Dewey’s 24 Hour Readathon April 2019

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Wieder mal ist Lesezeit und wieder mal habe ich davor extrem schlecht geschlafen *seufz*. Seit 14 Uhr läuft der 24-stündige Dewey Lesemarathon und ich nehme ganz leger teil. Ich möchte mir nur mal wieder Zeit zum Lesen nehmen. Zwischendurch habe ich allerdings auch noch vor, ein wenig Sport zu machen, je nach Wetter auch mal rauszugehen und morgen Mittag bin ich auch schon ab 13 Uhr unterwegs und werde frühzeit aufhören müssen.


Für Dewey’s fange ich diesmal kein neues Buch an, sondern lese einfach da weiter, wo ich zuletzt aufgehört habe: Zum Einen habe ich Anne Perry’s Monk-Roman „Die russische Gräfin“ ausgeliehen und bin dort auf Seite 167. Und dann habe ich immer noch nicht mit Lud-in-the-Mist weitergelesen; vielleicht kann ich mich ja noch aufraffen (Stand: S.97).
Im Bild nicht zu sehen ist mein aktuelles Hörbuch, „Es“ von Stephen King. Damit bin ich schon relativ weit, ungefähr auf der Hälfte (Track 114 auf CD 3 von 5). Da das Buch aber wirklich lang ist, ist es unmöglich, bis morgen den Rest zu hören.

Ihr seht, mir fehlt der klassische Marathon-SuB, aber ich lasse es ganz locker angehen. Die Challenges lasse ich wahrscheinlich auch außen vor, es sei denn, eine erregt spontan mein Interesse!

Bisher habe ich nur ein wenig „Es“ angehört und war noch beim Friseur. Aber nun kann ich mich in das viktorianische England stürzen, wo Monk und Rathbone den Ruf einer russischen Gräfin retten wollen, die eine Prinzessin öffentlich des Mordes bezichtigt hat. Ich melde mich später wieder!


Update 18:45 Uhr

Hundert Seiten weit bin ich mit Monk gekommen, und nachdem alle Involvierten befragt wurden und einige Spekulationen im Raum stehen, beginnt nun die Gerichtsverhandlung. Noch ca. 140 Seiten zu lesen.
Da die Sonne doch nochmal rausgekommen ist nach einem bewölkten Tag, gehe ich jetzt mit „Es“ ein wenig raus. Bis später!


Update 21:00 Uhr

Die Sonne hat gut getan und sogar die hässlichste Straße in meinem Veedel halbwegs ansehnlich gezaubert! Dabei habe ich weiter „Es“ gehört und war auch noch kurz Obst einkaufen. Ich kann kaum fassen, dass es schon wieder so spät ist! Und die Müdigkeit ist heute doch schlimmer als beim letzten Mal. Nach einer Mörderwoche nicht mal schlafend Erholung zu finden schlaucht ganz schön.

Ich werde jetzt noch weiter „Die russische Gräfin“ lesen. Meine Hoffnung ist, wenigstens dieses Buch noch beenden zu können. Bis später!


Update 09:30 Uhr

Da hatte ich doch einiges an Schlaf nachzuholen! Ich bin gestern nach ein paar Dutzend Seiten Monk so müde geworden, dass mir die Buchstaben vor den Augen tanzten. Nach ein paar Minuten Hörbuch war ich dann schon weg. Aktueller Stand: Monk S. 350, Es Track 495 von 829 gehört.

Update 11:15 Uhr

Vor einigen Minuten habe ich Die russische Gräfin ausgelesen und bereite nun ein spätes Frühstück vor. Viel lesen werde ich wohl nicht mehr, ich melde mich aber trotzdem nochmal, bevor ich hier um 13 Uhr die Zelte abbreche.

Die russische Gräfin war ganz in Ordnung; das Buch habe ich geliehen bekommen und wollte einfach mal reinschnuppern in die Monk-Bücher. Vielleicht hätte ich dafür den ersten und nicht den siebten Band nehmen sollen, aber nur dieser stand zur Auswahl. Gerade von den Hauptfiguren der Reihe bekommt man in diesem Band nur wenig Entwicklung mit.


