Peter S. Beagle: He! Rebeck!

Peter S. Beagle: He! Rebeck! im Schuber

Mit Das letzte Einhorn hat mich Peter S. Beagle verzaubert, nachdem ich bereits mit der Verfilmung aufgewachsen war. Seine Phantasie unterscheidet sich von der der meisten Autoren, die ich gelesen habe: sie ist melancholisch.  Klar musste ich auch seinen Erstling, He! Rebeck! zur Hand nehmen.

In He! Rebeck! treffen unterschiedliche Charaktere auf einem New Yorker Friedhof aufeinander: Der alte Jonathan Rebeck, der seit 19 Jahren die Welt außerhalb der Friedhofsmauern nicht gesehen hat. Ein Rabe, der Rebeck mit Essen und seiner mürrischen Weltsicht versorgt. Die Witwe Getrude Klapper, die das Alleinsein nach dem Tod ihres Mannes nicht gut verträgt. Und dann sind da die Toten, deren Geister ein schwindendes Nachleben auf dem Friedhof fristen. Und nur Rebeck kann sie sehen.

Wer hier eine stringente Erzählung mit einem klaren Spannungsbogen, einer Entwicklung und einem abgeschlossenen Ende erwartet, der wird enttäuscht. Es sind mehr lose verwobene Geschichten der verschiedenen den Roman bevölkernden Figuren, die Beagle zu einem schönem Gesamtbild über Liebe und Freundschaft, Mut und unwiederbringliche Zeit verwoben.

Schon in diesem Roman entdeckt man einige der Ideen, die Beagle in Das letzte Einhorn verwendet, auch wenn die Geschichten sehr unterschiedlich sind. Sogar Mollys wütende Frage an das Einhorn: „Wo warst du?“ findet sich in sehr ähnlicher Form wieder. So ist He! Rebeck! schon interessant, um dem Autor Beagle auf den Grund zu gehen.
Als Fantasy würde ich He! Rebeck! aber nicht bezeichnen. Eher schon als Magischen Realismus. Das Übernatürliche im Roman wird nicht erklärt oder als etwas Wunderliches dargestellt. Mir hat das gut gefallen.

Trotz der schönen Grundstimmung und der vielen teils bezaubernden Dialoge und Sätze wurde aus He! Rebeck! kein rundes Ganzes für mich. Allzusehr bleibt das Gefühl des Unvollendeten nach dem Lesen zurück. In He! Rebeck! finden sich viele schöne und interessante Motive und Gedanken, aber die Puzzleteile geben noch kein stimmiges Bild, wie es für mich Das letzte Einhorn getan hat.

Ich will Beagle unbedingt noch mehr erkunden, er hat ja auch viele Kurzgeschichten geschrieben. Auch wenn He! Rebeck! nicht das perfekte Leseerlebnis war, finde ich den Autor und seine ungewöhnlichen Ideen weiterhin sehr interessant.

He! Rebeck! ist Buch #49 für mein 101 Fantasy Projekt.

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