Weltall, Wolkenkratzer und Züge: Neuzugänge II/2017

Obwohl ich so selten dazu komme, meine neuen Bücher direkt zu lesen, mag ich sie in hier im Blog vorstellen. Wer erzählt nicht gerne von seinen neuesten Errungenschaften? Von meinen 8 neuen Büchern habe ich bereits zwei gelesen und ein drittes gekauft, das ich schon vor Jahren gelesen habe. Das freut den SuB!

 

Sachbücher: The Grand Design | Getrude & Alice

Neuzugänge 2017 Teil 2 Sachbuch
Standen nebeneinander im Büchertauschregal

Wie genial ist das denn?! Eine illustrierte Einführung in Quantenphysik von Stephen Hawking und Leonard Mlodimow und eine Biographie über Gertrude Stein und Alice Toklas habe ich Seite an Seite praktisch vor meiner Haustür gefunden.
The Grand Design ist recht kurz und mit vielen Illustrationen gespickt. Wohl genau richtig, um eingerostetes astronomisches Wissen wieder aufzufrischen. Leonard Mlodimows Euclid’s Window hat mir vor einigen Jahren zum ersten Mal meine Liebe zur Astrophysik offenbart, die in der Zwischenzeit immer weiter gewachsen ist. Aber noch mal ein Rundumschlag zu den Basics kann doch nicht schaden.

Gertrude and Alice: Gertrude Steins Leben im Paris der 20er Jahre und ihre Rolle als Einflussnehmerin auf Persönlichkeiten der Literatur und Kunst ist faszinierend. Ihre Schriften interessieren mich aber nicht so sehr wie einfach ihr Leben mit ihrer Lebensgefährten Alice. Daher habe ich bei dieser Biographie direkt zugegriffen.

 

Alte Klassiker: Much Ado About Nothing | Zwei Fremde im Zug

Neuzugänge 2017 Teil 2 Klassiker
Die Prachtausgabe und … das funktionale Taschenbuch

Much Ado About Nothing von Shakespeare kenne ich zwar schon vom Selberlesen und diversen Adaptionen, doch bei dieser mit herrlichen Scherenschnitten ausgestatteten Hardcover-Edition konnte ich nicht wiederstehen. Runtergesetzt war sie auch noch! Und bei den zahlreichen Annotationen werde ich sicher noch etwas lernen können.

Mit Zwei Fremde im Zug zieht ein weiteres Buch aus einem Büchertauschregal bei mir ein. Patricia Highsmith hat mich ja schon mit anderen Werken begeistert; vor allem natürlich mit Der talentierte Mr. Ripley, aber auch Ediths Tagebuch hat mir gut gefallen. Nun möchte ich die Vorlage für den Hitchcock-Film auch einmal anlesen.

 

Und nun SciFi: High-Rise | Freie Geister

Neuzugänge 2017 Teil 2 SciFi
Oder Gesellschaftsromane?

Durch die Verfilmung drauf aufmerksam geworden und beschlossen, erst mal das Buch zu lesen: High-Rise. Geschichten um Mikrokosmen finde ich immer interessant. Dieser Roman dreht sich ganz um das Leben in einem ultramodernen Hochhaus. Wenn ich es richtig verstehe, wird es sehr schnell sehr düster.

Einen modernen Klassiker habe ich mir mit der neu Übersetzung von The Dispossessed von Ursula K. Le Guin gegönnt, das nun Freie Geister heißt. Das Buch habe ich zwischenzeitlich schon gelesen, denn es war ein Titel für meinen Leseclub. Es wurde einstimmig für gut befunden 🙂

 

Es war einmal der Hype: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten | The Gracekeepers

Neuzugänge 2017 Teil 2 Hype
Endlich auch in meinem Regal 🙂

Oft notiere ich mir interessante Bücher für Gelegenheitskäufe. Wenn die Gelegenheit dann kommt, ist der Hype meist schon drei Blocks weiter gezogen. Aber das soll mich nicht stören! Der Kuschel-SciFi Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten war Buchtitel 2 für unseren Leseclub; so kann ich hierzu freudig vermelden, mich ebenso wie fast alle anderen Hals über Kopf verliebt zu haben.

Tja, und dann noch The Gracekeepers, eine Art postapokalyptischer Roman, in dem die Welt fast komplett überschwemmt ist und ein Mädchen mit einem Bären in einem Wanderzirkus von Insel zu Insel zieht. Falls sich einer wundert: Meine Ausgabe ist ein frühes Rezensionsexemplar.

Über alte Schweden, Hempels Sofa und heilige Strohsäcke: Lars Ruppel

„Lyrik, gähn!“, höre ich oft, wenn ich von meinen eigenen seltenen Ausflügen in diese Textsorte berichte. „Damit kann ich nichts anfangen.“ Wer das sagt hat vielleicht einfach noch nicht die richtige Sorte Lyrik für sich entdeckt. Denn es gibt so viele davon: Es gibt SciFi-Poesie, es gibt moderne Versromane – und es gibt Lars Ruppel.

