Persepolis von Marjane Satrapi

Persepolisbände nebeneinanderIch bin nicht so die Comic-Leserin, meist fehlt mir der Text, und die Bilder fesseln mich nicht lange genug, um den Kaufpreis oder überhaupt die Lesezeit zu rechtfertigen.

Anders war Persepolis, die Autobiographie Marjane Satrapis, die etwas mehr Text und schwarzweiße Illustrationen enthält.

Satrapi berichtet von ihrem Aufwachsen im Iran. Die Revolution von 1979 bringt große Veränderungen ins Land, die politischen Unruhen begleiten die junge Iranerin ständig, bis der Krieg ausbricht. Marjane hat das Glück, in eine sehr liberale Familie hinein geboren worden zu sein, und so fällt es einem auch als Leser sehr leicht, sich mit den Hauptfiguren der Graphic Memoir zu identifizieren. Es ist eine äußerst politische Familie, sodass die Entwicklung des Iran eines der Hauptthemen des Buches ist. Darin verwickelt und stets mit den Konsequenzen konfrontiert, geht Marjane ihren Weg, als Frau, als Iranerin, als Mensch auf der Suche nach sich selbst.

Persepolis habe ich vor einigen Jahren in Filmform gesehen. Die Geschichte hat mich fasziniert und ich wollte gerne auch die Vorlage, auf der der Film basiert, lesen. Wie gut, dass ich das getan habe! Satrapi hat mich vollkommen in den Bann geschlagen, sowohl durch die bewegende Geschichte ihres Lebens und die ihrer Heimat, als auch durch die authentische Erzählstimme. Die kleine Marjane war mir direkt sympathisch, aber sie hat auch ihre Eigenheiten. Sie durchläuft übliche Stadien des Erwachsenwerdens und bleibt doch immer unverkennbar Marjane, sowohl in ihren Interessen als auch in den Panels, da man sie trotz der zurückhaltenden Illustrationen immer gut erkennen kann. Dasselbe gilt übrigens für alle wiederkehrenden Figuren. Ich hatte wirklich den Eindruck, dass ich die Figuren kenne, und freute mich, sie wiederzusehen.

zeichenstil persepolisSatrapi sagt, ihr Hauptanliegen sei es gewesen, Westlern ein besseres Bild des Iran zu vermitteln, die doch das Land vor allem mit Terrorismus und Unterdrückung in Verbindung bringen. Sie hat mit ihren Comics, zu denen auch Huhn mit Pflaume zählt, auf jeden Fall dazu beigetragen. Leseempfehlung, auch für Comicmuffel!

Bilderbuchrunde

Ja, auch das kommt vor: In diesem Monat konnte ich einige Bilderbücher lesen/anschauen, da die gut in die kleinen Pausen in der Buchhandlung gepasst haben, wo ich mein Praktikum gemacht habe. Diese Bilderbücher waren so schön und außergewöhnlich, dass ich sie kurz vorstellen will. Ich wünschte, in meiner Umgebung gäbe es ein Kleinkind, dem ich mit diesen tollen Geschichten eine Freude machen könnte.

Der faule Freund von Ronan Badel (Peter Hammer Verlag)

Der faule FreundOhne Worte und doch so lustig und herzergreifend ist dieses kleine Büchlein. Am Anfang sitzen Papagei, Schlange, Frosch und Faultier beim Kartenspielen im Baum. Der wird aber gefällt – und das Faultier mit abtransportiert. Die Schlange macht sich auf, den über das ganze Buch unbeweglichen Freund zu retten. Eine echte Empfehlung! (Verlagsseite | Leseprobe)

Vorsicht, hier sind Katzen drin! von Viviane Schwarz (Knesebeck)

Vorsicht, hier sind Katzen drin! Ein herrliches interaktives Vorlesebuch, in dem man den Katzen Wollknäuel zuwerfen und sie aus einem Wasserstrom retten muss, um sie dann trocken zu pusten. Durch die vielen eingeklebten Miniseiten passiert auf jeder Seite viel und die drei Katzen sind sehr sympathisch und lustig. (Verlagsseite)

