Advent, Advent: 2. Advent 2016

Advent, Advent ... Vorweihnachtslesewochen Gestern haben wir einen Weihnachtsbaum gekauft und ihn auf den Namen Bertram getauft (er ist an seiner Spitze etwas stoppelig, daher muss es wohl ein Kerl sein :)). Im Moment steht er noch im Hausflur und aklimatisiert sich, aber heute abend wollen wir ihn reinholen und schmücken.

Die Woche war sehr turbulent und ich bin ganz platt. Leider muss ich heute auch noch etwas für die Arbeit vorbereiten, aber ich will auch ein bisschen in meinem aktuellen Buch schmökern. Das ist The Comforters von Muriel Spark, in dem es wohl um eine Autorin geht, die sich plötzlich in ihrer eigenen Geschichte wiederfindet. Der Anfang erinnert ein bisschen an die Jeeves-Romane von P. G. Wodehouse, aber von einer Autorin noch keine Spur. Was aber nach 25 Seiten auch nicht tragisch ist 🙂

Ich hoffe ihr genießt den Adventssonntag und habt genauso wunderschönes Wetter wie wir Kölner! Ich melde mich später noch mal, denn jetzt ist erst mal die Wäsche dran.


Advent, Advent: 1. Advent 2016

Advent, Advent ... VorweihnachtslesewochenWir haben den Tag bisher genutzt, um die Wohnung auf Vordermann zu bringen; darum habe ich mich noch gar nicht gemeldet. Wenn man einmal an der Arbeit ist, nutzt man besser den Schwung, solange er ausreicht! Jetzt machen wir allerdings Kaffeepause.

So wird es bei mir heute sicher nicht besonders weihnachtlich. Morgen ist allerdings einmal Weihnachtsmarkt und Kino angesagt: Wir werden gemütlich durch die Bonner Innenstadt schlendern und dann Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ansehen. Ich bin zwar skeptisch was den Film angeht, aber ich gehe zu gerne ins Kino, um Nein zu sagen 🙂

Leider ist jetzt das Wohnzimmer dran. Ich melde mich am Abend noch einmal, wenn ich auch Zeit für eine Blogrunde habe.


Gesagt, getan: Endlich bin ich mit meinen Aufgaben für heute fertig und konnte eure Beiträge lesen und kommentieren. Ich habe außerdem noch kein Wort über meine Pläne für den Advent verloren, und auch wenn sie nicht sehr originell sind, hier sind sie:

Bücher

Ich habe noch einige Bücher, die ich in diesem Jahr noch lesen möchte, aber zwei davon sind weihnachtlich: Zum Einen wartet meine Ausgabe von I Am Half-Sick Of Shadows, dem vierten Band der Flavia de Luce-Reihe, schon ewig darauf gelesen zu werden. Und das habe ich vor, denn das Cover lässt ein weihnachtliches Setting vermuten, und Flavia rockt.

Das andere Buch hätte ich als Tolkienistin schon längst lesen sollen: Die Briefe vom Weihnachtsmann werde ich in der nächsten Woche hoffentlich aus der Bibliothek bekommen. Wenn nicht halb Köln ebenfalls auf diese Idee kommt und ich mich hinten anstellen darf.

Unterwegs

Wie im letzten Jahr will ich die Weihnachtsmarktsaison voll genießen. Obwohl ich gar nicht auf Menschenmengen stehe, freue ich mich schon seit Wochen wie Bolle auf den Weihnachtstrubel.

Letzten Sonntag haben meine bessere Hälfte und ich mit Freunden Doctor Strange gesehen und waren danach noch sehr lecker essen. Kino, Essen, Lieblingsmenschen sehen: ein perfekter Tag also. Ein Muster, das ich für den Rest des Jahres wöchentlich zu wiederholen gedenke!

Traditionelles Plätzchenbacken im Freundeskreis: Seit vielen Jahren ist es bei uns üblich, die Weihnachtsbäckerei anzuwerfen und Plätzchen in allen Formen und Farben zu produzieren als gäbe es kein morgen; letztes Jahr habe ich darüber berichtet.

