The Intimidating TBR ❁ Der furchterregende SuB

Dieses Tag hat sich in die deutschsprachige Buchblogs geschlichen und auch ich finde die Fragen ganz interessant, um einen neuen Blickwinkel auf den eigenen SuB einzunehmen.

1. Ein Buch, das du nicht beendet hast: Don Quijote

Cervantes Don QuijoteDas erste von zwei Büchern habe ich gelesen und damals wegen Unistress abgebrochen. Das Problem: Die zweite Hälfte, so heißt es, ist eine ungefähre Spiegelung der ersten; und schon in der ersten Hälfte gab es genug Wiederholungen, um mich abzuschrecken. Irgendwann habe ich den Mut, noch mal da ranzugehen.

2. Ein Buch für das du einfach noch keine Zeit hattest: Herr der Krähen

Ngugi wa Thiongo Herr der KrähenDieses Buch habe ich auch schon ewig und freue mich wie ein Idiot darauf, es zu lesen. Magischer Realismus aus Afrika ist für mich neues Terrain und ich kann nicht erwarten, es zu betreten. Trotzdem ist das Buch echt lang und kürzere Bücher schieben sich dazwischen.

3. Ein Buch, dass du nicht gelesen hast, weil es sich um eine Fortsetzung handelt: Der Riva Kodex

David Eddings Belgarath der Zauberer, Polgara die Zauberin und Der Riva-KodexDrei dicke, dicke Bücher warten schon seit Jahren auf mich, weil ich erst die ursprünglichen 10 Bücher (!) noch mal lesen wollte, bevor ich zum ersten Mal die Prequel-Reihe zur Hand nehme nehme. Tja, der Reread ist zeitlich leicht aus dem Rahmen gefallen (*hust*) und der Riva Kodex immer noch Teil des SuBs.

4. Ein Buch, dass du nicht gelesen hat, weil es brandneu ist: Die Jahre des Schwarzen Todes von Connie Willis

Connie Willis Die Jahre des schwarzen TodesDas Buch habe ich endlich bestellt, nachdem ich tagelang das Bett hüten msste und dabei mit wachsender Enttäuschung A Disocvery Of Witches angehört habe. Der Zusammenhang? Beide spielen in Oxford, einer meiner Lieblingsorte! Vielleicht wird mir dieser Zeitreiseroman ja besser gefallen.

5. Ein Buch von einem Autor, von dem du schon etwas gelesen hast, das du nicht wirklich mochtest: Verschiedenes von Paul Auster

paul-auster-miscIn der Schule hat mich Moon Palace von Paul Auster voll umgehauen. Statt das einfach wieder zu lesen, habe ich neue Bücher von ihm angehäuft. Bisher konnte mich noch keines so treffen wie meine erste Begegnung mit ihm. Da ich Optimist bin, liegen noch 3 seiner Werke auf meinem ungelesenen Bücherstapel. Eins davon geht sogar Richtung SciFi, darauf bin ich besonders gespannt.

6. Ein Buch, für das du einfach nicht in der richtigen Stimmung bist: The Winter People

Jennifer McMahon The Winter PeopleDas Buch klingt nicht nur spannend, es fühlt sich auch in der Hand göttlich weich an. Anfang des 20. Jahrhunderts wird die kleine Gertie ermordet. Ihre Mutter kann sie aber dank eines alten Spruchs für sieben Tage von den Toten zurückholen. Natürlich kommt für eine Wintergeschichte nur der Winter als Lesezeit in Frage. Und in genau dieser Zeitspanne dann Lust und Zeit auf den englischsprachigen Roman zu haben, ist gar nicht so einfach, wie es klingt.

7. Ein Buch, das du noch gelesen hast, weil es ENORM ist: Vom Winde verweht

Margaret Mitchell Vom Winde verweht DetailEin ziemlicher Wälzer mit dem Ruf, dank der Protagonistin frustrierend und allgemein rassistisch zu sein. Trotzdem steht es auf meiner Sommerleseliste (*I can do this*) und ich bin sehr gespannt, da ich einige begeisterte Leser kenne.