Helmut, der Hund, der Äpfel zählt von Claudia Boldt (NordSüd Verlag)

Helmut, der Hund, der Äpfel zählt Helmut (schon dieser Name!) steht nicht so auf Knochen, seine Leidenschaft sind Äpfel. Wenn nur sein geliebter Apfelbaum nicht in Nachbars Garten ragen würde, wo Hund Igor haust. Und bestimmt schon seinen Raubzug auf Helmuts Äpfel plant! Eine niedliche Geschichte über Toleranz und Freundschaft (Verlagsseite | Leseprobe)

Nur noch kurz die Ohren kraulen? von Jörg Mühle (Moritz Verlag)

Nur noch kurz die Ohren kraulen? Noch ein interaktives Bilderbuch, in dem der kleine Hase ins Bett muss. Aber sein Kissen ist ganz zerknautscht, und Hasenkind hat auch noch nicht den Schlafanzug an. Doch mit einem Klatschen oder einem Simsalabim kommt alles in Ordnung. Licht aus – und Hasenkind kann schlafen. Ein Buch für die ganz Kleinen, die vielleicht ein Ritual fürs Insbettgehen gebrauchen können. (Verlagsseite mit Voransicht)

Heule Eule von Paul Friester und Philippe Groossens (NordSüd Verlag)

Heule Eule Ein bekannteres Bilderbuch ist dieses, in dem eine kleine weinende Eule im Wald für Aufruhr sorgt. Die Tiere versuchen ,sie aufzumuntern, doch nur Mamaeule kann sie trösten. Die Schlusspointe hat mich dazu gebracht, dieses Büchlein auch hier zu erwähnen. (Verlagsseite | Leseprobe)

Sommerwunschliste

Diese feine Sache habe ich bei Neyasha gesehen, ursprünglich stammt die Aktion von Amazing Summer Reads. Es handelt sich um eine Bucket List, also eine Wunschliste von Dingen, die man diesen Sommer tun möchte. Hier sind meine Top Ten:

  1. Mindestens einmal ins Freibad gehen: Was ein wenig gemogelt ist, da ich das bereits getan habe, und zwar mit Henny (sie hat sogar einen Post dazu). Aber der Sommer ist ja auch schon in vollem Gange.
  2. Familienwochenende: Meine Familie sehe ich gerade viel zu selten, darum wollen wir mal ein richtiges Familienwochenende zusammen machen. Nichts Großes, wir wollen einfach nur mal wieder Zeit miteinander verbringen, mit allen. Gleichzeitig.
  3. Radtour an der Mosel: Das habe ich schon vor zwei Jahren gemacht und es war einfach herrlich. Bevor ich das Moseltal verlasse, wil ich noch einmal so eine schöne Zelt-und-Rad-und-einfach-drauf-los-Tour unternehmen. Bonuspunkt: Romantisch ist es auch.
  4. Rudern: Mal wieder eine kleine Wanderfahrt mit altbekannten Gesichtern wäre großes Kino.  Und wenn es nur auf dem Rhein ist.
  5. Alte Freunde besuchen: Einige meiner Freundschaften bekommen deutlich zu wenig Aufmerksamkeit.
  6. Abends lange draußen sein (ohne zu frieren!): Ein Highlight jeden Sommers. Was gibt es besseres, als im Kleid mit kühlem Getränk und in bester Gesellschaft irgendwo (am besten fernab der Zivilisation) in den Sternenhimmel zu schauen?
  7. Geschichte für einen Augenblick lesen: Dieses Buch habe ich zum Geburtstag bekommen (Februar!). Seit einigen Wochen habe ich das starke Bedürfnis, es endlich zu lesen. Prompt höre ich auch ständig davon, wie toll es ist.
  8. Das nächste Kinosemester mitplanen: Solange ich noch kann, will ich mein kleines Unikino unterstützen. Das nächste Programm will geplant werden, Filme ausgesucht und Verleiher kontaktiert werden.
  9. Die Bib nutzen, solange es geht: Meine Unibib kann ich noch bis September nutzen, die StaBi bis November. Wann ich hier wegziehe, steht noch in den Sternen. Aber eins ist klar: Meine Wunschleihliste ist sehr lang.
  10. Mal wieder Naturkundeposts schreiben: Erinnert sich noch einer? Ich habe mal über die Natur geblogt. Wäre mal wieder Zeit, ich vermisse die kleinen Entdeckungstouren. Inzwischen habe ich sogar eine richtig gute Kamera.