… und aus

13 Uhr und ich muss leider schon aufhören mit dem Lesen, denn wir fahren heute Freunde besuchen.

Ich hatte diesmal wirklich einen sehr relaxten Lesemarathon. Trotzdem bin ich froh, wenigstens ein Buch, „Die russische Gräfin“, beendet zu haben – 249 Seiten habe ich darin gelesen. Mit „Lud-in-the-Mist“ bin ich nicht wirklich weiter gekommen, vielleicht 3 Seiten habe ich zwischendurch gelesen. Dafür habe ich einen Schwung von Stephen Kings „Es“ gehört, irgendwo zwischen 50 und 60 Tracks.

Dazu habe ich einen Spaziergang hingelegt, die Sonne genießen können und meinen Schlafrhythmus wiederhergestellt. Eigentlich kein so schlechtes Fazit 🙂 Nur den Sport muss ich heute Abend nachholen.

Jurassic Park: Dinos in Nahaufnahme

Wissenschaftsthriller. Ein Subgenre, von dem ich keine Ahnung habe. Und mein Dinowissen stammt aus „In einem Land vor unserer Zeit“ und der Filmfassung dieses Romans. Grob gesagt.
Grund für das Lesen: Ich wollte mal den Vergleich zu dem Spielberg-Film haben. Das Hörbuch war griffbereit. Oliver Rohrbeck hatte das Wort.

Muss man noch etwas zur Handlung sagen? Ein Superreicher kauft sich ein Spitzenteam zusammen und schafft es, aus DNA-Resten in Bernstein gefangener Mücken die Dinos wieder auferstehen zu lassen. Und weil es nichts besseres als den passenden Themenpark dazu gibt, kauft er sich auch eine unbewohnte Insel für diesen Zweck. Ein Forscherteam soll seine prüfenden Augen darauf werfen – und bangt bald um sein Leben.

Jurassic Park (oder Dino-Park, wie es vor dem Film hieß) war größtenteils unterhaltsam und sogar spannend, obwohl ich mit dem Film einen Großteil meines Lebens verbracht habe und somit die Handlung genau kannte. Der Film rafft die Handlung dabei auf geschickte Weise, sodass für mich im Buch zwar noch Neues zu entdecken war, das sich aber auf Einzelszenen beschränkte.

Oder doch: Sehr früh im Buch wird eine echt gruselig gewalttätige Szene geschildert. Ohne etwas verraten zu wollen, kann ich sagen, dass ich das nicht erwartet hatte.

Jetzt kann ich wertschätzen, was das Filmskript aus seinem Quellmaterial gemacht hat: Es strukturiert die Story deutlich cleverer und straffer und macht aus zwei Pappkartonfiguren weibliche Ensemble-Charaktere. Denn Crichton schert sich einen nicht sehr um seine weiblichen Figuren. Laura Derns Ellie ist einfach Professor Grants Studentin und die Kleine ist eine ungemeine Nervensäge ohne richtigen Daseinszweck. Da Crichton selbst auch eine Namensnennung als Drehbuchautor des Films erhielt, würde mich interessieren, welchen Anteil an der Entwicklung der weiblichen Rollen hatte.

Mit dem ganzen wissenschaftlichen Gefasel hatte ich jedenfalls meinen Spaß, vielleicht ist das dem Hörbuchformat geschuldet. Ich entsinne mich nämlich noch meiner unschönen Kollision mit Andy Weirs seitenweisen Experimentbeschreibungen in „Der Marsianer“ … bis heute konnte ich noch nicht den Mut aufbringen, mal einen von Kim Stanley Robinsons Romanen aufzuschlagen, der ja dafür bekannt ist, das mit der wissenschaftlichen Basis auf die Spitze zu treiben.

