Advent, Advent: Märchenzeit

Das letzte Wochenende vor unserer Adventsreise nach London ist angebrochen! Ich bin froh, mal von der Arbeit ausspannen zu können. In der Zwischenzeit habe ich mich ein wenig von meinen eigenen Büchern entfernt, um mir noch mehr weihnachtliche Lektüre zu gönnen. Wie sich herausstellte eine sehr gute Idee!


Leserei der Woche und ein Kinobesuch

Ich habe (leider nur in e-Formaten, daher ohne Bild) Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens in neuer Übersetzung ausgeliehen und begonnen. Natürlich kenne ich die Geschichte um den knauserigen Ebenezer Scrooge in- und auswendig, aber das Original in ungekürzter Form habe ich noch nie gelesen. Das hole ich nun mit Genuss nach. Dickens ist so ein opulenter Erzähler und es macht den Eindruck, er hatte Spaß beim Schreiben dieser Geistergeschichte.

Ein Highlight der Woche war die Hörspielfassung von Die unendliche Geschichte. Ein absolutes Kleinod! Mit Schrecken wurde mir klar, dass ich das zugrunde liegende Buch nie gelesen habe. Ich war mir sicher gewesen, es zu kennen, aber die zweite Hälfte des Buchs war mir vollkommen neu! Ich habe den Schock inzwischen überwunden und höre mir das Hörspiel ein zweites Mal an 🙂

Statt Weihnachtsmarkt habe ich in dieser Woche einen freien Abend darauf verwendet, Bohemian Rhapsody noch im Kino anzuschauen. Ich kann die meisten Kritikpunkte nachvollziehen und finde, man merkt dem Film seine problematische Produktion an. Aber Queens Songs sind einfach unzerstörbar. Und mit Rami Maleks Performance war Freddie Mercury wiederauferstanden, eine schauspielerische Wahnsinnsleistung. Ich hatte also Spaß.


Samstag

Mein fertiges PuzzleIch bin mit meinem 1500-Teile-Puzzle fertig geworden! Aber langsam brauche ich mal ein neues Motiv, denn dieses setzte ich bereits zum dritten Mal zusammen. Ansonsten lese ich in Wicked und warte darauf, dass sich unsere kleine Weihnachtstanne an das Hausklima gewöhnt, damit ich sie in die Wohnung holen kann. Ich bin so ungeduldig, „Dora“ (ich gebe unseren Weihnachtsbäumen immer einen Namen) zu schmücken. Als wir sie im Einkaufswagen zur Kasse schoben, ist sie aufgeregt hin und hergewippt. Sie ist etwas krumm und ungleichmäßig gewachsen. Ich glaube, sie freut sich auch auf den Schmuck und die Lichter 🙂


Sonntag

Es hat heute morgen tatsächlich geschneit! Für Köln wirklich ungewöhnlich. Aber auf schöne Weise 🙂
Wir sind heute mit Packen und Vorbereitungen für unsere Reise beschäftigt, daher bin ich bis jetzt noch nicht zum Schreiben gekommen. Beim Packen haben wir Friday Night is Music Night angehört, diesmal mit Filmmusik und Songs aus Musicals rund um Märchen und das Phantastische. Sehr zu empfehlen und zudem moderiert von Hugh Bonneville. In der BBC-Mediathek kann man die Sendung noch ein paar Wochen nachhören.

Jetzt mache ich mich daran, noch ein wenig passende Musik auszuwählen. Wir reisen per Zug und ein bisschen Unterhaltung kann da nicht schaden. Ich melde mich später noch mal.

Update 22 Uhr

Freunde, ich haue mich aufs Ohr. Der Tag ging viel zu schnell vorbei: Wir haben noch Tickets für den Tower besorgt und ein bisschen Ausschau gehalten, was wir die Tage in London Feines machen könnten. Und nun bin ich reif fürs Bett. Dora steht jetzt im Wohnzimmer, ich habe es aber doch nicht mehr geschafft, ihr mehr als die Lichterkette umzuhängen. Sie neigt sich neugierig vor, um die anderen Pflanzen kennenzulernen und schaut herrlich unkonventionell aus.

Ich wünsche euch eine entspannte letzte Adventwoche, wir lesen uns am nächsten Wochenende wieder!

