Frühjahrsputz im Bücherregal: Eine Anleitung

Frühjahrsputz im Bücherregal
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Frühlingsanfang! Spürt ihr auch schon diese unbestimmte Motivation, einfach Dinge zu tun? Das ist die perfekte Zeit, sich dem überquellenden Bücherregal zu widmen. Hier ein paar Tipps für den Frühjahrsputz im Bücherregal! Vorneweg nur eine kurze Bemerkung: Jeder fühlt sich mit einer anderen Menge an Büchern wohl und jeder hat andere Platzbedingungen. Die folgenden Tipps lassen sich problemlos anpassen.

Setze dir ein Ziel für den Frühjahrsputz

Gut ist es, sich vorher ein Ziel festzulegen, wie eine bestimmte Zahl Bücher loszuwerden, ein Regalfach freizumachen oder ähnliches. Wer das erreicht, hat dann das gute Gefühl, etwas geleistet zu haben. Und zu Recht!

Finde einen Platz für die aussortierten Bücher

Man kann nichts aussortieren, wenn nicht geklärt ist, wo die Sachen hingehen sollen. Darum ist es wichtig, sich im Vorfeld zu überlegen, was mit den Büchern geschehen soll, die du aussortierst. Sonst endet dein Frühjahrsputz in Frust und Chaos.

  • Du kannst Bücher verschenken. Mach dir klar, dass du das bezahlte Geld für diese Bücher sowieso nicht zurückbekommst. Bei den gelesenen hast du ja auch etwas für dein Geld bekommen. Beschenkte können Freunde und Familie sein. Du kannst auch fragen, ob deine Bibliothek sie als Spende annimmt. Spenden kann man auch an Oxfam oder ähnliche Unternehmen. Vielleicht interessiert sich ja auch die örtliche Flüchtlingehilfe? Öffentliche Büchertauschregale und Bookcrossingzonen machen das Loswerden ungeliebter Bücher sehr unkomliziert.
  • Die zweite Option ist Verkaufen. Glücklich ist, wer einen Second Hand Buchladen in der Nähe hat. Leider sind die in den meisten deutschen Städten absolute Mangelware. Oder man wählt die online-Variante über eBay und Co. Ich persönlich nutze zwar auch diese Möglichkeit, was mich aber immer wieder stört ist, dass man die zu verkaufenden Bücher erst einmal noch bei sich einlagern muss, bis sie jemand anfordert. Dessen sollte man sich vorher bewusst sein.
Frühjahrsputz im Bücherregal: aussortierte Bücher
Das Chaos nach dem Aussortieren

Kriterien zum Aussortieren

Und jetzt geht es los! Ran ans Regal:

Werde ich das jemals wirklich lesen? Wenn immer, seit Jahren, andere Bücher sich in den Weg stellen und du diese bevorzugst, ist es vielleicht Zeit, Adios zu sagen.

Brauche ich das noch? Alte Schulbücher oder der Städteguide aus dem vorletzten Jahrzehnt? Brauchst du sicher nie wieder.

Werde ich das jemals wieder lesen wollen? Auch bereits gelesene Bücher kann man getrost aussortieren, wenn kein Wunsch besteht, diese erneut aufzuschlagen.

Hat das Buch ideellen Wert? Von so manchem Buch kann man sich einfach nicht trennen. Das sind die Herzstücke deiner Kollektion.

Frühjahrsputz im Bücherregal: Wiedergewonnene Regalmeter
Ich habe fast 0,6 Regalmeter gewonnen und 28 Bücher aussortiert. Immerhin!

Mochte ich das Buch überhaupt? Wenn dir ein Buch nicht gefällt, verdient es keinen Platz in deinen Regalen. Ich habe die Angewohnheit, sämtliche Schullektürebücher aus Prinzip zu behalten, aber oft mochte ich diese Bücher nicht. Seid klüger als ich 😉

Liest du die Reihe irgendwann (weiter)? Manch einer kann nicht widerstehen, direkt mehrere Teile einer Reihe zu kaufen, wenn der Preis niedrig ist. Doch stellt sich heraus, dass die Reihe nichts für einen ist, fängt sie nur noch Staub.

