Herbstlesen 2016: Vom Wüstenwind verweht

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Das letzte Herbstlesenwochenende ist angebrochen – und ich liege krank im Bett. Zum Glück nicht so sehr, dass ich nicht lesen könnte. Aber andere Pläne gibt es dadurch an diesem Wochenende nicht.

Der aktuelle Lesestand

Ich bin mit Der Wüstenplanet so circa halb durch, was die Seiten angeht, aber innerlich habe ich das Buch hinter mir gelassen und werde es wohl nicht weiterlesen. Ich finde es einfach schlecht geschrieben und dadurch langweilig.

Stattdessen hat sich Vom Winde verweht zum Überraschungsschmöker entwickelt. Klar habe ich ein Problem mit der Ethik und Politik des Romans. Aktuell am ätzendsten ist allerdings eine Vergewaltigung, die der Frau Spaß gemacht hat. Weil Frauen ja keine Ahnung haben, wann sie wie befriedigt werden wollen. *grummel*
Abgesehen davon fliege ich nur so durch das Buch. Klingt komisch, ist aber so 🙂

Mit Der lachende Mann bin ich nicht sehr viel weiter gekommen: 327 Seiten trennen mich noch vom Ende und es zeichnet sich die Krise der Protagonisten ab, daher ist wohl Action im Verzug. Aber ich will nicht durch den Rest des Buches hetzen, darum glaube ich nicht, dass ich das Buch noch im Oktober beenden kann.

Zuletzt habe ich noch ein anderes Buch begonnen, nämlich The Winter People von Jennifer McMahon. Eine Geistergeschichte, passend zur Jahreszeit. Ich sollte viel öfters so was lesen, es macht richtig Spaß sich ein wenig zu gruseln. An die hundert Seiten sind noch übrig und ich werde kaum widerstehen können, an diesem Wochenende darin zu schmökern.


Update Samstag 12:45

Unvermutet habe ich als erstes zu Vom Winde verweht gegriffen und es nun beendet (*yay*). Was für ein unbefriedigendes Ende. Manche Romanfiguren ändern sich einfach nie.

Jetzt werde ich mich erst mal auf die Suche nach Medikamenten begeben; es geht mir doch nicht so prickelnd, die Nebenhöhlen sind zu und dadurch schmerzen meine Zähne 🙁 Danach stürze ich mich wohl in The Winter People. Der Hugo läuft mir ja nicht weg 🙂


Update Samstag 14:45

… und mit The Winter People bin ich auch fertig. Es war ziemlich spannend 🙂
Auf dem Buchrücken heißt es in einem Zitat, die Autorin habe ein Subgenre des psychologischen Mystery-Romans geschaffen. So kann man das nennen, denn die ganze Zeit standen die Figuren und ihre Entwicklungen im Vordergrund. Also richtig gegruselt hat es nicht, aber mir ein paar Schauder über den Rücken gejagt.

Da ich gerade so einen guten Lauf habe, nehme ich mir als nächstes eine SuB-Leiche vor: Nacht des Orakels von Paul Auster. Gerade merke ich, dass Vom Winde verweht, The Winter People, Der lachende Mann und auch der Auster in meinem Beitrag Der furchterregende SuB vorkamen. Wo es um ungelesene Bücher geht, zu denen man einfach nie kommt. Wie die Dinge manchmal gehen …


Update Samstag 18:40

Ich stecke jetzt mitten in Nacht des Orakels. Es geht um einen Schriftsteller, der nach einem noch nicht näher beschriebenen Unfall eine lange Schreibblockade hat. Bis er zufällig in einem Schreibwarenladen landet, das scheinbar erstbeste Notizbuch kauft und in neuer Arbeitswut versinkt. Man liest viel von der Geschichte, die er sich ausdenkt. Typisch Auster: es wimmelt nur so von seltsamen Zufällen und Gemeinsamkeiten. Ich frage mich, wo das noch hinführt und werde noch weiterlesen. Jedenfalls bin ich froh, dass das Buch so gar nicht wie Unsichtbar ist, der letzte seiner Romane, die ich gelesen hatte. Mich hat die Lesewut gepackt, wie es scheint 🙂


Update Samstag 21:15

Immer noch lese ich in Nacht des Orakels und habe die 200er-Marke geknackt. Leider habe ich sehr starke Kopfschmerzen bekommen. So langsam sollte ich wohl schlafen gehen. Ich melde mich dann morgen wieder. Gute Nacht!