Advent, Advent: Wem die Stunde schlägt

Der Tag begann für mich bereits um 6:45 Uhr, als eine Nachricht mein Handy erreichte, das pflichtschuldig vibrierte. Nachdem ich zwei Stunden gelesen hatte, bin ich allerdings doch nochmal eingeschlafen – zum Glück, denn ich bin immer noch gesundheitlich angeschlagen. Mit einem komplett verwirrten Biorhythmus starte ich nun ein zweites Mal in den Tag: UM 12 UHR hat mich die Kirchenglocke geweckt!


Leserei der Woche

Die Woche über habe ich Hogfather von Terry Pratchett nach vielen Jahren erneut angehört. Wer es nicht kennt: Da ist die Weihnachtsgeschichte unter den Scheibenwelt-Romanen. Das meiste hatte ich ehrlich gesagt vergessen, was bei Pratchetts Erzählweise aber auch nicht verwundert. Ich war mehr erstaunt darüber, wie wenig TOD tatsächlich vorkommt. Der Sensenmann schlüpft hier gezwungenermaßen in die Rolle des Schneevaters (lies: Weihnachtsmanns), ist dafür aber nicht unbedingt geschaffen. Gleichzeitig ist ein durchgeknallter Assassine unterwegs und TODs Enkelin versucht herauszufinden, was mit dem richtigen Schneevater geschehen ist.

Damit bin ich aber fertig geworden und stecke nun in den Anfängen der Briefe vom Weihnachtsmann (der Dativ irritiert mich jedes Mal!). Ich habe nur das deutsche E-Book bekommen, aber darin sind auch Abbildungen der Originalbriefe und Illustrationen. Tolkiens Bilder mochte ich schon immer und es ist schön, seiner Erzählstimme mal in anderem Gewand zu begegnen. Es soll wahrscheinlich lustig sein, aber ich kann jetzt schon sagen, dass die Beziehung zwischen Weihnachtsmann und Eisbär etwas anstrengend ist: Immer hacken sie aufeinander herum und haben kaum ein liebes Wort füreinander übrig.


Samstag

Nachdem ich mich jetzt mit dem neuen WordPress-Editor herumgeschlagen habe, muss ich erst mal spätstücken, ich könnt ein ganzes Pferd essen (wenn ich Pferde essen würde) 🙂

Update 16 Uhr

Wir haben nach dem Frühstück noch Friday Night is Music Night angehört, eine wöchentliches Live-Musikprogramm der BBC, das herrlich altmodisch ist. Dabei habe ich auch ein paar Seiten in Wicked gelesen. Der Schreibstil gefällt mir immer besser, nur mit der Story an sich bin ich noch nicht ganz warm geworden. Aber größere Veränderungen bahnen sich an und ich bin gespannt, wie es weitergeht mit der kleinen grünen Elphaba.

Update 21 Uhr

Die Briefe vom Weihnachtsmann habe ich nun ausgelesen. Am Ende kommt der Polarbär ja doch noch recht gut davon. Ich fand es richtig traurig, mitten im Zweiten Weltkrieg mit der Geschichte aufhören müssen, da Tolkiens jüngste Tochter damals aufhörte, dem Weihnachtsmann zu schreiben. Ich habe auch einige Zeit mit dem „arktischen“ Alphabet verbracht und einen in dieser Schrift verfassten Brief vom Polarbär entziffert – war gar nicht so leicht 🙂

Jetzt schaue ich mir vielleicht noch einen Weihnachtsfilm an, mal sehen. Ich melde mich morgen wieder.


Sonntag, 2. Advent

… ich konnte ein weiteres Buch beenden: Die andere Seite des Himmels von Jeanette Walls habe ich als Hörbuch spontan ausgeliehen. Als ich heute morgen um Viertel vor 6 (!) von meinen Rückenschmerzen wach wurde, hatte ich so wenigstens etwas zu tun bei dem Versuch, durch diverse Dehnübungen Linderung zu schaffen.

Wir haben nun ein ausgedehntes Frühstück hinter uns, mit frischem O-Saft, Kardamom-Kaffee und Guacamole auf dem Brötchen. Ich fühle mich zum Glück wieder fitter, dafür wie gesagt nun mit Rücken. Menno.

Gestern habe ich noch Kevin allein zu Haus geguckt. Den Film habe ich zuletzt als Kind gesehen; dabei hätte es auch bleiben dürfen. Pluspunkt: John Candy als Polkakönig hat einen kurzen Auftritt.