Sonstiges

Natürlich hoffe ich auch in diesem Jahr, meine Weihnachtseinkäufe über den Dezember zu verteilen und nicht am Ende gestresst durch überfüllte, viel zu warme Geschäfte zu hetzen. In diesem Jahr freue ich mich vor allem auf das Einpacken. Aus keinem besonderen Grund 🙂

Wenn ich gerade nicht arbeite oder meine Slalom-Fähigkeiten auf einem vollen Weihnachtsmarkt erprobe, will ich mich sportlich betätigen. Im Sommer rudere ich und liebe das Spazierengehen, aber durch Kälte und Finsternis ist beides jetzt pausiert. Also krame ich meine Yoga-Matte raus und will so in Form bleiben (okay, ganz ehrlich: in Form kommen).

Soweit der Masterplan; auch wenn er am Ende nicht ganz aufgeht, werden es sicher tolle Wochen! Fehlt nur noch eins für heute:

Ich lese gerade…

Ich stecke mitten im Hörbuch von Der Herr der Ringe (auf Englisch), ich lasse mir aber Zeit damit. Letzte Nacht konnte ich nicht schlafen und habe ein zweites Hörbuch begonnen: Der Sohn des Greifen, Band 9 bzw. 5.1 von Das Lied von Eis und Feuer. Wieder mal habe ich so lange gewartet, das ich bei jeder Figur erst mal nachlesen muss, wer das überhaupt ist und was als letztes passiert ist. *seufz*
In Buchfassung lese ich gerade Winterjournal von Paul Auster. Scheinbar bin ich gerade in einer Auster-Phase der Mittelmäßigkeit, denn das ist das dritte seiner Bücher, das ich in den letzten Wochen lese, und auch hier läuft das Ganze auf ein „Joa, ganz nett, aber nicht mehr“ hinaus. Gerade neben mir liegt, noch nicht begonnen, Der König ist nackt von Sylvie Germain. Die Autorin habe ich vor vielen Jahren entdeckt und mir dieses Buch ohne großes Hintergrundwissen gegönnt. Aber mehr dazu später.

Noch eine letzte Notiz: Ich schwöre, Bilder zu machen, sobald mal wieder ein Sonnenstrahl in diese Wohnung fällt 🙂

Sonntag

Das Wetter präsentiert: den grauesten Tag des Jahres. Wie in einem Edgar Wallace Film, dass das Bild Farbe hat, merkt man fast gar nicht.
Gestern habe ich noch erstaunliche 60 Seiten von Winterjournal gelesen und war fasziniert von den vielen Wohnungen, die Auster in seinem Leben bewohnt hat (über 20!). Es handelt sich hier nämlich um eine Biographie, allerdings nicht im klassischen Format. Er erzählt nicht chronologisch, sondern vignettenhaft und ist voll fixiert auf seinen Körper. Es gibt also Erinnerungen an verschiedenste Verletzungen, Unfälle und altersbedingte Veränderungen. Die Wohnungen waren da eine nette Abwechslung.

Ich werde bald nach dem Frühstück schon aufbrechen und bin den ganzen Tag unterwegs. Wenn ich heute abend nicht ganz so spät zurückkomme, melde ich mich noch einmal und mache eine weitere Blogrunde. Ich wünsche euch einen wunderbaren ersten Adventssonntag!

Ghost World: Comic (und ein bisschen Film)

Ghost World CoverIch mag den Film Ghost World aus dem Jahr 2001 sehr. Er gehört zu den Filmen, aus denen ich bei jedem Anschauen etwas anderes gewinne, obwohl er keine große Kunst, sondern vor allem gute Unterhaltung ist. Der Film war der Grund, warum ich auch dem Comic von Daniel Clowes eine Chance geben wollte. Im Allgemeinen bin ich kein großer Leser von Comics, sie können mich nicht so fesseln wie ein Roman oder schon eine Graphic Novel mit etwas mehr Text. Wahrscheinlich hat das meinen Eindruck des Buchs stark beeinflusst.

Es ist das Ende einer Ära für Hauptfiguren Enid und Rebecca: Nach der High School verbringen sie den Sommer in ihrer Heimatstadt und wissen noch nicht, was aus dem Rest ihres Lebens werden soll. Mit der Zeit wird immer deutlicher, wie unähnlich sich die beiden ihr Leben vorstellen. Dennoch versuchen sie, einfach so weiterzumachen wie bisher und können sich nicht recht an den Gedanken des Erwachsenseins gewöhnen.