Was sind eure Wünsche für den (Rest-)Sommer? Macht doch mit bei der Aktion und hinterlasst mir einen Link zu eurer Liste, ich schaue gerne vorbei!

Lesemarathonzeit: #wklm2015

Es hat begonnen!
Winterkatzes Lesemarathon 2015, oder interaktiver, #wklm2015, startet heute und läuft bis Sonntag abend. Sieben Tage lesen und quatschen liegen vor den Teilnehmern.

Bei mir wird das etwas anders aussehen, denn ich mache diese Woche ein Praktikum bei einer Buchhandlung. Ich plane trotzdem jeden Abend ein kurzes Update zu meinen Leseabenteuern. Zeit für diese finde ich hoffentlich nach dem Aufstehen, im Bus und vor allem am Abend. Am Wochenende bin ich leider auch schon familiär eingespannt, werde aber auch dann hin und wieder ein Zeichen von mir geben und hoffentlich zum lesen und kommentieren kommen. Updates hänge ich an diesen Post, damit andere nicht belästigt werden.

Golem und DschinnPersepolis - Eine Kindheit im Iran Herr Puntila und sein Knecht MattiBeowulfKinder- und Zaubermärchen

Meine Lektüre ist noch nicht ganz festgelegt. Ich bin bereits knapp 200 Seiten in Golem und Dschinn und will es auch diese Woche weiterlesen. Außerdem hoffe ich, Persepolis aus der StaBi zu bekommen. Als Busbuch kommen natürlich nur schmalere Bücher in Frage. Da meine Glücksfee für Antiage dem Sub in diese Sparte fällt, könnte es Herr Puntila und sein Knecht Matti werden. Oder aber ich gehe die Sache ganz nerdig an und fange mit Beowulf an, das ich auch für den Juli eingeplant hatte. Ansonsten könnte ich auch Bechsteins Märchen beenden, in das ich vor einigen Wochen ungefähr 50 Seiten hineingelesen habe. Wer weiß…

Montag, gegen 17:00

Nur ein kurzes Lebenszeichen von mir *wink*. Ich bin jetzt daheim und stürze mich in Golem und Dschinn. Endlich Füße hochlegen! Die erste Frage von Kerstin ist auch schon da:

Was hast du dir für die Woche vorgenommen? Einfach nur lesen, oder habt ihr euch ein Ziel gesetzt?

Die Frage habe ich zwar praktisch bereits durch meine kleine Leseauswahl oben beantwortet, aber um es noch einmal klar zu sagen: Ich möchte einfach nur lesen, aber davon möglichst viel 🙂

Montag, 21:30

… Sprach’s und verschwand auf Youtube. Naja. Heute morgen vor der Arbeit und jetzt zuhause habe ich einen Erzählungsband von Gabriel García Márquez zu Ende gelesen. Die letzte Geschichte war nicht so meins, sonst aber hat mir der Band gut gefallen (Rezi folgt). In Golem und Dschinn war ich doch erst auf Seite 173 und bin jetzt erst über die 200er-Marke. Ich komme bestimmt noch später zum Lesen, jetzt muss ich erst mal bügeln. Ich melde mich also morgen wieder.

Dienstag, 18:50

Hallöchen. Heute konnte ich Persepolis bekommen und habe bereits die ersten 50 Seiten gelesen. Ist ja auch ne Graphic Memoir. Es macht viel Spaß, der locker-fröhlich erzählten Geschichte zu folgen. Den Zeichenstil mag ich auch, weil er eigenwillig und simpel ist. Die Panels scheinen mir sehr filmisch, aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich den Film schon kenne, der dem Buch sehr eng zu folgen scheint. Auf der Arbeit habe ich Beowulf begonnen. Das Vorwort lässt auf eine tolle Übersetzung hoffen (die von Seamus Heaney soll auch die beste sein) und die ersten paar Seiten des Gedichts klingen auf jeden Fall toll. Da ich gerade allein zuhause bin, kann ich in Ruhe noch etwas in Golem und Dschinn lesen. Deshalb klappe ich den Laptop jetzt auch zu. Nur noch eins, ich habe nämlich eine weitere Frage von Kerstin entdeckt:

Wo liest ihr während des #wklm2015 am liebsten?