Wenn du dich nicht endgültig trennen kannst

Als Zwischenlösung kann ich das Einlagern im Keller oder bei Verwandten empfehlen. So kann man nach einigen Monaten noch mal in die Kisten schauen und dann ist man sich viel sicherer, was weg kann. Mir ist es schon passiert, dass ich mich an einige Bücher überhaupt nicht erinnern konnte. Das sind dann die, die letzten Endes doch noch aussortiert werden. Andere kommen zurück ins heimische Regal. Am wichtigsten bei dem ganzen Frühjahrsputz ist aber: Überstürze nichts. Ein Regalmeter weniger ist nicht so schlimm wie ein voreilig weggebenes Buch.

Belohne dich auf kluge Weise

Sich direkt mit zahllosen Neuzugängen einzudecken, ist vielleicht nicht die beste Idee. Mache dir vorher klar, wozu du den Frühjahrsputz vorgenommen hast. War es, um Raum für neue Bücher zu schaffen? Dann will ich dich nicht aufhalten: Gehe und kaufe. So manche Ordnungsaktion erfolgt aber aus anderen Gründen. Meine Regale waren derart überladen, dass ich kaum noch wusste, wohin mit den Büchern. Mein Ziel war es also, das Chaos in meiner Wohnung zu reduzieren. Eine sinnvolle Belohnung kann hier vielleicht eine schöne Deko für das Bücherregal sein, die die gewonnenen Zwischenräume zur Schau stellt. Oder etwas ganz anderes, das nichts direkt mit dem Frühjahrsputz selbst zu tun hat, wie ein Ausflug oder ein gutes Essen. Oder ein perfektes Dinner for two: Deine momentane Lektüre und dich. Für Mutige auch inklusive Badewanne.

#Leseparty zur #lbm16 ❤

Leseparty zur #lbm16 LesemarathonEs ist so weit: In Leipzig trifft sich die literarische Welt zur Leipziger Buchmesse. Für alle, die daheim bleiben müssen, veranstalten Primeballerina und Petzi von Die Liebe zu den Büchern eine viertägige Leseparty. Gemeinsam wollen wir schmökern und uns über Bücher austauschen. Einzelheiten zur Leseparty gibt es hier nachzulesen.

Pläne für die Leseparty

Ich werde nicht durchgängig dabei sein können, da ich arbeiten muss und Samstag auch ein Familientreffen ansteht. Daher will ich vor allem bei Twitter (@buchflimmern) aktiv sein. Hier werde ich ab und zu auch updaten, wenn ich kann. Nächste Woche soll ein Wrap-up folgen, in dem ich kurz von meinen Erlebnissen berichte.

Leseliste zur Leseparty #lbm16Da meine Leseliste für den März noch sehr üppig aussieht, möchte ich vor allem „Das andere Berlin“ von Robert Beachy anfangen. Zum Schmökern packe ich noch „Bonjour Tristesse“ dazu. Nicht zu vergessen mein aktuelles Hörbuch „Im Schatten junger Mädchenblüte“ von Marcel Proust.

Lest ihr auch mit oder fahrt ihr zur Leipziger Buchmesse? Lasst mir in jedem Fall einen Link da, ich lese gerne eure Berichte 🙂

Update

Wochenende! Nachdem ich Donnerstag zu platt war, um zu lesen, war der Freitag mir auch nicht wohlgesonnen. Ich musste lange arbeiten und danach noch in die Notaufnahme mit kaputtem Fuß. Wenigstens hat mir dabei Proust Gesellschaft geleistet. Heute ist erst mal Family Time eingeplant, also ist Lesen wieder eher schwierig. Hätte nicht gedacht, dass das mit der geplanten Lesezeit so schlecht funktionieren würde… Sonntag wird mein Tag *Daumen drück* Allen anderen weiterhin viel Vergnügen!

Entspannen mit Proust (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit)

Seit Jahresanfang lese ich wieder Proust. Genauer gesagt: Ich höre mir die vollständige Lesung von Peter Matić (die deutsche Stimme von Ben Kingsley) an. Inzwischen bin ich beinahe süchtig, denn mit Proust kann ich einfach entspannen.

Proust, ein literarischer Albtraum

Marcel Proust 1900Proust ist vielen ein Albtraum aus ellenlangen, ja seitenlangen Sätzen und handlungsarmen Wälzern. Sein Lebenswerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ ist wohl eines der bekanntesten ungelesenen Werke der Weltliteratur. Ich wäre wohl auch zu einem von vielen frustrierten Lesern geworden, die nicht über Seite eins hinauskommen, hätte ich nicht direkt die Lesung mit Peter Matić in Händen gehalten.

