stoßen gemeinsam mit dem Ex-Legionär Rick O’Connell auf eine Karte zu dem legendären Wüstenort Hamunaptra. Dort sollen sich Artefakte und Schätze aus der Zeit der Pharaonen verbergen, und so machen sich die drei auf den Weg. Leider sind sie nicht die einzigen, die sich für den Ort interessieren. Und blöderweise gibt es da auch noch eine verfluchte Mumie, die zu neuem Leben erwacht und verdammt mächtig zu werden droht. Und doch eigentlich nur seine große Liebe wieder zum Leben erwecken will, um gemeinsam die Welt ins Chaos zu stürzen. Oder so.

Ich erinnere mich, den Film das erste Mal im TV gesehen zu haben, das muss wohl so 2001 gewesen sein. Und ich fand ihn damals zum Teil sehr gruselig. Vor allem die Entdeckung Imhoteps und sein Erwachen habe ich kaum ausgehalten. Beim Wiedersehen nach 17 Jahren ist der Film immer noch erstaunlich finster. Aber es ist vor allem minimal gehaltener Body Horror, der hier betrieben wird: Entstellte Gesichter, Folter, Menschenfleisch fressende Skarabäen und Imhotep, der einem den Lebenssaft buchstäblich aussaugt … Die Mumie bietet viele Gelegenheiten, sein Leben auf grauenvolle Art einzubüßen. Dazu noch ein ordentlicher Schuss Mystizismus, et voilà.

Als Erwachsene finde ich die Dialoge in Die Mumie nicht mehr wirklich witzig – sie sind nicht kindisch oder so, ich habe den Film nur etwas lustiger in Erinnerung, wie das vorkommt. Andererseits habe ich die nicht immer ganz schlüssige Handlung fehlerfreier in Erinnerung.
Wofür ich als junger Teenie kein Auge hatte, ist Rachel Weisz‘ Figur Evelyn. Sie ist brilliant und, wie die Protagonistin in The Frighteners, weiß sie sich zu helfen. Evelyn ist abenteuerlustig und muss sich mit ihrem Wissensdurst in einer durch Männer dominierten akademischen Umgebung behaupten, die sie nicht als Gelehrte anerkennt. Und Rachel Weisz ist wunderbar nerdig in dieser Rolle.

– I’m proud of what I am!
– And what is that?
– I’m a librarian!

Das allein ist das Wiedersehen wert. Ähnliches lässt sich nicht über ihre männlichen Kollegen sagen: Brendan Fraser, den ich wirklich gerne mag, wird durch seine Muskeln und die ins Gesicht hängenden Haarsträhnen stilisiert, viel zu tun hat er an der Charakterfront nicht. Logischerweise stiehlt so Weisz jede Szene, in der sie auftaucht.

Leider leider habe ich von dem Originalfilm von 1932 nur einen sehr kurzen Teil gesehen und kann keinen Vergleich anstellen. Für sich gesehen ist der Film ein netter Zeitvertreib mit unbestreitbarem Charme, trotz seiner Fehler.

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