Leider sind sie ziemliche Zicken, die auf allem und jedem herumhacken, Menschen, die es schlechter haben als sie, verarschen und nichts in ihrem Leben so richtig zu schätzen wissen. Klar hat man als Teenie auch eine Die-Welt-ist-scheiße-Phase, aber eine Figur nur darauf zu reduzieren ist nicht mehr realistisch. (Außerdem ist das sehr anstrengend zu lesen!)

Die Entwicklung der Figuren, die ich aus dem Film kannte, kam hier sehr ruckartig und viel zu knapp. Wenn Geschichten in verschiedenen Formaten erzählt werden, finde ich es immer wieder faszinierend, welche Aspekte wie gewichtet werden und wie sich der Erzählton verändert und dem jeweiligen Medium anpasst. Ghost World als Film arbeitet mit ungewöhnlicher Musik und einer sehr bunten Farbpalette, was ich beides sehr mochte. Im Comic fehlt beides, leider ersatzlos. So ist es nicht verwunderlich, dass mir der Comic auch hier einfach zu flach erschien, auch wenn das nicht unbedingt Fehler des Comics war. Übrigens hat Daniel Clowes selbst das Drehbuch für die Filmadaption geschrieben.

Ghost World DetailZuletzt noch ein weiterer „Nachteil“: Die Zeichnungen sind sehr roh. Als jemand, der von Comics nicht so mitgerissen wird, lege ich vielleicht mehr Wert auf die Illustrationen, wer weiß. Ghost World hat viele hässliche Panels. Selbst Figuren, die von Enid oder Becca als schön bezeichnet werden, sehen für den Leser ungestalt aus. Die Hauptfiguren selbst sehen von Panel zu Panel unterschiedlich aus, mal übertrieben weiblich, mal vollkommen gewöhnlich. Ob das nun eine Aussage zu Äußerlichkeiten sein soll oder zu der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenendasein, für mich war auch dies ein Grund, dass mir persönlich Ghost World als Comic einfach nicht sehr gefallen hat.

Ankündigung: Advent, Advent … Vorweihnachtslesewochen

Advent, Advent ... VorweihnachtslesewochenAuch verzweifelt auf der Suche nach einer guten Nachricht? Ich habe meine eben bei Ariana gefunden, denn sie veranstaltet auch in diesem Jahr wieder die gemütlichen Vorweihnachtslesewochen.

Bei den Vorweihnachtslesewochen geht es darum, den Advent ruhig anzugehen, die Weihnachtsvorbereitungen zu genießen und die Zeit vor dem Fest mit weihnachtlichen Freuden zu füllen.

Gerade, weil der Dezember gerne in Hektik ausartet, freue ich mich, auch in diesem Jahr wieder gezielt dagegen zu wirken. Ich habe noch keinen festen Plan für diese Zeit, möchte aber wie im letzten Jahr wieder die Weihnachtsmärkte genießen und meine Geschenke möglichst frühzeitig besorgen. An der Buchfront wartet auf mich als weihnachtliches Leseschmankerl „I Am Half-Sick Of Shadows“, der vierte Flvia de Luce. Das weihnachtliche Cover zeigt an, dass es sich hier um die perfekte Lektüre für den Advent zu handeln scheint.

Macht doch mit! Es wird sicher wieder hochgemütlich und entspannt.

101 Fantasy Projekt: Die Hälfte ist geschafft!

101 fantasy leseprojekt Banner

Ist das zu fassen? 50 von 101 Büchern habe ich für mein Fantasy-Projekt gelesen und dabei einige erstaunliche Entdeckungen gemacht. Vor gerade mal zwei Jahren habe ich das Projekt begonnen und dachte damals, ich würde die zehn Jahre vielleicht nicht ganz brauchen, aber doch ein gut Teil davon.
Eins ist klar: Für die nächsten 50 Bücher werde ich länger brauchen, weil einige recht umfangreich sind. Himmel, zwei davon gibt es noch immer nicht (*hust* Patrick Rothfuss und George R. R. Martin)! Mein nächstes Projekt (na klar wird es ein nächstes geben!) soll dann offener für SciFi sein, gerade weil oft nicht (mehr) eindeutig zu entscheiden ist, in welche Kategorie ein Roman nun fällt.

