Neuzugänge 2017/I: Starke Frauen, der ferne Osten und ein bisschen Magie

Einige schöne und spannende neue Bücher sind in diesem Jahr in mein Regal eingezogen. Natürlich will ich euch von ihnen erzählen, auch wenn ich fast noch nichts gelesen habe!

 

Rejected Princesses

rejected princessesDieses Buch startete als Kickstarter-Projekt und versammelt Frauen aus der Weltgeschichte, die als Disney-Prinzessinnen keine Chance hätten, weil viel zu bad ass! Begleitet werden die kurzen Texte von Disney-artigen Illsturationen. Die meisten der Frauen kenne ich tatsächlich nicht, aber unter anderem habe ich Ada Lovelace wiedererkannt. Ein spannendes Projekt, zu dem es auch ein Blog gibt mit vielen weiteren faszinierenden Frauenfiguren!

 

Christopher Priest: The Prestige

christopher priest the prestigeSeit Jahren will ich dieses Buch lesen! Den Film kenne ich inzwischen, aber das Wissen um die Pointe soll mich nicht davon abhalten, diese Lektüre nachzuholen. Es geht um Zauberer, den Beginn des elektrischen Zeitalters und natürlich auch Liebe. Sahnehäubchen: Ich habe erst anhand meiner eigenen Ausgabe herausgefunden, dass es sich um einen Briefroman handelt!

 

Pankaj Mishra: Begegnungen mit China und seinen Nachbarn

pankaj mishra china und seine nachbarnMal was ganz anderes: Dieses Sachbuch hat mich in der Buchhandlung so angestrahlt, dass ich es mitnehmen musste. Es gibt nur wenige Länder, die mich so wütend machen wie das „Große Reich der Mitte“. Daher bin ich der Beschäftigung mit der Lebenswirklichkeit in China immer aus dem Weg gegangen. Diese Bildungslücke suche ich hiermit zu schließen.

 

Irmgard Keun: Kind aller Länder

irmgard keun kind aller länderSchön, dass Irmgard Keun wieder neu entdeckt wird. Das kunstseidene Mädchen gehörte in der Oberstufe zu den erfreulicheren Lektüren im Deutschkurs. Ich bin gespannt, was uns Frau Keun hier zu erzählen hat. Die schöne Hardcover-Ausgabe stammt übrigens von der Büchergilde (und ja, ist noch eingeschweißt).

 

Vegan Grillen

vegan grillenSo ein schön gestaltetes Kochbuch konnte ich nicht außen vor lassen. Noch sind wir nicht dazu gekommen, die Grillsaison zu eröffnen, aber die Rezepte für diesen Sommer stehen fest! Kleines Extra: Einige Desserts und Drinks haben es auch ins Buch geschafft.

 

Noelle Stevenson: Nimona

noelle stephenson nimonaNimona fängt als Sidekick ihres liebsten Bösewichts an und sie hat Talent: Ihre Pläne sind brutaler und schurkiger als die Blackhearts. Sie erregt die Aufmerksamkeit der Behörden, denn als Gestaltwandlerin ist sie eine gefährliche Waffe. Doch wer ist sie wirklich? Nimona, ihr einarmiger Chef und ihr Feind Sir Goldenloin werden in allerlei Abenteuer verwickelt. Ein unwiderstehlich bunter Comic mit einer Fantasy-Welt, in der auch mal der Alarm gegen Einbrecher losgeht oder Breaking News im TV laufen. (schon mit Begeisterung gelesen)

 

Kate Atkinson: Life after Life

kate atkinson life after lifeEin wenig blind bin ich in diesen Roman gestolpert. Ich hatte was im Hinterkopf Richtung „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (einer meiner Lieblingsfilme); es geht um eine Frau, die ihr Leben immer wieder leben kann. Beim Durchblättern wird klar, dass es hier jede Menge Berührungen mit dem Zweiten Weltkrieg zu geben scheint.

