Veselin Gatalo: Getto

GettoIm Getto, einem Gefängniskomplex mitten in Europa, herrschen Anarchie und das Recht des Stärkeren. Vuk gehört zu keiner der drei Armeen, die in dem abgeschotteten Gebiet um die Vorherrschaft kämpfen. Er ist ein Einzelkämpfer und schlägt sich mit seiner Hündin Chica als Jäger und Dieb durch.
Auf einem seiner Streifzüge stößt er auf den Reporter Luka, der sich illegal Zugang zum Getto verschafft hat. Vuk nimmt dem wehrlosen Mann alle Wertgegenstände ab und bringt die Beute zu seinem Ziehvater Dumo. Dieser schickt ihn unverzüglich zurück, um auch den Reporter zu holen. Denn der Fremde verfügt über wertvolles Wissen: Wer ins Getto gelangt ist, kennt auch den Weg hinaus.
Doch inzwischen hat sich die Nachricht von der Anwesenheit des Fremden im Getto verbreitet, alle Armeen sind auf der Jagd nach ihm und es entbrennt ein erbitterter Krieg. Wenn Vuk seinen Auftrag erfüllen will, muss er Luka befreien und quer durchs Kriegsgebiet führen. Er und Chica setzen ihr Leben aufs Spiel, ohne zu ahnen, dass das Wissen des Reporters das Ende ihrer Welt bedeutet. (Klappentext)

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Als man mir einen bosnischen SciFi-Roman als Ebook anbot, sagte ich nach einem kurzen Blick auf den Inhalt zu. Ich fand es interessant, mal einen ganz anderen Blick auf das Genre und seine Möglichkeiten zu bekommen.

Das Problem ist, dass es sich hierbei eher um eine Dystopie handelt, die SciFi-Elemente kommen hier eher am Rande vor.

 

Vuk ist als Figur ziemlich blaß geblieben, genauso wie eigentlich alle anderen Charaktere im Buch. Der Roman war deutlich auf Handlung ausgerichtet und wenig auf innere Vorgänge, was einfach nicht meinen Vorlieben entspricht.

Das hin und her im Wald wurde durch Perspektivwechsel verstärkt und hat die Geschichte interessanter gemacht. Allerdings fand ich es insgesamt eher schwierig, mir ein Bild von allem zu machen, weil einiges erst ganz am Ende einen Sinn ergibt.

 

Der für mich spannendste Teil (in Erwartung einer Science Fiction) kam da eindeutig zu kurz und ich hätte gerne viel mehr davon gehabt. Das Buch hat mich unschlüssig zurückgelassen – während dem Lesen war ich durchaus gefesselt, aber auch verwirrt, nach dem Beenden hatte ich das Gefühl, dass etwas fehlt. Nichtsdestotrotz habe ich mit Getto mal was ganz anderes gelesen, was auf jeden Fall eine gute Erfahrung war.

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Veselin Gatalo: Getto. Schruf & Stipetic, 2013.Add2GR
ISBN 9783944359021

2 Gedanken zu “Veselin Gatalo: Getto

  1. Ahoi, Sam.
    Blasse Figuren sind für keine Geschichte wirklich gut – so besehen scheint es sich also mehr um Action zu handeln. Mit Charekterzeichnungen wird es natürlich entschieden besser.

    Welche Elemente der SF hast Du konkret vermißt?
    Das dystopische Setting vom hermetisch abgeriegelten Gefängnis-Staat erinnert natürlich an John Carpenters Film ‚Die Klapperschlange‘. Auch wenn der Snake Plissken hier innerhalb des Gefängnisses lebt.
    Überzeugen konnte mich der Film nie; hier ergeben sich Parallelen zu den Schwächen des Romans.
    Einzig die Filmmusik ist schlicht genial.

    Ich denke fast ein literarisches Äquivalent zu Neil Marshalls ‚Doomsday‘ wäre richtig gut für Dich geworden.

    bonté

    1. An SciFi mag ich vor allem die Möglichkeit, an jetzigen Verhältnissen Kritik zu üben, indem man sie in der erschaffenen Zukunft verstärkt und ausarten lässt (wie die Staatsgewalt in 1984).
      Doomsday habe ich (noch) nicht gesehen, aber die Beschreibung klingt tatsächlich interessant. Und ich liebe britisches Kino 🙂

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