Proust, der oft Bettruhe halten musste, schrieb viel im Liegen. Verwundert es da, dass sich seine Bücher häufig um innere Gedankengänge und weniger um Action drehen? Sein Schreibstil widersetzt sich jeglicher kommerzieller Logik, und gerade das macht ihn erfrischend anders.

Einfach mal abschalten und zuhören

Im Hörbuch habe ich genau die richtige Dosis Proust gefunden. Es ist unterhaltend, da Matić den Hörer präzise durch den Wörterdschungel lotst, man sich also nicht allein durch dieses Labyrinth kämpfen muss. Was eine große Erleichterung ist. Und bald überkommt einen die Erkenntnis, dass man ruhig zwischendurch den Faden verlieren darf: Was solls? Der nächste Satz kommt bestimmt.

Genau darum kann ich mit Proust so gut entspannen. Er buhlt nicht um meine Aufmerksamkeit mit knappen Sätzen und leicht verständlichem Witz. Ganz im Gegenteil konfrontiert er den Leser mit unzähligen Figuren, die teilweise für mehrere hundert Seiten verschwinden, kulturellen Anspielungen und Vernetzungen und natürlich seiner opulenten Sprache. Er macht es einem nicht leicht, aber nur, wenn man Proust mit konventionellen Methoden liest.

Entspannen mit Proust
Sich einfach treiben lassen (Quelle: visualhunt)

Damit zwingt er den Lesenden aber auch zur Konzentration, zur Entschleunigung. Proust lässt sich alle Zeit der Welt, um von A nach B zu kommen. Und wer nicht entnervt aufgibt in dem Versuch, alles zu verstehen oder gar Notizen zu machen, der kann auf Prousts Sätzen wie auf einem Floss treiben und die Zeit vergessen. Und ob das nun die Ironie im Titel ist oder der ganze Sinn, darüber kann ich ja vielleicht berichten, wenn ich „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ zu Ende gehört habe.

März-Lesestapel

Bücherstapel MärzDen Februar habe ich ganz den Frauen gewidmet und habe die ein oder andere Entdeckung gemacht. Leider geht es bei mir auf der Arbeit drunter und drüber und ich habe kaum Zeit, über meine Leseabenteuer zu schreiben. Gebt mir noch etwas Zeit, bis ich mich eingewöhnt habe, dann komme ich auch wieder öfter zum Bloggen. Versprochen. Doch jetzt erst mal die Leseliste für den März 🙂

Marcel Proust: Im Schatten junger Mädchenblüte ♬

Buch 2 der Suche nach der verlorenen Zeit wartet bereits auf mich. Ich hoffe, diesmal auch wirklich einen Beitrag zu Proust zu schreiben; genug zu sagen gibt es auf jeden Fall.

Robert Beachy: Das andere Berlin (Rezensionsexemplar)

Das Buch war bereits auf meiner Januarliste, ich kam aber nicht rechtzeitig dazu. Und der Februar galt den Frauen allein. Jetzt bin ich aber wirklich auf das Sachbuch über Homosexualität im Weimarer Berlin gespannt.

Virginia Woolf: Orlando

Ich umschleiche Virginia Woolf langsam schon ähnlich wie Stefan Zweig, sammle ihre Bücher, ohne sie zu lesen, und bin fasziniert von der Autorin. Mrs. Dalloway war zwar interessant, aber nicht ganz meins. Vielleicht kann mich ja diese Geschichte über den immer wiedergeborenen Orlando überzeugen.

David Eddings: Demon Lord of Karanda

Es ist mal wieder so weit: Ein weiterer Eddings-Band ist dran. Drei sind noch übrig und ich will jetzt zügig zum Ende kommen mit meinem englischen Reread.

Tintenfass #22

Das Literaturmagazin Tintenfass vereint in dieser Ausgabe Texte von Max Frisch, Friedrich Dürrenmatt und Patricia Highsmith. Wie so vieles lag auch diese sicher kurzweilige Lektüre schon jahrelang in meinem Regal.

Und das lese ich, wenn ich danach noch Zeit habe:

Francoise Sagan: Bonjour Tristesse

Mal sehen, ob ich Bonjour Tristesse besser als Teenie gelesen hätte, wie ich von anderen Lesern hörte. Die Geschichte über ein verzogenes Mädchen, das sich nicht mit der neuen Freundin seines Vaters abfinden kann, klingt ja fast nach einer guten Vorlektüre für Lolita.