Top 10 des Jahres bis jetzt

2015 ist schon beinahe halb vorbei. Ein Blick in meine Leseliste hat unter den 21 Hörbüchern und 32 Büchern zehn besonders schöne und lehrreiche Leseerlebnisse zum Vorschein gebracht, die ich mit euch teilen möchte. In keiner besonderen Reihenfolge, das wäre doch zu schwer und auch gar nicht nötig.

Der Drachenbeinthron (Das Geheimnis der Großen Schwerter, #1)Der Drachenbeinthron von Tad Williams, gelesen von Andreas Fröhlich
Ein vielversprechender Auftakt zu einem großen Fantasyspektakel. Simon, der als Küchenjunge auf einer königlichen Burg lebt und ein Tagträumer sondergleichen ist, gerät in die politischen Verwicklungen des Königshauses und muss bald sein altes Leben hinter sich lassen, während das Reich über einem Brüderstreit zerrissen wird. Ganz nebenbei auch eine Coming-of-Age-Story, die ich bisher gelungen finde (ich höre gerade den letzten Teil). ie Charakter sind vielfältig und die Lesung von Andreas Fröhlich (die deutsche Stimme von Edward Norton und John Cusack) einfach große Klasse. (Kurzeindruck)

Beerholms VorstellungBeerholms Vorstellung von Daniel Kehlmann
Ein Zauberer, der immer mehr zu der Überzeugung kommt, dass er tatsächlich die Realität manipulieren kann, und an dieser Macht zerschellt. Kehlmanns Gedankenexperimente sind immer großartig, aber sein Erstling hat mir, neben Die Vermessung der Welt natürlich, am besten gefallen und ist auch noch viel lesbarer als seine späteren Romane, in denen die Konstruktion manchmal Überhand nimmt und es so dem Leser ein wenig schwer macht.

Das Jahr der Flut von Margaret Atwood
Die Fortsetzung von Oryx und Crake hat mir genauso gut gefallen wie der erste Band. Hier wird die Geschichte von Oryx und Crake aus Sicht der Ökoterroristen/-aktivisten erzählt und gibt so neue Einblicke und Zusammenhänge auf die Geschichte frei und wirft neue Rätsel auf. Meisterhaft erdacht. (Rezension im alten Blog)

Euclid’s Window von Leonard Mlodinow
Die Geschichte der Geometrie wurde vielleicht noch nie so unterhaltsam rekapituliert. Und dabei habe ich wirklich viel gelernt. Infotainment vom Feinsten. Allerdings war die zweite Hälfte über aktuellere Theorien schwieriger zu begreifen und noch ein wenig ‚unaufgeräumt‘. Trotzdem lohnenswert. (Rezension im alten Blog)

RebeccaRebecca von Daphne du Maurier
Ein psychologischer Thriller, in dem man nie genau weiß, was die Figuren denken. So vielschichtig, dass die Atmosphäre greifbar ist. Und mit Charakteren, die man mal im Arm halten, mal backpfeifen will. Mitreißend. (Rezension im alten Blog)

 

Der SternwandererDer Sternwanderer von Neil Gaiman
Als ein Stern vom Himmel fällt, sieht Tristran seine Chance, der Geliebten einen Liebesbeweis zu bringen, und macht sich auf die Suche nach dem gefallenen Stern. Der ist aber im Feenland gelandet. Ein Märchen für Erwachsene mit Bildern, die verzaubern. In kleinen Häppchen habe ich dieses Buch genossen, um etwas mehr Zeit damit verbringen zu können.

Wie ein Roman von Daniel Pennac
Eine aufbauende, bestätigende Lektüre für alle, die gerne lesen. Aber auch neue Einsichten und Gedanken habe ich in dem schmalen Band gefunden. (Rezension im alten Blog)

 

The Sweetness at the Bottom of the Pie (Flavia de Luce, #1)The Sweetness at the Bottom of the Pie von Alan Bradley
Ein Krimi mit der großartigsten Amateurermittlerin aller Zeiten. Sie ist elf Jahre alt und liebt die Chemie. Ihr Name ist Flavia, und Verbrecher sollten sich nicht mit ihr anlegen. Bradleys Geschichte war genauso ideenreich und originell wie seine Charaktere. Ein großes Lesevergnügen. (Rezension)

 

Jules und JimJules und Jim von Henri-Pierre Roché
Eine große Überraschung für mich war die Poesie von Jules und Jim. Die Geschichte um zwei Freunde auf der Suche nach Liebe war weit von meinen Lebenserfahrungen entfernt, doch Rochés psychologisches Feingefühl und seine Ausdrucksstärke haben mir seine Figuren nahe gebracht. (Rezension)

