BuchSaiten Blogparade 2015

Buchsaiten Buchparade 2015Da bin ich wieder! Aus dem Weihnachtsplätzchen-Gemütlichkeitskoma auferstanden, schließe ich mit der Teilnahme an Katrins alljährlicher BuchSaiten Blogparade zum Jahresende das inzwischen alte Lesejahr ab. Ohne weiteres Gequatsche: Hier sind die Fragen!

Welches war das Buch, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?

Cover der Brigitte-Ausgabe von Jules und JimJules und Jim von Henri-Pierre Roché. Einfach nur ein Buch auf dem SuB, von dem ich eigentlich keine klare Vorstellung hatte. Da die Ausgabe der Liebesroman-Reihe der Brigitte angehört, hatte ich ehrlich gesagt eher die Befürchtung, auf Kitsch und ein ewiges zähes Beziehungsdreieck zu stoßen. Was ich stattdessen las, war ein wunderschön geschriebener Roman über die Liebe, Individualität, Lebensfreude und Freundschaft. Das Buch steht, mit vielen Notizen versehen, in meinem Regal, und harrt der Zweitlese. Meine Rezension zu Jules und Jim findet ihr hier.

Auch nennenswert: Der historische Roman Der dunkle Spiegel (Link führt zu meinem Kurzeindruck) von Andrea Schacht hat mir viel Spaß gemacht. Begine Almuth ist eine tolle Protagonistin.

Welches war das Buch, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?

Der MarsianerDer Marsianer von Andy Weir. So ganz verstehe ich den Riesenhype um Der Marsianer nicht. Ein schlecht lektorierter Riesenwälzer mit einem unsympathischen Protagonisten bringt die Leser ins Schwärmen. Deutlich gekürzt hätte das Buch mir schon wesentlich besser gefallen, denn die Geschichte an sich ist toll und auch die thoretischen Überlegungen sind nicht der Grund für meine Abneigung. Leider habe ich es nicht rechtzeitig ins Kino geschafft, aber ich kann mir vorstellen, dass der Film mir richtig gut gefallen könnte.

Nenneswert: Alan Turing von Rolf Hochhuth. Haushohe Erwartungen hatte ich an diese Erzählung, da mich Turing seit Jahren fasziniert. Leider war hier nichts zu gewinnen: Ein zähes, vollkommen uninteressantes Buch.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Persepolisbände nebeneinanderMarjane Satrapis Persepolis hat mir gezeigt, dass es doch Graphic Novels gibt, die mich emotional mitreißen. Das biographische Werk ist textlastig, was hardcore Comicleser wahrscheinlich abtörnt, mir aber sehr gefallen hat. Auch die zeichnerischen Mittel haben mich beeindruckt, weil Satrapi mit nur einer Farbe und relativ wenigen Details eine ganze Horde leicht wiedererkennbarer Figuren gezeichnet hat. Ihre weiteren Bücher sind direkt auf meiner Leseliste gelandet.

Auch nennenswert: Kazuo Ishiguro. Vor ihm habe ich mich jahrelang dank eines schulischen ‚Traumas‘ gedrückt. Als ich mich dann doch an The Remains of the Day wagte, war ich begeistert von seiner Kunst, zwischen den Zeilen zu erzählen, und werde sicher noch mehr von ihm lesen.

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Der SternwandererSuper schwierige Frage, da gibt es immer einige. Allerdings habe ich dieses Jahr die neueste Ausgabe von Der Sternwanderer von Neil Gaiman gelesen, und dieser Band sticht aus der Menge heraus. Mit Halbleineneinband und Prägungen auf dem Buchdeckel ist das Buch schon ein wunderschönes Objekt, bevor man es aufgeschlagen hat. Die Illustrationen im Inneren unterstreichen die Handlung und hauchen ihr magisches Leben ein.Detail Sternwanderer

Ehrennennung: Das Cover von Geschichte für einen Augenblick von Ruth Ozeki wächst einem richtig ans Herz. Es spiegelt Aspekte der Handlung wieder und verwebt so die beiden Handlungsstränge optisch. Sehr schön und lebensbejahend bunt.

Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2016 lesen und warum?

Chronicles of Avonlea.jpgWenn ich mich für eins entscheiden muss, nenne ich hier mal Chronicles of Avonlea von Lucy Maud Montgomery. Die Kurzgeschichten rund um Einwohner der Anne of Green Gables Bücher spukt schon jahrelang in meiner Leseliste herum. 2016 nehme ich es mir fest vor, um Montgomery, die mich schon so lange und zuverlässig begleitet, besser kennen zu lernen. Leider gibt es keine deutsche Übersetzung von Chronicles of Avonlea, der Text ist aber gemeinfrei und im Netz zu finden.

