Naturkunde: Natternkopf

Spaziergang am PetrisbergNeulich am Wegesrand…
Bei einem Spaziergang in den Trierer Weinbergen (bei dem mir leider nur mein Handy als Kamera zur Verfügung stand) bin ich immer wieder auf eine lila Staude gestoßen, die mir gut gefiel. Auch die Bienen und Schmetterlinge hatten großes Interesse an der robust wirkenden Pflanze.

Es ist ein Verwandter des Vergissmeinnicht, der Gewöhnliche Natternkopf oder Blauer Heinrich (Echium vulgare), der mir da auffiel. Wie er zu diesem Namen kam, bleibt mir ein Rätsel, aber auch in Österreich gibt man dem Blümchen gerne Männernamen wie Starrer Hansl oder Stolzer Heinrich, oder auch Himmelbrand. Nu ja.Natternkopf

Ich hatte ja insgeheim auf ein Heilkraut gehofft oder eine nette Erweiterung für den Garten, aber beides ist eher umstritten. Essen kann man die Blätter, aber sie sind haarig, da wäre ich nicht so begeistert.

Am Weinberg hat sich der Heinrich übrigens so wohl gefühlt, weil dort die Erde so trocken und steinig ist; wers also doch mal im Garten versuchen will: Bisschen Sand untermischen. Den Winter schafft der Natternkopf nicht in vollständigem Rückzug unter die Erde, sondern durch Verkleinerung. Also gibt es auch im Winter einige Knospen, wenn auch nichts Weltbewegendes. So eine Pflanze nennt sich übrigens Hemikryptophyt. Nach zwei Jahren ist aber Schluss.

NatternkopfImker nutzen die zuckrige Pflanze (25% Zucker im Nektar) ganz gerne als – Achtung – Trachtpflanze, also als Nutzpflanze auf der Bienenweide. Was die heilende Wirkung angeht, habe ich unterschiedliches gelesen: Einerseits, dass der Natterkopf praktisch nicht für Heilzwecke verwendet wird und keine nennenswerte Wirkung hat; dem entgegen steht die Rezeptliste für unterschiedlichste Wehwehchen, die es unter heilkraeuter.de gibt.

Insgesamt also viele verschiedene Meinungen zum Natternkopf. Ich bin jedenfalls ein bisschen schlauer geworden und werde bestimmt noch bei so manchem Spaziergang auf Heinrich treffen.

 

Ein Gedanke zu “Naturkunde: Natternkopf

  1. Sali, Sam.
    Der Wegesrand bietet viel an Einblicken, zumal wenn man/frau sich die Zeit für scheinbare Nebensächlichkeiten nimmt. Wobei einem das klassich Blau der Blüten sofort augenfällig wird. Aber schließlich findet die Welt auch zu unseren Füßen statt.
    Als Salat mundender erscheint mir das Portulak-Unkraut – Portulaca oleracea. Zudem hat er auch heilsame Aspekte parat. UND – er ist nicht haarig! 😉

    bonté

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