Lieblingsbuch: Circe von Madeline Miller

Und als Ausgleich für meinen Verriss im letzten Beitrag habe ich dieses Mal wieder eine uneingeschränkte Leseempfehlung auszusprechen: Circe von Madeline Miller! Dieses Jahr habe ich wirklich ein Händchen mit meinen Fantasy-Büchern 🙂

Circe von Madeline Miller, Hardcover-Ausgabe

Madeline Miller nimmt hier Fäden auf, die Homer, Hesiod und Platon ungenutzt liegen ließen, und erzählt die Lebensgeschichte der Zauberin Kirke, die von den Göttern buchstäblich auf eine einsame Insel verbannt wird. Circe wächst als Tochter des Sonnengottes Hesiod auf. Sie gilt weder als hübsch noch scheint sie göttliche Fähigkeiten zu besitzen, darum beachtet sie bald schon keiner mehr. Unbrauchbar zur Ehefrau und ehrfurchtgebietenden Herrscherin, ist sie das fünfte Rad am Wagen der Götterfamilie und wird als solches von allen missachtet und für ihre furchtbare Stimme gehänselt.
Doch entdeckt sie irgendwann ihr Talent für Hexerei, eine Fähigkeit, die die Götter als widernatürliche Konkurrenz fürchten. Und so muss Circe ihren eigenen Weg gehen, ohne eine andere Unterstützung als der Überzeugung, sich selbst treu zu bleiben. Eine epische Geschichte über Vetrauen in die eigenen Stärken gegen jeden Widerstand beginnt.

„You are a daughter of Helios, are you not?“ he said.

„Yes.“ The question stung. If I had been a proper daughter, he would not have had to ask. I would have been perfect and gleaming with beauty poured straight from my father’s source.

— Circe, S.21

Madeline Miller hat es geschafft, eine Randfigur der griechischen Mythologie nicht nur glaubhaft ins Zentrum zu rücken, sondern sie gibt ihr auch eine komplexe und aufrichtige Psyche. Obwohl ich die Geschichten von Kirke, Skylla, Odysseus und Telemachus schon kannte, habe ich mitgefiebert und gelitten. Besonders toll fand ich auch, dass Circe eine deutliche Entwicklung in dem Roman macht, von dem unsicheren, vernachlässigten und auch naiven Kind zu einer Frau, die weiß was sie will und den Preis dafür zu zahlen bereit ist. Im Laufe des Buchs lernt sie sich und ihre Fähigkeiten besser kennen und (ein-)schätzen. Zum Beispiel erfährt sie, dass ihre Stimme vollkommen in Ordnung ist: Es ist nur eine menschliche Stimme und als solche unpassend für eine Göttin. Darum wurde sie verspottet. Diese Entdeckung hat mir wie einige andere gut gefallen: Der Makel war nicht der Circes, sondern wurde von außen auf sie projiziert. Sie entspricht nicht der Norm, erkennt aber immer deutlicher, dass sie glücklicher ist, wenn sie einfach sie selbst ist.

Doch nicht nur Circes Handeln bekommt einen psychologischen Background, auch Odysseus wird hier, ohne dass es benannt wird, als Krieger mit posttraumatischer Belastung gezeigt. So wird aus seiner jahrelangen Irrfahrt nach Ithaka auch ein Ausdruck für seine Unfähigkeit, in ein normales Leben zurückzukehren. Wie sollte er auch, nach 10 Jahren Krieg?!

Ich werde mir auf jeden Fall meine private Ausgabe von Circe zulegen, denn ich weiß schon, dass ich diesen Roman sicher nochmal lesen will. Mit gezücktem Stift.

Die Säulen der Erde von Ken Follett (Spoiler: Ich mochte es nicht sehr)

Je mehr ich über das Buch nachdenke, desto weniger mag ich es. Zwar war es weit entfernt von den schlechtesten Büchern, die ich je gelesen habe, aber da ich in der Schule mal einen Groschenroman lesen musste, liegt die Messlatte auch recht hoch. Da Follett so beliebt ist, hatte ich deutlich mehr erwartet. Vor allem der Schreibstil war in meinen Augen nur so là là: In den letzten 30 Minuten des Hörbuchs fiel mir ganze sieben Mal das Wort „Entourage“ auf – als gäbe es hierfür keine Synonyme!

Ich muss zugeben, ein bisschen bin ich auch an meinem Unglück mit dem Kingsbridge-Wälzer schuld: Ich war davon ausgegangen, dass sich die Geschichte vor allem um den Bau der Salisbury Cathedral drehen würde. Was nicht stimmte. Hätte man zwar drauf kommen können („Kingsbridge“ …) aber ich hatte nun mal diese Falschinformation in meinem Hirn gespeichert.