Heute möchte ich noch weiter in Wicked lesen und schon mal planen, was in der nächsten Woche noch vorbereitet werden muss, damit wir alles für unseren London-Urlaub haben, wenn es so weit ist. Eine Liste, wem ich dort noch eine Kleinigkeit zu Weihnachten besorgen will, habe ich immerhin bereits 🙂

Update am Abend

Huch! Jetzt habe ich den ganzen Tag gepuzzelt, gekocht und Geschenke verpackt 😉 Kein bisschen gelesen habe ich. Und plötzlich war es Abend. Jetzt bin ich ziemlich platt, nach der kurzen Nacht habe ich einiges an Schlaf aufzuholen. Darum gute Nacht, ich mache nicht mehr lange!

Advent, Advent: Frosch im Hals

Ich starte mit Halsschmerzen in den Advent *Augen roll* Daher halten sich meine Pläne für außer Haus in Grenzen. Am Abend sind wir allerdings auf einer kleinen Hochzeitsfeier eingeladen. Und so sehr ich mich auch freue, ich weiß nicht, wie lange ich durchhalten werde. Der Sonntag ist dementsprechend als Entspannungstag eingeplant.


Samstag

Der Plan sieht vor, dass ich heute eine Runde Geschenke bestelle. In meiner Familie hat es sich eingebürgert, dass jeder seine Wunschliste mitteilt. Wir schenken uns dann etwas davon und meistens noch etwas Kleines dazu. Und dafür werde ich dann doch mal etwas wider Willen Amazon bemühen.

Außerdem ist es nun Zeit, die Weihnachtsdeko aus dem Keller zu holen und in der Wohnung zu verteilen! Viel haben wir nicht, aber ein Adventskranz will auch noch zusammengebastelt werden. Das sollte mich beschäftigen. Dazu kann ich noch die letzten Tracks von Mister Aufziehvogel von Haruki Murakami anhören, das mich in den letzten Wochen meistens morgens vor der Arbeit begleitet hat.

Mein Hauptbuch im Moment ist Redefining Realness von Janet Mock. Sie beschreibt ihr Leben als Transfrau, insbesondere ihre Kindheit und Jugend, als sie noch keinen Begriff für ihre eigene Identität hatte und diese erst langsam selbst entdeckte. In kaum einem Punkt sind unsere Leben sich ähnlich, aber sie schafft es, sich mit einer klaren Sprache und einem angenehmen Mäandern von Erinnerung zu Erinnerung verständlich zu machen und gleichzeitig zu unterhalten.


Sonntag, 1. Advent

Ich bin gestern gar nicht mehr zum Lesen oder zu Weihnachtsvorbereitungen gekommen, weil unvorhergesehen einige familiäre Dinge dazwischen kamen. Und dann war es auch schon Zeit zum Aufbruch. Wir haben einen schönen Abend bei unseren frisch verheirateten Freunden und deren Familien verbracht. Bis zwei Uhr am Morgen hat ein kleiner harter Kern noch zusammengesessen – so viel zu früh ins Bett! Dementsprechend fühle ich mich heute etwas groggy. Meiner Erkältung hat das sicher auch nicht gut getan 🙂

Als erstes steht jetzt ein langes Frühstück an. Ich melde mich später wieder.

Update 13 Uhr

Ich bin mit Mister Aufziehvogel fertig geworden! Sechs Wochen habe ich laut Goodreads daran gehört, länger als an Les Misérables. Muss ich mehr sagen? Mein Lieblingsbuch von Murakami ist und bleibt Kafka am Strand, und während viele seiner anderen Bücher mich genervt oder etwas wütend gemacht haben, hat mich dieses einfach kalt gelassen.

Übrigens habe ich den Adventskranz „aktiviert“, aber festgestellt, dass wir gar keine Deko dafür haben. Daher ist er noch ziemlich nackig, tut aber bereits seinen Dienst 🙂

Eigentlich müsste ich die Wäsche waschen, bin aber zu müde, um mich aufzuraffen. Mit Redefining Realness im Schoß und einem Kardamomkaffee bei der Hand sammle ich Energie.

Update 19:30 Uhr

Gefühlt 3 Liter Tee später sind mir noch 50 Seiten in Redefining Realness übriggeblieben. Es fasziniert mich, wie stark Mock sich selbst in dem Buch reflektiert hat – ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Ich bin jedenfalls beeindruckt für der Leistung hinter diesem Memoir.