8. Ein Buch, das du wegen des Covers gekauft hast: Little Women

Louisa May Alcott Little WomenLittle Women hätte ich auch locker aus der Bibliothek leihen können. Wäre da nicht diese Puffin Classic Ausgabe, die so schnuckelig war, dass ich beim Auspacken tatsächlich laut gequietscht habe. Ich habe auch schon ein wenig in den Roman reingelesen, bin aber noch nicht zum Rest gekommen.

9. Das ehrfurchtgebietendste Buch auf deinem SuB: 2666

Roberto Bolano 26661000 Seiten unentwirrbarer Plot, der „Unendliche Spaß“ Lateinamerikas. Viele Meinungen zu 2666 sorgten für meine Faszination und meine Ehrfurcht vor diesem Buch. Dazu kommt, dass meine Taschenbuchausgabe gebraucht ist und auch so aussieht. Ein bisschen Angst, dass mir das Teil einfach zerfällt, ist irgendwie auch dabei.

 

Kennt ihr diese Bücher? Könnt ihr mir ein wenig Motivation einimpfen? Oder eine Warnung aussprechen?
Wenn ihr diesen Tag ebenfalls gemacht habt, lasst mir doch einen Link auf euren Beitrag da 🙂

Fremde Welten, liebeskranke Hexen und verzweifelte Hausfrauen: Gelesenes im Juli, Teil 1

Oh witch, please! und einige andere Podcasts, die ich momentan non-stop höre, nehmen mir die Zeit zu lesen. Muss auch mal sein 😉
Das sind die Bücher, die ich trotzdem in den letzten Wochen gelesen habe:

Tonke Dragt: Meere von Zeit. Auf der anderen Seite der Tür

Tonke Dragt Meere von ZeitTonke Dragt war eine Heldin meiner Kinderjahre: Geboren in einem nicht mehr existierendem Land, war sie nicht nur die Autorin meiner Lieblingsbücher, sondern selbst eine faszinierende Persönlichkeit. Doch mit der bis heute unvollendeten „Meere von Zeit“-Reihe bin ich von Anfang an schlecht klargekommen. Die Figuren sprechen seltsam ruppig und eigentlich hat man bis zum Ende höchstens eine wage Vorstellung, was überhaupt los ist. Dazu frustrierte mich Hauptfigur Otto durch sein grundloses Schweigen, wann immer neugieriges Nachfragen angebracht gewesen wäre. Eine faule Masche ist das, um Hintergrundwissen vor dem Leser zu verbergen. Außer ein paar Physik- und Science Fiction-Anspielungen konnte ich aus diesem Jugendroman leider nichts gewinnen.

Deborah Harkness: A Discovery of Witches

Noch ein herber Reinfall war der Auftakt zur All Souls-Trilogie. Dabei fing alles so gut an: Eine junge Wissenschaftlerin stößt in Oxford auf ein verhextes Manuskript und plötzlich haben es sämtliche Zauberwesen auf sie abgesehen. Die Beschreibungen der Stadt und der Bodleian Bibliothek machten mich richtig nostalgisch; auch die Ruderszenen sprachen mir aus der Seele (das Meditative an diesem Sport habe ich noch nirgendwo so treffend beschrieben gesehen). Doch plötzlich verwandelte sich der Roman in eine unsägliche Schnulze. Unfassbar langweilige und so gar nicht romantische Passagen folgten. Am Ende stellte sich sogar heraus, dass der gesamte Band als Prolog für den Rest der Serie zu verstehen ist. Ach ja, und Logik sucht man hier ebenso vergebens wie Spannung. Eine herbe Enttäuschung.

Patricia Highsmith: Ediths Tagebuch

Familie, Haus in den Suburbs, Garten, Freunde: Edith lebt das perfekte amerikanische Leben. Doch die Fassade bröckelt und mit ihr Ediths Psyche.
Patricia Highsmith ist unbestritten die Königin des psychologischen Thrillers. Ihre Beobachtungen sind so präzise wie schockierend. Dabei ist dieser Roman eher bedrückend als spannend. Meine Begeisterung für The talented Mr. Ripley ist immer noch ungeschlagen. Wenn man aber bedenkt, dass Ediths Tagebuch in der amerikanischen Vorstadtidylle derFünziger und Sechziger spielt, passt der gemächlichere Ton vollkommen. Ein „langsamer“ Schocker.