Salisbury Cathedral (eigenes Foto)

Schlimmer aber war, dass ich in der Annahme, es gehe um Sakralbau, enttäuscht wurde. Das war nämlich der eigentliche Grund, warum ich Die Säulen der Erde lesen wollte. Dass lange vor der Industrialisierung Menschen diese großen schönen Gebäude hochzogen, buchstäblich mit Blut und Schweiß bezahlt, beeindruckt mich. Aber Follett interessiert sich nur wenig für die Wissenschaft hinter den schönen Fenstern, der Kirchenbau verkommt zum MacGuffin der Story. Zwar bekommt man ein bisschen was vom Übergang der Romanik zur Gothik mit und ich habe jeden Informationsfitzel über Buntglasfenster und Rippenbögen aufgesogen, aber auf beinahe 1300 Seiten war der Anteil daran sehr schmal. Klar, dass ich enttäuscht war, hier deutlich mehr Beschreibungen von weiblichen als architektonischen Rundungen zu finden. Und bis die überhaupt erst mal mit dem Bau anfangen …!

Mit der Zeit sind mir dann immer mehr negative Dinge aufgefallen: Nicht mal George R. R. Martin könnte so viele Vergewaltigungsszenen in einem Buch unterbringen und jeder der männlichen Figuren scheint eine unangenehme Faszination für weibliche Brüste zu hegen. Und der Hauptbösewicht ist ja mal so was von übertrieben! Er ist natürlich endlos brutal und kann nur Sex haben, wenn die Frau Todesangst hat. Wie einseitig und vorhersehbar! Durch solche Charakterisierungen (die auch für den Verlauf des Romans nicht wesentliche Entwicklungen durchmachten) hatte das Buch einige Längen, weil man das Verhalten der Figuren schon im Voraus berechnen konnte. Ohne allzu viele unbekannte Variablen.

Eine weitere Kritik, die eher auf meine Vorlieben zurückzuführen ist: Mir war nicht klar, dass der Protagonist mitten im Buch einfach mal ausgetauscht wird. Irgendwann bekam ich so das Gefühl, in einem dieser Endloswitze gefangen zu sein, wo man ewig auf die Pointe wartet, die es aber eigentlich nie die Zeit wert ist. Das gepaart mit ellenlangen Beschreibungen von Kreuzrippenbögen und nicht gerade hochliterarischer Sprache hat mir den Spaß gründlich verdorben.

Viel schlechter kann ein Leseerlebnis wohl kaum sein. Und wenn ich statt dem Hörbuch das Taschenbuch gelesen hätte und das Buch nicht auch Teil einer Goodreads-Diskussion gewesen wäre, ich wäre wohl kaum durch den ganzen Wälzer gekommen.

Mercedes Lackey: The Last Herald-Mage <3

Für wenige Lesetipps danke ich Patrick Rothfuss so sehr wie für den Hinweis auf diese Trilogie der amerikanischen Autorin Mercedes Lackey. Ich habe einen neuen Liebling für mein Fantasy-Regal entdeckt! Diesem fulminanten, queer-romantischen Spektakel in einem Blogpost gerecht zu werden, ist mir vollkommen unmöglich, darum lasst einfach erst mal diese fabelhaften Coverdesigns auf euch wirken:

Grandiose Cover für die Last Herald-Mage Bücher
Für die volle Fantasy-Breitseite klicken 🙂

Ich liebe die ganzen Details, die auf Figuren und Ereignisse hinweisen ohne zu viel zu verraten und die mit viel Liebe gezeichnet sind. Das Gesamtbild ist dabei so übertrieben, dass ich mich damit nur ungern in der Bahn sehen ließ. Ist mir so auch noch nicht untergekommen. Aber zum Inhalt!

In Last Herald-Mage folgt man Vanyels Lebensweg vom vernachlässigten Jungen zum Retter Valdemars. Der sanftmütige Sohn eines Edelmannes wird den gängigen Vorstellungen von Männlichkeit nicht gerecht und daher vom Vater und den Geschwistern nicht geachtet. Die Mutter verzieht ihn dafür nur allzu gern zu einem stolzen Pfau, der sich für einen der großen Barden von morgen hält.
Als der Vater ihn an den Hof von Haven sendet, wo er zum Mann erzogen werden soll, entdeckt er eine ganz neue Welt: Seine Tante Savil ist die erste, die sich seiner Erziehung und Förderung annimmt. Er trifft auf Schüler, die weitaus begabter sind als er. Und er verliebt sich in den magisch begabten Tylendel.

