The drama’s done. Moby-Dick Leselog 10

Moby-Dick Leselog{123-135; Ende} Diesmal etwas verfrüht wegen Urlaub 🙂

Ich habe es geschafft! Der Wal ist bezwungen (der Arme) und alle sind tot. Alle? Nein! Ein unbeugsamer Seemann namens Ishmael – hört nun auch auf, dem Leser seine Kassette ins Ohr zu drücken.

Auf dem Höhepunkt der Handlung erreicht auch Ahabs Wahn den Höhepunkt. Übrigens hat er einen neuen Kompass gebaut. Auch die Crew wird vom Jagdfieber angesteckt, was richtig unheimlich ist: Plötzlich sind alle ganz scharf darauf, den unbekannten Wal zu töten (aber gut, ihnen wurde ja auch Gold versprochen). Aber ich greife voraus.

Ahab freundet sich mit dem geistig verwirrten Pip an und lässt ihn in seiner Kabine schlafen. Auch das passt ja perfekt, eigentlich ist es eher seltsam, dass die zwei sich erst jetzt anfreunden. Später entfernt sich Ahab aber auch wieder von Pip, der anhänglich wird. Seine naive Loyalität lässt Ahab an seinem Racheplan zweifeln, darum kann er nicht zu viel Zeit mit Pip verbringen.

Derweil häufen sich die bösen Omen: Bei der ersten Wache in Moby-Dicks Gebiet geht ein Mann über Bord und kann auch mit dem Rettungsring nicht gerettet werden. Und was macht man da? Der Mann ist verloren, aber der Ring kann ersetzt werden: Aus Queequegs Sarg soll ein neuer Rettungsring entstehen. (Queequeg war ja zuvor todeskrank gewesen, bis er plötzlich gesundete.) Ein Habicht stiehlt Ahabs Hut und versenkt ihn im Meer. Der Habicht gilt als Symbol für drohende Gefahr.
Außerdem trifft die Pequod auf die Rachel, die Moby-Dick gesehen und gejagt hat und dabei ein Boot verlor, auf dem auch der junge Sohn des Kapitäns war. Doch Ahab verweigert jegliche Hilfe (auch wenn es ihm sichtlich schwer fällt), da er keine Zeit verlieren will. Ahab wird immer deutlicher als innerlich zerrissener Mann dargestellt. Schade, dass das erst jetzt verdeutlicht wird. Er vergießt sogar scheinbar eine Träne am letzten Morgen vor der Jagd: Es ist ein ruhiger, wunderschöner Tag. Er unterhält sich mit Starbuck über die Familie, die daheim auf ihn wartet. Jap, Ahab ist verheiratet. Doch auch jetzt kann ihn Starbuck nicht von seinem Plan abhalten. Doch er wirkt verzweifelt. Er versteht nicht, warum er Moby-Dick töten muss, aber er kann nicht abbrechen.

Ahab scheint nicht mehr zu schlafen, sondern hält nun Tag und Nacht Ausschau. Bald kann er Moby-Dick riechen und korrigiert den Kurs seiner Nase folgend. Ein weiteres Zeichen seines Wahns? Oder seines Genies?

Und dann: der Wal ist in Sicht! Ishmael beschreibt Wasser und Wal als schön und friedlich. Doch sobald die Pequod Interesse bekundet, greift Moby-Dick an und ist sehr geschickt darin, nicht nur den Harpunen auszuweichen, sondern die Waffen der Menschen auch gegen sie einzusetzen. Er verwirrt die Fangleinen so, dass die Boote sich rammen und kippen. Er taucht und stößt Ahabs Boot in die Höhe, was Ahabs Bein entzwei bricht. So liefern sie sich ein Gefecht, dass drei Tage dauert. Zwischendurch entkommt der Wal immer wieder.

Am zweiten Tag geht Fedallah verloren. Ahab erinnert sich an Fedallahs Vorhersage, dass er nochmal auftauchen wird, bevor Ahab stirbt.
Am dritten Tag hat die Pequod den Wal in der Nacht überholt, sodass er nun sie jagt. Ahab ahnt das Ende: Er verabschiedet sich von Starbuck und besteigt sein Boot. Da erblickt er Fedallahs Leiche: Sie ist in einer der Fangleinen an Moby-Dicks Leib verfangen. Da nur noch Ahab ein Boot hat, jagt er den Wal allein mit wenigen Männern. Moby-Dick rammt das Boot. Drei Mann gehen über Bord, zwei können sich retten. Die Männer an Deck sind zu Salzsäulen erstarrt. Ein weiterer Habicht taucht auf und reißt die Schiffsflagge der Pequod ab. Ahabs letzter Befehl ist das Anschlagen einer neuen Flagge. Ahab betrauert, nicht mit seinem Schiff untergehen zu können, und wirft voll Hass die Harpune auf Moby-Dick. Er trifft, doch die Leine schlingt sich um Ahabs Hals. Er geht mit dem Wal unter. Zack und weg. Tashtego nagelt einen (oder denselben) Habicht dabei mit an den Hauptmast. Die gesamte Crew verbleibt zu Salzsäulen erstarrt auf dem sinkenden Schiff und verschwindet so schweigend.

Und wo war Ishmael die ganze Zeit? Stellt sich heraus: Er ist der dritte Mann, der aus Ahabs Boote geworfen wurde und nicht mehr hinein kam. An Queequegs Sarg geklammert, überlebt er. Die Rachel, immer noch auf der Suche nach dem Sohn des Kapitäns, findet ihn. Dieser Epilog soll in der Erstausgabe von Moby-Dick gefehlt haben. Ob Melville den Logikfehler erst danach bemerkte oder ob er Ishmaels Rettungsstory im Unklaren lassen wollte, bleibt wohl ein Rätsel.

Viel ist in diesem letzten Teil passiert, darum will ich mein Fazit in einen eigenen Post packen. Den schreibe ich nach meinem Urlaub in zwei Wochen. Bis dann!

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