 

Tad Williams: Otherland 1. Stadt der goldenen Schatten

tad williams otherlandUnd ein Nachzügler, der es nicht mehr auf’s Gruppenfoto geschafft hat 🙂 Otherland will ich tatsächlich schon lesen, seit es auf Deutsch erschien! Die Cover haben mich sehr fasziniert und mich des öfteren von meiner Tolkien-Lektüre abgelenkt, denn die Reihe erscheint, genau wie Der Herr der Ringe, in der Hobbit-Presse. In meiner ersten Ausgabe war Werbung für die dicken Bände von Tad Williams, den ich inzwischen bereits auf anderem Wege kennen gelernt habe.

Habt ihr eines meiner neuen Bücher vielleicht schon gelesen und könnt es empfehlen? Ich freue mich jedenfalls bereits über jedes einzelne und werde darüber berichten!

Irischer März Zwischenstand

Irland lesen Banner
Der Monat ist schon wieder halb vorbei – Zeit für einen Zwischenstand zum Irischen März! In Vorbereitung für meinen kommenden Sommerurlaub und weil die Iren im März ihren Nationalheiligen Patrick feiern, beschäftige ich mich zurzeit mit den irischen Autoren auf meinem Regal. Weil ich ein bisschen kränkele und nicht so viel zum Lesen komme, habe ich das Projekt auf Filme ausgeweitet. Wieso habe ich nicht gleich daran gedacht! (Wer mitmachen will, ist weiterhin dazu eingeladen :))

Bisher habe ich in diesem Monat gesehen/gelesen:

Brooklyn (2015)

Eilis sucht ihr Glück in Amerika, doch ihr Herz ist noch in der Heimat. Schöner ruhiger Film von dem Schmerz, ins Exil zu gehen und nirgendwo mehr richtig daheim zu sein. Zeitweise dachte ich, der Film geht in eine ganz böse Richtung, dem war aber zum Glück nicht so. Das Buch von Colm Toíbín hab ich übrigens nicht gelesen; ich hatte schon mehrfach gehört, der Film sei besser, und die erstaunliche Saoirse Ronan lasse ich mir nicht entgehen. Der Film erwies sich auch unerwartet als tauglich für meinen Lieblingsadmin, der sich zu Beginn des Films zu mir setzte und am Ende selbst ein wenig erstaunt war, bis zum Schluss geblieben zu sein.

James Joyce: Dubliner

Dubliner ist eine Kurzgeschichtensammlung, in der es um Bewohner der irischen Hauptstadt geht. Weit bin ich mit diesem Buch nicht gekommen. Schon nach der ersten Geschichte war klar: Ich will lieber den Ulysses noch mal lesen. Denn die Pointe (sofern es eine gab) habe ich nicht begriffen. Von daher verbringe ich lieber noch mal Zeit mit meiner alten Hassliebe als mit neuen Geschichten von Joyce. Den Ulysses nehme ich mir für die zweite Monatshälfte vor, diesmal aber nicht in Buchform, sondern als Hörspiel. Mehr dazu nächstes Mal.

Irischer März: Brooklyn, Skippy dies, Song of the Sea

 

Die Melodie des Meeres (2014)

Von diesem Kinderzeichentrikfilm habe ich hier bereits geschwärmt. Inzwischen bin ich stolze Besitzerin der Blu-Ray-Ausgabe und habe den Film erneut gesehen. Es gibt wohl keine bessere Möglichkeit als die Filme Tomm Moores, um sich auf Irland einzustimmen. Irische Folklore trifft hier auf Zeichnungen, in die man einfach versinken will. Die Melodie des Meeres richtet sich dabei an ein junges Publikum; das Erstlingswerk Moores, Das Geheimnis von Kells, bleibt sicherlich mein Lieblingsfilm aus dem bisher nur diese beide Feature-Filme umfassenden Werk. Hoffentlich kommen noch viele Filme hinzu!