Am schönsten war es gestern, als ich vor der Arbeit auf dem Domplatz die letzten Seiten von dem Gabriel García Márquez-Buch lesen konnte. Das ist mein Lieblingsplatz in Trier, man fühlt sich dort immer wie im Urlaub.

Mittwoch, 16:10

Heute habe ich noch einiges zu tun und helfe am Abend auch im Kino, daher wird das hier wohl das einzige Update heute werden. Auf der Arbeit habe ich in Beowulf weiter gelesen. Der kleine Angeber hat dem Monster Grendel den Arm abgerissen, mit bloßen Händen! Ich liebe diese Übertreibung in alten Heldengeschichten. Die Übersetzung von Heaney ist auch wunderbar zu lesen. Ganz vergessen hatte ich, dass ich Gone Girl in der Onleihe vorgemerkt hatte. Das ist jetzt da und ich habe ein weiteres Hörbuch neben Zeit der Krähen, das ich hier auch noch nicht erwähnt habe. Ja, ich jongliere gerade eine ziemliche Menge an Geschichten, selbst für meine Verhältnisse…

Freitag, 16:30

Uiuiui, das wurde gestern spät. Nach der Arbeit war ich praktisch lahm, so weh haben meine Füße getan. Zur Belohnung ging es ins Restaurant und später habe ich stundenlang mit einer Freundin telefoniert…

Mit Beowulf bin ich heute fertig geworden. Das altenglische Versepos war wirklich actionreich und schön zu lesen. Nur, dass alle Frauen (und es waren nur zwei oder drei) erstens keinen Namen und zweitens kein Benimm hatten, war etwas seltsam. Beowulf hat sich redlich mit Grendel und seiner Ma herumgeschlagen und auch bei dem Drachen, der zum Schluss sein eigenes Reich bedroht, ordentlich verkloppt.

Persepolis versuche ich jetzt schon, aufzusparen. Trotzdem bin ich auch da mit Teil 1 bald fertig. Sehr empfehlenswert in jeder Hinsicht.

Von Gone Girl habe ich nur zwei Stunden gehört, weil ich meinen DRM-fähigen MP3-Player nicht finden kann zum Überspielen… Stattdessen höre ich unterwegs halt Zeit der Krähen und bin damit jetzt halb durch. Ging erstaunlich schnell, aber ständig habe ich den Eindruck, nicht genau zu wissen, was Sache ist. Meh.

Jetzt muss ich erst mal meinen Rucksack packen und sehen, wie ich das mit den Updates am Wochenende mache… Falls ich überhaupt großartig zum Lesen komme. Aber immerhin werde ich insgesamt drei Stunden im Zug verbringen, also da sollte ich wenigstens noch was schaffen.

EDIT: ich habe mir das jetzt überlegt mit den Updates. Am praktikabelsten ist es tatsächlich, wenn ich über mein Handy twittere. Also ist das hier bis Sonntag mein letztes Update, bis dahin schreibe ich über meinen Twitteraccount @buchflimmern.

Sonntag, 22:15

Puuh, das ging ja total in die Hose. Mein Zug ist ausgefallen, wodurch ich mehrere Stunden warten musste und jetzt erst wieder an meinen PC komme. Die gute Seite: Ich konnte Herr Puntila und sein Knecht Matti komplett lesen. Es tut mir leid, dass ich so von der Bildfläche verschwunden bin, das war so nicht geplant. Und dass ich gar nicht richtig zum Lesen und Kommentieren eurer Beiträge gekommen bin erst recht nicht. Jetzt bin ich so müde, dass mir die Augen beim Tippen zufallen und morgen muss ich wieder früh raus. Ich verspreche eine Blogrunde morgen Abend und ein kleines Fazit. Im Moment habe ich nämlich keine Übersicht, was ich diese Woch geschafft habe. Guts Nächtle.