Das Leben: ein Fest, ein Kampf, und immer wieder überraschend. Gelesenes

Leider lag ich eine Woche krank im Bett und habe darum in der zweiten Junihälfte nicht viel gelesen. Ich kann mich einfach nicht genug konzentrieren, wenn ich Fieber und Kopfschmerzen habe, leider.

Ernest Hemingway: Paris. Ein Fest fürs Leben

Hemingway ParisHemingway und ich – keine Lovestory. Gescheitert sind wir schon des Öfteren, so richtig per du waren wir nie. In seinen Memoiren über die Zwanzigerjahre in Paris weckten in mir aber neue Hoffnung. Ich meine, was gibt es Spannenderes als einen Insider-Bericht über diese Epoche: Midnight in Paris, nur real? Ich hatte tatsächlich viel Freude an dem Buch; doch auch diesmal bleibt die Kritik nicht weit. Meine Rezension „Paris: Ein Fest fürs Leben“ hier.

Sara Gruen: Wasser für die Elefanten

Nach Binewskis mein zweiter Zirkusroman des Jahres, aber der Unterschied könnte nicht größer sein. Hier erzählt ein alter Mann aus dem Altenheim von seinen Erinnerungen als Tierarzt in einem der letzten großen Zirken der USA am Ende einer Ära. Die Rahmengeschichte hätte nicht sein müssen und war teils am Rande des Kitsch. Die Teile über den Zirkus haben mir gut gefallen, doch das Genre ist mir letztendlich doch in die Quere gekommen: Die Liebesgeschichte hat mich genervt, weil sie mehr und mehr Platz in der ansonsten flüssigen Erzählung eingenommen hat. Am Ende bleibt ein nur lauwarmes Gefühl zurück. Als Love Story mit schönen Add-ons kann ich Wasser für die Elefanten aber empfehlen.

Andrew Kaufman: Alle meine Freunde sind Superhelden

Andrew Kaufman: Alle meine Freunde sind SuperheldenTom ist umgeben von Superhelden: Selbst seine Frau, die Perfektionistin, ist „anders“. Auf ihrer Hochzeit hat ein Verflossener sie hypnotisiert, sodass Tom nun für sie tatsächlich unsichtbar ist.
Dieses sehr kurze Büchlein versammelt neben Toms Geschichte auch eine Horde abstruser Superheldenfiguren, die mit einer kurzen Beschreibung als hors d’heuvre eingestreut sind. Während dem Lesen war ich gut unterhalten, aber leider waren es eher die höchst originellen Begabungen, die Kaufman sich hat einfallen lassen, die mich gefesselt haben. Die eigentliche Geschichte war eher so là là und mir zu knapp. Knapp umrissene Figuren sind nicht mein Fall, da halfen auch nicht die wunderbar surrealen Situationen und Ideen, die Kaufman hier eingebaut hat.

Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues

Jahrelang bin ich Remarque ausgewichen – Kriegsgeschichten sind meine Sache nicht. Nachdem ich aber in den letzten Jahren immer wieder begeisterte Stimmen zu dem Roman gehört habe, lieh ich das Buch doch aus. Der Krieg ist hier als menschliche Katastrophe stets präsent, doch geht es ausschließlich darum, wie der Protagonist und seine Kameraden mit der Tatsache umgehen, Teil dieses Krieges zu sein. Mit weiten Gedankengängen zur Menschlichkeit und Unmenschlichkeit des Krieges und teils herzzerreißend schöner Prosa hat mich Remarques Text gewonnen.

Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe

Die Geschichte um Baba Dunjas Leben zwischen verstrahlten Tomaten, ehrfürchtigen Nachbarn und einer fernen Familie in Deutschland hat mir erstaunlich gut gefallen. Eine volle Rezension zu Bronskys Roman habe ich auch geschrieben.