Hier aber erst mal die von mir als letztes für das 101 Fantasy Projekt gelesenen Bücher:

LIGHTMAN, Alan: Und immer wieder die Zeit ♥ 4/5

Alan Lightman Einsteins DreamsRahmenhandlung: Einstein schläft über seiner Arbeit ein. Dazwischen: Kurzgeschichten über Welten, in denen anderen physikalische Gesetze gelten. Zum Beispiel gibt es eine Welt, in der die Menschen möglichst weit oben leben wollen, weil dort die Zeit deutlich langsamer verstreicht.
Ehrlich gesagt kann ich mich ein halbes Jahr nach dem Lesen nicht mehr an Details erinnern. Scheint mir ja damals gefallen zu haben 😉

EDDINGS, David: Sorceress of Darshiva & The Seeress of Kell ★ je 3/5

David Eddings Malloreon

Die finalen Bände meines Eddings-Rereads. Leider ging die Logik spätestens mit den zeitreisenden Prophezeihungen flöten. Wie gut, dass ich mich daran gar nicht mehr erinnert hatte, genauso wie an große Teile des Finales.

RIGGS, Ransom: Die Insel der besonderen Kinder ♥ 2/5

Haarsträubend unlogische Zeitreisen und ein nicht sehr mysteriöser Erzählton haben mir dieses ideenreiche Buch etwas verleidet. Der Film hatte übrigens ein ähnliches Problem mit dem Ton, dafür aber ein lustiges, neues Finale!

HARKNESS, Deborah: A Discovery of Witches ♥ 2/5

Eine junge Wissenschaftlerin stößt in Oxford auf ein verhextes Manuskript und plötzlich haben es sämtliche Zauberwesen auf sie abgesehen. Klingt gut? Ist aber leider nur der Rahmen für eine vollkommen ungesunde, langweilige, sich ewig ziehende Romanze. Schade, wo der Anfang so vielversprechend war, mit Oxford als Setting und so treffenden Worten über das Rudern. Am Ende fühlte sich das ganze dicke Buch wie ein überlanger Prolog an, weil natürlich das Ende der Auftakt für den Rest der All Souls-Trilogie ist.

COLLINS, Suzanne: Gefährliche Liebe ★ 5/5 und Flammender Zorn ★ 3/5

Wie Band eins waren auch die restlichen Teile der Tribute von Panem echte Pageturner, die ich trotz zunehmend düsterer Thematik mit Freude gelesen habe. Was ich nicht verstehen kann, ist dass Katniss im dritten Band ihre Kickass-Qualitäten einbüßt und zur bösen Femme fatale wird.

PRATCHETT, Terry: Eine Insel ★ 4/5

Pratchett abseits der Scheibenwelt ist immer noch unerkennbar Pratchett. Eine wunderbare Erkenntnis. Eine eigene Rezension zu Eine Insel ist vorhanden.

BEAGLE, Peter S.: He! Rebeck! ★ 4/5

Peter S. Beagle: He! Rebeck! im Schuber

Beagles Anfänge zu erkunden, war auch spannend. Die Geschichte um einen die Realität fliehenden alten Mann auf einem New Yorker Friedhof plätschert gemütlich vor sich hin und ist dabei trotz magischer Elemente an mancher Stelle hart und realistisch. Auch hierzu habe ich eine eigene Rezension geschrieben.

VONNEGUT, Kurt: Schlachthof Fünf ★ 4/5

„Hört! Billy Pilgrim hat sich von der Zeit gelöst!“ Billy ist der Antiheld, der den Zweiten Weltkrieg scheinbar unberührt übersteht, um in seinem späteren Leben von Aliens entführt zu werden – auch das ohne Folgen. Oder ist alles erfunden? Vonneguts gescheitertes „Buch über Dresden“ war seltsam und hatte einige wundervolle Sätze zu bieten. So ganz hat sich mir das Buch aber nicht erschlossen, weshalb ich nun doch keine eigene Rezension verfasst habe.


Was kommt als nächstes?