Macht ihr auch bei der BuchSaiten Blogparade mit? Was waren eure Highlights und Überraschungen 2015?

Advent, Advent … Die letzte

Advent, Advent Vorweihnachts-LesewochenUnd schon ist der letzte Sonntag von Arianas Vorweihnachts-Lesewochen „Advent, Advent ….“ gekommen. Die Aktion dient dem entspannten Einstimmen und bewussten Erleben der Adventszeit. Wie man sich einstimmt und entspannt, ist dabei jedem Teilnehmer selbst überlassen.

Was bisher geschah

Plätzchen backen 2015In dieser Woche habe ich versucht, mit meinen Geschenken voran zu kommen, was nur teilweise funktioniert hat. Bei allen habe ich jetzt wenigstens einen Plan. Da dieser Schokoladenherstellung beinhaltet, werden wohl die letzten Geschenke erst am 23. fertig. Ich habe schon ewig keine Schokolade mehr hergestellt und freue mich darauf.

Gestern waren Freunde zu Besuch, die wir schon lange nicht gesehen hatten. Mit ihrer kleinen Tochter sind wir den Dom hoch gestiegen (533 enge spiralförmige Stufen!) und haben uns auf dem Weihnachtsmarkt den Bauch voll geschlagen. Ich habe leider völlig vergessen, Fotos zu machen. Zuletzt mussten wir vor den inzwischen beträchtlichen Menschenmassen kapitulieren und haben uns am Rhein entlang auf den Rückweg zum Bahnhof gemacht. Heinzel Weihnachtsmarkt Köln 2015

Advent, die letzte

Obwohl die Geschenke noch nicht beisammen sind, bin ich ganz entspannt und glaube, die restlichen Sachen noch problemlos bekommen zu können. Bei dem samstäglichen Trubel in der Stadt ziehe ich auch wirklich lieber noch mal unter der Woche los. Es wird also noch turbulent vor Weihnachten, da ich auch am Dienstag noch mal Freunde zu Besuch haben werde, neben dem noch nötigen Einkauf und den anstehenden Basteleien.Plätzchen backen 2015

Ich lese gerade…

Little Women lese ich nun jeden Tag und es ist ganz gemütlich mit dem dicken Buch. An Anne of Green Gables kommt es aber bei Weitem nicht heran, dazu ist der erhobene Zeigefinger zu präsent und der Erzählton zu direkt. Ich habe auch noch ein Hörbuch ausgeliehen, Little Bee. Darin geht es um einen Flüchtling aus Nigeria, die in England ankommt und bei einer Familie unterkommt, der sie in Nigeria bereits begegnet ist. Hier und da grenzt das Ganze zwar an Melodramatik, aber Little Bee erzählt ihre Geschichte so schön, dass ich gerne zuhöre.

Ich hoffe, euer Advent verläuft auch so abwechslungsreich!

Advent, Advent… Massenweise Weihnachtsmärkte

Advent, Advent Vorweihnachts-Lesewochen„Advent, Advent …“ schreitet voran. Die Aktion dient dem entspannten Einstimmen und bewussten Erleben der Adventszeit. Wie man sich einstimmt und entspannt, ist dabei jedem Teilnehmer selbst überlassen.

Was bisher geschah
Weihnachtsmarkt Köln 2015

Während ich in der letzten Woche vor allem Fortschritte mit meiner Geschenkewahl und viel Entspannung verbuchen konnte, steht diese Woche im Zeichen der Weihnachtsmärkte. Sage und schreibe 8 Märkte habe ich besucht. Das klingt vielleicht stressig, war es aber nicht. Fast jeden Markt konnten wir zu Fuß erreichen und wir haben es uns einfach gut gehen lassen.

Mein Favorit war nicht, wie erwartet, der Hafenmarkt mit den Piraten, sondern der Heinzelmännchenmarkt. Auf dem waren die Buden thematisch nach Gilden sortiert. Es gab außergewöhnliche Stände, so zum Beispiel einen Schmied. Und überall waren kleine Heinzelmännchen auf den Buden, es gab sogar einen Heinzelskilift (und er fuhr sogar). So viel Liebe zum Detail ist einfach nur toll, und die riesige Eislaufbahn nebst geschmackvoller Musikauswahl war eine Freude für sich.

Weihnachtsmarkt Köln 2015

Heute findet tatsächlich auch das Plätzchenbacken mit Freunden statt, das ich letztes Mal erwähnte. Fotos folgen!