Paul Murray: Skippy dies

Mit diesem Buch bin ich leider noch nicht sehr weit gekommen. Viel passiert ist also noch nicht, aber es ist düsterer als ich erwartet hatte. Die Jungs in dem Buch nehmen Drogen und einer der Lehrer scheint in einer destruktiven Beziehung gefangen zu sein. Etwas deprimierend also, aber bisher erstaunlich fluffig zu lesen mit ironiegeladenen Dialogen.

 

Könnt ihr irische Autoren oder Filme empfehlen? Oder vielleicht etwas anderes, das mich auf Irland einstimmen könnte?

Gaby Wood: Edison’s Eve

Gaby Wood Edison's Eve
„Die Suche nach mechanischem Leben“ heißt der Untertitel dieses Sachbuchs, in dem die Journalistin Gaby Wood einem sehr speziellen Thema nachgeht: Seit Jahrhunderten versuchen wir, mit den uns gegebenen Mitteln den Menschen nachzubauen, teils um uns selbst zu verstehen, teils um uns zu einem Erschaffer aufzuschwingen. In Edison’s Eve stellt die Autorin Automaten seit dem 18. Jahrhundert vor, die menschliche (und tierische) Fähigkeiten nachahmten und so ihre Zeitgenossen in Erstaunen versetzten.

 

Ich bin wirklich zwigespalten, was dieses Sachbuch angeht. Einerseits fasziniert mich das Thema sehr, sowohl die Automaten als auch die Philosophien dahinter. Andererseits hatte das Buch leider einige Schwächen.

In jedem Kapitel geht es um einen anderen Erfinder. Dabei wird relativ weit im biografischen Werdegang ausgeholt, aber den jeweiligen Automaten auch viel Raum gewährt. Die Verbindung von Erfindung und Philosophie ging mir oft nicht weit genug; oft bleibt es bei Andeutungen und einzelnen Sätzen. Ein weiteres grundsätzliches Problem mit der Darstellung in Buchform ist, dass die Funktionsweise der Erfindungen durch Beschreibungen verständlich gemacht werden muss. Selbst ein Schaubild wäre schwierig gewesen, da es ja um bewegliche Objekte geht. An der Stelle wünscht man sich fast einen Film.

Die Highlights

Schachautomat Türke RacknitzZwei Kapitel haben mir besonders gefallen: In einem geht es um einen der wohl bekanntesten Automaten, den Schachtürken.
Dieser stellte sich zwar nach einigen Jahrzehnten als Fälschung heraus, da er von einem Menschen im Inneren gelenkt wurde, aber seine unheimliche Fähigkeit, eine explizit menschliche Tätigkeit, das Schachspielen, nachzuahmen, hat viele Zeitgenossen zu Theorien angestachelt, wie das sein könne. Es bestand der kollektive Wunsch, dass es sich um einen echten Automaten handele, dass das Wunderding wie magisch Schachmeister und Könige besiegte. In dem Kapitel kam also auch der Wunsch nach dem Magischen, nach der unerklärlich zum Leben erweckten Mechanik, zum Ausdruck.

Le Voyage dans la luneDas andere Kapitel drehte sich um Georges Méliès, dem Erfinder des Films als narratives Medium. Zwar ist auch das schon Grenzterrain des Themas, aber auch hier geht es um das Erschaffen von Leben, nur eben auf der Leinwand. Natürlich hat Méliès (im Gegensatz zu den Brüdern Lumière) Film vor allem für das Magische, nicht Reale verwendet, aber viele seiner Tricks beziehen sich auf Möglichkeiten des menschlichen Körpers: In seinen Filmen verselbständigen sich Köpfe, Menschen verschwinden in einer Rauchwolke oder schrumpfen und Statuen erwachen zum Leben. Insofern war dieses Kapitel nachvollziehbar, aber vor allem als Méliès-Fan habe ich mich darüber gefreut.