Ich habe in diesem Jahr einige Bücher auf meiner Leseliste ausgetauscht und auch versucht, mehr Frauen reinzubekommen. Gar nicht so leicht für Fantasy, wenn man nicht immer dieselben Autorinnen lesen will. Einige neue Bücher sind auch schon lesebereit im Regal oder über die Bibliothek zu bekommen, sodass ich jetzt beinahe alle verbleibenden Titel in Reichweite habe.
Ich lese aktuell The Gospel of Loki; nicht Teil des Projekts, da es weder einen Meilenstein des Genres bildet noch zum „Kanon“ gehört (eine höchst subjektive Einschätzung meinerseits, ich weiß, aber das Buch ist einfach noch zu unbekannt und neu).

Was ich als nächstes angehe, weiß ich noch nicht. Ich habe aber eine Idee für die etwas schwierigeren und älteren Werke auf der Liste, was eine kleine Überraschung werden soll und was noch Ausarbeitung  braucht. Mehr werdet ihr im nächsten Jahr erfahren, wenn ich für die entsprechenden Bücher auch Zeit habe.

Herbstlesen 2016: Vom Wüstenwind verweht

Herbstlesen 2016 Banner
Das letzte Herbstlesenwochenende ist angebrochen – und ich liege krank im Bett. Zum Glück nicht so sehr, dass ich nicht lesen könnte. Aber andere Pläne gibt es dadurch an diesem Wochenende nicht.

Der aktuelle Lesestand

Ich bin mit Der Wüstenplanet so circa halb durch, was die Seiten angeht, aber innerlich habe ich das Buch hinter mir gelassen und werde es wohl nicht weiterlesen. Ich finde es einfach schlecht geschrieben und dadurch langweilig.

Stattdessen hat sich Vom Winde verweht zum Überraschungsschmöker entwickelt. Klar habe ich ein Problem mit der Ethik und Politik des Romans. Aktuell am ätzendsten ist allerdings eine Vergewaltigung, die der Frau Spaß gemacht hat. Weil Frauen ja keine Ahnung haben, wann sie wie befriedigt werden wollen. *grummel*
Abgesehen davon fliege ich nur so durch das Buch. Klingt komisch, ist aber so 🙂

Mit Der lachende Mann bin ich nicht sehr viel weiter gekommen: 327 Seiten trennen mich noch vom Ende und es zeichnet sich die Krise der Protagonisten ab, daher ist wohl Action im Verzug. Aber ich will nicht durch den Rest des Buches hetzen, darum glaube ich nicht, dass ich das Buch noch im Oktober beenden kann.

Zuletzt habe ich noch ein anderes Buch begonnen, nämlich The Winter People von Jennifer McMahon. Eine Geistergeschichte, passend zur Jahreszeit. Ich sollte viel öfters so was lesen, es macht richtig Spaß sich ein wenig zu gruseln. An die hundert Seiten sind noch übrig und ich werde kaum widerstehen können, an diesem Wochenende darin zu schmökern.


Update Samstag 12:45

Unvermutet habe ich als erstes zu Vom Winde verweht gegriffen und es nun beendet (*yay*). Was für ein unbefriedigendes Ende. Manche Romanfiguren ändern sich einfach nie.

Jetzt werde ich mich erst mal auf die Suche nach Medikamenten begeben; es geht mir doch nicht so prickelnd, die Nebenhöhlen sind zu und dadurch schmerzen meine Zähne 🙁 Danach stürze ich mich wohl in The Winter People. Der Hugo läuft mir ja nicht weg 🙂


Update Samstag 14:45

… und mit The Winter People bin ich auch fertig. Es war ziemlich spannend 🙂
Auf dem Buchrücken heißt es in einem Zitat, die Autorin habe ein Subgenre des psychologischen Mystery-Romans geschaffen. So kann man das nennen, denn die ganze Zeit standen die Figuren und ihre Entwicklungen im Vordergrund. Also richtig gegruselt hat es nicht, aber mir ein paar Schauder über den Rücken gejagt.