Sonntag

Es kam, wie es kommen musste: Eine weitere eher schlaflose Nacht liegt hinter mir und ich fühle mich wie in die Ecke gespuckt. Dafür habe ich bereits Nacht des Orakels beendet. Die Story in der Story wird leider nach der Hälfte des Buchs fallen gelassen, was echt schade ist. Sie hatte zuletzt etwas von Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt. Die Rahmenhandlung dagegen war zerfranst und von unbeendeten Geschichten gespickt, was sehr unbefriedigend war. Außerdem habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wozu die Fußnoten da sind. Ausschweifende Exkurse, die aber inhaltlich auch im Haupttext hätten stehen können und auch vom Ton her identisch mit dem Rest waren. Keine Ahnung, was Auster damit vorhatte.

Als nächstes (nach dem Frühstück) lese ich vielleicht doch mal ein wenig im Hugo. Allerdings lächelt mich The Gospel of Loki gerade sehr an …


Update Sonntag 14:00

Ich bin erst mal bei Booktube gestrandet. Wie das halt so läuft. Inzwischen habe ich allerdings einen kleinen Fortschritt mit Der lachende Mann gemacht. Es ist tatsächlich gerade sehr düster geworden für Gwynplaine und jetzt will ich erst mal wissen, was als nächstes passiert, bevor ich mich in The Gospel of Loki stürze. Allerdings habe ich das Vorwort gelesen. Der Erzählton passt sehr zu dem Trickster, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass Harris diesen Ton über den ganzen Roman aufrechterhalten kann. Mal sehen!


Update Sonntag 18:15

Hundert Seiten habe ich im Hugo gelesen. Der große Wendepunkt des Romans ist jetzt erreicht und ich bin gespannt, wohin die Reise noch geht. Die Einzelteile kommen zusammen und lassen Raum für mögliche Entwicklungen.

Danach habe ich mir erst mal eine Lesepause gegönnt und ein bisschen Our Cosmos auf Netflix angesehen. Ich liebe Geschichten über das Universum, wie ich immer mehr feststelle, und kann einfach nicht genug davon kriegen, auch wenn diese Umsetzung manchmal etwas zu viel Pathos hat.

So langsam setzen die Kopfschmerzen wieder ein. Mein Körper: ein Uhrwerk! Ich will aber doch noch etwas lesen und noch eine Blogrunde drehen. Und dann ist das Herbstlesen auch schon wieder vorbei …


Update Sonntag 20:00

Bekämpfe gerade den Kopfschmerz mit Queen (ich höre seit Wochen deren erstes Album hoch und runter – wird man dessen jemals überdrüssig?). Nachdem wir endlich doch noch Schlachthof 5 zu Ende gehört haben. Meinem Freund hat das Buch nicht so gut gefallen, aber ich habe einige wunderschöne Wendungen und Sätze daraus gewinnen können. Meine Gedanken mäöchte ich noch zu einer Rezension ordnen.

So habe ich das fünfzigste Buch meines 101 Fantasy Projekts beendet! Hätte nie gedacht, dass ich das so schnell würde behaupten können. Aber mehr dann im Post zum Zwischenstand. Das wollte ich eigentlich nur loswerden 😉


Letztes Update

Das ist jetzt wirklich das letzte Update. Zum Abschluss habe ich eine Kurzgeschichte gelesen, die ich mir schon ewig vornehmen wollte: Supertoys last all Summer long von Brian Aldiss. Die Geschichte inspirierte Stanley Kubrick zum Film A.I., den sein Freund Spielberg nach dessen Tod umsetzte. Wen es interessiert: die Geschichte kann man online auf Brian Aldiss‘ Website lesen. Sie ist wirklich sehr kurz und gibt im Grunde den Ausgangspunkt für A.I.; doch Davids übergroße Liebe für seine Mommy findet hier einen deutlicheren Ausdruck. Ich sage das als jemand, der viel lieber Kubricks Version von A.I. gesehen hätte.