Kein glorreiches Finale

Was mich andererseits wirklich etwas enttäuscht hat, ist das letzte Kapitel: Anstatt den logischen Schritt zu modernen Forschungen rund um künstliche Intelligenz zu gehen, macht Gaby Woods etwas komplett anderes und schwer nachvollziehbares: Das letzte Kapitel gilt den Dolls, einer Familie von Kleinwüchsigen, die in den USA durch Shows und Filmrollen (unter anderem in Freaks) zu Bekanntheit gelangten. Während die Objektifizierung von Zwergwüchsigen und ihre Fetischisierung als lebende Puppen noch am Rande zum Thema passt, war mir das Kapitel eher weit hergeholt und uninteressant im Kontext dieses Buches.

So bleiben die im Vorwort angesprochenen Visionen in Blade Runner und realeren modernen Beschäftigungen mit künstlichem Leben und künstlicher Intelligenz in diesem Buch leider unkommentiert.

Carol Rifka Brunt: Tell the Wolves I’m Home

Carol Rifka Brunt Tell the Wolves I'm Home Cover
Als Junes Onkel stirbt, verliert sie ihren einzigen wirklichen Freund. Nur in Gesellschaft des bekannten Malers konnte sie sie selbst sein. Ihre Schwester gibt sich unbeteiligt, sie hat die enge Beziehung zwischen June und Finn immer neidisch beäugt. Die Mutter hegt einen alten Groll gegen ihren toten Bruder, über den sie nicht sprechen kann, genausowenig wie über die mysteriöse Krankheit, an der er starb. Und dann ist da noch der fremde Mann, der für Finns Tod verantwortlich sein soll, als ungebetener Gast auf der Beerdigung auftaucht und heimlich Kontakt zu June aufzunehmen versucht …

 

Wahrscheinlich habe ich mich noch nie so sehr in einem Buchcharakter wiedergefunden wie in June Elbus. Dabei haben June und ich äußerlich nicht viel gemeinsam: In ihrem Alter war ich eher mager, ich war auch nicht in einen Verwandten verliebt oder bin in den Achtzigern aufgewachsen. Aber ich weiß, wie es ist, in den Wald zu gehen und sich vorzustellen, man sei in einer anderen Zeit. Ich kenne das Gefühl, sich wie ein Fremdling unter Menschen vorzukommen, schüchtern zu sein.

The worst thing is the stupid hopefulness. Every new party, every new bunch of people, and I start thinking that maybe this is my chance. That I’m going to be normal this time. A new leaf. A fresh start. But then I find myself at the party, thinking, Oh, yeah. This again.

Allein deshalb schon hat mir Carol Rifka Brunt mit ihrem Debütroman aus der Seele gesprochen. Es sind aber die Beziehungen zwischen den Figuren des Romans, die diesen so real und brillant machen. Niemand hier ist perfekt, sondern benimmt sich auch mal daneben. Dies könnte schnell „out of character“ wirken, aber im Gegenteil funktionieren die Charaktere so erst richtig gut als vollständige Persönlichkeiten.

Auch die Rivalitäten zwischen June und ihrer Schwester Greta fand ich sehr überzeugend, wenn auch meist auf traurige Art. Denn Greta gilt als das Wunderkind der Familie, auf dem die Erwartungen der Eltern lasten. So hält jede Schwester die andere für das Glückskind.

Die Panik rund um die noch eher unbekannte Krankheit AIDS und die unglaublichen Vorurteile, die daraus entstehen konnten, haben mich beim Lesen richtig wütend gemacht. Auch darin war der Roman sehr überzeugend, so hatte ich mir diese Zeit vorgestellt: Ein bisschen Weltendstimmung und die daraus resultierende Suche nach Schuldigen, das alles zu dem Soundtrack von 99 Luftballons.

