Herbstlesen 2016: Abschweifen

Herbstlesen 2016 Banner Guten Morgen! Ich bin ausgeschlafen und freue mich auf einen weiteren erholsamen Tag des Nichtstuns Lesens!

Ich werde mich erst mal ans Frühstück begeben. Mein Freund und ich wollen uns dabei das Hörbuch von Schlachthof 5 anhören. Ich hatte die Tage schon mal reingehört und fand es schwierig, die sanfte Stimme von Jan Josef Liefers wieder abzuschalten 🙂 Darum werde ich heute sicher einige Zeit damit verbringen und also von meinem „Leseplan“ abschweifen.


Update 13:30

Ich wusste nicht so richtig, was mit Schlachthof 5 auf uns zukommt, aber mir gefällt’s. Die Hauptfigur „Billy Pilgrim hat sich aus dem Lauf der Zeit gelöst.“ „Er ist 1955 durch eine Tür getreten und 1941 aus einer anderen herausgekommen.“ Das Zeitreisen scheint aber eher eine Erzähltechnik zu sein als treibende Kraft einer SciFi-Handlung. Obwohl Billy später behaupten wird, von Außerirdischen entführt worden zu sein, geht es in dem Buch eher um Traumata und Verlust. Die Handlung kommt immer wieder auf Billys Zeit in Deutschland im Krieg zurück. Erzählt ist es aber humorvoll. Wir haben jetzt eine von vier CDs gehört und finden schon interessant und auch absurd, was berichtet wird.

Abgesehen davon habe ich ein wenig meine Festplatte entrümpelt, auch das muss leider ab und zu sein. Außer Schlachthof 5 habe ich noch nichts Nennenswertes gelesen. Das Wetter wird gerade richtig deprimierend und mein Platz auf dem Sofa ist zu gemütlich, als dass ich ihn für Victor Hugo verlassen wollte. Das müsste ich nämlich, weil der Fernseher an ist und ich so nicht lesen kann 🙂


Update 17:29

Nach dem Essen konnte ich mich endlich auf Der lachende Mann konzentrieren und habe 80 Seiten gelesen. Leider tut mir jetzt die Hand weh, mit der ich den Wälzer gehalten habe!

Die Geschichte verlief doch anders als gedacht. Jedenfalls sind wir jetzt endlich wieder bei den beiden Kindern, die inzwischen erwachsen sind und – natürlich – sehr ineinander verliebt. Der hässliche Gwynplaine und die blinde Dea sind auf ihre Liebe angewiesen, denn wer könnte sie sonst lieben? (Nicht meine Meinung, sondern offenbar die Hugos)

Gerade überlege ich, mir noch einen Schokocappuccino zu gönnen. Blöderweise hat mein Freund vor zwei Minuten die Küche gewischt. Da werde ich warten müssen, und gerne. Solange ich nicht putzen muss 😉


Update 22:00

Ich habe noch mein heimliches Tagesziel erreicht und 100 Seiten in Der lachende Mann hinter mich gebracht. Es ist halt doch eher Schmöker als Pageturner, daher sind 100 Seiten wirklich gut. Wir haben uns noch ein wenig gebratene Äpfel mit Zimt gegönnt und ein bisschen weiter Schlachthof 5 gehört, aber nicht sehr lang.

Unter der Woche lese ich dann wieder das andere Buch weiter, Die Monkey Wrench Gang. Das eignet sich einfach besser für die Bahn als der Wackerstein Hugo, wenn auch nur knapp.

Das Wochenende lässt mich sehr entspannt zurück! Endlich konnte ich mal in Ruhe lesen und ein bisschen Zeit mit mir verbringen. In einer Zweizimmerwohnung mit Partner gar nicht so einfach. Das war in der alten Wohnung leichter. Aber auch das Herbstlesen macht einfach richtig Spaß! Ich freue mich schon auf die nächste Runde. Jetzt erst mal gute Nacht euch allen. Wir lesen uns 🙂

31 Gedanken zu “Herbstlesen 2016: Abschweifen

  1. Sich vorlesen lassen ist ja auch wunderbar entspannend. 🙂 Wobei ich komischerweise beim Essen nicht Hörbuchhören kann. Was ich seltsam finde, weil ich sonst alle möglichen Dinge mit einem Hörbuch auf den Ohren mache. *g*

      1. Da scheinen sich doch Kapazitäten zu kreuzen. *g*

        Oh, wenn ich jedes Mal den Raum verlassen müsste, wenn mein Mann irgendwas am Fernseher macht, würde ich das Wochenende wohl getrennt von ihm verbringen müssen. Jedes Buch kann ich neben den Geräuschen (aktuell Motoren und Bremsen) auch nicht lesen, aber da ich mich gerade so auf Kinderbücher verlegt habe, passt es.

