Update 101 Fantasy Projekt: 20/101

101 fantasy leseprojekt Banner

Seit November 2014 verfolge ich mit dem 101 Fantasy Projekt das Ziel, wieder mehr Fantasy zu lesen. Ich habe nach diesem Vorbild eine (nicht endgültige) Leseliste von 101 Titeln zusammengestellt und mir 10 Jahre Zeit gegeben, um sie zu lesen.

Das letzte Update ist wenige Monate her: 4 Monate und 11 Tage, um genau zu sein. Jetzt sind zehn weitere Titel von der Liste, und wie ich feststellen muss, habe ich fast keines der Bücher hier besprochen. Das liegt in den meisten Fällen daran, dass ich mich Fortsetzungen gewidmet habe oder Reihen angefangen, aber noch nicht beendet habe. Meistens gefällt es mir besser, nicht für jeden Teil einer Reihe einen Beitrag zu schreiben.

Hier also ein paar Worte zu den letzten zehn gelesenen Büchern:

ATWOOD, Margaret: Das Jahr der Flut ♥ 5/5
Die Fortsetzung von Oryx und Crake hat mir wie der erste Teil sehr gut gefallen und es gibt tatsächlich eine Rezi auf dem alten Blog.

BURROUGHS, Edgar Rice: Die Prinzessin vom Mars ♥ 1/5
Dieses rassistische, amerikanistische, martialische und nicht zu vergessen misogyne Werk hat mir ganz und gar nicht gefallen. Unlogisch und mittelmäßig geschrieben war es obendrein.

WILLIAMS, Tad: Der Drachenbeinthron #1★ 5/5
Einen Riesenspaß wiederum hatte ich mit diesem Klassiker, allerdings in Hörbuchform, sonst hätten mich die Längen wohl doch gelangweilt wie so manch anderen Leser. Aber Andreas Fröhlich ist mit diesem Hörbuch zu einer neuen Lieblingsvorlesestimme geworden.

GAIMAN, Neil: Sternwanderer ★ 4/5
Die wunderschön gestaltete Neuausgabe, die ich zum Geburtstag bekommen habe, hat hier den Ausschlag gegeben: Wie konnte man nur in so vielen Ausgaben auf die detailgetreuen, verwunschenen Illustrationen verzichten? Ein viktorianisches Märchen mit dem gewissen Etwas.

MEYER, Kai: Lanze und Licht ♥ 3/5
Die Fortsetzung von Seide und Schwert hat mit leider nicht mehr so zugesagt, die ungesunde Lovestory als Hauptantrieb der Story war nichts für mich.

MEYER, Kai: Drache und  Diamant ♥ 1/5
Und Teil drei, das Finale der Wolkenvolk-Trilogie. Ja, und so was von gar nicht für mich. Nur Krieg, ewige Untergangsszenarien und zwischendrin auch noch verworrene Gefühle. Mir war irgendwann total egal, was den Figuren passiert.

EDDINGS, David: Castle of Wizardry, Belgariad #4★ 3/5
Ein weiterer Band der Belgariad-Reihe, die ich zum ersten Mal auf Englisch lese, aber bereits aus meiner Jugend kenne. Unterhaltsam, aber nicht viel mehr. Nachdem der dritte Teil mich in 5-Sterne-Nostalgie versetzte, war hier wieder viel vom Pläneschmieden und wenig von Action zu lesen.

WILLIAMS, Tad: Der Abschiedstein #2 ★ 3/5
Mittelteile sind ja oft eher verwirrend und langwierig, und Der Abschiedstein ist das keine Ausnahme. Weiterhin war ich gut unterhalten, die (vielen) Charaktere waren interessant und die Handlung so unüberschaubar, dass ich mich einfach habe treiben lassen. Damit habe ich kein Problem, ich sehe ja dann, wie alles zusammenpasst. Hoffentlich.