Ich bin also schwer begeistert von Tell the Wolves I’m Home und musste mich zurückhalten, es nicht direkt ein zweites Mal zu lesen. So steht der Roman mit Sicherheit auf der Liste meiner Lieblingsbücher 2017. Meine einzige Frage ist: Warum gibt es von diesem wunderbaren Buch keine deutsche Übersetzung?!

#Fastnachtslesen_2017 Teil 3

Douglas Adams Dirk Gently Band 2Nachdem ich schlafen konnte und ein Melissenbad genommen habe, kann ich wieder atmen und somit auch denken (bei ca. 90% Kapazität :)). Ich liege immer noch im Bett, es geht mir aber besser.
In der Zwischenzeit habe ich praktisch nichts gelesen, nur in „Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele“ bin ich jetzt auf der Hälfte angekommen. Wie in der ersten Geschichte um Dirk Gently habe ich auch jetzt das Gefühl, das noch nichts passiert ist. Die gute Nachricht: Der Stil ist viel aufgeräumter. Was nicht heißt, dass es nicht immer noch leicht chaotisch wirkt, weil die Kapitel wechselnde Hauptfigurenhaben, was selbst bei 100% Denkpower immer leicht verwirrend auf mich wirkt.

Weil ich dieses verwirrende Gefühl anscheinend unterbewusst ganz wunderbar finde, habe ich „Ein Tanz mit Drachen“ begonnen. Der letzte verfügbare Band der „Das Lied von Eis und Feuer“-Reihe von George R. R. Martin. Ehrlich gesagt könnte mir nichts egaler sein, ich höre mir diese zweite Hälfte des ursprünglichen fünften Bandes nur an, um Band 5 für mein Fantasy-Projekt abhaken zu können. Auf Band 6 warte ich aber nicht, sondern konzentriere meinen Schmacht lieber auf die Fortsetzung der Königsmörderchronik.

Den Nachmittag will ich noch ein wenig in die Urlaubsplanung investieren (Tipps für Irlandreisen sind höchst willkommen!) und noch etwas in Adams weiter lesen. Ich melde mich später wieder!


Und nun: Die Fastenzeit

So, hat doch wieder alles länger gedauert als gedacht. Darum nur noch eine kleine Zusammenfassung meiner Erlebnisse, buchweise:

  • Der Rubin im Rauch (Hörbuch, komplett gehört)
  • Edison’s Eve (206 Seiten gelesen, beendet)
  • Shinya Shokudou Band 1 (43 Seiten gelesen, beendet)
  • Brüderchen und Schwesterchen (Hörspiel, komplett gehört)
  • Die sieben Schwäne (Hörspiel, komplett gehört)
  • Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele (begonnen, 156 Seiten gelesen)

Ich bin damit zufrieden, weil ich ja die ganze Zeit krank war. Und da ich mich immer noch groggy fühle, sage ich jetzt tschüss und auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal!

#Fastnachtslesen_2017 Teil 2

Gaby Wood Edison's Eve

Ach herrlich, ich konnte mal wieder richtig ausschlafen! Dafür haben sich gestern noch hartnäckige Kopfschmerzen eingestellt. Aber was will man machen?
Für heute nehme ich mir den Rest von „Edison’s Eve“ vor; ansonsten will ich vielleicht mal einen Film anschauen. Schade, dass ich bei dem Traumwetter heute im Bett liegen muss, das muss ich mir irgendwie versüßen. Mehr dann später.

P.S.: Der Server ist entrümpelt und Bilder können wieder hochgeladen werden! Jippieee


Update 15:45

Gerade bin ich mit „Edison’s Eve“ fertig geworden. Das letzte Kapitel hat mir leider nicht so gut gefallen, weil es von den mechanischen Spielzeugen vollends abweicht und stattdessen über Kleinwüchsige und deren Wahrnehmung als „Puppen“ spricht. Im Kontext dieses Buches fand ich es etwas fehl am Platz. Allgemein gefiel mir das Buch aber gut und ich würde es auch empfehlen.