Was diese Fantasywelt so besonders macht, ist nicht nur die queere Hauptfigur (sowie viele im Verlauf auftauchende weitere Figuren). Wer meinem Getwitter in den letzten Wochen gefolgt ist, hat vielleicht schon ein paar andere Themen aufgeschnappt, die außergewöhnlich sind, wie Leihvaterschaft, männliche Verwundbarkeit und eine extrem hohe psychologische Nachvollziehbarkeit. Denn vor allem im ersten Band erscheint Vanyel zunächst als verzogener, sich selbst bemitleidender Teenager – also per se eines der entnervendsten Wesen überhaupt. Aber genervt hat es mich kein Stück, weil ich immer nachvollziehen konnte, woher sein Verhalten kommt, ohne dass die Autorin zu viele Worte darüber verliert. Natürlich wäre ein Junge unter diesem Umständen erst mal unerträglich. Doch mit der Entwicklung der Geschichte legt Vanyel immer mehr die alten Eigenschaften ab und lernt neue Verhaltensweisen, er wächst als Person und als Leser kann man das wunderbar miterleben.

Gerade die kleinen Szenen, die Familientreffen, sind die gelungensten, mit denen ich besonderen Spaß hatte. Der Stress, als junger Erwachsener zu seiner weniger weltoffenen Familie zurückzukehren, sich mit den alten Vorwürfen wieder und wieder auseinanderzusetzen, das alles ist so gut geschildert! Dass der Vater mit Vans Lebensstil nicht klarkommt, steht den beiden lange im Weg. In einem (so alten) Fantasy-Roman finde ich es beachtlich, dass diese Themen Platz finden und ganz selbstverständlich zu den Ereignissen gehören, nicht nur im Nebensatz Eingang finden.

Doch auch die große „Action“, die eher einen geringen Anteil ausmacht, wird dem Genre gerecht, mit mächtigen Blitzen, Schutzzaubern und magischen Formen des Reisens. Im Verlauf der Trilogie wächst der politische Druck auf Valdemar: Der König ist zunehmend schwach und die umliegenden Länder liegen im Krieg. Es ist immer mehr an den Magiern des Reichs, die Grenzen zu schützen. Auch Politik und strategische Überlegungen im Hintergrund kommen nicht zu knapp. Und Feminismus, mal ganz nebenbei eingestreut:

I think she’s startin‘ to look at being something other than ‚Somebody’s lady‘ or ‚Somebody’s momma.‘ I think maybe she wants to take a shot at being Somebody, herself.

Mercedes Lackey, Magic’s Promise

Und dann ist da der Weltenbau: Telepathische Pferde (na ja, keine Pferde, sondern Companions!), sagenumwobene Völker die immer noch den „Müll“ von den Magierkriegen aufräumen ohne dass es ihnen jemand dankt, fleischfressende Dämonen aus anderen Dimensionen, … Ich fand es großartig! Die geballte Klischeekeule der Achtzigerjahre-Fantasy wird noch mal auf die Spitze getrieben, und irgendwie funktioniert es einfach.

Klar, an der ein oder anderen Stelle hätte ich auch kleine Kritikpunkte: Warum gibt es keine lesbischen Frauen in Valdemar? Warum wird das Gating zuerst als Reiseart für den Notfall geschildert, wird dann aber ständig verwendet, ohne dass großer Schaden entsteht? Aber die Pluspunkte sind so vielfach, dass das Jammern auf höchstem Niveau wäre.

Last Herald-Mage Bücherstapel

Die tragisch-schöne Geschichte des Meistermagiers und Barden Vanyel ist – zum Glück – nur ein kleiner Teil in einem riesigen Zyklus über Valdemar, den Mercedes Lackey in Jahrzehnten geschaffen hat. Ich habe nicht mal mit den ältesten Bänden begonnen und es werden auch Geschehnisse aus der vorangegangenen Trilogie über die Magierkriege referenziert. Das war zum Glück kein Problem. Ich hoffe, in Zukunft zu weiteren von Lackeys Büchern zu kommen.