Das Schloss in den WolkenDas Schloss in den Wolken von Lucy Maud Montgomery
Montgomerys Charme hat mich auch diesmal wieder gefangen. Die 28-jährige Valancy wird von ihrer sehr auf das Ansehen bedachten Familie jeden Tag daran erinnert, dass sie eine alte Jungfer zu werden droht. Erst, als eine schlimme Nachricht in ihr  den Mut der Verzweflung weckt, krempelt sie ihr Leben um und erlebt in kurzer Zeit mehr, als in ihrem ganzen tristen Leben zuvor. Ein bisschen Drama, ein bisschen Kitsch, aber Valancy war mir ans Herz gewachsen, sobald sie ihr braves und trostloses Dasein hinter sich gelassen hatte.

6 Gedanken zu “Top 10 des Jahres bis jetzt

  1. „Rebecca“ war wirklich ein wundervolles Buch! Hach, da könnte ich direkt wieder reinlesen… Aber es warten einfach noch zu viele Ungelesene Bücher, die gelesen werden wollen. 🙂
    Schöne Idee mit dieser Liste!

  2. „Das Schloss in den Wolken“ klingt sehr gut. Vor allem das Leben umkrempeln, vielleicht macht es mir Mut, dass ich bei meinem auch mal anfange.
    „Wie ein Roman“ habe ich vor Jahren mal gelesen, fand es aber nicht so toll. Kann aber auch daran liegen, dass ich damals noch nicht bereit dazu war, es zu verstehen. Man wird ja auch älter 😉
    Vom „Sternwanderer“ kenne ich nur den Film und liebe ihn.
    Und deine Rezension zu Margaret Atwoods Bücher haben mich derart begeistert, dass ich das erste Buch bestellt habe – obwohl ich nur noch selten Bücher bestelle.

    1. Hoffentlich gefällt es dir!
      Den Sternwanderer-Film habe ich auch zuerst gesehen und finde ihn supersüß. Macht einfach Spaß. Das Buch hat sich trotzdem gelohnt, weil es schon einige Änderungen gab und es viele Details nicht in den Film geschafft haben.
      Das Schloss in den Wolken habe ich eher als Wohlfühlbuch empfunden, für die eigene Motivation war die Geschichte vielleicht einfach zeitlich zu weit entfernt und auch zu glatt. Schön war es trotzdem! Wenn du dein Leben etwas aufmöbeln willst, ich habe vor kurzem bei Paper Trail einen Beirag über einen sehr cool aussehenden Kalender gesehen, den Passion Planner. Ist zwar nichts zu lesen, aber vielleicht interessiert dich das ja. Hier ist der Link zum Beitrag.

      1. Besten Dank für den Link. Ich werde ihn im Hinterkopf behalten. Zurzeit versuche ich mich an einem selber gemachten Planungs/Erinnerungsbuch, bis jetzt klappt es ordentlich – aber wie ich mich kenne, wird es nicht mehr so lange weitergehen und ich lasse es wieder schleifen *seufz* Doof, wenn ich es recht überlege, aber vielleicht ist es auch die Hoffnung, dass es doch einmal durchhalte.

        Die Bücher von Margret Atwood habe ich verschlungen. Wow, die waren toll. Das Zusammenspiel aller drei Bücher, die Charaktere, die mögliche Zukunft die dahinter steckt (grauslig und faszinierend). Bin grad noch ein bisschen erschlagen von der Geschichte. Margret Atwood schreibt toll und wie sie alles aufgebaut und zusammengebracht hat… einfach wow.

  3. Den Drachenbeinthron habe ich auch mal angefangen. Allerding auf englsich. Damals war ich wohl noch nicht so weit, aber wenn die Reihe dir gut gefallen hat, sollte ich die Bücher vielleicht wieder mal raussuchen 🙂

    Der Sternwanderer ist auf jeden Fall ein tolles Buch und ein toller Film. Ich hatte allerdings den Eindruck, das Buch sein ein wenig brutaler…

    1. Ich kann verstehen, warum viele die Bücher um die großen Schwerter langatmig finden, mir wäre es oft auch so gegangen, hätte ich nicht die Hörbücher gehabt. Die Bücher sind unglaublich dick und oft passiert nicht viel. Wenn du dich noch mal traust fände ich das natürlich großartig!

      Ja, Der Sternwanderer ist brutaler, das meinte ich unter anderem mit „Märchen für Erwachsene“. Es gibt einen Haufen blutrünstiger Charaktere und außerdem eine Sexszene. Die illustrierte Ausgabe sollte man darum vor Kindern verstecken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.