WILLIAMS, Tad: Die Nornenkönigin #3.1 ☆ 4/5
Der finale Band der Reihe ist im Deutschen gesplittet. Super nervig, wenn die Geschichte mittendrin aufhört. Hier ist wieder deutlich mehr passiert und allgemein in Bewegung, durch die unterschiedlichen Gangarten je Geschichte gibt es gute Abwechslung.

TOLKIEN, J. R. R.: Nachrichten aus Mittelerde ♥ 2/5
Ein altes SuB-Buch. Die zwei Sterne hängen mit dem Aufbau des Buches zusammen und haben nichts mit Tolkien zu tun, der die hier versammelten Texte nie für die Veröffentlichung in dieser Form geplant hatte oder freigegeben hätte. Sehr unterschiedliches kommt hier zusammen und oft fehlte mir ein wenig der Kontext, da mein Wissen über das erste und zweite Zeitalter von Mittelerde inzwischen etwas eingerostet ist. Die ausgereiften Geschichten über die Kinder Hurins oder von Aldarion und Erendis haben mir sehr gut gefallen.


Das zweite Zehnerpack bot mehr alte Bekannte auf und war daher nicht ganz so spannend wie die erste Runde. Vor allem wird es Zeit für den letzten Band über Oryx und Crake, ganz klar, dass ich diesen Zyklus irgendwann mal in einer schmucken Box oder ähnliches selbst kaufen werde.  Besonders froh bin ich auch, mit drei von vier Teilen Das Geheimnis der großen Schwerter einen echten Klassiker schon beinahe vollendet zu haben. Den letzten Teil höre ich zur Zeit, ansonsten lese ich Die sonderbare Geschichte von September … und Golem und Dschinn, ein sehr schönes, aber langsam zu lesendes Buch. Bei mir eingezogen sind auch einige Listentitel, unter anderem alle drei Bände der Riddlemaster-Trilogie von Patricia McKillip, ein Zufallsfund in einem Tauschregal.

8 Gedanken zu “Update 101 Fantasy Projekt: 20/101

  1. Uff, von Burroughs halte ich mich dann wohl besser fern.
    Bei Kai Meyer ging es mir schon öfter so, dass ich bei Trilogien den 1. Band toll fand und den 3. dann eher schwach (so etwa bei den Sturmkönigen und auch bei der Merle-Trilogie). Schade.
    Ich glaube, ich habe die „Nachrichten aus Mittelerde“ noch nie ganz gelesen. Ich kenne den Anfang und mochte auch die Geschichte über die Kinder Hurins sehr gern, aber danach bin ich irgendwann mittendrin steckengeblieben. Mal sehen, ob ich das noch mal weiterlese, aber davor müsste ich eigentlich auch mein Mittelerde-Wissen auffrischen.

    Von „Golem und Dschinn“ habe ich vor einer Weile mal die Leseprobe gelesen, die mir sehr gut gefallen hat, aber bisher hat es sich noch nicht ergeben, dass ich den Roman mal in der Bücherei ausleihe. Vielleicht passt es ja demnächst mal. Und „Riddlemaster“ ist eine Trilogie, die ich gern nochmal lesen möchte, da ich sie beim ersten Mal faszinierend fand, mitunter aber auch ein wenig überfordert war – ich finde, dass McKillips Stil und Erzählweise besser zu kürzeren Romanen als zu so einem epischen Werk passt. Ich bin gespannt, was du dazu sagst.

    1. Ich auch 🙂 Im Moment versuche ich, möglichst schnll mit der Travers-Biographie fertig zu werden (endlich!), dann werde ich Golem und Dschinn weiterlesen und bestimmt eine Rezi schreiben. Bisher gibt es nur Positives zu berichten.

  2. Edgar Rice Burroughs fand ich schon als Zwölfjährige suspekt, aber auf der anderen Seite hat der Autor einen nicht geringen Einfluss auf die fantastische Literatur gehabt, was ich wieder faszinierend finde.

