Regal-Experiment: Ich, ein Gewohnheitstier…

Seit einigen Wochen sehen meine Bücherregale komplett anders aus: Alles ist von A bis Z geordnet, der SuB ist in meiner Sammlung aufgegangen und die einzig verbleibende Trennung ist die der Sachbücher vom ganzen Rest. Und selbst das hat mehr etwas mit den räumlichen Gegebenheiten zu tun als mit meinem Wunsch nach thematischer Ordnung.

Wie es mir damit geht? Gut. Das Hauptproblem ist zur Zeit, dass bei Neuzugängen erst mal ein mittelgroßes Umsortieren vonnöten ist, weil ich zu wenig Raum pro Fach gelassen habe, um Neues einfach ins Regal zu stellen. Das ließe sich ändern, aber momentan habe ich keine Lust darauf. Auch, weil ich insgeheim darauf hoffe, dass in der nächsten Wohnung alles besser wird.

RegalAnsonsten ist es wirklich nur Gewöhnungssache. Wenn ich ein Buch suche, ist mein Gedankengang meist wie folgt: „Mist, ich habe umsortiert, das steht jetzt nicht mehr im Schlafzimmer auf der Rückseite des Regals oben rechts.“ „Moment, Nachname beginnt mit K, also Schlafzimmer, Vorderseite, oben links.“ Und schon habe ich das Buch. Alphabetisch zu ordnen ist narrensicher. Bis auf spanische Doppelnachnamen und ähnliches (Le Guin, van Sowieso oder Van Blubb), aber einmal nachgeforscht, was die Lexikologie und Artverwandte dazu sagen, und auch diese Frage ist geklärt.

Ich finde es immer noch befriedigend und auf beinahe kindische Weise aufregend, wenn Montgomery neben Munro und Munro neben Murakami steht. Bücher, die thematisch nichts miteinander gemein haben, sind jetzt Nachbarn. Ungelesene Bücher erscheinen mir tatsächlich weniger als To-Do als wie Freunde, die ich noch nicht kennengelernt habe.

5 Gedanken zu “Regal-Experiment: Ich, ein Gewohnheitstier…

  1. Hyvää päivää, Sam.
    Die erfrischende Kühle einer finnischen Begrüßung lege ich dabei mal als Gedanken bei… 🙂

    Stimmt. Es ist der große Nachteil einer alphabetischen Ordnung, daß Regalinhalte für einen Neuerwerb auf Wanderung gehen können – mit den entsprechenden Folgefolgen. Drum baue ich meine neuen Bücher gern einfach an das letzte an; meine Orientierung ist damit quasi der Erwerbszeitpunkt. Ein Kalender quasi.

    Wie ich sehe ist auch eines Deiner Regale beidseitig begehbar…

    Ein klein wenig für den bibliophilen Tagtraum könnte ich Dir den feinen Band „Mit Büchern leben“ anempfehlen. Quasi deren Integration in den wohnlichen Alltag; oder Alltag des wohnens.

    Wie ich sehe hat „Mordsmöwen“ einen repräsentativen Platz erhalten. 😀

    bonté

    1. Hey, die Frische kann ich gebrauchen!
      Die chronologische Ordnung finde ich ja spannend. Gibt einem noch mal einen ganz neuen Kontext.
      Mit Büchern leben hatte ich schon mehrmals schmachtend in Händen 🙂

  2. Klingt spannend! Ich überlege derzeit, wie ich meine Bücher demnächst sortieren werde…ganz kann ich mich mit eine alphabetischen Reihenfolge noch nicht anfreunden, aber ich werde es bestimmt auch nicht mehr so extrem unterteilen wie bisher.

  3. Ich hätte auch ganz gern eine alphabetische Aufstellung, aber mit mehreren kleinen Bücherregalen, die auf zwei Zimmer verteilt sind, finde ich das nicht so ideal. Dafür ist dann eine thematische bzw. Aufstellung nach Genres doch besser geeignet (zumindest für meinen Geschmack). Aber ich finde es schön, dass du mit deiner neuen Sortierung eine solche Freude hast. Und dadurch entfällt auch das lästige Nachdenken, wo ein Buch denn nun „dazugehört“.

    1. Bei mir hat sich das Problem mit den Regalen in verschiedenen Zimmern zum Glück durch die Trennung in Sachbuch und Belletristik umgehen lassen. Aber wenn ich nicht so große Regale hätte, die direkt eine Zimmer wand einnehmen, würde ich mir das auch zweimal überlegt haben. So hat halt alles seine Vor- und Nachteile. Am meisten freut mich glaube ich auch einfach die Ordnung an sich.

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