#Fastnachtslesen_2017 Teil 1

Während sich der Rest der Stadt die Clownsnase aufsetzt und gepflegt einen hinter die Binde gießt, habe ich beschlossen, stattdessen an Wörterkatzes Fastnachtslesen teilzunehmen. Von Weiberdonnerstag bis Veilchendienstag wird gelesen und sich ausgetauscht; eine gute Alternative zu den apokalyptischen Menschenaufläufen in Köln. Ach, die Freuden des Kölner Lebens 🙂
Gif von Mauro Gatti via GiphyMich hat zeitgleich ein Virus erwischt, sodass ich wahrscheinlich Karneval komplett im Bett verbringen werde. Was immerhin mehr Lesezeit bedeutet, auch wenn es mit der Konzentration gerade nicht weit her ist.

Ich habe mir für heute zwei Bücher vorgenommen: Zum Einen ein Sachbuch, dass ich bereits begonnen hatte, und dann noch ein Hörbuch, dass ich eben bei der onleihe ausgeliehen habe.
Bei dem Buch handelt es sich um „Edison’s Eve“, eine Geschichte der Entwicklung von androiden Automaten und letztendlich wohl auch Computern mit künstlicher Intelligenz, nehme ich an. Gerade bin ich in einem Kapitel über das französische Genie Vaucanson, ein Mann, der im 18. Jahrhundert erstaunliche Flöte spielende Maschinen gebaut hat (und eine Ente, die auch zumindest scheinbar essen und verdauen konnte). Immer wieder geht die Autorin Gaby Woods auf die mit dem Bau der Automaten verbundenen philosophischen Fragen und ethischen Bedenken ein, was sehr interessant ist. Dass die meisten Automaten heute verloren sind, gibt dem ganzen Buch einen Schuss Melancholie. Sehr vielversprechend bisher. Einen der berühmteren Automaten sieht man übrigens in dem Film „Hugo Cabret“ (hier ein tolles Vorführvideo, den Automaten gibt es noch immer!).

Als Hörbuch habe ich mir „Der Rubin im Rauch“ von Philip Pullman besorgt, da es mir eine Freundin empfohlen hatte. Außer „His dark materials“ habe ich von dem Autor noch nichts gelesen und möchte das gerne ändern. In dem Roman erhält die junge Sally Lockhart nach dem Tod ihres Vaters in den indischen Kolonien einen rätselhaften Brief. Viel weiter bin ich noch nicht 🙂

Ich melde mich am Nachmittag wieder und versuche erst mal, mich auszuruhen. Allen Teilnehmern wünsche ich viel Spaß!


Update Donnerstag 17:30

Mit „Edison’s Eve“ bin ich nach einem kleinen Mittagsschläfchen ordentlich weitergekommen, sodass ich mich jetzt beinahe auf der Hälfte des Buches befinde. Im letzten Kapitel ging es um den berühten Schachautomaten Der Türke, der vielen Zeitgenossen Kopfzerbrechen bereitet hat. Ich glaube sogar, das Lüften seines Geheimnisses (er wurde von Menschen im Inneren bedient) hat im Deutschen den Begriff „getürkt“ hervorgerufen. Das steht natürlich nicht in dem englischsprachigen Buch, welches aber weiterhin faszinierend ist.

Ich war kurz davor, mal wieder einen Harry Potter zu lesen, da erinnerte ich mich an das Hörbuch „Der Rubin in Rauch“, den ich vor dem Nickerchen begonnen hatte. Leider ist die fragmentarische Art, wie die Geschichte hier erzählt wird, nicht so sehr kompatibel mit meinem im Standby-Modus befindlichen Gehirn; ich komme kaum hinterher. Seltsam, dass mir ein englisches Sachbuch über Erfinder und Philosophen im 18. Jahrhundert weniger Probleme bereitet als ein Jugendkrimi in Hörbuchform.

Zudem habe ich festgestellt, dass ich keine Bilder in mein WordPress laden kann. So ein Problem, mit dem ich mich gerade gar nicht befassen kann, wegen besagter Hirndeffizienz. Also bleibt es hier vorerst unbebildert, ich sehe aber mal, was sich machen lässt, sobald es mir besser geht (oder vielleicht könnte ja meine bessere Hälfte …?).