Olaf der Elch von Volker KriegelAußerdem habe ich den kleinen weihnachtlichen Band Olaf, der Elch hervorgeholt, um heute wenigstens eine Weihnachtslektüre mit dabei zu haben. In dem schmalen Büchlein findet Olaf, der mit einem gigantischen Geweih geboren wurde, in einem Lkw-fahrenden, ein Glasauge tragenden Weihnachtsmann einen guten Freund und Arbeitgeber 🙂

Ich werde mich jetzt mit den letzten Seiten von Janet Mocks Buch ins Bett zurückziehen und evtl. noch eine Folge Stranger Things ansehen. Drückt mir die Daumen, dass ich es bis zum nächsten Wochenende schaffe, ohne komplett auszufallen.

Lust mitzumachen? Hier kann man sich bei Ariana jederzeit anmelden!

Ankündigung: Advent, Advent … Vorweihnachts-Lesewochen 2018

Alle Jahre wieder veranstaltet Ariana ihre Vorweihnachtslesewochen. Und alle Jahre wieder bin ich dabei. Denn es geht ums Lesen, Gemütlichkeit und darum, die Adventszeit möglichst stressarm zu überstehen genießen. Wie könnte man da nein sagen?

Die Vorweihnachts-Lesewochen gehen vom 1. Dezember bis Weihnachten. Wie die Teilnehmer die Zeit lesend und anderweitig verbringen, bleibt ihnen überlassen, aber ein Bezug zur Adventszeit sollte vorhanden sein. An jedem Adventswochenende gibt es einen Post mit Erlebnissen und Fortschritten. Gemeinsame Lesetage sind nicht ausgeschlossen 🙂


Mein Plan für die Vorweihnachts-Lesewochen

Der Advent ist eine traditionsreiche Zeit, selbst bei mir. Dementsprechend habe ich vieles so geplant wie in jedem Jahr: Ich möchte möglichst einige Weihnachtsmärkte besuchen, möchte mir Zeit nehmen, um Geschenke vorzubereiten (und nicht erst in letzter Sekunde!) und natürlich selbst Plätzchen backen und dabei lauthals Weihnachtslieder singen. Und den ein oder anderen Weihnachtsfilm anschauen.

Dieses Jahr war besonders stressig, darum habe ich vor, es im Advent besonders ruhig und beruhigend angehen zu lassen. Eine ausreichende Menge an Duftkerzen, Tee und Badezusatz ist bereits vorhanden!

Zum Jahresende habe ich immer einige Bücher, die ich noch auslesen möchte, um frisch ins neue Jahr zu starten. Ich bin im Allgemeinen kein Fan von Weihnachtsbüchern, aber eine weihnachtliche Lektüre habe ich um der Aktion willen ins Auge gefasst: Tolkiens „Die Briefe vom Weihnachtsmann„. Vorausgesetzt, ich bekomme es dieses Jahr rechtzeitig aus der Bibliothek!

Eine Besonderheit in diesem Advent ist mein letzter Urlaub des Jahres: In der dritten Adventwoche werde ich für einige Tage nach London fahren, um dort die Weihnachtszeit auf die britische Art zu genießen! Und vielleicht finde ich dort auch noch ein paar Geschenke 🙂 Und pünktlich zum Wochenende bin ich wieder da, um von meinen Erlebnissen zu berichten.

Wer ist dabei? Hier kann man sich bei Ariana anmelden!

#Horrorctober 12-13/13: Angestaubter Horror

#Horrorctober Returns! 2018Die letzten beiden Slots für den Horrorctober habe ich mit ein paar richtig alten Klassikern des Horrors gefüllt: Ein Creature Feature aus dem goldenen 3D-Zeitalter und eine Geschichte von Mr. Horror himself, Edgar Allan Poe. In beiden Fällen ist das Gruseln über die Jahrzehnte hinweggealtert, keine Gänsehaut weit und breit. Dementsprechend fällt der heutige Post etwas sarkastischer aus 🙂


Creature from the Black Lagoon (1954)

„Der Schrecken vom Amazonas“ ist genauso old school, wie der Titel vermuten lässt. In einer sagenhaft schönen Lagune finden Forscher ein mysteriöses Fossil. Um es zu datieren, sind weitere Vorort-Untersuchungen nötig. Der durchaus lebendige Nachfahr dieses Fossils (?) verfolgt bald die gesamte Forschertruppe. Und hat es anscheinend auf das weibliche Mitglied abgesehen.