Lars Ruppel Slam-Poetry über RedensartenDer Vollzeit-Poetry-Slammer hat auf zwei CDs seine Gedichte über Redensarten eingelesen. Inspiriert von Ausrufen wie „Mensch Meier“ oder die „grüne Neune“ lässt er seiner Fantasie freien Lauf, erfindet abstruse Geschichten mit unerwarteten Wendungen. Dabei hört man immer deutlich den Slammer heraus. Ein bisschen Ironie, ein paar Pop-Referenzen, „was für’s Publikum“. Ruppel provoziert zu Reaktionen, seine Lyrik kann man prima mit anderen gemeinsam anhören.

Zu einem richtigen Lars Ruppel Gedicht gehört auch ein guter Schuss Gesellschaftskritik. Da gibt es ein Gedicht, in dem die Katzen der Stadt die Macht übernehmen und die Menschen unterdrücken. Sogar Angela Merkel tritt im politischen Kampf gegen Schmidts Katze an, wird aber besiegt. So haben die Gedichte nicht viel mit ihren ursprünglichen Redensarten zu tun, sind dadurch aber auch nicht berechenbar.

In der Doppel-CD „Mein lieber Herr Gesangsverein, die Waldfee holt die Kuh vom Eis“ findet man die komplette erste Hörbuchausgabe wieder sowie einen Stoß neuer Gedichte. Der Bruch zwischen diesen war für mich deutlich erkennbar; die erste Hörfassung von Ruppels Gedichten und damit CD 1 dieser Zusammenstellung kannte ich bereits. Während die erste Hälfte noch leichtfüßig und wild daherkommt (wie obiges Gedicht „Schmidts Katze“), überwiegen in den späteren Gedichten die nachdenklichen Töne. Auch lustige Gedichte enden da schon mal in einem plötzlichen Tonwechsel nach Moll.

Die Mischung aus Humor und Nachdenklichkeit funktioniert gut auf kurzen Strecken. Doch beim Durchhören beider CDs gefriert einem das Lächeln auf den Lippen und Ruppels erhobener Zeigefinger versperrt die Sicht auf die schönen Sprachverzwirbelungen, die eigentlich so viel Spaß machen. Darum empfehle ich, sich täglich nur eine kleine Dosis Ruppel zu gönnen, denn so hat man am meisten von ihm. Aber eigentlich gilt das ja auch für alle Lyrik.

Mein Lieblingsgedicht auf „Mein lieber Herr Gesangsverein, die Waldfee holt die Kuh vom Eis“ ist und bleibt das wunderbare „Volker Racho“, auch aus dem älteren Teil des Albums. Beim ersten Hören lag ich praktisch lachend am Küchenboden. Anders als bei den meisten anderen Gedichten geht es hier nur um die Freude am Nonsens.

Volker muss Geschirr abwaschen, schluckt nen Spülmaschinentab
trinkt ein Schlückchen Selterswasser und leckt dann die Teller ab.

Ein toller Einstieg in Lyrik und die Kur für alle, die aus der Schulzeit noch traumatisiert sind.

So schmeckt der Sommer: Sommerwünsche 2017

Sommerwünsche bei Buchflimmern

Diesen Tag habe ich bei der lieben Neyasha gesehen und spontan auch eine Liste gemacht 🙂 Es ist eine zehnteilige Liste mit Dingen, ich in diesem Sommer tun möchte. Viele Punkte sind für mich allgemein Highlights jedes Sommers. Vielleicht findet ihr ja noch Inspration für euren Sommer.

 

Viel Zeit auf dem Balkon verbringen

Im letzten Jahr hatten wir nicht viel von unserem großen, zum Südwesten gelegenen Balkon. Denn die Sonne knallt da ab 13 Uhr bis zum späten Abend hin, es wird leicht heiß und das Licht blendet auch noch. Die Lösung war naheliegend, musste aber auf sich warten lassen: Sonnenschirme. Wir haben nun zwei Stück, sodass man das schöne Wetter vor allem am Abend nach der Arbeit wunderbar genießen kann.

 

Unser Schwimmbad besuchen

Viel zu lange war ich schon nicht mehr richtig schwimmen! Da es nicht allzu weit von unserer Wohnung ein kleines Stadtbad gibt, habe ich eigentlich keine Ausreden. Sogar ein kleines Außenbecken soll es da geben. Als olle Wasserratte fehlt mir das Schwimmen schon. Auch mein Rücken würde sich über das Training freuen!

 

Ein Buch in der Sonne genießen

Als ich Trier verließ, hatte ich die Vermutung, dass damit auch die Sommer mit StadtLesen zu Ende wären, denn in meine neue Heimat Köln war die Draußen-Lesen-Veranstaltung noch nicht gekommen. Schön, dass man für dieses Jahr den kölschen Roncalliplatz ansteuert! Hoffentlich wird die Atmosphäre dort genauso schön wie vorm Trierer Dom. Falls das Wetter mitmacht! Allgemein mehr draußen zu lesen ist auch mein Wunsch. In den letzten paar Wochen habe ich das zwar auch schon getan, aber das heißt ja noch lange nicht, dass ich genug davon hätte!