Tja, und das war es mit dem Herbstlesen. Es hat mega Spaß gemacht, bei allen die Lese- und sonstigen Erlebnisse im Oktober zu verfolgen und zu kommentieren. Danke auch an Winterkatze für die Organisation!
Ich hau mich jetzt aufs Ohr, gute Nacht!

Peter S. Beagle: He! Rebeck!

Peter S. Beagle: He! Rebeck! im Schuber

Mit Das letzte Einhorn hat mich Peter S. Beagle verzaubert, nachdem ich bereits mit der Verfilmung aufgewachsen war. Seine Phantasie unterscheidet sich von der der meisten Autoren, die ich gelesen habe: sie ist melancholisch.  Klar musste ich auch seinen Erstling, He! Rebeck! zur Hand nehmen.

In He! Rebeck! treffen unterschiedliche Charaktere auf einem New Yorker Friedhof aufeinander: Der alte Jonathan Rebeck, der seit 19 Jahren die Welt außerhalb der Friedhofsmauern nicht gesehen hat. Ein Rabe, der Rebeck mit Essen und seiner mürrischen Weltsicht versorgt. Die Witwe Getrude Klapper, die das Alleinsein nach dem Tod ihres Mannes nicht gut verträgt. Und dann sind da die Toten, deren Geister ein schwindendes Nachleben auf dem Friedhof fristen. Und nur Rebeck kann sie sehen.

Wer hier eine stringente Erzählung mit einem klaren Spannungsbogen, einer Entwicklung und einem abgeschlossenen Ende erwartet, der wird enttäuscht. Es sind mehr lose verwobene Geschichten der verschiedenen den Roman bevölkernden Figuren, die Beagle zu einem schönem Gesamtbild über Liebe und Freundschaft, Mut und unwiederbringliche Zeit verwoben.

Schon in diesem Roman entdeckt man einige der Ideen, die Beagle in Das letzte Einhorn verwendet, auch wenn die Geschichten sehr unterschiedlich sind. Sogar Mollys wütende Frage an das Einhorn: „Wo warst du?“ findet sich in sehr ähnlicher Form wieder. So ist He! Rebeck! schon interessant, um dem Autor Beagle auf den Grund zu gehen.
Als Fantasy würde ich He! Rebeck! aber nicht bezeichnen. Eher schon als Magischen Realismus. Das Übernatürliche im Roman wird nicht erklärt oder als etwas Wunderliches dargestellt. Mir hat das gut gefallen.

Trotz der schönen Grundstimmung und der vielen teils bezaubernden Dialoge und Sätze wurde aus He! Rebeck! kein rundes Ganzes für mich. Allzusehr bleibt das Gefühl des Unvollendeten nach dem Lesen zurück. In He! Rebeck! finden sich viele schöne und interessante Motive und Gedanken, aber die Puzzleteile geben noch kein stimmiges Bild, wie es für mich Das letzte Einhorn getan hat.

Ich will Beagle unbedingt noch mehr erkunden, er hat ja auch viele Kurzgeschichten geschrieben. Auch wenn He! Rebeck! nicht das perfekte Leseerlebnis war, finde ich den Autor und seine ungewöhnlichen Ideen weiterhin sehr interessant.

He! Rebeck! ist Buch #49 für mein 101 Fantasy Projekt.

Herbstlesen 2016: Keep yourself alive

Herbstlesen 2016 Banner So, nachdem ich jetzt total in meiner Queen-Playlist versunken war, bin ich etwas wacher und wünsche einen guten Morgen! Die Woche war ungemein stressig und ich fühle mich etwas krank, aber ein bisschen Lesen und Hörbuch sollten wohl möglich sein 🙂

Mit dem Spazierengehen war es diese Woche schwierig wegen langer Arbeitstage und weil es so früh dunkel wird. Einmal habe ich es aber doch geschafft (yay). Am Dienstag haben wir außerdem die Nudelmafia in Köln ausprobiert und waren sehr begeistert von hausgemachten Bandnudeln und superleckerem Kürbispesto.

Die Monkey Wrench Gang konnte ich auslesen. Für mich war in dem Roman über Brücken sprengende Anarchoidealisten leider nichts zu holen. Die Witze haben auch nicht gezündet.

