Advent, Advent… Das vorweihnachtliche Lesen beginnt

Advent, Advent Vorweihnachts-Lesewochen
Es geht los!

Wie im letzten Jahr bin ich auch 2015 bei ArianasVorweihnachts-Lesewochen „Advent, Advent ….“ dabei. Die Aktion dient dem entspannten Einstimmen und bewussten Erleben der Adventszeit. Wie man sich einstimmt und entspannt, ist dabei jedem Teilnehmer selbst überlassen.

Pläne für den Advent

Mein Wunsch ist es, wie im letzten Jahr jede Woche ein paar Geschenke in Angriff zu nehmen, um so dem Last-Minute-Shopping und dazu gehörenden Nervenzusammenbruch zu entgehen. Das ist beides gar nicht weihnachtlich und auch sonst nichts für mich. Ich konnte auch bereits ein aufwändiges Geschenk (einen Tageskalender) designen; die Hauptarbeit, das Drucken und Binden, liegt aber noch vor mir.

Ich hoffe, viele Weihnachtsmärkte in und um Köln zu besuchen (und dort Geschenke zu finden). Dabei kommt es mir auch eher auf gemütliches Schlendern und Schauen an als auf Glühwein und Bratwurst. Ja, der Rheinländer isst auf dem Weihnachtsmarkt Bratwurst, so viel habe ich bereits gelernt.

Lesen will ich natürlich auch und ich habe auch schon einige weihnachtliche Bücher herausgesucht:

  • Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat
  • Little Women
  • I am Half-Sick of Shadows (Flavia de Luce #4)

Daneben hätte ich auch noch jede Menge weihnachtliche Märchen in petto.

Pläne für die ersten Adventstage

Heute erhole ich mich von dem stressigen Samstag, den ich in der alten Wohnung und im Auto zugebracht habe. Lesen, Tee trinken, vielleicht später ein Film… Und ein bisschen weise Vorausplanung der nächsten Wochen. In der Woche stehen dann neben Alltäglichem die ersten Weihnachtsmärkte an. Ich bin schon sehr gespannt.

Ich lese gerade…

The Art of Asking von Amanda Palmer. Auf der Hälfte des Buches hat die erste Begeisterung ein wenig nachgelassen, es ist aber immer noch ein sehr schönes und ungewöhnliches Buch über das Helfen und Sich-helfen-lassen.

A. Lee Martinez: Gott im Unglück

A. Lee Martinez: Gott im Unglück

Ich sage es sofort: Im Buchladen wäre ich an „Gott im Unglück“ vorbeigegangen. Doch Martinez‘ Funny Fantasy Roman und ich sind uns nicht im Buchhandel begegnet. Es ist eine Leihgabe von Freunden. Freunden, die Waschbären und Terry Pratchett lieben.

 

Phil und Teri sind ein ganz normales Paar, nicht übermäßig wohlhabend, aber sie kommen klar. Doch ein bisschen mehr Glück kann niemandem schaden, oder? Eine Götter-Vermittlungswebsite soll Abhilfe schaffen. Die beiden kontaktieren Luka, den Gott der glücklichen Zufälle, und ahnen nicht, was sie mit dem Parties feiernden Waschbären in ihr Haus eingeladen haben. Denn auch Götter streiten, lieben und spielen gerne mit verdeckten Karten.

A. Lee Martinez nimmt in Gott im Unglück alle Götter als gegeben an. Alle sind real und durchwandern unsere Welt, verlangen Opfergaben und bieten im Gegenzug ihre Gunst. Die Idee hat mir sehr gut gefallen, denn hier bieten sich jede Menge Möglichkeiten für Komik. Und die nutzt der Autor auch.

Die Charaktere sind dabei absolute Nebensache. Phil und alle anderen Menschen sind eine homogene Masse. Selbst die Götter sind auf wenige Charaktereigenschaften reduziert, die karikaturenhaft hervorgehoben werden. Beim Lesen hat mich das nicht gestört, es geht hier vielmehr um die lustigen, absurden Situationen, die durch das Aufeinanderprallen von eifersüchtigen Göttern und hilflosen Sterblichen entstehen. Und die waren zum Teil wirklich sehr lustig. Meistens bewegt sich der Roman auf Schmunzelnivea, aber an einigen Stellen musste ich laut lachen. Von denen hätte ich gerne mehr gehabt, darum ist das Buch insgesamt etwas holprig. Ich konnte deutlich erkennen, an welchen Szenen der Autor selbst am meisten Spaß hatte und wo es eher um die Pflicht als die Kür ging.