 

Flugstunde mit Familie

Mein Bruder hat vor einiger Zeit eine Flugstunde von meiner Ma und mir geschenkt bekommen. Da es mit dem Wunsch, Pilot zu werden, nichts geworden ist, freue ich mich schon auf den Familienausflug zum Flugplatz, wo er sich mal austoben kann.

 

London!

Im August werde ich einige Tage in London verbringen und meiner besten Freundin meine Lieblingsplätze zeigen. Ich freue mich schon, mit ihr zusammen neue zu entdecken!

 

Livemusik endlich ohne Frostbeulen

Mein letzter Konzertbesuch war noch in der Frühjahrskälte – es macht schon mehr Spaß, im Sommer vor der Halle zu warten oder nach dem Konzert noch was trinken zu gehen. In diesem Sommer habe ich bisher ein Konzert (The Devine Comedy) und einen Festivalbesuch (Green Juice in Bonn) geplant. Hoffentlich kommt noch der ein oder andere Spontanbesuch auf Minikonzerten dazu.

 

Vegan grillen: Satt in den Sonnenuntergang

Zum Geburtstag habe ich ein phänomenales veganes Grillbuch bekommen. Was ich davon bisher getestet habe, war spitze. Aber es gibt noch viel mehr, was ich testen will. Balkon und Grill sind bereits vorhanden!

 

Kino und Mitternachtseis

Ich liebe es, nach einem Kinobesuch in einer milden Sommernacht nach Hause zu spazieren und noch ein Eis zu essen. Ein einfaches Rezept, das immer wieder glücklich macht. Wenn man dann noch den hoffentlich guten Film bequatschen kann, ist es perfekt.

 

KölnTag: Abends im Museum

Für Kölner gibt es am ersten Donnerstag jeden Monats den KölnTag. Da kommt man kostenfrei in viele Kölner Museen. Diese tolle Möglichkeit nutze ich durch den Job viel zu selten. Besonders gerne möchte ich noch diese besuchen: Das Museum für Angewandte Kunst, wo es abgefahrene Designgegenstände zu sehen gibt, das in einer Kirche beheimatete Museum Schnütgen mit seinen mittelalterlichen Schätzen sowie das hiesige NS Dokumentationszentrum.

 

Und jetzt en Français: Französisch aufbessern

Eine Fremdsprache möchte ich schon lange auffrischen, bisher konnte ich mich nicht zwischen Spanisch und Französisch entscheiden. Doch letztere habe ich schon viel länger nicht gesprochen und es ist auch wahrscheinlicher, dass ich diese Kenntnisse mal für die Arbeit brauche. Falls irgendwer französischsprachige Websites empfehlen kann oder Tipps zum Lernen hat, bitte melden!

Straight White Whale: Moby-Dick Leselog Rückblick

Nach dem Urlaub hat es doch länger als gedacht gedauert, wieder voll da zu sein (hallo, da bin ich wieder :-)). Nachdem ich aber wieder im Alltag angekommen bin, hier endlich mein Fazit zu Moby-Dick:Quelle: Freshwater and Marine Image Bank

Was für ein Kampf! Das kann man ruhig in jedem Sinn des Satzes verstehen. Denn der epische Kampf im Roman (Ahab gegen Wal ebenso wie Moral gegen Natur oder Glaube gegen Schicksal) ähnelte nicht selten meinem eigenen Kampf mit dem Buch selbst. Ohne den Leselog hätte ich sicher nicht bis zum Ende durchgehalten. Denn inzwischen ist meine Toleranzschwelle hier sehr niedrig.

Trotzdem: Ich bin froh, das Buch als Ganzes kennengelernt zu haben. Viele Szenen waren wirklich großartig und gesprenkelt mit schönen und auch witzigen Beschreibungen. Ishmael st, sofern er vorhanden ist, ein angenehmer Erzähler. Die vielen Anekdoten haben zwar abgelenkt, aber das Buch auch bereichert. Als Ganzes ist der Funke dennoch nicht auf mich übergegangen – warum Moby-Dick als einer der wichtigsten amerikanischen Romane gilt, ist mir wenigstens nicht glasklar geworden. Mir kam das Mammutwerk dazu sehr ungeschliffen und fast schon chaotisch vor. Aus anderen dicken Wälzern der Weltliteratur wie dem Ulysses oder der Suche nach der verlorenen Zeit konnte ich da mehr gewinnen. Nun ist Melville aber auch schon älter, eine andere Generation. Und das merkt man halt.

Wie gesagt hat mir das Leselog beim Entlanghangeln des Wals sehr geholfen. Mein Fehler war hier sicher, den gesamten Schmöker in wenigen Wochen durchzuackern. Das liegt natürlich teils daran, dass ich euch nicht ewig mit Leselogs zuschütten wollte. Für so ein langes Buch wären aber kleinere Abschnitte angebracht gewesen. Am Leselog als „Format“ halte ich dennoch fest. Das hat Spaß gemacht. Vielleicht nehme ich mir als nächstes einen alten Liebling vor oder halt ein schmales Büchlein. Das könnte ich mir auch gut vorstellen.