Als nächstes Buch für unterwegs habe ich bereits mit Dune begonnen. Leider ist mir der Protagonist unsympathisch und das politische System ist schon nach 20 Seiten entnervend ungerecht. Ich werde bei dogmatischen, geheimnistuerischen „Orden“ und ähnlichem immer ungeduldig. Aber ich werde weiter lesen; schließlich kann sich an beiden Punkten noch einiges ändern bzw. daraus kann Spannung entstehen.An meinem Hugo habe ich unter der Woche nicht weitergelesen 🙁

Da wir die Woche über nicht weiter Schlachthof 5 gehört haben, ist das wieder unsere Begleitung fürs Frühstück. Zu selbigem werde ich jetzt verschwinden und melde mich später wieder. Auf ein entspannendes Wochenende!


Update 13:40

In der Zwischenzeit habe ich Kopfschmerzen bekommen und daher wenig Lust auf Victor Hugo gehabt. Stattdessen habe ich die Graphic Novel Das Spiel der Schwalben von Zeina Abirached gelesen. Sie erinnert sich an einen Abend in ihrer Kindheit, den letzten Abend in ihrem Familienhaus in Beirut mitten im libanesischen Bürgerkrieg. Die Wohnung ist immer weiter geschrumpft, da nur ein kleiner Teil nicht von den Granaten getroffen werden kann. Nachbarn des Hauses kommen vorbei, man teilt, was man hat und wartet angsterfüllt auf diejenigen, die noch draußen sind.

Es war eine interessante Geschichte, die obwohl sehr minimalistisch einen Eindruck der Verhältnisse in einem Bürgerkriegsgebiet vor dem Internet gibt. Der Zeichenstil war mir ab und zu zu abstrakt, sodass ich nicht immer direkt erkannt habe, was gezeigt wird. Auf einigen Panels passiert auch nichts, es sind einfach Momentaufnahmen.

Als nächstes versuche ich doch, noch etwas in Der lachende Mann zu lesen, bevor wir gleich einkaufen müssen. Der Himmel ist immerhin aufgeklart, der innere Widerstand gegen das Rausmüssen ist also etwas gesunken 😉


Update 21:00

Huch, die Zeit ging schnell um! Gelesen habe ich allerdings kaum, nur ein bisschen in The World’s Wife. Stattdessen habe ich mir den ersten der Herr der Ringe-Filme angesehen, da ich Anfang der Woche mit dem Hörbuch fertig geworden bin. Ich hatte den Film schon länger nicht gesehen und ein wenig befürchtet, Alterungserschienungen festzustellen, aber davon ist Die Gefährten noch weit entfernt. Vor allem die besonders schwierigen Wasseranimationen am Bruinen und vor Moria sind immer noch beeindruckend. Im Vergleich zu heutigen Fantasyfilmen sieht Der Herr der Ringe allerdings inzwischen fast „handgemacht“ aus, weil er nicht so aufpoliert wurde wie man das jetzt machen würde.

Tja, heute brauche ich mit Lesen auch nicht mehr anzufangen. Vielleicht wird ja morgen mehr draus 😉


Sonntag 10:15

Ich konnte gestern tatsächlich noch The World’s Wife auslesen. Ein fantastischer Gedichtband, der mich neugierig macht auf mehr von Carol Ann Duffy. Jetzt sitze ich bequem im Bett, während mein Frühstück bereitet wird 😀 Bis später!


Update 15:30

Uns hat der Putzfimmel überkommen – so was muss man nutzen. So bin ich wieder nicht zu Hugo gekommen, sondern lausche stattdessen der Hörbuchfassung von Vom Winde verweht. Das Buch hatte ich im Sommer begonnen und war irgendwie nie weiter gekommen. Nach drei CDs hat die Geschichte jetzt auch wirklich begonnen und wird interessanter. Scarlet ist so schlimm wie ich erwartet hatte und die Wut über ihre ignorante Eitelkeit hilft mir beim Schrubben 🙂

Herbstlesen 2016: Abschweifen

Herbstlesen 2016 Banner Guten Morgen! Ich bin ausgeschlafen und freue mich auf einen weiteren erholsamen Tag des Nichtstuns Lesens!