Weihnachtsmarkt Köln 2015
Advent, Teil 3

In der nächsten Woche will ich mich wieder verstärkt um die Geschenke kümmern. Auch diese Woche habe ich Ideen gesammelt, doch abhaken konnte ich nichts. Am Samstag bekommen wir Besuch von Freunden, mit denen wir noch einmal über Kölns Weihnachtsmärkte schlendern werden. Vielleicht kaufe ich dann die Sachen, die ich diese Woche ins Auge gefasst habe.

Weihnachtsmarkt Köln 2015
Ich lese gerade…

Little Women. Harry Potter und die Kammer des Schreckens. habe ich Freitag zu Ende gelesen und damit endet vorerst mein Harry Potter Reread. Die anderen Teile lese ich, wenn es mir wieder mal nicht so gut geht. In Little Women bin ich nicht weit genug, um irgendetwas sagen zu können. Die Lügen des Locke Lamora habe ich gestern Abend beendet. Am Ende bin ich doch interessiert genug, um mir den zweiten Teil irgendwann auch vorzunehmen. Die Tatsache, dass ich den Wälzer trotz einiger unschöner Eindrücke gelesen habe zeigt mir, dass es vor allem meine momentane Stimmung ist, die mir das Lesevergnügen etwas vermiest hat.

Naturkunde: Das größte Lebewesen der Welt!

Na, wer weiß, welches das größte Lebewesen der Welt ist? Ist ein Wal der Rekordhalter? Weit gefehlt: Das größte Lebewesen der Welt ist – ein Pilz.

Das größte Lebewesen der Welt: Armillarias
Unscheinbar. „Armillarias“ von Jose Luis Cernadas IglesiasCC BY 2.0

Der Dunkle Hallimasch (Armillaria ostoyae), von dem hier die Rede ist, hat eine Gesamtgröße von über neun Quadratkilometern! Da sich der Pilz unterhalb des Malheur National Forest in Oregon vernetzt hat, fand man erst im Jahr 2000 heraus, dass es sich tatsächlich nur um ein einziges Lebewesen handelt. Eine Genanalyse zeigte, dass ein Pilzbefall der ansässigen Bäume auf ein und denselben Pilz zurückgingen. Man schätzt das Alter des Pilzes auf über 2400 Jahre, das Gewicht soll bei 600 Tonnen liegen. Solche Superlativen kann man sich nicht einmal vorstellen.

Oberflächlich betrachtet (im Wortsinn), ist der Hallimasch eher unauffällig: Gelbliche Hüte ragen ungefähr 12 cm in die Höhe. Doch unter der Erdoberfläche reicht sein Körper etwa einen Meter tief ins Erdreich. Das heißt, millimeterdicke Fäden, die Rhizomorphe, erstrecken sich zu einem gewaltigen Geflecht verbunden über diese unvorstellbare Fläche.

Das größte Lebewesen der Welt und seine Rhizomorphe
Rhizomorph Armillaria“ von Ericsteinert – CC BY-SA 3.0

Der Pilz frisst sich so durch Bäume und entzieht ihnen deren Nährstoffe. Die Bäume wehren sich durch Wundgewebe, das ihn aber nicht immer vor dem langsamen Tod retten kann. Aber auch totes Holz frisst der Hallimasch und trägt so zum Recycling im Wald bei.

Vielleicht kennen einige den Hallimasch als Speisepilz. Er ist auch bei uns heimisch, nur in vergleichbaren Größen scheint er hier nicht vorzukommen. Übrigens geht der Name Hallimasch auf eine sehr deftige Beschreibung zurück: Entweder auf „Heil im Arsch“, da er als Heilmittel bei Hämorrhoiden eingesetzt wurde, oder auf „Höll‘ im Arsch“, weil der Pilz roh verzehrt abführend wirkt.

Quellen und Informationen

Zehn Jahre danach: Artikel der University of Wisconsin
Planet Wissen

…worin ich Challenges entsage. Und auf Projekte umsteige

Meine Lieben! Ich hatte zwar schon in einigen Kommentaren durchblicken lassen, dass ich mich aus weiteren Challenges heraushalten würde, und nun ist der Entschluss gefasst.

Adieu, Challenges

Mein SuB - Stapel der ungelesenen BücherDurch die vielen Challenges, an denen ich teilgenommen habe, konnte ich viele neue Autoren entdecken, mich mit Lesern austauschen und ferne Länder erkunden. Das war großartig. Noch besser war, dass ich durch die oft vorgeschriebene Lektüre meine eigenen Leseziele und Ideen zu Projekten entwickeln konnte. Der fehlende Freiraum hat mich immer wieder damit konfrontiert, was ich eigentlich wollte, und es mir so zum ersten Mal bewusst gemacht.