Da ich gerade so einen guten Lauf habe, nehme ich mir als nächstes eine SuB-Leiche vor: Nacht des Orakels von Paul Auster. Gerade merke ich, dass Vom Winde verweht, The Winter People, Der lachende Mann und auch der Auster in meinem Beitrag Der furchterregende SuB vorkamen. Wo es um ungelesene Bücher geht, zu denen man einfach nie kommt. Wie die Dinge manchmal gehen …


Update Samstag 18:40

Ich stecke jetzt mitten in Nacht des Orakels. Es geht um einen Schriftsteller, der nach einem noch nicht näher beschriebenen Unfall eine lange Schreibblockade hat. Bis er zufällig in einem Schreibwarenladen landet, das scheinbar erstbeste Notizbuch kauft und in neuer Arbeitswut versinkt. Man liest viel von der Geschichte, die er sich ausdenkt. Typisch Auster: es wimmelt nur so von seltsamen Zufällen und Gemeinsamkeiten. Ich frage mich, wo das noch hinführt und werde noch weiterlesen. Jedenfalls bin ich froh, dass das Buch so gar nicht wie Unsichtbar ist, der letzte seiner Romane, die ich gelesen hatte. Mich hat die Lesewut gepackt, wie es scheint 🙂


Update Samstag 21:15

Immer noch lese ich in Nacht des Orakels und habe die 200er-Marke geknackt. Leider habe ich sehr starke Kopfschmerzen bekommen. So langsam sollte ich wohl schlafen gehen. Ich melde mich dann morgen wieder. Gute Nacht!


Sonntag

Es kam, wie es kommen musste: Eine weitere eher schlaflose Nacht liegt hinter mir und ich fühle mich wie in die Ecke gespuckt. Dafür habe ich bereits Nacht des Orakels beendet. Die Story in der Story wird leider nach der Hälfte des Buchs fallen gelassen, was echt schade ist. Sie hatte zuletzt etwas von Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt. Die Rahmenhandlung dagegen war zerfranst und von unbeendeten Geschichten gespickt, was sehr unbefriedigend war. Außerdem habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wozu die Fußnoten da sind. Ausschweifende Exkurse, die aber inhaltlich auch im Haupttext hätten stehen können und auch vom Ton her identisch mit dem Rest waren. Keine Ahnung, was Auster damit vorhatte.

Als nächstes (nach dem Frühstück) lese ich vielleicht doch mal ein wenig im Hugo. Allerdings lächelt mich The Gospel of Loki gerade sehr an …


Update Sonntag 14:00

Ich bin erst mal bei Booktube gestrandet. Wie das halt so läuft. Inzwischen habe ich allerdings einen kleinen Fortschritt mit Der lachende Mann gemacht. Es ist tatsächlich gerade sehr düster geworden für Gwynplaine und jetzt will ich erst mal wissen, was als nächstes passiert, bevor ich mich in The Gospel of Loki stürze. Allerdings habe ich das Vorwort gelesen. Der Erzählton passt sehr zu dem Trickster, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass Harris diesen Ton über den ganzen Roman aufrechterhalten kann. Mal sehen!


Update Sonntag 18:15

Hundert Seiten habe ich im Hugo gelesen. Der große Wendepunkt des Romans ist jetzt erreicht und ich bin gespannt, wohin die Reise noch geht. Die Einzelteile kommen zusammen und lassen Raum für mögliche Entwicklungen.

Danach habe ich mir erst mal eine Lesepause gegönnt und ein bisschen Our Cosmos auf Netflix angesehen. Ich liebe Geschichten über das Universum, wie ich immer mehr feststelle, und kann einfach nicht genug davon kriegen, auch wenn diese Umsetzung manchmal etwas zu viel Pathos hat.

So langsam setzen die Kopfschmerzen wieder ein. Mein Körper: ein Uhrwerk! Ich will aber doch noch etwas lesen und noch eine Blogrunde drehen. Und dann ist das Herbstlesen auch schon wieder vorbei …


Update Sonntag 20:00

Bekämpfe gerade den Kopfschmerz mit Queen (ich höre seit Wochen deren erstes Album hoch und runter – wird man dessen jemals überdrüssig?). Nachdem wir endlich doch noch Schlachthof 5 zu Ende gehört haben. Meinem Freund hat das Buch nicht so gut gefallen, aber ich habe einige wunderschöne Wendungen und Sätze daraus gewinnen können. Meine Gedanken mäöchte ich noch zu einer Rezension ordnen.

