Straight White Whale: Moby-Dick Leselog Rückblick

Nach dem Urlaub hat es doch länger als gedacht gedauert, wieder voll da zu sein (hallo, da bin ich wieder :-)). Nachdem ich aber wieder im Alltag angekommen bin, hier endlich mein Fazit zu Moby-Dick:Quelle: Freshwater and Marine Image Bank

Was für ein Kampf! Das kann man ruhig in jedem Sinn des Satzes verstehen. Denn der epische Kampf im Roman (Ahab gegen Wal ebenso wie Moral gegen Natur oder Glaube gegen Schicksal) ähnelte nicht selten meinem eigenen Kampf mit dem Buch selbst. Ohne den Leselog hätte ich sicher nicht bis zum Ende durchgehalten. Denn inzwischen ist meine Toleranzschwelle hier sehr niedrig.

Trotzdem: Ich bin froh, das Buch als Ganzes kennengelernt zu haben. Viele Szenen waren wirklich großartig und gesprenkelt mit schönen und auch witzigen Beschreibungen. Ishmael st, sofern er vorhanden ist, ein angenehmer Erzähler. Die vielen Anekdoten haben zwar abgelenkt, aber das Buch auch bereichert. Als Ganzes ist der Funke dennoch nicht auf mich übergegangen – warum Moby-Dick als einer der wichtigsten amerikanischen Romane gilt, ist mir wenigstens nicht glasklar geworden. Mir kam das Mammutwerk dazu sehr ungeschliffen und fast schon chaotisch vor. Aus anderen dicken Wälzern der Weltliteratur wie dem Ulysses oder der Suche nach der verlorenen Zeit konnte ich da mehr gewinnen. Nun ist Melville aber auch schon älter, eine andere Generation. Und das merkt man halt.

Wie gesagt hat mir das Leselog beim Entlanghangeln des Wals sehr geholfen. Mein Fehler war hier sicher, den gesamten Schmöker in wenigen Wochen durchzuackern. Das liegt natürlich teils daran, dass ich euch nicht ewig mit Leselogs zuschütten wollte. Für so ein langes Buch wären aber kleinere Abschnitte angebracht gewesen. Am Leselog als „Format“ halte ich dennoch fest. Das hat Spaß gemacht. Vielleicht nehme ich mir als nächstes einen alten Liebling vor oder halt ein schmales Büchlein. Das könnte ich mir auch gut vorstellen.

4 Gedanken zu “Straight White Whale: Moby-Dick Leselog Rückblick

  1. Hallo liebe Sam,

    ich staune immer noch, dass du „Moby Dick“ in so kurzer Zeit gelesen hast. Du sagst es ja selbst: Eigentlich müsste man sich für so einen Koloss mehr Zeit nehmen, um alles auch „sacken“ zu lassen. Ich selbst brauche für 1000-Seiter immer mehrere Monate und mache zwischendrin immer wieder bewusst ein paar längere Pausen. Alles andere wäre für mich dann zu viel in zu kurzer Zeit. 😀

    Ich freu mich aber sehr, dass du an diesem Blog-Format Gefallen gefunden hast, habe deine Leselog-Einträge immer sehr gern gelesen und hoffe auf weitere. 🙂

    Viele Grüße
    Kathrin

    1. Das Problem ist: Wenn ich mir zu viel Zeit lasse, verliere ich auf halber Strecke das Interesse und lese was anderes! Gerade, weil das Buch auch keine größeren Einteilungen hatte, an denen man anhalten und verschnaufen könnte … Ich bin da einfach etwas kurios 😉

  2. Du warst echt erstaunlich flott bei diesem Wälzer. Ich habe deine Leselogs gern gelesen und wäre auch gern mit dabei geblieben, aber ehrlich gesagt habe ich die letzten Wochen kein Wort dran weitergelesen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch nochmal zur Hand nehme …
    Ich bin aber trotzdem froh, dass ich es dank deines Vorhabens auch einmal damit probiert habe – nun weiß ich wenigstens, dass das Buch eher nichts für mich ist.

    1. Ich bin ganz bei dir; wie gesagt hätte ich es ohne Leselog auch bald aufgegeben. Leider war es doch ein sehr altmodisches Buch und sicher kein neuer Liebling.

      Schade, dass es mit dem Walduett nicht geklappt hat. Vielleicht finden wir mal ein anderes Buch zum Synchronlesen 😉

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