        Gut, dass euch „Schlachthof 5“ so gefällt. Die Geschichte sagt mir gar nichts, nur der Titel, aber deine Beschreibung klingt auf jeden Fall seltsam.

    1. Leider ist mein Kerl beinahe buchabstinent (bis auf IT-Bücher), darum pumpe ich ihm gerne wo immer es geht ein wenig Literatur und Bücherwissen ein 😉 Ich höre total gerne Hörbücher, aber beim Essen zu hören ist auch bei uns eine Ausnahme.

      1. Ah, okay. ;D Ich kenne auch eher Frauen die Lesen, als Männer. Deswegen bin ich jedesmal fasziniert, wenn der Freund von jemandem liest.^^

        So ein Wälzer verlangt also nicht nur Konzentration, sondern auch physische Kraft. ;D

  2. Ich bin bisher mit Hörbüchern einfach nicht warm geworden. Meine Gedanken schweifen einfach zu schnell ab. Wenn ich Haushalt mache oder etwas ähnliches, dann höre ich eher Musik. Oder ich lese dem Mann selbst vor – der liest nämlich sonst gar nicht 😀

    1. Kenne ich 😉 Meinen Freund habe ich so über die Jahre mit über hundert Büchern bekannt gemacht, erst meine alten Lieblinge, dann haben wir gemeinsam Neues entdeckt.

      Ich kenne einige Leute, die mit Hörbüchern nicht viel anfangen können. Hast du mal Sachbuchlesungen versucht, falls dich das interessiert? Ein Freund von mir kann sich nämlich lustigerweise auf die konzentrieren, während er wie du bei Belletristik den Faden verliert.

      1. Ich bin auch kein großer Hörbuchfan, weil mir schlicht die dazu passenden Tätigkeiten fehlen 😉 Aber ich habe für Autofahrten zur Arbeit dann oft ein Hörspiel eingelegt, meist von Titania Medien. Die sind mir lieber als Hörbücher, weil sie eben einen gewissen Mehrwert gegenüber dem reinen Text haben (bei dem denke ich immer, könnte ich ja auch einfach das Buch lesen…)

        1. Für mich macht es schon einen Unterschied, ob ich ein Buch selbst lese oder vorgelesen bekomme. Wenn ich selbst lese, stecke ich auch viel tiefer in der Story. Darum wähle ich Hörbücher als „leichte Unterhaltung“, wenn mir die Lust oder Zeit für das Buch fehlt.
          Bei Hörspielen dagegen habe ich umgekehrt zu dir immer den leisen Zweifel, wie nah es am Original ist, welche Stimmung vielleicht hervorgehoben wird, was ausgelassen wurde und welche Figuren wie verändert wurden, um der relativ kurzen Spielzeit gerecht zu werden.

          1. Hörspiele höre ich meist zu Geschichten, die ich schon kenne (die Gruselkabinett-Reihe, Märchen, die Unendliche Geschichte, …) oder auch richtige Hörspielproduktionen ohne direkte Buchvorlage (Darkside Park, van Dusen). Dadurch ergibt sich das Problem weniger.

            Harry Potter und den Herrn der Ringe habe ich übrigens auch als Hörbuch, aber ich weiß wirklich nie, zu welcher Gelegenheit ich sie anhören soll (mein Weg zur Arbeit betrug 10 Minuten, sodaß ich an 3 Tagen gerade mal ein Hörspiel geschafft habe…)

          2. Das ist dann wirklich eher lästig als schön. Ich bin auf jeder Strecke mindestens 40 Minuten unterwegs und genieße die Auszeit total 🙂

  3. Ich habe früher immer gern im Café, wenn ich mir einen Kakao und Kuchen gegönnt habe, Hörbuch gehört. Da hatte ich direkt den Rummel um mich herum ausgesperrt. Aber jetzt gehe ich ja nicht mehr arbeiten und habe daher keine Zeit für ausgedehnte Kaffeepausen. Generell war der Vollzeitjob ja fürs Hörbuch hören ideal, da habe ich auch mal locker fünfzig Stunden im Monat weggehört 😀