Ein Typ in einem Gummianzug war scheinbar in den Fünfzigern das unheimlichste, was man sich vorstellen konnte. Mir hat Creature from the Black Lagoon jedenfalls eher wiederholtes Schmunzeln als Schrecken entlockt. Die Damsel in Distress schien zwar auf den ersten Blick recht tough, hat aber für ihren Liebsten immer schön Gewehr bei Fuß gestanden und hatte nichts zu melden (außer Schreie, aber davon viele). Natürlich sind vor allem Latinos der Kreatur zum Opfer gefallen. Ich frage mich, wie dieser Schwarzweißfilm wohl in 3D gewirkt hat. Mich hat er jedenfalls nicht beeindruckt.

Wassergrube und Pendel (1842)

Und nochma ein paar Dutzend Jahre zurück geht es in dieser Geschichte von Edgar A. Poe. Ein Ich-Erzähler wird von der spanischen Inquisition zum Tode verurteilt, fällt in Ohnmacht und erwacht in einem düsteren, noch näher zu erfassenden Verlies. Der Schrecken des Gefangenen ob nagender Ratten, ausgehenden Wassers und einem ominösen immer näher kommenden, klingenbewehrten Pendel werden minutiös und in blumigen Bildern beschrieben.

Ich lag in Ohnmacht, doch kann ich nicht sagen, daß mein Bewußtsein geschwunden war. Wieviel davon noch blieb, will ich nicht versuchen zu enträtseln oder zu beschreiben; doch war nicht alles geschwunden. Im tiefsten Schlummer – nein! Im Delirium – nein! In Ohnmacht und Betäubung – nein! Im Tode – nein! Selbst im Grabe ist nicht alles Bewußtsein geschwunden. Sonst gäbe es keine Unsterblichkeit. Aus dem tiefsten Schlummer erwachend, zerreißen wir das Spinngewebe eines Traumes; aber eine Sekunde später – so zart ist das Gewebe oft – wissen wir schon nicht mehr, daß wir geträumt. Bei dem Erwachen aus einer Ohnmacht gibt es zwei Stadien: zuerst das Gefühl geistigen oder seelischen – dann das Bewußtsein körperlichen Daseins.

Der ganze Absatz soll sagen: Nach der Ohnmacht erwacht unser Ich-Erzähler. Er war ausgeknckt und ist es nun nicht mehr. Punkt. Kannst du dich nicht etwas kürzer fassen? Und sag jetzt nicht „Nimmermehr“.
Unter all dem Schwulst an Beschreibung jedenfalls fiel es mir schwer, dem Ganzen zu folgen. Und die Ich-Perspektive in dieser Situation erzeugt vielleicht Unmittelbarkeit, spoilert aber auch ganz ordentlich: Der Text hätte schon im Präsens geschrieben sein müssen, damit der Leser nicht auf die Idee kommt, dass der Gefangene wahrscheinlich mit dem Leben davon kommt. Aber ich erwarte vielleicht zu viel von einem der ersten modernen Schriftsteller. Und wo wir schon dabei sind: Rettung durch Deus ex machina. Wozu? Um den Ich-Erzähler als Perspektive zu rechtfertigen. Schade, dass ich den Text nie in der Schule analysieren musste, ich hätte ja so viel Spaß am Zerfleddern gehabt.


Und so geht der Horrorctober schon wieder vorbei. Ich muss sagen, die Zeit kam mir sehr kurz vor, aber 13 x Horror zu lesen/anzuschauen und vorzustellen füllt einen Monat auch ganz gut.

Ich konnte so nicht nur viele Filme anschauen, die ich eh mal (wieder) anschauen wollte, sondern hatte auch einen leichter Wiedereinstieg ins Bloggen nach einem echt zähen Sommer. Toi toi toi und so.

Bei so viel Horror auf einmal ist es doch schwer, alles zusammen in eine Schublade zu stecken: Es gibt viele Arten Horror. Einige Male habe ich Horror erwischt, der nicht meins war oder nicht für mich funktioniert hat, aber oft habe ich mich auch wunderbar gegruselt. Und inzwischen habe ich auch genug Material für einen weiteren Horrorctober gesammelt.

In diesem Sinne: Frohes Hallowe’en!