So ist Gott im Unglück ein kurzweiliges Lesevergnügen, das aber direkt nach dem Lesen wieder in Vergessenheit gerät. Ein nettes Spektakel für Zwischendurch.

Zusätzliche Info zu Göttern und A. Lee Martinez

Martinez schreibt auch einen Blog und veröffentlicht da ab und zu Kurzgeschichten. Perfekt, um seine Schreibe und seine Ideen auszuprobieren.

Göttin SeschatÜbrigens habe ich, auf der Suche nach einem der Götter im Buch, eine schöne Internetseite entdeckt: Godchecker. Das ist ein Wiki mit über 4000 Gottheiten aus allen Zeiten und Kulturen. Die Site ist aber nicht nur informativ, sondern auch humorvoll. Auch hier werden die Götter als reale Gestalten begriffen. Ich habe auch eine passende Göttin für Bibliophile gefunden: Seschat, eine ägyptische Göttin der Bibliotheken und Bücher. Also dankt ihr für Schnäppchen und kurze Wartezeiten in der Bibliotheksausleihe 🙂

Alexander Solschenizyn: Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch

Solschenizyn Ein Tag im Leben des Iwan DenissowitschSolschenizyn war mir lange kein Begriff. Aber Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch hatte ich trotzdem schon lange im Regal stehen, ein Geschenk meines Nachbarn. Inzwischen weiß ich etwas mehr über den Nobelpreisträger: Er lebte von 1918 bis 2008, studierte Mathematik und Philosophie und verbüßte acht Jahre in sowjetischen Arbeitslagern, nachdem er sich in einem Brief an einen Freund kritisch über Stalin äußerte. Nach der Haft wird er ins lebenslange Exil geschickt; die Verbannung wird aber 1967 aufgehoben. Seine sowjet-kritischen Texte führen jedoch 1974 zu seiner Ausweisung; er lebt einige Zeit bei Heinrich Böll, später in der Schweiz und in den USA. 1990 wird er erneut rehabilitiert und kehrt 1994 in die Heimat zurück, wo er 2008 verstirbt.

Ein so spannendes Leben ist schon an sich interessant; in seiner ersten Erzählung, Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch, schildert Solschenizyn den harten Sträflingsalltag in den Gulags aus eigener Erfahrung. Übrigens konnte die Geschichte 1962 veröffentlicht werden, weil gerade Chruschtschow an der Macht war und Enstalinisierung betrieb (1964 wurde er gestürzt).

Das Buch liefert genau das, was drauf steht: Ein Tag aus dem Leben des Sträflings Iwan, der stellvertretend für alle anderen Tage steht. 10 Jahre hat man ihm aufgebrummt, eine Standartstrafe, bevor man begann, die Leuten direkt zu 25 Jahren zu verurteilen. Der Wahnsinn dieses Systems spiegelt sich in jeder Faser der Erzählung: Von den Gründen der Verhaftung Iwans (er war kurz in deutscher Kriegsgefangenschaft, entkam und wurde von den eigenen Leuten nun als Spitzel fast erschossen) bis zu den Bedingungen, unter denen die „Arbeiter“ leben. Solschenizyn spricht tatsächlich selbst immer von Arbeitern in Anführungsstrichen. Die Sträflinge bauen einer Geschichte Kafkas gleich ihr eigenes Gefängnis: Neue Gebäude zur Einzelhaft und ähnliche Projekte werden erwähnt.

Diese alltäglichen Schindereien und das Verhalten, ja, Denken, das sich Iwan antrainieren muss, um zu überleben, jagt einem kalte Schauder über den Rücken. Iwan ist schon acht Jahre inhaftiert und hat den Bezug zur Außenwelt und zu seiner Familie komplett verloren. Gleichzeitig ist er ein liebenswerter Charakter, der im Lageralltag Köpfchen beweist.

Im Dezember waren die Filzstiefel gerade zur rechten Zeit gekommen; ein behagliches Leben, man brauchte nicht zu sterben.