Ich werde mich erst mal ans Frühstück begeben. Mein Freund und ich wollen uns dabei das Hörbuch von Schlachthof 5 anhören. Ich hatte die Tage schon mal reingehört und fand es schwierig, die sanfte Stimme von Jan Josef Liefers wieder abzuschalten 🙂 Darum werde ich heute sicher einige Zeit damit verbringen und also von meinem „Leseplan“ abschweifen.


Update 13:30

Ich wusste nicht so richtig, was mit Schlachthof 5 auf uns zukommt, aber mir gefällt’s. Die Hauptfigur „Billy Pilgrim hat sich aus dem Lauf der Zeit gelöst.“ „Er ist 1955 durch eine Tür getreten und 1941 aus einer anderen herausgekommen.“ Das Zeitreisen scheint aber eher eine Erzähltechnik zu sein als treibende Kraft einer SciFi-Handlung. Obwohl Billy später behaupten wird, von Außerirdischen entführt worden zu sein, geht es in dem Buch eher um Traumata und Verlust. Die Handlung kommt immer wieder auf Billys Zeit in Deutschland im Krieg zurück. Erzählt ist es aber humorvoll. Wir haben jetzt eine von vier CDs gehört und finden schon interessant und auch absurd, was berichtet wird.

Abgesehen davon habe ich ein wenig meine Festplatte entrümpelt, auch das muss leider ab und zu sein. Außer Schlachthof 5 habe ich noch nichts Nennenswertes gelesen. Das Wetter wird gerade richtig deprimierend und mein Platz auf dem Sofa ist zu gemütlich, als dass ich ihn für Victor Hugo verlassen wollte. Das müsste ich nämlich, weil der Fernseher an ist und ich so nicht lesen kann 🙂


Update 17:29

Nach dem Essen konnte ich mich endlich auf Der lachende Mann konzentrieren und habe 80 Seiten gelesen. Leider tut mir jetzt die Hand weh, mit der ich den Wälzer gehalten habe!

Die Geschichte verlief doch anders als gedacht. Jedenfalls sind wir jetzt endlich wieder bei den beiden Kindern, die inzwischen erwachsen sind und – natürlich – sehr ineinander verliebt. Der hässliche Gwynplaine und die blinde Dea sind auf ihre Liebe angewiesen, denn wer könnte sie sonst lieben? (Nicht meine Meinung, sondern offenbar die Hugos)

Gerade überlege ich, mir noch einen Schokocappuccino zu gönnen. Blöderweise hat mein Freund vor zwei Minuten die Küche gewischt. Da werde ich warten müssen, und gerne. Solange ich nicht putzen muss 😉


Update 22:00

Ich habe noch mein heimliches Tagesziel erreicht und 100 Seiten in Der lachende Mann hinter mich gebracht. Es ist halt doch eher Schmöker als Pageturner, daher sind 100 Seiten wirklich gut. Wir haben uns noch ein wenig gebratene Äpfel mit Zimt gegönnt und ein bisschen weiter Schlachthof 5 gehört, aber nicht sehr lang.

Unter der Woche lese ich dann wieder das andere Buch weiter, Die Monkey Wrench Gang. Das eignet sich einfach besser für die Bahn als der Wackerstein Hugo, wenn auch nur knapp.

Das Wochenende lässt mich sehr entspannt zurück! Endlich konnte ich mal in Ruhe lesen und ein bisschen Zeit mit mir verbringen. In einer Zweizimmerwohnung mit Partner gar nicht so einfach. Das war in der alten Wohnung leichter. Aber auch das Herbstlesen macht einfach richtig Spaß! Ich freue mich schon auf die nächste Runde. Jetzt erst mal gute Nacht euch allen. Wir lesen uns 🙂

Herbstlesen 2016: Durchstarten

Herbstlesen 2016 Banner Wochenende!! Manche Wochen sind doppelt so lang, selbst wenn sie einen Arbeitstag weniger haben. Aber genug davon, jetzt stürze ich mich erst mal in eine kleine Auszeit.