Als nächstes fange ich vielleicht mit „Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele“ von Douglas Adams an. Das ist der zweite Band um Dirk Gently’s holistische Detektei und sieht nach einer kurzweiligen Lektüre aus. Wenn auch bei diesen Geschichten das Chaos hinter der nächsten Biegung wartet 🙂


Update 23:00 (huch)

Jetzt hat mich die Urlaubsplanung doch noch vom Lesen abgehalten! Mit Douglas Adams bin ich nicht sehr weit gekommen, stattdessen habe ich den ersten Band von Shinya Shokudou (Midnight Diner) zu Ende gelesen. Ausflüge ins Manga-Genre sind für mich eher selten und diese Slice of Life Stories waren wirklich ein netter Zeitvertreib und lassen einen leicht hungrig zurück. In jeder Geschichte steht ein japanisches Gericht im Zentrum, soviel zur Erklärung.

Bei dem Versuch, mit „Das Schwert in der Stille“ anzufangen, wurde ich dann von meinem Lieblingsadmin unterbrochen und habe den restlichen Abend unseren Urlaub geplant. Die paar Minütchen, die ch reingehört habe, waren aber sehr vielverprechend! Jetzt begebe ich mich aber ins Bett (also im übertragenen Sinn, ich lieg ja eh den ganzen Tag hier). Bis morgen!


Sonntag

Im Ausgleich zur erholsamen Freitagnacht habe ich in der letzten gar nicht geschlafen 🙁 In der Zwischenzeit habe ich nicht wirklich etwas gelesen, da ja mein Lieblingsadmin neben mir den Schlaf der Gerechten schlief. Aber ich habe via Spotify zwei Märchen angehört, die ich als Kind mochte: „Brüderchen und Schwesterchen“ und „Die sieben Schwäne“. Und dann noch mehr aus Versehen als geplant die ersten paar Kapitel von „Angerichtet“ von Herman Koch angehört, was ganz interessant war. Vielleicht komme ich später darauf zurück.

Da wir heute einige Sachen für den Irland-Urlaub buchen wollen, muss ich jetzt erst mal Recherche betreiben. Bis später!


Update 18:30

Das Planen und Buchen hat doch eeetwas länger gedauert und mich ziemlich geschlaucht. Zu allen anderen Übeln haben sich nun auch Bauchschmerzen gesellt. Die verstehen sich bestimmt prima mit den entzündeten Nebenhöhlen. Argh! Aber genug gejammert, uns steht ein Wahnsinnsurlaub bevor!

Gelegen habe ich auch: In „Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele“ bin ich zu Seite 55 vorgedrungen. Die Story ist denkbar seltsam. Als ein Teil eines Flughafen explodiert, lässt sich einfach keine Ursache finden. Dirk Gently ermittelt und scheinbar deuten alle Hinweise auf – Gott. Bisher kann ich vor allem festhalten, dass der Stil wesentlich aufgeräumter ist als von Band eins und eine teils sehr schöne Bildsprache verwendet. Zum Beispiel heißt es zu einem Innenhof: „In ein paar Töpfen schmollten Pflanzen.“ Da habe ich die halbverdursteten traurigen Blümchen doch direkt vor mir.

Mit meinem Hörbuch habe ich auch endlich Fortschritte gemacht. „Das Schwert in der Stille“ ist biher eher ein historischer als ein Fantasy-Roman. Auch gut, denn geschrieben nund gelesen ist es sehr angenehm.