Das kleine Buch war mir eine lohnende Lektüre: Ich konnte aus erster Hand etwas über die berüchtigen Gulags lesen, ohne direkt Solschenizyns tausendseitiges Hauptwerk Der Archipel Gulag zur Hand nehmen zu müssen (das hat übrigens Muromez getan). Insofern wurde meine Neugier befriedigt. Ich muss aber sagen, dass ich zwei kleinere Probleme hatte: Erstens bin ich wie immer bei russischen Texten mit den ganzen Anreden und Kosenamen durcheinander gekommen. Es spielt eine Rolle, wie Iwan von anderen angeredet wird, weil das zeigt, ob jemand kollegial oder auf Distanz ist. An einer Stelle wird gesagt, man erkenne den Moskauer direkt daran, dass er alle mit dem Vaternamen anspricht (und das ist nicht Denissowitsch, sondern was ganz anderes). Dann gibt es da noch den Sträfling Kilgas, den Iwan Wanja nennt, weil er mit Vornamen Johann heißt. Hä? Und wie man auf die kollegiale Form Denissytsch kommt, weiß ich auch nicht genau. Übrigens heißt Iwan im Buch eigentlich immer nur Schuchow… Solche Kleinigkeiten können sehr lästig werden, wenn sie immer wieder auftauchen: Oft brauchte ich einen Moment, um zu begreifen, um wen es gerade geht. Zudem tauchen auch viele militärische Positionen auf, mit denen ich nichts anfangen konnte, die zu kennen aber bestimmt gut gewesen wäre. Die Hierarchie zu befolgen, so wird schnell klar, ist eines der obersten Gebote im Lager; viele Situationen konnte ich ohne dieses Wissen nicht hundertprozentig einordnen. Das sind Details, wo ich mir ein bisschen Hilfe vom Herausgeber gewünscht hätte, ein Problem, dass ich erst mal meiner sehr alten Ausgabe zu Lasten lege. Vielleicht gibt es eine modernere Übersetzung/Ausgabe, bei der diese Dinge behoben wurden, durch einen Anhang oder Fußnoten etc.

Er fängt an zu essen. Zuerst schlürft er nur das Dünner gierig in sich hinein. Als r das heiße Zeug im Magen hat und fühlt, wie die Wärme durch seinen ganzen Körper kriecht, zittert alles in ihm dem Rest der Suppe entgegen. Aaahh! Das ist er, der kurze Augenblick, für den der Sträfling lebt!

Was bleibt, ist aber ein dumpfes Gefühl von Wut über den stalinistischen Wahnsinn, dem so viele Unschuldige zum Opfer gefallen sind. Als Frostbeule par excellence ist für mich die Vorstellung, in Sibirien ohne Heizung, Decke oder warme Schuhe leben zu müssen, eine gute Beschreibung der Hölle – ganz abgesehen von der Plackerei, mehr als dürftiger Kost und dem totalen Desinteresse derjenigen, die für einen verantwortlich sind.

Die Erzählung selbst ist zu nah an der Figur Iwans dran, als dass sich diese Reaktionen direkt einstellen könnten. Alles wird eher abgeklärt und in teils fast schnoddrigen Ton geschildert. Die eigentliche Wut kam bei mir erst, als ich das Buch beendet hatte. Während des Lesens herrschte bei mir größtenteils Leere im Kopf, ganz ähnlich wie es bei Iwan und den anderen „Arbeitern“ der Fall sein muss.

Jetzt kann Schuchow nichts mehr aufregen. Nicht, daß die Haftzeit so lang ist, nicht, daß der Tag so lang ist, und nicht, daß es wieder keinen Sonntag geben wird. Jetzt denkt er: Wir werden’s überstehen! Wir werden alles überstehen, und dann haben wir’s hinter uns!

Was vom Lesen übrig blieb

Es gibt immer wieder Bücher und Hörbücher (oder auch andere Dinge), über die ich nicht genug zu sagen hätte, um einen eigenen Beitrag zusammenzubekommen, die aber unter den Tisch fallen zu lassen auch schade wäre. Oder Sachen, die nicht unbedingt ins Blog passen. Manchmal denke ich, ein Leseupdate oder so was in der Art wäre gut. Eben ein Blubberpost, nur nicht jede Woche, denn das wäre doch zu viel.
Mal sehen, was ich daraus mache – wollt ihr so was überhaupt? – hier erst mal meine aktuell liegengebliebenen Gedanken.

 

Raum von Emma Donoghue (Hörbuch Hamburg, 385 Minuten)