Über die Woche habe ich schon fleißig in Der lachende Mann und Die Monkey Wrench Gang gelesen. Hugo erweist sich in Der lachende Mann als detailverliebt bis zum Absurden. In einem Kapitel schweift er über mehrere Seiten komplett ab, um sich dann selbst auszubremsen: „So, nun weiter.“ Echt abgedreht.
Im Kern spielt sich aber eine spannende Geschichte ab. Die Comprachicos haben ein kleines Kind an der englischen Küste ausgesetzt und werden auf dem Meer von einem Sturm überrascht. Ihre systematische Grausamkeit wurde genau beschrieben, aber auch das im Sturm verlorene Schiff erzeugt großes Mitgefühl. Dazwischen immer wieder ein Funken Humor. Hach, Hugo!

Spazieren war ich diese Woche auch ein wenig, allerdings ist am Mittwoch unser neuer Fernseher gekommen (endlich kann ich den Abspann lesen!) und hat mich etwas abgelenkt 🙂

Nach dem Frühstück werde ich eine kleine Blogrunde drehen und dann, natürlich, lesen! Und auf gutes Wetter hoffen. Hoffentlich ist es bei euch nicht so trist :/ Ich melde mich dann später hier wieder.


Update ca. 12:30

Nach einem ausgiebigen Frühstück knnte ich schon ein wenig in Der lachende Mann weiterlesen. Der ausgesetzt Junge hat ein Baby an der Brust seiner toten Mutter gefunden und es mitgenommen. Sehr dramatisch, das. Jetzt ist er mit seiner kleinen Last endlich bei Ursus aufgeschlagen, der die beiden zeternd, aber gutmütig, aufnimmt. Er erkennt die operative Entstellung des Jungen und sieht im Morgenlicht, dass das Kleine blind ist.

Leider beginnt der Hauptteil der Geschichte wieder mit einem Exkurs über britische Geschichte und die Republik Cromwells: „Es gab nichts Geheiligtes mehr. Das Wort war frei, die Presse war frei. Man sagte auf offener Straße, was man wollte. […] Aus diesem widerwärtigen Regiment hatte man sich schließlich befreit, und England ward verziehen.“ Hugo hat schon einen trockenen Humor.

Ich denke, ich sollte mich mal mit der Bügelwäsche beschäftigen. Dann kann ich mein Lord of the Rings Hörbuch weiterhören. Ich stecke mitten in The Council of Elrond, dem wohl langwierigsten Kapitel des ersten Teils. Es wird sehr viel erklärt und viele neue Figuren tauchen gleichzeitig auf. Sie sitzen und halten Rat und das ist nun mal nicht sehr spannend. Wie Bügeln eben 🙂


Update ca. 17:30

Kerze, koffeinhaltiges Heißgetränk und mein Wälzer Der lachende MannDas Bügeln ist genauso vorbei wie Elronds Rat, außerdem habe ich mir ein Bad gegönnt und dabei ein paar John Oliver Videos nachgeholt. Jetzt versüße ich mir den restlichen Nachmittag mit einem Schokocappuccino, während ich weiter meinen Hugo lese.

Scheinbar werde ich noch eine Weile mit dem englischen Adel verbringen. Hugo beschreibt die wider Willen verlobten Lord David Moir und Lady Josiane, die ihre Hochzeit hinausschieben, um ihre Jugend zu genießen. Darauf folgen unbequeme Schilderungen über den damals üblichen Sinn für „Fun“ unter den Wohlbetuchten. Das klingt langweiliger als es ist und ich habe schon so eine Ahnung, wie das alles mit dem Jungen zusammenhängt. Ein Drittel des Buches ist geschafft 🙂

Später kommt mein Freund nach Hause und danach werde ich für heute sicher nicht mehr zum Lesen oder Schreiben kommen, darum hoffe ich, die Zeit gut abzupassen und vorher noch mal reinzuschauen.


Update 21:00

Der Himmel hat heute noch ein paar neue Farben anprobiert, es war wirklich schön und ich musste ein paar Fotos machen.

sonnenuntergang am wasserturm sonnenuntergang

Gelesen habe ich nicht mehr viel. Auf Seite 300 habe ich es geschafft und es dann gut sein lassen. Stattdessen habe ich zum Auflockern meinen Gedichtband von Carol Ann Duffy begonnen. Das erste Gedicht ist eine feministische, finstere Version von Rotkäppchen. Sehr vielversprechend!