Der eigentliche Auslöser ist wohl aber mein heftiger Winterblues dieses Jahr. Der kam für mich vollkommen unerwartet. Darum kann ich mich nicht durch schwere Lektüre quälen, die ich zu einem anderen Zeitpunkt genießen könnte, mir fehlt dazu gerade der Nerv. Es wäre ungerecht mir gegenüber und den Autoren, die ich dann gar nicht wertschätzen könnte. Und euch gegenüber, weil ich dann schlechte Meinungen über womöglich gute Bücher verbreiten würde. Darum weiß ich auch nicht, ob ich meine begonnenen Challenges beenden kann. Aber so direkt per sé aufgeben will ich auch nicht. Wer weiß, was sich noch in den letzten Wochen erreichen lässt, an einem guten Tag. Ich will auch nicht Challenges im Allgemeinen oder die, an denen ich teilnehme, verdammen! Ganz im Gegenteil, sie bieten viele Möglichkeiten zum Entdecken und zum Austausch. Nur ich habe für’s Erste andere Pläne.

Teil 2, in dem ich neue Pläne fasse

Ambitionen beim Lesen habe ich natürlich trotzdem und weiterhin. Also: Leseprojekte. Wo ist denn jetzt der Unterschied zu den Challenges?, mag man sich fragen. In einer Challenge gibt mir eine andere Person eine Anzahl an Büchern vor, die ich lesen soll, meist zu einem Thema. Oder es gibt Aufgaben, zu denen ich passende Lektüre finden soll. Bei einem Leseprojekt kann ich mich zu einem Thema frei austoben. Oder aus einer selbsterstellten Leseliste lesen. Nichts grundlegend anderes, klar. Aber selbstbestimmt, nach eigenen Vorgaben und Ideen.

Banner Weltenbummler Challenge 2016Das ist übrigens ein Unterschied, den ich in der Weltenbummler-Challenge sehe: Man liest eigentlich was man will. Wie viel man will. Manches gibt Punkte, anderes passt nicht. Solange man nicht einen Highscore aufstellen will, kommt einem die Challenge nicht in den Weg. Bei mir war das so und sie hat mich an neue Orte geführt, ohne mir Vorschriften zu machen. Darum darf sie bleiben 🙂

Was mir beim Lesen wichtig ist

Die Einzelheiten wären hier zu viel, die findet ihr auf meiner Leseprojekte-Seite. Aber ich habe lange nachgedacht, worauf es mir beim Lesen eigentlich ankommt. Was ich lernen und erreichen will. Die Kernideen sind diese:

  • Mehr Autorinnen entdecken: Immer noch zu viele Kerle im Lesestapel.
  • Den Bücherstapel klein kriegen: Das Problem kennt hier jeder, oder?
  • Lernen, leben, lesen: Das heißt, fremde Leben leben und ungewohnte Perspektiven einnehmen. Einfach Neues lernen, durch ein lehrreiches Sachbuch oder ein Buch aus fernen Zeiten oder Ländern. Das treibt mich beim Lesen an. Meistens.
  • In Erinnerungen schwelgen: Wieder öfters alte Lieblinge lesen.

Leseprojekte 2016

Bücherstapel - Leseprojekte bei buchflimmern

  • Weltenbummler 2016: Reisen durch Bücher.
  • 101 Fantasy Projekt: Auch in Zukunft will ich mein altes Lieblingsgenre weiter erkunden.
  • Projekt Bücherstapel: Ob ich wieder eine Halbierung schaffe wie in den letzten 2 Jahren?
  • #readwomen: Mehr Frauen lesen, bewusster Frauen lesen.

Und, ja, ich gebe es zu, eine richtige Challenge wird sich wohl doch einschleichen: In diesem Jahr habe ich in einer meiner Goodreadsgruppen an einer Marvel vs DC Challenge teilgenommen. Es gab zwei Teams (Marvel und DC) und jede Gruppe hatte 36 Aufgaben zu erfüllen, die meist so weit gefasst waren, dass ich gerne wieder dabei bin. Mehr dazu und zu meinen Plänen und Ideen im Einzelnen später.

Was gefällt euch an Challenges? Habt ihr auch eine Veränderung in eurer Einstellung dazu bemerkt? Gibt es auch Arten von Challenges, die euch besonders reizen? Oder gar nicht?