Mich erstaunt, wieviel ich bereits lesen konnte, trotz Kranksein, was bei mir auch gerne mal zu einer Netflix-Orgie führt.


Update 21:45

Und ich bin fertig mit „Der Rubin im Rauch“ und leider hatte ich mit dem Buch einige Probleme. Pullman verschenkt hier jede Menge Potenzial und greift stattdessen auf alte Stereotype (die häßliche = fiese Alte, der gefährliche Ausländer) zurück, die mir nicht nur persönlich auf den Senkel gehen, sondern die einfach nicht okay sind. Die anfangs interessant erscheinende Sally mit ihren Wirtschaftskenntnissen hatte nicht genug Profil, um irgendeinen Eindruck zu hinterlassen. Und wirklich clever erscheint sie dann auch nicht. Außerdem bestand hier ein krasser Gegensatz zwischen Erzählton (Jugendbuch) und Inhalt (Gewalt, Drogen, Folter). Grundsätzlich kann man jedes dieser Themen in einem Jugendbuch unterbringen, nur das so unkommentiert stehen zu lassen finde ich bedenklich.

Also alles in allem nichts für mich. Ich gebe zu, dass bei dem gekürzten Hörbuch, mit dem ich es hier zu tun hatte, möglicherweise einiges Gute gestrichen wurde. Aber die negativen Punkte lassen sich damit nicht ganz wegerklären.

Mit „Edison’s Eve“ bin ich noch nicht weiter gekommen, werde aber jetzt noch ein bisschen darin schmökern, bis mir die Augen zufallen (gebt mir fünf Minuten :)). Morgen geht es dann weiter mit meinem nächsten Hörbuch, „Das Schwert in der Stille“ von Lian Hearn. Bevor sich jemand wundert: Ich habe vor Kurzem einfach mal einen Stapel Hörbücher aus der Jugendabteilung meiner Bib ausgeliehen. Dieses Buch steht auf meiner Fantasy-Leseliste und ich bin sehr gespannt auf einen hoffentlich gelungenen Mix aus japanischen Mythen und Fantasy.


Tag 2

Heute habe ich erst mal meine Krankheitsbescheinigung zur Post gebracht, wofür ich gefühlt eine Stunde gebraucht habe, und bin dann ich die Badewanne gestiegen (ohne Buch). Ich bin also heute noch nicht zum Lesen gekommen, werde das aber gleich ändern und mich später wieder melden!


Update 22:45

Huch, der Tag ist ja schon um! In „Edison’s Eve“ bin ich wieder 100 Seiten weiter gekommen. Es gab ein Kapitel zu Thomas Edison, der tatsächlich eine sprechende Pupe entwickelt und in Massenproduktion gebracht hat. Außerdem habe ich gelernt, dass der Typ ein frauenfeindlicher Arsch war, der Intelligenz bei Frauen für unmöglich hielt und einfach jeder Frau, die ihm das Gegenteil bewies, fortan mit Männernamen ansprach.

Viel angenehmer und interessanter war dagegen ein Kapitel, mit dem ich nicht gerechnet hatte: Es ging um Georges Méliès, dem Erfinder des erzählenden Films. Ich bin von seinem Werk und seiner Lebensgeschichte schlicht fasziniert und habe das Kapitel dementsprechend verschlungen. Dabei haben ihm seine Verbindungen zu bereits genannten Personen sowie seine Filme über animierte Puppen diesen Platz im Buch verschafft.

Morgen steht dann das letzte lange Kapitel an, in dem es um die Doll Family geht, von der ich noch nie etwas gehört habe. Und mein Hörbuch? Ich bin doch noch nicht dazu gekommen, mit „Das Schwert in der Stille“ zu beginnen. Morgen werde ich übrigens einen neuen Post beginnen, der hier wird doch arg lang.

2 Gedanken zu “#Fastnachtslesen_2017 Teil 1

  1. „Edison’s Eve“ klingt echt außergewöhnlich und interessant. Ein Thema, dem man wirklich nicht alle Tage begegnet. 😀 Ich bin gespannt, was du noch darüber berichten wirst und hoffe, es bleibt so faszinierend.

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