RaumIn Raum erzählt der fünfjährige Jack von seinem Leben. Seine Welt ist „Raum“ und 16 Quadratmeter groß, denn er ist der Sohn einer als Sexsklavin gehaltenen jungen Frau. In einem Gartenschuppen wächst er auf, ohne die Außenwelt zu kennen und ohne Kontakt zu anderen Menschen als Ma. Seine Freunde heißen Lampe, Tisch und Teppich oder sind Cartoonfiguren im Fernsehen. Matthias Brandt liest mit großem Einfühlungsvermögen und kann von einer Sekunde auf die andere ernst sein oder in Kichern ausbrechen. Die Geschichte, über die ich nicht mehr verraten will, bekommt auf der Hälfte eine ganz andere Richtung und hatte für mich ab da nicht mehr dieselbe Faszination wie am Anfang. Denn die kam von meinem linguistischen Blickwinkel. Jack spricht etwas speziell und versteht die Welt anders. Seine Ma sagt ihm, dass die Dinge im Fernseher nicht echt sind, also spricht er von Träumen oder anderen Phantasien auch als „nur Fernsehen“. Emma Donoghue hat mit großem Feingefühl diesen Charakter durch seine Sprache real werden lassen. Ein Experiment, das selten so gut gelingt wie hier. Übrigens kann man als Leser die schaurigen Details nur ahnen, da man alles durch Jacks Augen sieht, der sich im Schrank versteckt, wenn „der alte Nick“ seine Mutter besucht.

 

Die Muskeltiere von Ute Krause (cbj audio, ca. 240 Minuten)

Die Muskeltiere: Einer für alle - alle für einenViel Hamburger Schnack und liebenswürdige Fellknäuel als Hauptfiguren gibt es in diesem Kinderbuch, das ich auch unbedingt als Hörbuch empfehle (Andreas Fröhlich liest). Nach und nach finden eine Reihe Mäuseriche zusammen (und ein Dumas lesender Hamster!), werden Freunde und bestehen Abenteuer. Hauptanliegen ist die Amnesie von Gruyère (ja, die Mäuse geben sich französische Käsenamen), der nicht mehr weiß, wie er als Häufchen Elend in der Gosse gelandet ist. Mit viel und Action und Herz erzählt Ute Krause eine Geschichte, die innerhalb ihrer Möglichkeiten sehr stimmig und logisch schlüssig bleibt. Hörempfehlung für alle Altersklassen.

 

Der dunkle Spiegel von Andrea Schacht (Audiobuch Verlag, 402 Minuten)

Der dunkle Spiegel (Begine Almut, #1)Die Hörbuchfassung des ersten Teils eines Romanzyklus im historischen Köln erweckte meine Aufmerksamkeit. In diesem unterhaltsamen Roman gerät die Begine Almut (eine ganz tolle Frauenfigur!) durch ihre aufmüpfige Art gegen die Predigten der männlichen Geistlichen ins Visier der Inquisition. Gleichzeitig bringen sich ihre Schwestern in Gefahr, weil ein junger Weinbauer stirbt, nachdem er ihre Medizin schluckt. Wer steckt wirklich dahinter und wem kann Almut trauen? Ich hatte meinen Spaß mit der fluchenden, tatkräftigen Almut, die hier eine richtige Detektivin wird. Ein spannendes Umfeld hat sich Andrea Schacht ausgesucht, denn Almut eckt mit ihren Ansichten oft an –  und der örtliche Inquisitor ist eine ganz miese Type…

 

The Catcher in the Rye von J. D. Salinger (Penguin, 220 Seiten)

The Catcher in the RyeDas ist eines dieser Bücher, über die man mehr Vorurteile und Meinungen gehört hat, als vor der Lektüre gut sein kann. Aber sei’s drum: Den Hype um diesen kurzen Roman kann ich nicht ganz nachvollziehen, noch weniger aber die weit verbreitete Kritik, es handele sich um jugendliches Gewäsch in Form einer Anreihung von Schimpfwörtern. Für mich war es eine kurzweilige Geschichte, die vieles zwischen den Zeilen sagt. Eine lebensverändernde Wirkung habe ich allerdings nicht an mir festgestellt. Bin ich vielleicht zu alt? Denn ich habe auch mehrmals gehört, wenn man es nicht als Teenie gelesen hat, ist es zu spät für den Fänger im Roggen. Aber ich sage: Hört nicht auf den Quatsch, den andere von sich geben, auch wenn sie es gut meinen, und probiert es selbst aus.