So habe ich das fünfzigste Buch meines 101 Fantasy Projekts beendet! Hätte nie gedacht, dass ich das so schnell würde behaupten können. Aber mehr dann im Post zum Zwischenstand. Das wollte ich eigentlich nur loswerden 😉


Letztes Update

Das ist jetzt wirklich das letzte Update. Zum Abschluss habe ich eine Kurzgeschichte gelesen, die ich mir schon ewig vornehmen wollte: Supertoys last all Summer long von Brian Aldiss. Die Geschichte inspirierte Stanley Kubrick zum Film A.I., den sein Freund Spielberg nach dessen Tod umsetzte. Wen es interessiert: die Geschichte kann man online auf Brian Aldiss‘ Website lesen. Sie ist wirklich sehr kurz und gibt im Grunde den Ausgangspunkt für A.I.; doch Davids übergroße Liebe für seine Mommy findet hier einen deutlicheren Ausdruck. Ich sage das als jemand, der viel lieber Kubricks Version von A.I. gesehen hätte.

Tja, und das war es mit dem Herbstlesen. Es hat mega Spaß gemacht, bei allen die Lese- und sonstigen Erlebnisse im Oktober zu verfolgen und zu kommentieren. Danke auch an Winterkatze für die Organisation!
Ich hau mich jetzt aufs Ohr, gute Nacht!

Peter S. Beagle: He! Rebeck!

Peter S. Beagle: He! Rebeck! im Schuber

Mit Das letzte Einhorn hat mich Peter S. Beagle verzaubert, nachdem ich bereits mit der Verfilmung aufgewachsen war. Seine Phantasie unterscheidet sich von der der meisten Autoren, die ich gelesen habe: sie ist melancholisch.  Klar musste ich auch seinen Erstling, He! Rebeck! zur Hand nehmen.

In He! Rebeck! treffen unterschiedliche Charaktere auf einem New Yorker Friedhof aufeinander: Der alte Jonathan Rebeck, der seit 19 Jahren die Welt außerhalb der Friedhofsmauern nicht gesehen hat. Ein Rabe, der Rebeck mit Essen und seiner mürrischen Weltsicht versorgt. Die Witwe Getrude Klapper, die das Alleinsein nach dem Tod ihres Mannes nicht gut verträgt. Und dann sind da die Toten, deren Geister ein schwindendes Nachleben auf dem Friedhof fristen. Und nur Rebeck kann sie sehen.

Wer hier eine stringente Erzählung mit einem klaren Spannungsbogen, einer Entwicklung und einem abgeschlossenen Ende erwartet, der wird enttäuscht. Es sind mehr lose verwobene Geschichten der verschiedenen den Roman bevölkernden Figuren, die Beagle zu einem schönem Gesamtbild über Liebe und Freundschaft, Mut und unwiederbringliche Zeit verwoben.

Schon in diesem Roman entdeckt man einige der Ideen, die Beagle in Das letzte Einhorn verwendet, auch wenn die Geschichten sehr unterschiedlich sind. Sogar Mollys wütende Frage an das Einhorn: „Wo warst du?“ findet sich in sehr ähnlicher Form wieder. So ist He! Rebeck! schon interessant, um dem Autor Beagle auf den Grund zu gehen.
Als Fantasy würde ich He! Rebeck! aber nicht bezeichnen. Eher schon als Magischen Realismus. Das Übernatürliche im Roman wird nicht erklärt oder als etwas Wunderliches dargestellt. Mir hat das gut gefallen.

Trotz der schönen Grundstimmung und der vielen teils bezaubernden Dialoge und Sätze wurde aus He! Rebeck! kein rundes Ganzes für mich. Allzusehr bleibt das Gefühl des Unvollendeten nach dem Lesen zurück. In He! Rebeck! finden sich viele schöne und interessante Motive und Gedanken, aber die Puzzleteile geben noch kein stimmiges Bild, wie es für mich Das letzte Einhorn getan hat.

Ich will Beagle unbedingt noch mehr erkunden, er hat ja auch viele Kurzgeschichten geschrieben. Auch wenn He! Rebeck! nicht das perfekte Leseerlebnis war, finde ich den Autor und seine ungewöhnlichen Ideen weiterhin sehr interessant.

He! Rebeck! ist Buch #49 für mein 101 Fantasy Projekt.