    1. Das klingt nach fantastischen Pausen, Elena! Ich höre meistens auf dem Weg zur Arbeit oder wenn ich Hausarbeiten erledige. Zumindest, wenn ich nicht gerade Lust auf einen Podcast habe 😉

  4. Festplatte entrümpeln … ach je, das sollte ich auch mal machen! Im Frühling hab ich mal ein wenig meine digitalen Fotos entrümpelt, aber allzu weit bin ich da auch noch nicht gekommen.

    1. Mein eigentliches Ziel war es, Fotos zum Drucken für unser in England gekauftes Fotoalbum auszusuchen, aber allein die Vorstellung, unter hunderten Bildern 200 auswählen zu müssen, ist mir ein Graus. Und dann jammerte die Festplatte rum – fast willkommene Ablenkung bei der vor mir liegenden Aufgabe.

      1. Ich habe dieses Jahr zwei Fotobücher von längst vergangenen Urlauben erstellt und da war das Auswählen auch ein Graus. Aktuell würde ich auch gern noch eins erstellen zum London-Urlaub voriges Jahr, aber da sind es allein von den Harry Potter-Studios Unmengen an Fotos! Ich kann also sehr gut nachvollziehen, dass dir die Auswahl schwerfällt.

          1. Im Gegenteil – ich finde, dieses Problem wird immer größer. Früher, mit einer analogen Kamera, hat man wenigstens nicht so viel und hemmungslos fotografiert und musste daher nicht so eine schwere Wahl treffen. 😉

          2. Ich meine: Immerhin druckt noch jemand seine Fotos 😉 Viele meiner Freunde machen das gar nicht mehr, sondern haben die Bilder auf ihrem Smartphone.

  5. Schlachthof5 steht auch auf meiner Merkliste (wie so vieles Andere auch), vielleicht komme ich ja tatsächlich mal dazu. Von Kurt Vonnegut kenne ich bislang nur ein paar Kurzgeschichten, die ich als Hörbuch gehört habe. 😉

      1. Ich habe sie eigentlich als nicht uninteressant in Erinnerung und bin gerade mal auf meinem Blog gewesen … Damals nach dem Hören haben sie mich offenbar nicht so mitgenommen. Vielleicht muss man sie etwas sacken lassen, denn meine Erinnerung ist ja jetzt durchaus positiver. 😀 Was Harry Rowohl angeht als Sprecher hat sich meine Ansicht aber nicht geändert – ich bin mit ihm damals nicht sehr warm geworden und daran erinnere ich mich immer noch.

  6. Eine schmerzende Hand dank Wälzerlesen hatte ich zuletzt bei „Eine gute Partie“ – da half dann nur noch im Sitzen lesen und das Buch auf der Armlehne des Sofas ablegen. *g*

    Ich finde es auch überaus stimmig, dass man als Autor den Hässlichen und die Blinde zusammenbringen muss … *möp* Aber solange dich der Roman sonst gut unterhält. 🙂

  7. Schön, dass das Herbstlesen bei dir für ein entspanntes Wochenende gesorgt hat! 🙂 Eure Abendgestaltung klingt aber auch schön entspannt.

    Wir haben für „Notfälle“ einen Lesesessel im Schlafzimmer stehen, aber eigentlich nutzt den nur die Katze. 😉 So lästig die Geräuschkulisse beim Lesen am Wochenende oft ist, so finde ich es auch schön, wenn mein Mann mal tagsüber daheim ist. In der Woche sind die Abende doch recht kurz.

    Hab einen schönen Start in die Woche und noch viel Spaß mit der „Monkey Wrench Gang“!

  8. Kia ora, Sam.
    Zu dem, quasi autobiografischen, Roman Kurt Vonneguts gibt es auch einen ähnlich abgefahren angelegten Film; wenn im Kriegsgefangenenlager plötzlich eine Art „Captain Amerika“ in die Baracke der Neuen schneit, um sie für den Kampf an der Ostfront zu gewinnen (!), ist „schräg“ für diesen Auftritt reinste Untertreibung.
    Sehenswert.

    bonté

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