    Oh, Andreas Fröhlich ist wirklich ein toller Sprecher – vielleicht sollte ich mir ihm die Drachenbeinthron-Geschichte noch einmal vornehmen. Vor allem, da ich an meine Romane eh zur Zeit nicht drankomme. 😀

    Ich finde es spannend, was du so liest und wie du nun den einen oder anderen Autor austestet, den ich vor so vielen Jahren gelesen habe.

    1. Ja, ich habe gerade gelesen, dass Ray Bradbury Burroughs als großen Einflussnehmer auf sein Werk nannte. Kaum zu glauben.

      Ich war immer eine Leseratte, aber mir wird klar, dass ich die meiste Zeit über nur meine alten Bücher immer wieder gelesen habe. Die meisten Fantasy-Bücher, die ich aus meiner Jugend kenne, hatte ich von einer Freundin geliehen. Daher kenne ich diese ganzen Klassiker auf der Liste nur vom Hörensagen, obwohl ich schon lange Fantasy lese… Ich hole damit auch einen Teil meiner Jugend nach und kann mich seit dem Studium zum ersten Mal wieder richtig literarisch austoben.

      1. Nun, Burroughs hatte unglaublich viele Einfälle, dass seine Charaktere nicht so … hm … aufgefeilt waren und auch die Handlung an sich komplexer hätte sein können und einige Ansichten aus Sicht heutiger Zeit arg kritisierenswert sind, hat damals wohl nicht so gestört. 😀

        Ich bin im Nachhinein so dankbar, dass unsere kleine Bibliothek so eine irre Mischung an Büchern zur Ausleihe hatte. So habe ich zwar von einigen Serien nur den xten Band in die Finger bekommen, aber ich habe mich quer durch das Angebot gelesen und dabei auch die verschiedensten Fantasy- und SF-Titel in die Finger bekommen. Heute lese ich viel einseitiger, weil ich viel mehr Auswahl habe und deshalb so selten meinen „Wohlfühlbereich“ verlasse.

        1. Ja, da hattest du wirklich Glück, auch wenn nicht immer jede Reihe komplett war. Bei uns ist die Auswahl an SFF leider irgendwann (vor meiner Ankunft in Trier) eingestampft worden, aus Platzmangel. Die Leute lesen halt lieber Krimis. Aber dass bei steigender Auswahl auch die Wahl schwerer wird und man letzendlich den leichten Weg geht und bei Bekanntem bleibt, verstehe ich auch nur zu gut.
          Seine Komfortzone nicht zu verlassen finde ich vollkommen in Ordnung, zum Wohlfühlen lesen ist ja auch eine Option. Ich persönlich mag auch die Herausforderung sehr, aber jedes schwere Buch zieht ein entspannendes nach sich. Ohne Ausgleich würde ich die Lust am Lesen einbüßen.

          1. Mir fehlt aber oft diese Experimentierfreude. Früher habe ich ein Buch gesehen und gedacht „Fantasy? Und den Autor kenne ich noch nicht? Probier ich aus!“, heute schau ich mir den Klappentext an, gucke nach Rezensionen und denke dann oft „Ne, solche Geschichten mag ich nicht“, statt ich einfach unbefangen darauf einzulassen.

          2. Ja, stimmt. In dem Alter hatte ich auch mehr Umph, einfach Bücher auszuprobieren. Ich glaube, das liegt an dem ständig wachsenden Hintergrundkatalog an Büchern, von denen man mal gehört hat und an denen sich ein Buch, das man zur Hand nimmt, messen muss. Auch mit Qualitäten, auf die man gelernt hat zu achten, sowohl durch Erfahrung als auch durch Schule/Bildung allgemein. Das hilft natürlich teilweise bei der Wahl der Bücher: Wenn alles passt, greift man öfter zu Büchern, die tatsächlich gefallen. Aber schade ist es auch, weil man Mauern aufbaut statt wie du sagst unbefangen und neugierig zu sein. Andererseits: Als Teenie ist man auch viel einfacher zu beeindrucken/zufriedenzustellen 🙂

Kommentar verfassen