 

Pilgrim – Die unglaublichen Abenteuer des William Palmer. Hörspielserie (SRF, 145 Minuten)

Schöne Miniserie über den vom König des Grauen Volkes zur Unsterblichkeit verdammten William Palmer aka Pilgim. Während er auf der Suche ist nach dem ebenfalls unsterblichen Joseph von Arimathäa, der ihn endlich erlösen soll, hilft er anderen in Not, die in Berührung mit dem Übernatürlichen gekommen sind. Dabei lernt immer mehr über den 900 Jahre alten „Wanderer zwischen den Welten“. Die Serie ist in ihrer jetzigen Fassung sehr hörenswert, wenn auch etwas ungeschliffen. Man merkt einfach, da ist noch viel mehr, was es zu erzählen gibt. Sehr aufwändig inszeniert vom SRF mit Rufus Beck als Pilgrim, lief die Reihe im Original in der BBC und umfasst inzwischen mindestens fünf Staffeln (genaueres konnte ich nicht herausfinden). Die Geschichten stammen vor allem aus dem britischen Sagenfundus. Ich würde mich freuen, demnächst mehr von Pilgrim zu hören. (Hörproben, mehr Info)

Notizbücher für Leser: Das Leuchtturm Lesejournal

Leuchtturm LesejournalWie angekündigt stelle ich euch heute das Lesejournal von Leuchtturm1917 vor. Es fiel mir auf der Frankfurter Buchmesse auf, teils durch seinen aufwändigen Einband, teils weil ich bereits das ganz ähnliche Ex Libris mein Eigen nennen kann (ich habe es euch hier vorgestellt). Freundlicherweise durfte ich ein Exemplar zu Rezensionszwecken mitnehmen.

 

Das Lesejournal: Daten

Leuchtturm Lesejournal Vorschau87 Seiten für Kommentare zu Büchern
Alphabetisches Register
Kategorien (Geschenkideen, zu lesende Bücher, verliehen/geliehen und eine selbst beschriftbare Kategorie)
2 Lesezeichen
Buchblock mit Fadenheftung
Papierqualität 80g/qm
Maße: 145 x 215 mm (A5)

Leuchtturm Lesejournal Inhalt

Das Lesejournal ist in kräftigen blauen Stoff gebunden und verfügt über zwei Lesebändchen. Die Seiten sind in gewohnter Leuchtturmqualität, die ich bereits beim Ex Libris angepriesen habe (einen kleinen Stiftetest seht ihr weiter unten). Die Aufmachung ist etwas umfangreicher als die des Ex Libris: Ein redaktioneller Teil dient als Einführung in die Kunst des Lesetagebuchs und liefert Quellen für Leseempfehlungen. Das ist praktisch und nett, hinterlässt bei mir aber auch nach einigen Wochen einen Rest Irritation, was das in meinem Tagebuch zu suchen hat.

Eine weitere Neuerung ist das Wörterbuch, das man selbst ausfüllen kann. Hier hätte ich mir eine weitere Spalte gewünscht, um die Quelle des Worts einzutragen, sonst gefällt mir die Idee aber sehr gut. Ich lese viele Bücher auf Englisch und würde die Seiten wohl eher mit englischen Vokabeln als deutschen Fremdwörter füllen. Aber das eine schließt das andere ja nicht aus! Leuchtturm Lesejournal WörterbuchTrotz der schönen Aufmachung bleibt die Frage: Warum ein weiteres Lesetagebuch herausgeben? Anhand der Aufmachung erkennt man, dass hier unterschiedliche Zielgruppen gefragt sind. Das Ex Libris hat (allein schon durch den Namen) scheinbar den Anspruch, dem Vieldenker und -leser kostbare Lesemomente zu verewigen, um diese edlen Gedanken (seien sie die des Autors oder des Lesers selbst) für ein späteres gemütliches Durchschmökern festzuhalten. Womöglich bei einem guten Glas Wein. Das Ex Libris kommt zusätzlich mit einem Gummiband zum Verschließen und aufklebbaren Etiketten zum Archivieren und Sortieren.
Das etwas weltlicher daherkommende Lesetagebuch ist für ganz ähnliche, aber nicht identische Vieldenker und -leser gemacht: Hier liegt der Schwerpunkt, wie mir der Text auf dem Umschlag und in der Einführung versichern, bei der Vernetzung von Gedanken und dem papiernen Gedächtnis für alles, was beim Lesen auf- oder einfällt. Nicht der Gedanke des Wahren, Schönen, Guten, eines kulturellen Hochgenusses wird hervorgehoben, sondern eher leger von den Vorteilen gesprochen, die das Führen eines Lesetagebuchs mit sich bringt, wenn man sich dazu entschließt.

Leuchtturm Details
Die Schrift im Lesejournal trägt etwas dicker auf.
leuchtturm testseite
Nur der Copic-Stift kam hier durch. Tinten und Fineliner bestehen.

Die Unterschiede sind also subtil und liegen vor allem im Look and Feel der Notizbücher: Beide würde ich weiterempfehlen. Weitere Bilder und Infos zum Lesejournal und Ex Libris findet ihr auf der Website von Leuchtturm.

Ich danke Leuchtturm1917 für das Rezensionsexemplar!