Ich klinke mich für den restlichen Tag komplett aus, denn mir schwimmt der Kopf und alles tut weh. Vielleicht lese ich noch was, aber das ist dann schon das äußerste an Anstrengung, was ich momentan auf mich nehmen will. Sobald es besser geht, melde ich mich wieder. Bis dann 🙂

#Fastnachtslesen_2017 Teil 1

Während sich der Rest der Stadt die Clownsnase aufsetzt und gepflegt einen hinter die Binde gießt, habe ich beschlossen, stattdessen an Wörterkatzes Fastnachtslesen teilzunehmen. Von Weiberdonnerstag bis Veilchendienstag wird gelesen und sich ausgetauscht; eine gute Alternative zu den apokalyptischen Menschenaufläufen in Köln. Ach, die Freuden des Kölner Lebens 🙂
Gif von Mauro Gatti via GiphyMich hat zeitgleich ein Virus erwischt, sodass ich wahrscheinlich Karneval komplett im Bett verbringen werde. Was immerhin mehr Lesezeit bedeutet, auch wenn es mit der Konzentration gerade nicht weit her ist.

Ich habe mir für heute zwei Bücher vorgenommen: Zum Einen ein Sachbuch, dass ich bereits begonnen hatte, und dann noch ein Hörbuch, dass ich eben bei der onleihe ausgeliehen habe.
Bei dem Buch handelt es sich um „Edison’s Eve“, eine Geschichte der Entwicklung von androiden Automaten und letztendlich wohl auch Computern mit künstlicher Intelligenz, nehme ich an. Gerade bin ich in einem Kapitel über das französische Genie Vaucanson, ein Mann, der im 18. Jahrhundert erstaunliche Flöte spielende Maschinen gebaut hat (und eine Ente, die auch zumindest scheinbar essen und verdauen konnte). Immer wieder geht die Autorin Gaby Woods auf die mit dem Bau der Automaten verbundenen philosophischen Fragen und ethischen Bedenken ein, was sehr interessant ist. Dass die meisten Automaten heute verloren sind, gibt dem ganzen Buch einen Schuss Melancholie. Sehr vielversprechend bisher. Einen der berühmteren Automaten sieht man übrigens in dem Film „Hugo Cabret“ (hier ein tolles Vorführvideo, den Automaten gibt es noch immer!).

Als Hörbuch habe ich mir „Der Rubin im Rauch“ von Philip Pullman besorgt, da es mir eine Freundin empfohlen hatte. Außer „His dark materials“ habe ich von dem Autor noch nichts gelesen und möchte das gerne ändern. In dem Roman erhält die junge Sally Lockhart nach dem Tod ihres Vaters in den indischen Kolonien einen rätselhaften Brief. Viel weiter bin ich noch nicht 🙂

Ich melde mich am Nachmittag wieder und versuche erst mal, mich auszuruhen. Allen Teilnehmern wünsche ich viel Spaß!


Update Donnerstag 17:30

Mit „Edison’s Eve“ bin ich nach einem kleinen Mittagsschläfchen ordentlich weitergekommen, sodass ich mich jetzt beinahe auf der Hälfte des Buches befinde. Im letzten Kapitel ging es um den berühten Schachautomaten Der Türke, der vielen Zeitgenossen Kopfzerbrechen bereitet hat. Ich glaube sogar, das Lüften seines Geheimnisses (er wurde von Menschen im Inneren bedient) hat im Deutschen den Begriff „getürkt“ hervorgerufen. Das steht natürlich nicht in dem englischsprachigen Buch, welches aber weiterhin faszinierend ist.

Ich war kurz davor, mal wieder einen Harry Potter zu lesen, da erinnerte ich mich an das Hörbuch „Der Rubin in Rauch“, den ich vor dem Nickerchen begonnen hatte. Leider ist die fragmentarische Art, wie die Geschichte hier erzählt wird, nicht so sehr kompatibel mit meinem im Standby-Modus befindlichen Gehirn; ich komme kaum hinterher. Seltsam, dass mir ein englisches Sachbuch über Erfinder und Philosophen im 18. Jahrhundert weniger Probleme bereitet als ein Jugendkrimi in Hörbuchform.

Zudem habe ich festgestellt, dass ich keine Bilder in mein WordPress laden kann. So ein Problem, mit dem ich mich gerade gar nicht befassen kann, wegen besagter Hirndeffizienz. Also bleibt es hier vorerst unbebildert, ich sehe aber mal, was sich machen lässt, sobald es mir besser geht (oder vielleicht könnte ja meine bessere Hälfte …?).

