Irischer März Zwischenstand

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Der Monat ist schon wieder halb vorbei – Zeit für einen Zwischenstand zum Irischen März! In Vorbereitung für meinen kommenden Sommerurlaub und weil die Iren im März ihren Nationalheiligen Patrick feiern, beschäftige ich mich zurzeit mit den irischen Autoren auf meinem Regal. Weil ich ein bisschen kränkele und nicht so viel zum Lesen komme, habe ich das Projekt auf Filme ausgeweitet. Wieso habe ich nicht gleich daran gedacht! (Wer mitmachen will, ist weiterhin dazu eingeladen :))

Bisher habe ich in diesem Monat gesehen/gelesen:

Brooklyn (2015)

Eilis sucht ihr Glück in Amerika, doch ihr Herz ist noch in der Heimat. Schöner ruhiger Film von dem Schmerz, ins Exil zu gehen und nirgendwo mehr richtig daheim zu sein. Zeitweise dachte ich, der Film geht in eine ganz böse Richtung, dem war aber zum Glück nicht so. Das Buch von Colm Toíbín hab ich übrigens nicht gelesen; ich hatte schon mehrfach gehört, der Film sei besser, und die erstaunliche Saoirse Ronan lasse ich mir nicht entgehen. Der Film erwies sich auch unerwartet als tauglich für meinen Lieblingsadmin, der sich zu Beginn des Films zu mir setzte und am Ende selbst ein wenig erstaunt war, bis zum Schluss geblieben zu sein.

James Joyce: Dubliner

Dubliner ist eine Kurzgeschichtensammlung, in der es um Bewohner der irischen Hauptstadt geht. Weit bin ich mit diesem Buch nicht gekommen. Schon nach der ersten Geschichte war klar: Ich will lieber den Ulysses noch mal lesen. Denn die Pointe (sofern es eine gab) habe ich nicht begriffen. Von daher verbringe ich lieber noch mal Zeit mit meiner alten Hassliebe als mit neuen Geschichten von Joyce. Den Ulysses nehme ich mir für die zweite Monatshälfte vor, diesmal aber nicht in Buchform, sondern als Hörspiel. Mehr dazu nächstes Mal.

Irischer März: Brooklyn, Skippy dies, Song of the Sea

 

Die Melodie des Meeres (2014)

Von diesem Kinderzeichentrikfilm habe ich hier bereits geschwärmt. Inzwischen bin ich stolze Besitzerin der Blu-Ray-Ausgabe und habe den Film erneut gesehen. Es gibt wohl keine bessere Möglichkeit als die Filme Tomm Moores, um sich auf Irland einzustimmen. Irische Folklore trifft hier auf Zeichnungen, in die man einfach versinken will. Die Melodie des Meeres richtet sich dabei an ein junges Publikum; das Erstlingswerk Moores, Das Geheimnis von Kells, bleibt sicherlich mein Lieblingsfilm aus dem bisher nur diese beide Feature-Filme umfassenden Werk. Hoffentlich kommen noch viele Filme hinzu!

Paul Murray: Skippy dies

Mit diesem Buch bin ich leider noch nicht sehr weit gekommen. Viel passiert ist also noch nicht, aber es ist düsterer als ich erwartet hatte. Die Jungs in dem Buch nehmen Drogen und einer der Lehrer scheint in einer destruktiven Beziehung gefangen zu sein. Etwas deprimierend also, aber bisher erstaunlich fluffig zu lesen mit ironiegeladenen Dialogen.

 

Könnt ihr irische Autoren oder Filme empfehlen? Oder vielleicht etwas anderes, das mich auf Irland einstimmen könnte?

5 Gedanken zu “Irischer März Zwischenstand

  1. Dia dhuit, Sam.
    So aus der Hüfte kann ich Dir die herzenswarme Komödie ‚The Matchmaker‘ empfehlen, die aufzeigt, dass der Mensch ungern allein durchs Leben gehen will. Hier landet eine Amerikanerin – mit fest umrissenen Auftrag – direkt im Heiratsmarkt einer irischen Stadt.

    Vermutlich bereits erwähnt werde ich wohl den grandiosen making a band Film ‚The Commitments‘ haben. Großes, irisches Kino über den Sinn von Träumen. Die Fortführung der Ereignisse – mit einem anderen Fokus – ‚The Snapper‘ hat ähnlich viel Charme aufzuweisen.
    Im Zusammenhang wäre der Blick auf andere Bücher von Roddy Doyle ein Tip.

    Und ‚Sing Street‘ ist nicht weniger als eine irish story.

    „Ire – the mother you never dare to forget her embrace.“
    (Saoirse O’Boinor)

    bonté

    1. Sing Street steht ganz oben auf meiner Wunschliste – leider ist es in der Bib ständig vergriffen.
      Lustig, dass du The Matchmaker erwähnst. Von dem Film wusste ich bis vor kurzem nichts, bis ich eine Unterkunft in dem Örtchen gebucht habe, in dem er gedreht wurde 🙂
      Danke für die Tipps. Von The Commitments hört man ja auch immer wieder.

      1. …Qualitäten sprechen sich eben schnell herum; das Warten auf ‚Sing Street‘ lohnt aber.

        Nicht selten eben ist die ganze Welt auch nur ein irisches Dorf. Ich denke Du wirst die Topf-zu-Deckel-Komödie mögen!

        Irischer Soul ist wirklich anmerkenswert:

        https://www.youtube.com/watch?v=3paf2TLrgsg

        Goodness – auch schon wieder 26 Jahre her, der Trailer

        bonté

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