Rückblick

So, erst mal durchatmen. Die Woche ging so schnell um, dass ich jetzt erst zurückschauen und feststellen kann, was ich überhaupt gelesen habe. Da wäre:

Golem und Dschinn: Wenig mehr als 100 Seiten habe ich gelesen. Das Buch ist nicht gerade marathontauglich und das wusste ich. Durch seinen Umfang und wegen der Hitze konnte ich darin nicht so viel lesen wie gehofft.

Beowulf: Erstaunlich fix und unangestrengt bin ich durch die Modern English Fassung gekommen. Eine geschlossene Bildungslücke und gute Unterhaltung. Als Linguistin und Liebhaberin von Epen und Tolkiens Werk war Beowulf eine Fundgrube für mich.

Gone Girl: Da mein mp3-Player verschollen war, konnte ich Gone Girl nur direkt am PC hören. Knapp drei Stunden habe ich geschafft. Immerhin.

Persepolis. Eine Kindheit im Iran: Großartig! Zweifellos mein Liebling der Woche. 161 Seiten, die nicht nur wegen der Comicform wie im Flug vorübergehen. Ich lese gerade die zweite Hälfte und bin immer noch begeistert.

Zeit der Krähen: Habe ich letzte Woche ungefähr bei 40% angefangen. Jetzt bin ich bei 70% und habe irgendwie die ganze Zeit das Gefühl, nur Füllmaterial zu hören. Das ist nicht unbedingt als Kritik am Buch gemeint, könte auch sein, dass ich nicht richtig reinkomme.

Herr Puntila und sein Knecht Matti: Ein Drama von Brecht, von dem ich noch nie gehört hatte. Einziges Ergebnis: Ich will Mutter Courage noch mal lesen, aber sonst bin ich mit Brecht endlich durch.

Joa, von allem etwas. Aber es war schön und ich habe auch neue Blogs gefunden.

Regal-Experiment: Ich, ein Gewohnheitstier…

Seit einigen Wochen sehen meine Bücherregale komplett anders aus: Alles ist von A bis Z geordnet, der SuB ist in meiner Sammlung aufgegangen und die einzig verbleibende Trennung ist die der Sachbücher vom ganzen Rest. Und selbst das hat mehr etwas mit den räumlichen Gegebenheiten zu tun als mit meinem Wunsch nach thematischer Ordnung.

Wie es mir damit geht? Gut. Das Hauptproblem ist zur Zeit, dass bei Neuzugängen erst mal ein mittelgroßes Umsortieren vonnöten ist, weil ich zu wenig Raum pro Fach gelassen habe, um Neues einfach ins Regal zu stellen. Das ließe sich ändern, aber momentan habe ich keine Lust darauf. Auch, weil ich insgeheim darauf hoffe, dass in der nächsten Wohnung alles besser wird.

RegalAnsonsten ist es wirklich nur Gewöhnungssache. Wenn ich ein Buch suche, ist mein Gedankengang meist wie folgt: „Mist, ich habe umsortiert, das steht jetzt nicht mehr im Schlafzimmer auf der Rückseite des Regals oben rechts.“ „Moment, Nachname beginnt mit K, also Schlafzimmer, Vorderseite, oben links.“ Und schon habe ich das Buch. Alphabetisch zu ordnen ist narrensicher. Bis auf spanische Doppelnachnamen und ähnliches (Le Guin, van Sowieso oder Van Blubb), aber einmal nachgeforscht, was die Lexikologie und Artverwandte dazu sagen, und auch diese Frage ist geklärt.

Ich finde es immer noch befriedigend und auf beinahe kindische Weise aufregend, wenn Montgomery neben Munro und Munro neben Murakami steht. Bücher, die thematisch nichts miteinander gemein haben, sind jetzt Nachbarn. Ungelesene Bücher erscheinen mir tatsächlich weniger als To-Do als wie Freunde, die ich noch nicht kennengelernt habe.