Mich erstaunt, wieviel ich bereits lesen konnte, trotz Kranksein, was bei mir auch gerne mal zu einer Netflix-Orgie führt.


Update 21:45

Und ich bin fertig mit „Der Rubin im Rauch“ und leider hatte ich mit dem Buch einige Probleme. Pullman verschenkt hier jede Menge Potenzial und greift stattdessen auf alte Stereotype (die häßliche = fiese Alte, der gefährliche Ausländer) zurück, die mir nicht nur persönlich auf den Senkel gehen, sondern die einfach nicht okay sind. Die anfangs interessant erscheinende Sally mit ihren Wirtschaftskenntnissen hatte nicht genug Profil, um irgendeinen Eindruck zu hinterlassen. Und wirklich clever erscheint sie dann auch nicht. Außerdem bestand hier ein krasser Gegensatz zwischen Erzählton (Jugendbuch) und Inhalt (Gewalt, Drogen, Folter). Grundsätzlich kann man jedes dieser Themen in einem Jugendbuch unterbringen, nur das so unkommentiert stehen zu lassen finde ich bedenklich.

Also alles in allem nichts für mich. Ich gebe zu, dass bei dem gekürzten Hörbuch, mit dem ich es hier zu tun hatte, möglicherweise einiges Gute gestrichen wurde. Aber die negativen Punkte lassen sich damit nicht ganz wegerklären.

Mit „Edison’s Eve“ bin ich noch nicht weiter gekommen, werde aber jetzt noch ein bisschen darin schmökern, bis mir die Augen zufallen (gebt mir fünf Minuten :)). Morgen geht es dann weiter mit meinem nächsten Hörbuch, „Das Schwert in der Stille“ von Lian Hearn. Bevor sich jemand wundert: Ich habe vor Kurzem einfach mal einen Stapel Hörbücher aus der Jugendabteilung meiner Bib ausgeliehen. Dieses Buch steht auf meiner Fantasy-Leseliste und ich bin sehr gespannt auf einen hoffentlich gelungenen Mix aus japanischen Mythen und Fantasy.


Tag 2

Heute habe ich erst mal meine Krankheitsbescheinigung zur Post gebracht, wofür ich gefühlt eine Stunde gebraucht habe, und bin dann ich die Badewanne gestiegen (ohne Buch). Ich bin also heute noch nicht zum Lesen gekommen, werde das aber gleich ändern und mich später wieder melden!


Update 22:45

Huch, der Tag ist ja schon um! In „Edison’s Eve“ bin ich wieder 100 Seiten weiter gekommen. Es gab ein Kapitel zu Thomas Edison, der tatsächlich eine sprechende Pupe entwickelt und in Massenproduktion gebracht hat. Außerdem habe ich gelernt, dass der Typ ein frauenfeindlicher Arsch war, der Intelligenz bei Frauen für unmöglich hielt und einfach jeder Frau, die ihm das Gegenteil bewies, fortan mit Männernamen ansprach.

Viel angenehmer und interessanter war dagegen ein Kapitel, mit dem ich nicht gerechnet hatte: Es ging um Georges Méliès, dem Erfinder des erzählenden Films. Ich bin von seinem Werk und seiner Lebensgeschichte schlicht fasziniert und habe das Kapitel dementsprechend verschlungen. Dabei haben ihm seine Verbindungen zu bereits genannten Personen sowie seine Filme über animierte Puppen diesen Platz im Buch verschafft.

Morgen steht dann das letzte lange Kapitel an, in dem es um die Doll Family geht, von der ich noch nie etwas gehört habe. Und mein Hörbuch? Ich bin doch noch nicht dazu gekommen, mit „Das Schwert in der Stille“ zu beginnen. Morgen werde ich übrigens einen neuen Post beginnen, der hier wird doch arg lang.